Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

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Kajetan
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Kajetan »

Alter Sack hat geschrieben:@Kajetan: Selbst wenn die Mehrheit im Unterhaus für den Verbleib in der EU wäre werden sie den Austritt doch durchziehen. Auch wenn das Referendum nicht rechtlich bindend ist würde das Ignorieren des Ergebnisses ein politisches Erdbeben in UK auslösen und UK ebenso wie der EU dauerhaft soviel Schaden zufügen das das ganze zusammenbrechen könnte. Es ist eine demokratische Entscheidung die man durchsetzen muss egal ob es einem gefällt oder nicht.
Nö. Eine Entscheidung so einer Tragweite auf Basis eines rechtlich nicht bindenden Referendums zu treffen ist undemokratisch. Vor allem, wie es sich mittlerweile herausstellt, dass das Referendum lediglich als machtpolitisches Instrument in innerparteilichen Auseinandersetzungen der Torys verwendet wurde. Wo ist die Moral hier? Übrigens, Referenden werden in vielen Ländern lediglich als Mittel im innenpolitischen Geschacher benutzt. Siehe Griechenland, wo sich Tsipras zuerst mit dem Referendum innenpolitische Unterstützung gesichert hat, nur um dann DOCH die sparpolitischen Forderungen der EU umzusetzen, er dann aber mit dem Finger auf die EU zeigen konnte a la "Die haben mich gezwungen, ich konnte nicht anders!".

Hör mir beim Thema "Referendum" bitte mit Moral auf :)
Mir wäre es auch lieber UK wäre in der EU aber ein Graus wäre es für mich wenn man den Austritt jetzt nicht umsetzen würde. Dann kannste auch direkt die Demokratie abschaffen.
Wenn die Briten raus wollen, sollen sie ihr Parlament entsprechend wählen. Dazu ist das Parlament da.
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danke15jahre4p
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von danke15jahre4p »

Temeter  hat geschrieben:Solange, bis du ein klares Ergebnis bekommst. Wenn zum Beispiel 2/3, oder auch nur 60% für ein Ding wählen, dann gibt es einen Konsens, nach dem man Handeln kann.
dann hätte man das vor der wahl festlegen sollen, wäre doch kein problem gewesen, aber im nachhinein ist das dann immer ein wenig schwierig.

greetingz
Kaaruzo
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Kaaruzo »

Kajetan hat geschrieben:Wenn die Briten raus wollen, sollen sie ihr Parlament entsprechend wählen. Dazu ist das Parlament da.
Und was machen wir, wenn innerhalb einer Legislaturperiode ein entsprechend großes Ereignis eintritt?

Siehe die Frage mit den illegalen Einwanderern? Was macht man dann, wenn vor der Wahl keine der Parteien zu diesem Problem (das zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht absehbar war) dazu geäußert hat?

Wie soll dann der Volkswille abgebildet werden?
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Temeter 
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Temeter  »

Kajetan hat geschrieben:Wenn die Briten raus wollen, sollen sie ihr Parlament entsprechend wählen. Dazu ist das Parlament da.
UKIP stand bei 12,6%, IIRC ein Rekordwert, also soviel Liebe kann da nicht sein.
Kaaruzo
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Kaaruzo »

Temeter hat geschrieben: Solange, bis du ein klares Ergebnis bekommst. Wenn zum Beispiel 2/3, oder auch nur 60% für ein Ding wählen, dann gibt es einen Konsens, nach dem man Handeln kann.
Diese Bedingung wurde nie vorher festgelegt.

Es gibt Wahlen, da muss man ein entsprechendes Ergebnis erreichen, aber das weiß man dann auch vorher. Jetzt im Nachhinein Regeln einführen, ist undemokratisch und entlarvt den undemokratischen Charakter von demjenigen, der derartiges fordert.
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Alter Sack
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Alter Sack »

SethSteiner hat geschrieben:
Alter Sack hat geschrieben:
SethSteiner hat geschrieben:Undemokratisch ist es, wenn man die Hälfte der Bevölkerung einfach ignoriert und meint, Mechanismen wie die Möglichkeit ein Referendum abzulehnen, sollten einfach ignoriert wären. Ehrlich jetzt? Diese Tendenzen, Minderheiten, selbst wenn sie zum halben Volk gehören, zu ignorieren und auf Teufel komm raus alles umzusetzen, was eine vermeintliche Mehrheit will, ist der reine Wahnsinn.
Das ist Quatsch. Man ignoriert nicht die Hälfte der Bevölkerung. Man trifft Entscheidungen auf Basis der Mehrheit der Bevölkerung. Selbst wenn die Mehrheit nur eine Stimme ist.
Es gab eine Wahl mit Ja oder Nein. Die Mehrheit hat sich dagegen entschieden. So ist das in der Demokratie.
Einen Minderheitenschutz gibt es hier nicht im klassischen Sinne. Hier wurden keine Menschenrechte zur Frage gestellt.

@Kajetan: Selbst wenn die Mehrheit im Unterhaus für den Verbleib in der EU wäre werden sie den Austritt doch durchziehen. Auch wenn das Referendum nicht rechtlich bindend ist würde das Ignorieren des Ergebnisses ein politisches Erdbeben in UK auslösen und UK ebenso wie der EU dauerhaft soviel Schaden zufügen das das ganze zusammenbrechen könnte. Es ist eine demokratische Entscheidung die man durchsetzen muss egal ob es einem gefällt oder nicht.
Mir wäre es auch lieber UK wäre in der EU aber ein Graus wäre es für mich wenn man den Austritt jetzt nicht umsetzen würde. Dann kannste auch direkt die Demokratie abschaffen.
Nein, hier wurden keine Menschenrechte in Frage gestellt, nur die Zukunft des Landes. Who cares :roll:
Kannst auch die Demokratie abschaffen, wenn du die Mechanismen nicht mehr brauchst.
Mich schüttelt es so langsam. Ich glaube das hier so Einige nicht den blassesten Schimmer von einer Demokratie haben ...

@Kajetan: Echt jetzt!!! Ich hätte dich a) für demokratischer gehalten und b) für objektiver. Das Referendum (egal aus welchem Grund es ursprünglich initiiert wurde) war ganz klar von allen Seiten dafür da das es umgesetzt wurde. Und keiner in UK wird das nicht machen. Das ist UK nicht Griechenland. Man wird auf Zeit spielen noch etwas weil man auf ein Wunder hofft das aber nicht eintreten wird.
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Wulgaru
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Wulgaru »

leifman hat geschrieben:
Temeter  hat geschrieben:Solange, bis du ein klares Ergebnis bekommst. Wenn zum Beispiel 2/3, oder auch nur 60% für ein Ding wählen, dann gibt es einen Konsens, nach dem man Handeln kann.
dann hätte man das vor der wahl festlegen sollen, wäre doch kein problem gewesen, aber im nachhinein ist das dann immer ein wenig schwierig.

greetingz
Es geht eigentlich weniger darum ob einer von euch beiden technisch oder moralisch gesehen Recht hat.

Es geht eher darum wie das Volk auf so etwas reagieren würde. Ich glaube man würde nach diesem Wahlkampf wirklich keinen Teufel an die Wand malen, wenn man Aufstände vorhersagen würde und was würde das bitte für das Land bedeuten? Unruhen in englischen Städten? Vielleicht dann wirklich wieder das aufflammen des Nordirlandkonfliktes (der bei einer Abspaltung von Nordirland sowieso auf uns zukäme). Es geht hier wirklich nicht nur darum was das Parlament technisch gesehen darf und technisch gesehen auch durchsetzen kann.
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danke15jahre4p
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von danke15jahre4p »

Kajetan hat geschrieben:Nö. Eine Entscheidung so einer Tragweite auf Basis eines rechtlich nicht bindenden Referendums zu treffen ist undemokratisch.
nun, es gibt stimmen die definieren einen volksentscheid wie folgt:
...ist ein Volksentscheid die höchste Willensäußerung der Bevölkerung.
demokratischer gehts doch dann kaum.

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Temeter 
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Temeter  »

Kaaruzo hat geschrieben:Diese Bedingung wurde nie vorher festgelegt.

Es gibt Wahlen, da muss man ein entsprechendes Ergebnis erreichen, aber das weiß man dann auch vorher. Jetzt im Nachhinein Regeln einführen, ist undemokratisch und entlarvt den undemokratischen Charakter von demjenigen, der derartiges fordert.
Niemand hier fordert etwas, ist das für dich und Leaks denn so schwer zu begreifen?

Warum sollten wir überhaupt etwas fordern, was genau hat ein Post im 4Players Forum denn für eine Auswirkung auf den britischen Brexit, bzw. den aktuellen Mangel daran?
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Kajetan
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Kajetan »

Temeter  hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Wenn die Briten raus wollen, sollen sie ihr Parlament entsprechend wählen. Dazu ist das Parlament da.
UKIP stand bei 12,6%, IIRC ein Rekordwert, also soviel Liebe kann da nicht sein.
Es genügt, wenn entweder Labour oder die Torys sich mit einem Brexit anfreunden können. Die UKIP hat ja auf Grund des britischen Wahlrechts eh keine Chance genug Abgeordnete ins Unterhaus zu bringen, weil hier "Winner takes it all" gilt, die Abgeordneten nicht auf der Basis von allgemeinen Stimmenanteilen ins Parlament kommen, sondern NUR die Wahlkreisgewinner. DAS ist mal undemokratisch!
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Kajetan
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Kajetan »

leifman hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Nö. Eine Entscheidung so einer Tragweite auf Basis eines rechtlich nicht bindenden Referendums zu treffen ist undemokratisch.
nun, es gibt stimmen die definieren einen volksentscheid wie folgt:
...ist ein Volksentscheid die höchste Willensäußerung der Bevölkerung.
demokratischer gehts doch dann kaum.
Enstprechen diese Stimmen dem britischen Wahlrecht? Was WIR davon halten, spielt nämlich keine Rolle für die Briten oder die britische Regierung.
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Temeter 
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Temeter  »

Kajetan hat geschrieben:Es genügt, wenn entweder Labour oder die Torys sich mit einem Brexit anfreunden können. Die UKIP hat ja auf Grund des britischen Wahlrechts eh keine Chance genug Abgeordnete ins Unterhaus zu bringen, weil hier "Winner takes it all" gilt, die Abgeordneten nicht auf der Basis von allgemeinen Stimmenanteilen ins Parlament kommen, sondern NUR die Wahlkreisgewinner. DAS ist mal undemokratisch!
Ich verstehe, ist also so bei den US-Präsidentschaftswahlen, wo Wahlmänner, Stimmenanteil und Bevölkerung nicht zwangsläufig im Verhältnis stehen?
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Kajetan
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Kajetan »

Temeter  hat geschrieben:Ich verstehe, ist also so bei den US-Präsidentschaftswahlen, wo Wahlmänner, Stimmenanteil und Bevölkerung nicht zwangsläufig im Verhältnis stehen?
Jupp. Deswegen haben Torys und Labour (ähnlich wie Dems und GOP in den USA) auch so lange als einzige die britische Politik bestimmt, deswegen ist es so schwer andere Parteien ins Unterhaus zu bringen.

Obwohl ... ich muss mal Tante Google fragen, habe da gerade was von Wahlreformen im Kopf, weiß nur nicht, ob man die angehen wollte oder schon durchgeführt hat ...
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Temeter 
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von Temeter  »

Kajetan hat geschrieben:
Temeter  hat geschrieben:Ich verstehe, ist also so bei den US-Präsidentschaftswahlen, wo Wahlmänner, Stimmenanteil und Bevölkerung nicht zwangsläufig im Verhältnis stehen?
Jupp. Deswegen haben Torys und Labour (ähnlich wie Dems und GOP in den USA) auch so lange als einzige die britische Politik bestimmt, deswegen ist es so schwer andere Parteien ins Unterhaus zu bringen.

Obwohl ... ich muss mal Tante Google fragen, habe da gerade was von Wahlreformen im Kopf, weiß nur nicht, ob man die angehen wollte oder schon durchgeführt hat ...
Ah, das ist also der Grund für das Zwei-Politik-System in den US? Wieder was gelernt!
.asm
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Re: Reaktionen britischer Spiele-Entwickler auf den Brexit

Beitrag von .asm »

leifman hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Nö. Eine Entscheidung so einer Tragweite auf Basis eines rechtlich nicht bindenden Referendums zu treffen ist undemokratisch.
nun, es gibt stimmen die definieren einen volksentscheid wie folgt:
...ist ein Volksentscheid die höchste Willensäußerung der Bevölkerung.
demokratischer gehts doch dann kaum.

greetingz
Der Repräsentant entscheidet aber in einer repräsentativen Demokratie, nicht das Volk selbst. Das Volk wählt den Repräsentanten (Parlament). Wenn die britische Regierung jetzt nein zum Brexit sagt (aus nun nicht komplett unrationalen Gründen), ist das moralisch, rechtlich etc vollkommen legitim. Das britische Volk kann 2020 (glaub ich) ja ein anderes Parlament wählen. (Oder vorher, wenn das möglich ist im UK).