Zum ersten Fettgedruckten:Damidias hat geschrieben:
Aaaargh.... Junge, reg' dich nicht auf. Du interpretierst viel zu viel in diese Szene hinein, die sicherlich nicht eingebaut wurde, um emotional aufzurütteln - sondern um eine Kontroverse zu schaffen und das Spiel in die Medien zu bringen, Killerspiel hin oder her. Publicity, mehr nicht.
Da du ja den Großteil der Spielerschaft für ausgemachte Idioten hälst, solltest du eigentlich eher sehen, wie gefährlich die Flughafenszene für jemanden ist, der nicht deinen überragenden, gottgleichen Intellekt besitzt und sich vom virtuellen Terror in seiner Wertschätzung des realen, menschlichen Lebens beeinflussen lässt.
Abschließend möchte ich noch einmal drauf eingehen, dass dich vom Gezeigten so schockiert gezeigt hast - "emotional effektiv" hast du diese Szene genannt. Ja, zur Hölle, hast du denn noch niemals Tagesschau gesehen und von den toten Kindern im Irak gehört? Oder, um weiter zu gehen, jemals Bilder aus Vietnam, oder Aufnahmen der Überlebenden von Hiroshima oder Nagasaki zu Gesicht bekommen? Zeig dich mal von der Wirklichkeit emotional geschockt.
Es ist schlicht eine Fehleinschätzung, dass man Spiele nicht auch interpretieren kann. Nenne mir nur ein einziges Argument, warum man Bücher und Filme interpretieren kann, Spiele aber nicht. Ich bin mir bewusst, dass ein Spiel, wie Guitar Hero keinen tiefgründigen Sinn hat. Das hat der Groschenroman am Kiosk oder der (bereits berechtigt genannte) Michael Bay-Film im Regelfall auch nicht.
Dann zum zweiten Fettgedrucktem:
Wenn wir Videospiele als gleichwertiges Medium sehen sage ich Folgendes: Nur, weil es dumme Menschen gibt, sollen also keine tiefgründigen (ja, ich benutze das Wort noch einmal) Bücher und Filme mehr erscheinen? Das ist wirklich sinnfrei.
Wenn ich Lonsdale trage und mich jemand auf der Straße als Nazi beschimpft, zeige ich ihm den Vogel. Verstanden?
Zum dritten Fettgedruckten:
Ach bitte, wir können doch von realer und virtueller Gewalt schockiert sein. Wenn wir um 20:00 Schreckensbilder aus irgendeinem Teil der Welt sehen und auch danach, wenn wir ein Videospiel spielen, einen Film sehen oder ein Buch lesen. Priorität hat natürlich Ersteres. Aber jetzt unterhalten wir uns über etwas, was ohnehin Selbstverständlich ist. Nämlich Menschlichkeit.
Generell zum Thema:
Zurecht wurde hier genannt, dass diese Mission rein vom Profit her, keinen Sinn ergibt. Das Spiel hat zwar durch die Szene mehr Aufsehen erregt, aber ob dadurch die Verkaufszahlen erhöht werden, bin ich mir nicht sicher. Und wenn ein Teil des Spiel nicht aus geschäftlichen Gründen implementiert wurde, muss dieser Teil auch eine andere Intention verfolgen, die nicht Spaß heißt.
Wie du richtig beschrieben hast, wird der Spieler in der Szene nicht direkt mit einer Meinung konfrontiert (ausgenommen der dt. Version, bei der ich dir völlig recht gebe). Aber ganz genau das ist doch der Pluspunkt des Mediums Videospiel! Es ist möglich, dem Spieler selber die Regie in die Hand zu drücken und ihn die Geschichte schreiben zu lassen, während ein Buch oder ein Film nicht vom Konsument beeinflusst werden kann. Auch wenn die Mission schlauchartig ist, so ist die Reaktion des Spielers vollkommen frei. Ja, über Filme und Bücher kann der Konsument auch selber nachdenken, logisch. Aber i.d.R. gibt es eine bestimme Meinung, die der Autor/Regisseur vertritt.
Videospiele haben den Vorteil offener zu sein, weil das Geschehen in die Hand des Spielers gelegt wird. Sicher wird in der Mission (indirekt) vorgeschrieben: Töte Zivilisten und töte Polizisten. Dabei wird uns aber nicht gesagt, ob das gut oder schlecht ist. Nur das Ende sagt etwas aus.
Um an die Schlauchartigkeit anzuknüpfen: Ja, es stimmt. Da hat IW Mist gebaut. Die Mission hätte z.B. sehr viel eher beginnen können. Die Anfahrt, das Betreten, die unmittelbare Vorbereitung. Das hätte die Situation intesiviert. Auch die Möglichkeit, die Terroristen zu erschießen wäre ein Möglichkeit gewesen. Insofern hat IW nicht alles aus der Szene herausgeholt, was möglich gewesen wäre.
Was ich etwas schizophren finde, ist, dass einige hier die Schlauchartigkeit/Konzipiertheit des Levels verurteilen, dann aber sagen, dass mehr daraus gemacht werden hätte können, im Sinne von Herrn Luibls zitternde Händen. Also mehr gescriptete Ereignisse. Einerseits das Bedürfnis mehr Handlungsfreiheit genießen zu wollen, andererseits aber mehr Vorgaben haben zu wollen ist für mich ein Widerspruch.
Insgesamt ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Wie viele Diskussionen gab es nun über diese Mission? Wie viele Leute haben sich konkreter mit Videospielen auseinandergesetzt? Viele. Schon alleine deswegen ist die Mission ein Erfolg für Videospiele.
@ArthurDentist
Fand den Vergleich mit dem Trailer sehr gut. Blickpunktwechsel sind immer ein überzeugendes Argument.
