PixelMurder hat geschrieben:Schon ein wenig weit hergeholt, man habe keine Motivation und Geheimnisse mehr, wenn man als Kind aufwächst. Hättest du gerne einen Flashback nach Beendigung der Hauptquest?
Ich schätze mal, ich habe den Part in der Vault an die hundert Mal gezockt(etwa ein Drittel davon noch auf der XBox), einige Male zum Testen von Mod-Funktionen. Zum einen habe ich bisher noch nie in einem Spiel Baby gespielt, was schon mal eine Abwechslung ist und eine Überraschung war. Zum andern dauert die ganze Kindheit wohl kaum mehr als 10 Minuten, in der man einige Eckpunkte mitkriegt, alles gar nicht schlecht gelöst, dafür, dass die Gamebryo schlecht für die Inszenierung geeignet ist. Ich verstehe auch nicht, was an der Luftgewehr-Szene jetzt so abartig sein soll, die auch nur eine Minute dauert. Letzhin habe ich mir wegen einem Test sogar das Intro nochmals vollständig angesehen und alleine der Sound erzeugt in mir schon Schauer. Und die Szene, in der die Kamera aus dem Bus fährt, passt hervorragend dazu.
Für mich klingt das so, wie wenn man mit dieser Art der Inszenierung nichts anfangen kann, vielleicht weil einem Fantasie oder Geduld fehlt. Es gab sehr viele positive Stimmen zur Kindheit in Fallout 3, vielleicht ist diese objektiv doch nicht so schlecht, wie du persönlich meinst.
Ich hätte ja auch die Fantasie für eine Welt ohne deutlich sichtbare Aufgaben. Ich fand schon immer, dass die offene Welt wie kein anderes Spielprinzip das Potential hat, zur Königsdisziplin des Gamings zu gehören, da es die Realität am besten abbilden kann. Ich stelle mir da einen Schiffbrüchigen an den Gestaden einer fremdartigen Welt vor(mit Geruchsfernsehen, implantierten Rumble-Generatoren und Wind-Simulatoren), der von Hunger gebeutelt ist und dem nicht sofort ein Tutorial an die Rübe geballert wird. Die komplett zerlegbare, neukombinierbare und physikalisch hochstehende Umgebung hält Flora und Fauna bereit, damit er überleben kann. Los gehts! Hütten bauen, Boote bauen, ein Gerbgestell bauen, Nachbarschaft erkunden, Kamel und/oder Wildhund aufziehen und zähmen, andere Schiffbrüchige finden(eventuell Coop) oder sich einer Dorfgemeinschaft anschliessen, herausfinden, dass eine dunkle Bedrohung am Horizont steht, Verbündete suchen oder abhauen... Und das alles ohne schwebende Icons, Dialog-Trigger, Statusbalken, Attribute oder Quest-Infos, die alle nur vorsintflutliche Krücken sind, weil man bisher keine Umgebung bauen kann(oder es auch nur versucht), die selbstverständlich wie die Realität funktioniert. Ist natürlich alles eine naive Vorstellung, selbst auf dem Holodeck werden Spiele nur so aussehen und sich so spielen wie Dragon Age oder Skyrim, wenn es dumm läuft wie Call of Dungeon Keeper XXIV. Aber bis dahin habe ich mich längst aus dem Gaming abgemeldet, das ich seit seiner Baby-Zeit verfolge.
Ich hätte gerne keine Baby und Kindergeschichte. Vielleicht weil mich das zu sehr an meine eigene Kindheit oder eben nicht an meine eigene Kindheit erinnert, vielleicht weil ich früher selbst geärgert wurde, oder vielleicht weil ich selbst geärgert habe, vielleicht weil ich kein Luftgewehr bekam oder vielleicht weil ich genau dies als Kind schon albern fand. Vielleicht aber auch, weil es meinen eigenen Char vollends ins lächerliche zieht und mir dadurch die Identifizierung schwerfällt. Ich muss das auch nicht 100%tig erklären können, es ist für mich einfach ein schlechter Anfang, ich habe mehrere Beispiele genannt, wo es meiner Meinung nach besser gelöst war, eigentlich könnte ich jedes Spiel aufzählen was ich je gespielt habe. Naja es gibt schon schlechtere, aber selbst das von Blood gefällt mir um längen besser. Einfach "I live again" und das ist schon hundertmal lustiger und auf den Punkt gebracht.
Ich finde, Openworld und Sandbox haben ihre Daseinsberichtigung, aber Königsdisziplin sind sie nicht, genauso wenig wie Sachtexte in der Literatur Königsdisziplin sind. Das sind für mich Romane und ihre Artverwandten. Und Filme und Serien finde ich auch schöner und deshalb schon wichtiger als Galileo oder eine Übertragung eines Fußballspiels, aber das muss ja nicht für jeden so sein.
NerevarINE2 hat geschrieben:Gamestar hat schon nen Test draußen.
Zitat von Peschke:
André Peschke: Dragon Age: Inquisition ist ein gutes Spiel. Erheblich besser als Dragon Age 2, keine Frage. Aber es steht für mich tief im Schatten von Origins. Bioware scheint zu glauben, dass es die politischen Ränkespiele Marke Game of Thrones waren, die mich damals fasziniert haben. Das ist falsch. Es war die harte, dreckige Fantasywelt und ihre vielen kleinen Geschichten mit harten Entscheidungen von echtem emotionalem Wert.
Zwischen Hunderten von Sammelquests und Hochglanz-Browserspielen ist davon nur in Ausnahmefällen etwas zu spüren. Dieses Dragon Age wirkt glattpoliert und berechnend. Man spürt förmlich, wie Bioware versucht Ubisoft und Bethesda zu imitieren, um Dragon Age auf Skyrim- oder Assassin's-Creed-Verkaufszahlen zu heben. Dazu passt auch das Kampfsystem, dass mehr denn je versucht, Action und Taktik zu verheiraten und dabei keiner Spielweise voll gerecht wird.
Mit großen Augen die absolut fantastische Spielwelt zu erforschen, dem grandiosen Soundtrack zu lauschen und meine Weggefährten kennenzulernen, entschädigt für vieles. Aber im Zweifel hätte ich lieber Last-Gen-Optik in Kauf genommen, wenn ich dafür von den Geschichten im Spiel wieder so gefesselt sein könnte wie damals.
bläh, genau das, was man erwartet hat. Ein Spiel nach Formel und nicht nach Idee / Vision
Ich komm einfach nicht dahinter, was die Leute mit DA Origin haben, muß wohl das erste "richtige Erzähl-"RPG, also kein Openworld für viele gewesen sein. Loghain ist schon ne cooler Antagonist, aber vieles finde ich eher schlecht, wie die Anschlagquests und viele der Mainquests sind eher gehobenes Mittelmaß, wobei alle schon etwas haben. Im Magierturm z.B. diese Nichtssequenz. Und das eigentliche Ziel mit diesen Obermufti Dunkle Brut Drachen, fand ich eher fad.