Usul hat geschrieben:
1. Von wie vielen Vorständen und/oder Producern hast du denn diese Vorgabe gehört, daß du es als allgemeine Tatsache ausdrückst?
Angesichts explodierender Kosten ist dies eine logische Folge. Da heisst es vom Vorstand: "Spart Geld!". Wie das umgesetzt wird, ist dem Vorstand wurscht. Hauptsache weniger Ausgaben. Also überlegt der Producer, wo er Geld sparen kann, ohne dass das Spiel sein AAA-Hochglanzverpackung einbüßen muss. Er kommt zum Schluß: Savepoints und weniger Interaktionsmöglichkeiten => weniger Balancing, weniger Arbeitsaufwand.
Und er kommt zum Schluß genau hier sparen zu können, (und hier kommen wir zum zweiten Teil Deiner Frage) weil der Großteil der Käufer einfach nur ein paar Stunden lang fremdbespasst werden möchte. Da legt man keinen Wert auf freies Speichern oder ausgeklügeltes Balancing oder ein offenes Level- und Weltendesign. Hauptsache, Konsole/Rechner an, Spiel starten und sich ein, zwei Stunden mit einem leicht interaktiven Film berieseln lassen.
Zusammengefaßt sind wir wieder an dem Punkt angelangt, an dem wir hier schon öfter waren: Sind die Hersteller die Bösen, die die Spieler mit immer simpler werdenden Spielen verblöden wollen? Oder folgen die Hersteller einfach der Nachfrage der Mehrheit der Spieler?
Ich sage nicht, dass die Majors böse sind. Dort folgt man lediglich den Zwängen, den man ausgesetzt ist, wenn man als börsennotierte Firma dem Zwang unterliegt ein ständiges Wachstum vorweisen zu müssen. Also folgt man zwangsläufig dem Zwang Spiele für ein immer breiteres Publikum anbieten zu müssen, mit allen "bösen" Folgen, die das auf die gesamte Branche hat, wie z.B. Angebotsverarmung, kreative Verarmung, Anspruchsverarmung, halbseidene Geschäftsmodelle wie F2P oder DLC.
Der Kunde ist in diesem Zusammenhang frei von "Schuld". Er hat weder die Verantwortung, noch die Pflicht sein Freizeitverhalten so umzustellen, dass solche Firmen schneller den Bach runtergehen. Wenn hier jemand "Schuld" hat, dann ist das auch hier das rücksichtslose Streben nach immer mehr Profit, angefeuert von der Vorstellung eines ewigen, nie stoppenden Wachstums.
Und das wiederum, dass geht uns dann doch wieder alle an
