Slayer123 hat geschrieben:versteh jetzt zwar nicht, warum hier die politik einschreiten muss, aber manche scheinen ja noch nen babysitter zu brauchen

. jeder, der halbwegs bei verstand in der birne ist, weiß doch ganz genau, worauf microsoft abzielt und dass sie die reine möglichkeit der ausspähung der nutzer auch ausnutzen.
um mich dagegen zu wehren brauch ich aber keine politik. die versucht eh nur, uns dumm zu halten, damit wir auf sie angewiesen sind und sie auch weiterhin bezahlen.
ich kauf sonen schrott einfach nicht und damit ist das problem für mich auch schon erledigt

Ich bin der Meinung, dass in manchen Fällen ein reiner Konsumverzicht einfach nicht ausreicht, um eine Botschaft zu vermitteln. Manchmal muss man sich auch aktiv zur Wehr setzen.
Hier geht es um mehr als nur das persönliche Spaßempfinden. Wenn ein Spiel Scheiße ist oder man den Publisher dahinter nicht leiden kann, weil er nur aufgewärmten Mist produziert, dann ist eine Abstrafung durch Konsumverzicht angemessen.
Was Microsoft hier aber scheinbar durchzudrücken versucht ist ein klarer Angriff auf die Privatsphäre und somit die Persönlichkeitsrechte.
Ich beziehe mich damit nicht auf Sprach- und Gestensteuerung, für die eine Kamera samt Mikrofon natürlich installiert sein muss. Das ist ja auch nichts neues, das gibt es schon seit langer Zeit, Siri und Samsung Smart TVs funktionieren da nicht anders.Es geht auch nicht um einen regelmäßigen Onlinezwang, der ist eine Firmenentscheidung, die man gut oder schlecht finden kann, aber da gibt es keine Reibungspunkte mit deutschen Gesetzen.
Nein, es geht in erster Linie um die Patente, die diese Firma eingereicht hat.
1. Das Erkennen der Emotionen auf Deinem Gesicht. Das kann ein interessantes feature sein für dynamisches KI-Verhalten und dynamische Level, birgt aber eben auch die Gefahr, dass der Fokus auf das "personalisierte Spielerlebnis" eben auch auf eine Werbemissbrauch ausgeweitet werden kann.
2. Und hier kommt der eigentliche Problemfall: Das Erkennen individueller Personen im Wohnzimmer und die damit einhergehende Überprüfung, ob eine Personenbeschränkung für Filmlizenzen eingehalten wurde (ob Du einen Film, der für zwei Zuschauer lizenziert wurde, auch wirklich nur mit zwei Leuten schauen willst). Und Gleichzeitig noch die (niemals korrekt mögliche) Überprüfung, ob eventuell Minderjährige ein Produkt konsumieren, dass für ihr Alter nicht geeignet ist und die Xbox One in dem Fall das Abspielen blockieren kann.
Was erst mal nach einer Kindersicherung klingt, ist faktisch aber ein ganz klarer Eingriff in die Hoheit der elterlichen Erziehung und somit gesetzeswidrig. Wenn ein Vater mit seinem 12-jährigen Sohn einen Porno oder Horrorfilm schauen möchte, dann darf ihm das maximal nur ein staatlicher Vertreter in Form des Jugendamtes verbieten, ganz sicher aber keine amerikanische Elektronikfirma, die in den erzieherischen Auftrag der Eltern eingreifen will.
Was Microsoft mit diesem Patent bewirkt, wenn es zur Anwendung kommt, ist nichts weiter als die Deklaration Deines Wohnzimmers als öffentlichen Raum, in dem Microsoft versucht, das eigene Hausrecht durchzusetzen.
Ob das tatsächlich auch so kommt, wage ich zu bezweifeln, aber alleine die Tatsache, dass dieses Patent eingereicht wurde, kann nicht einfach kommentarlos hingenommen werden.