nawarI hat geschrieben:Gibt es einen logischen Grund dafür? Natürlich! Die ganze Reihe ist vom Gameplay her danach ausgelegt, dass man einen Kerl spielt. Das ganze Spiel würde so wie es umgesetzt ist mit einer Frau nicht mehr funktionieren.
Das ist totaler nonsense. Das ganze Gameplay her ist völlig geschlechtsneutral. Rennen, springen, meucheln, was hat das mit Penis und Vagina zutun? Allgemein, welches Gameplay funktioniert eigentlich nicht mit einer Frau? Mir fällt kein Genre ein in dem es unglaubwürdig wäre. Selbst im Beatm'em Up Genre hinterfragt doch keiner Cammy, Chun-Li, Azuka Kasama oder Ivy. Selbst im allerbrutalsten Spiel, Mortal Kombat, nicht. Hier auf ein Mal funktioneirt es nicht? Das ist lächerlich.
Ein Assassin's Creed, bei dem man eine Frau spielt, müsste - wolle man es richtig machen - von Grund auf umgekrempelt werden. Viele Gameplay-Elemente würden sich ändern; die Erzähl-Struktur der Story und der Aufbau der Missionen müsste geändert werden. Natürlich kann das auch funktionieren und gewaltig viel Spaß machen.
Es wäre vor allem was anderes aber soviel muss man nicht verändern. Das schöne ist, man könnte hier Konflikte mit der Zeit aufzeigen, der Charakter hätte es tatsächlich mal nötig sich zu beweisen, insgesamt aber reden wir hier von einem Spiel mit Assassinen. Das ganze findet eh im Untergrund statt also egal welches Zeitalter, ist es ziemlich Wurst ob die Person nun männlich oder weiblich ist.
Jedoch: Prince of Persia hat sich besser verkauft und hat mehr Fortsetzungen. Wieso? Weil Kerle hat doch mehr Geld für SPiele ausgeben und somit die Hauptzielgruppe ist.(...)
Prince of Persia ist ein großer Name, Beyond Good & Evil war es nicht. Dazu kommt dass Beyond Good & Evil einen eigenwilligen Stil hatte. Ich habe nirgendwo irgendjemanden gelesen der sagte "Beyond Good & Evil? Boah ne da spielt eine Frau, das will ich nicht". Und selbst mit unterschwelliger Ablehnnug ist es nicht zu erklären, siehe Tomb Raider. Beyond Good & Evil hatte unterm Strich einfach nur pech, das ist alles. Weibliche Hauptrollen sind kein Risiko, das ist ein völlig wirres Gerücht.
Und Ellie muss ein Mädchen sein. Dazu gibt es zwei Gründe: Zum einen wird bei Mädchen sofort beidgeschlechtlich ein allgemeiner Beschützerinstinkt angesprochen. Zum anderen NERVEN KLEINE JUNGEN in Videospielen.
In Terminator ging es auch um einen Jungen, keinen hat es gestört und ob jemand stört oder nicht ist eine Frage der Schreibe. Ich halte es für einen Gerücht, Mädchen würden hier irgendwie mehr Beschützerinstinkt wecken, für den braucht es allgemein etwas mehr als einfach nur ein "Dieser Charakter ist wichtig, beschütz ihn!".
Und zu deiner Hoffnung: Ja, ich denke du bist dazwischen.
WolfBeast hat geschrieben:Letztendlich bringt es aber nicht sich darüber aufzuregen oder gar über "Sexismus" zu reden. Sexismus ist etwas anderes als "Rolemodels". Was erwartet ihr denn? Geld bringt das was diesen Normen, Stereotypen und Rolemodels entspricht und produziert wird das was Geld bringt.
Klar bringt es etwas sich darüber aufzuregen oder es zu diskutieren. Das ist Feedback und darauf wird reagiert, denn das ist ein Gesetz der Marktwirtschaft. Es wäre idiotisch nicht darüber zu sprechen, denn dann würde es gar keine Entwicklung geben. Zu Mal ja die Geschichte bei der Identifikation auch für Frauen gilt und wenn man gar nichts ändert, dann wäre das ziemlich idiotisch für die Industrie, denn sie verdient weniger Geld als sie könnte. Und doch, Rolemodels sind Sexismus. Genauso wie Stereotype, das muss nicht zwingend sein aber ist gefährlich dicht dran. Man ersetze nur die ganze Thematik und tausche sie mit Schwarzen aus. Rassismus wird deutlich leichter als Sexismus erkannt.
Ich finde es allerdings echt affig sich hier über "Sexismus" und "künstlerische Freiheit" aufzuregen.
1. Künstlerische Freiheit muss der "Schaffenden" Person der Narration die Freiheit lassen sich das Geschlecht auszusuchen, die Hautfarbe, etc.
2. Bei großen "geldbringenden" Produkten wird häufig eben weniger wert auf Kunst gelegt, als auf Kohle.
Das ist auch der Grund, warum man bei Indie-Produktionen häufiger aus diesen "Rolemodels" hinaus fällt.
Ich finde die Aufregung bei künstlerischer Freiheit auch sehr affig. Sexismus weniger aber wie gesagt, man darf es nicht Schwarz-Weiß und so radikal betrachten, auch wenn es schwierig ist. Nur das was hier passiert, darauf immer mit künstlerischer Freiheit zu antworten ist lame. Wie du sagst, wie haben es mit einer Industrie zutun, klar bin ich trotzdem der Meinung es ist Kunst aber das ist nicht Vergleichbar mit Autoren oder Malern. Also ja, schon das ist echt affig und dazu kommt, es verlangt ja gar keiner, dass jetzt was gemacht werden müsste. Es wird einfach nur gesagt, dass man es halt scheiße findet oder nicht gut oder sich etwas anderes wünscht. Wirklich nix worüber man sich aufregen muss.
@SethSteiner: Es ist schlichtweg lächerlich bei der Lösung von bestimmten "Gender-Rolemodels" bei Videospielen anzufangen, denn diese sind nur das Ende der Gedanken- Kette; das Produkt.
Aber genau das sagt doch eben gar keiner. Man soll nicht da anfangen. Man hat ja schon lange an allen möglichen Ecken angefangen, die Medien erhalten einfach nur weiteres Feedback. Es ist ja nicht so als gäbe es eine Liste oder wäre so eine Liste sinnvoll, die man dann langsam abarbeitet. Stattdessen passiert vieles gleichzeitig, wurde schon gemacht oder wird noch. Auch ist eine Änderung an einem Punkt, wie ich auch geasgt habe, völlig unbedeutend. Es ist ein sehr langer Prozess und diese Diskussionen sind einfach nur ein Teil davon, genauso wie dann einzelne Entwickler die bewusst andere Entscheidungen fällen als andere. Und manchmal tun auch ganz große Firmen etwas völlig unerwartetes. Und ja, die frühe Sozialisierung ist entscheidend aber auch dort wird kritisiert und kommt es zum Glück zu Änderungen.
Und jetzt will ich meine Kartoffel.^^