Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden geschlossen

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Verklärer
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von Verklärer »

Sir Richfield hat geschrieben: Ich finde es spinnerter zu glauben, Blizzard habe einfach mal aus Spaß ein Auktionshaus eingebaut, ohne sich Gedanken zu machen, wie man das sinnvoll einsetzt.
Damit gibst du doch die Antwort gleich selber?
Weil man im aktuellen System keine Balance gefunden hat zwischen Selffound und AH.
Es zeigt sich doch schon eine gewisse Naivität bei Blizzard. Sie haben schlicht unterschätzt, wie sehr den Spielern Selffound am Herzen liegt, und es auch noch HnS-ler und nicht nur WiSiFans und Börsianer unter den D3 Zockern gibt, welche stundenlang im AH vor sich hin vegetieren können.
Und ich gehe wirklich davon aus, dass eine geschützte Handelsplattform ausserhalb von Ebay der Antrieb für das AH war und nicht Kohlescheffeln etc. Wurde ja auch schon Jahre vor Release angekündigt dass man auf irgendeine Weise den Ebayhandel in D3 unterbinden möchte.

Natürlich steckte dahinter eine lange Planung und Modellierung einer geeigneten Droprate. Und sicherlich war sich Blizzard auch bewusst, dass mit einem In-game-AH das Handelsvolumen aufgrund der leichten Zugänglichkeit um ein Vielfaches höher sein wird als noch in D2 via Foren/Ebay. Das zeigte sich beispielsweise an der sehr konservativen Droprate zu Release, damit das AH nicht überschwemmt wird.

Blizzard hat aber nicht vorausgehen, dass
1.) es den Leuten auf den Senkel geht, wenn sie nur alle Schaltjahre ein Legendary finden (noch dazu meist mit lächerlichen Stats). Also wurde kurzerhand dem Selffound absolute Priorität eingeräumt, die Dropraten erhöht, auf den damit verursachten Wertzerfall der Items und damit die Stabilität im AH geschissen. Entweder Selffound oder stabiles AH, Blizzard hat sich ab diesem Zeitpunkt für Selffound entschieden und das AH fallen gelassen, beides zusammen geht nicht.

2.) Resultat: Der Schuss ging nach hinten los. AH mit Items überschwemmt, das eigentliche Ziel Förderung des Selffound damit nun endgültig im Arsch, da nun alles für lau im AH zu haben ist.
Da Blizzard aber lernfähig ist (muss man ihnen lassen!), ist das unsägliche Ding nun zu.

Blizzards lange Planung ist doch längst nicht so ausgereift, wie es manchmal den Anschein hat. Zumindest kann ich das als langjähriger SC1/SC2 Spieler behaupten. Blizz begibt sich aber jeweils auch in Mammutprojekte, deren Balance nur schwer zu berechnen/prognostizieren ist. Auf jeden Fall ist sich Blizzard dann auch nicht zu schade, auch kurzfristig grosse Korrekturen vorzunehmen, was manchmal durchaus auch Kurzschlussreaktionen sein können (z.B. vom einen auf den andern Tag Schwierigkeitsgradänderung in Inferno von bockschwer zu idiotentauglich; oder einige grössere Sc-Patches). hier hört Blizzard in den letzten Jahren einfach zu häufig auf das Geplärre ungeduldiger Kleinkinder. Vielleicht ist das seit WOW so, keine Ahnung, hab das nie gespielt

@Hypnos: Danke für Erklärungen zu Paragon. Scheint also den braten auch nicht mehr feist zu machen. Aber konnte ja auch nicht erwartet werden, dass dieses Skillsystem im Kern noch umgekrempelt werden kann.
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SethSteiner
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von SethSteiner »

@Enthroned
Diablo 3 soll aber nicht eigenständig sein, niemand wollte das je und es macht auch keinen Sinn, denn es hat die Zahl 3 im Titel und das bedeutet, es gab vorher schon zwei andere. Dementsprechend kommt bei der Bewertung ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu, die Werktreue. Wenn ein Buch oder Film oder Spiel in diesem Punkt schlecht abschneidet, gibt es nun Mal entsprechende Reaktionen. Allein die krassen stilistischen Änderungen haben nicht nur die ganze Zeit über sauer aufgestoßen, sondern tun es bis zu diesem Zeitpunkt. Ist das bei Torchlight der Fall, was komplett eigenständig ist? Nein. Dort sagt mal jemand, er ist kein Bonbon-Fan aber niemand würde von der Serie verlangen, die Farben zu sättigen oder ähnliches. Genau das ist aber bei Diablo 3 schon weit vor Release passiert, eben weil das Spiel nicht werkgetreu ist. Dabei geht es nicht allein um die Farben, auch das Interface mit seinen klicki-bunti-bildis zählt mit hinzu. Oder die Änderung bei den Items, die der Atmosphäre zutragenden, großen Bilder lieber durch kleinere, unscheinbare zu ersetzen, womit man statt das ursprüngliche Problem zu behandeln lieber das Design für die einfache Lösung opfert. Auch die schon genannten Orbs zählen in die Kategorie, denn während bei Path of Exile die Tränke tatsächlich modernisiert wurden und sich auch wieder wunderbar in die Welt einpassen, zwingt man lieber den Spieler irgendwelche leuchtend, roten, polygonarmen Bälle zu jagen, die gern mal unerreichbar sind und wie aus einem komplett anderen Spiel sind. Dazu sind dann die Skills, die man ständig nutzen und dabei mit Effekten nur so um sich schießen muss oder das Levelsystem, bei dem zwar ein ganz großes Trara kommt aber ohne dass man selber was ändern könnte. Früher gab es einen dezenteren Aufstieg, der mit dem auftauchen von zwei roten Buttons einherging und automatisch Glück und Freude versprühte. Auch nicht gerade zuträglich sind die ständigen Einblendungen "hey du hast zwanzig Gegner hintereinander getötet, 2 XP mehr!".

Und die Kritik lässt sich weiterführen, nicht nur was den Stil, sondern eben auch das Gameplay an sich betrifft oder so Sachen wie die eigentlich zu Diablo gehörenden zufällig generierten Level oder Labyrinthe anstatt Schlauchlevels. Im Punkt Werktreue fanden sich eine Menge der Schwächen des neuesten Teils wieder und das sind nun Mal sehr viele.

Niemand würde abstreiten, dass Teil 1 oder 2 Schwächen hatten, hier im Thread wurden davon auch einige genannt aber es sind zumeist spielerische Schwächen, die die aller wenigsten dazu verleiten lassen zu sagen "das verdient den Namen Diablo nicht".
Diablo III mag einige Verbesserungen erfahren haben aber die gesamte Liste an Schwächen wird sich kaum ausgleichen lassen, ganz zu Schweigen davon, dass die Kritik an Punkten, die doch ausgeräumt sein sollen, noch immer anhält und nicht umsonst daher sowas wie Loot 2.0 kommen muss. Dieser ganze anhaltende Support von Blizzard ist ja gut und schön aber besser und noch schöner wäre es, wäre er nicht mehr so notwendig. Und wenn er sich nicht soviel Zeit lassen würde, wäre das sicher auch nett.
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Sir Richfield
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von Sir Richfield »

Verklärer hat geschrieben:Es zeigt sich doch schon eine gewisse Naivität bei Blizzard.
Eine gewisse Naivität streite ich ja auch nicht ab.
Was du beschreibst deckt sich ziemlich genau mit meiner Meinung: Die haben das was geplant, aus welchen Gründen auch immer. Dass die Handel ausserhalb ihres Systems nicht mochten, ist ja bekannt.
Dass denen der Plan jetzt um die Ohren fliegt bedeutet ja nicht, dass es gar nie nicht einen Plan gab.
Ich beantworte den Vorwurf, ich würde Blizzard Verschwörungen vorwerfen mit dem Umkehrschluss, dass Blizzard da völlig planlos rangeht.

Die Wahrheit liegt eher in der von dir beschriebenen Mitte, aber es ist halt einfacher, auf eine nicht konforme Meinung (meine) unbedacht, also ohne erst mal die Murmel anzuwerfen, rumzupoltern.
Sie haben schlicht unterschätzt, wie sehr den Spielern Selffound am Herzen liegt, und es auch noch HnS-ler und nicht nur WiSiFans und Börsianer unter den D3 Zockern gibt, welche stundenlang im AH vor sich hin vegetieren können.
Blizzard ist jetzt nicht wirklich schlecht darin, auf die Kreischer und Extrempositionen zu hören, richtig.
Denen sind halt die Ebayauktionen für absurde Summen aufgefallen und die Polterei in den Foren.
Was denen nicht aufgefallen ist sind so Leute wie ich, die halt offline vor sich hingeklickt haben.
Und ich gehe wirklich davon aus, dass eine geschützte Handelsplattform ausserhalb von Ebay der Antrieb für das AH war und nicht Kohlescheffeln etc. Wurde ja auch schon Jahre vor Release angekündigt dass man auf irgendeine Weise den Ebayhandel in D3 unterbinden möchte.
Die Idee verstehe ich ja - auch wenn ich der Meinung bin, dass man ein Problem hat, wenn man für Geld eine Handvoll Werte kauft.
Nur hat Blizzard damit eigentlich genau nix erreicht. Weder mich (und andere) als Kunden noch den Schutz vor Exploitern. Gut, es gibt Ebay Auktionen jetzt nicht mehr in DEM Maße, aber halt noch für Summen über der Maxgrenze des EGAH.
Achja, ich muss es immer wieder sagen: Gegen die Möglichkeit, bequem Gegenstände ingame zu tauschen habe ich ja nichts - dass man da die Items irgendwie regulieren muss ist mir auch klar - sonst flutet sich das AH mit guten Items, die nix kosten.
hier hört Blizzard in den letzten Jahren einfach zu häufig auf das Geplärre ungeduldiger Kleinkinder. Vielleicht ist das seit WOW so, keine Ahnung, hab das nie gespielt
Mir ist das schon seit D2 bekannt.
Ab einer bestimmten Zeit ist von der Vision, die die für das Spiel mal hatten, nicht mehr viel übrig und dann wird nur noch reagiert. Gut, immerhin *wird* reagiert.
Bei D3 muss ich allerdings sagen, dass ich mir frage, ob die Vision nicht schon vorher korrumpiert wurde.
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Enthroned
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von Enthroned »

SethSteiner hat geschrieben:@Enthroned
Diablo 3 soll aber nicht eigenständig sein, niemand wollte das je und es macht auch keinen Sinn, denn es hat die Zahl 3 im Titel und das bedeutet, es gab vorher schon zwei andere. Dementsprechend kommt bei der Bewertung ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu, die Werktreue. [...]
Und ich bin der Auffassung, dass sich Spiele-Serien verändern müssen um gut zu bleiben. Ich betrachte soetwas gern von der Seite der Entwickler. Stell dir mal vor du arbeitest bei Blizzard und dein Chef kommt zu dir und sagt: "Herr XYZ, Sie sind der neue Game Designer für unser nächstes Spiel Diablo 3." Im ersten Moment ist man von diesem Gefühl wahrscheinlich total high, irgendwann kommt dann die Besinnung zur Verantwortung die man für das Spiel hat, da Diablo 2 ein großer Name ist. Aber: Du bist der Game Designer, Du hast die Verantwortung, es soll dein Spiel werden. Möchtest du lieber die kreative Freiheit das Spiel nach deinen Vorstellungen zu entwickeln oder willst du am Schreibtisch sitzen und einfach das alte Spiel kopieren? Es wäre ja alles da, die Technik hat sich weiterentwickelt und man muss lediglich das alte System auf eine neue Engine kopieren. Das soll dann deine Arbeit gewesen sein?
Würdest du nicht lieber das Spiel so gestalten, wie du es für richtig hälst und glaubst, dass es den Leuten gefällt? Ich meine genau das ist doch der Sinn eines Game Designers. Im Laufe der Entwicklung kommen dann selbstverständlich weitere Fragen auf und man muss Kompromisse eingehen, das gehört bei einer Arbeit nunmal dazu. Ich finde Namen und Marken haben sich auf der einen Seite verdient, auf der anderen muss man der Marke ihren Fortschritt gewähren lassen.
Ein VW Golf hat heute nichts mehr mit den alten Modellen zu tun. Viel Schnickschnack, viel Spielerei und warum? Halt nur weil es modern ist. Diablo 2 ist nun 12 oder 13 Jahre alt, die Marke musste sich weiterentwickeln und Diablo 3 hat sich an den mordernen Markt angepasst. Ich finde das in keinster Weise verwerflich. Ich war früher mit meinen Addidas Schuhen vollkommen zufrieden und die brachten mich über Monate durch den Alltag, dennoch sind die neu geformten Sohlen deutlich bequemer. Ich weiß das der Vergleich zu den Spielen etwas hinkt, aber ich persönlich habe kein Interesse daran ständig das gleiche zu spielen.
Wenn ich ein Spiel wie Diablo 2 spielen will, dann spiele ich Diablo 2. Da brauch ich keinen 3. Teil der mir das gleiche in Grün bietet. Ich will in Videospielen eine Entwicklung sehen, dabei ist mir vollkommen egal ob man das Setting komplett verändert. Ein Spiel soll mir Spaß machen, mich unterhalten und am besten unterhalten wird man i.d.R. nunmal durch neue Dinge. Ich finde es gut wenn Entwickler neue Dinge probieren. Wäre ich Spieleentwickler würde ich das auch wollen.

Aber nochmal kurz: Ich verstehe die Argumentation hinter dem D3 Problem durchaus. Die blinkdenen Lebensorbs fand ich auch nicht gut und die Tatsache das man für den späteren Spielverlauf zwanghaft Ausrüstung mit +x auf alle Widerstände brauchte, brachte das ganze Itemsystem durcheinander. Aber man konnte von Anfang an ohne das AH spielen. Ich habe ja selbst D2 ohne Ende gespielt und weiß ganz genau, dass einige Spieler damals nach einer offiziellen Möglichkeit gesucht haben ihre Items loszuwerden. Es gab ja quasi nur den Schwarzmarkt und das eröffnen eines Raumes und zu warten bis jemand beitritt und tauscht.
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Kajetan
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von Kajetan »

Enthroned hat geschrieben:Aber nochmal kurz: Ich verstehe die Argumentation hinter dem D3 Problem durchaus. Die blinkdenen Lebensorbs fand ich auch nicht gut und die Tatsache das man für den späteren Spielverlauf zwanghaft Ausrüstung mit +x auf alle Widerstände brauchte, brachte das ganze Itemsystem durcheinander. Aber man konnte von Anfang an ohne das AH spielen. Ich habe ja selbst D2 ohne Ende gespielt und weiß ganz genau, dass einige Spieler damals nach einer offiziellen Möglichkeit gesucht haben ihre Items loszuwerden. Es gab ja quasi nur den Schwarzmarkt und das eröffnen eines Raumes und zu warten bis jemand beitritt und tauscht.
Ich denke, niemand hätte etwas dagegen gehabt, wenn Blizzard NUR eine simple Handelsplattform für MP-Spieler in D3 integriert hätte. Dass jedoch das AH als Begründung für Always-On gedient hat (die Offline-Spieler, die überhaupt kein Interesse an einem AH hatten, somit grundsätzlich ausgeschlossen wurden) und dass die Änderungen an Talentbaum und die massive Fokussierung auf Loot zur Charakterdifferenzierung, inklusive anfangs unterirdischer Dropraten für entsprechende Items, als Brennpunkt aller Kritik an D3 herhalten musste ... das hat sich Blizzard aus welchen Gründen auch immer selber auf die Fahne zu schreiben. Und die Änderungen der letzten Zeit haben ja gezeigt, dass der kommerzielle Druck groß genug geworden ist, um diese Änderungen Schritt für Schritt wieder zurück zunehmen.

Sollte es eines Tages ein Diablo 4 geben, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man hier von Anfang auf solche Furzideen verzichtet und sich wieder an dem orientiert, was die Diablo-Marke ursprunglich populär und erfolgreich gemacht hat.

Noch etwas zum Thema "Weiterentwicklung". Weiterentwicklung ist gut, Weiterentwicklung ist notwendig. Wenn man jedoch Spiele produziert, um damit viel Geld zu verdienen und nicht, um die Welt ein Stückchen besser zu machen, dann ist es unklug, wenn man die Fortsetzung einer bekannten und etablierten Spiele-Serie so drastisch verändert, dass die bisherigen Fans vor den Kopf gestoßen werden. Da ist es klüger drastische (!) Veränderungen in ein neues Spiel, unabhängig vom etablierten Franchise zu packen oder einen offiziellen Ableger zu schaffen, der zwar den Namen der Serie im Titel trägt, der aber klar von der Hauptserie abgesetzt ist.

Bei Rockstar man sich mit Sicherheit bewusst, dass man seit Jahren das immer gleiche Spiel macht. Aber warum ums Verrecken etwas anderes machen, wenn man mit jedem neuen Spiel neue Umsatzrekorde aufstellt? Die GTA-Serie wird sich erst dann ändern, wenn sie sich nicht mehr gut genug verkauft. Denn Rockstar, wie Blizzard, machen Spiele um damit viel, verdammt viel Geld zu verdienen. Experimente, das hat die Erfahrung gezeigt, sind Kassengift für solche Mainstream-Giganten. Experimente überlässt man lieber kleineren Projekten und den Mitbewerbern, die sich so am Rande des Umsatzgeschehens tummeln.
Zuletzt geändert von Kajetan am 20.09.2013 14:11, insgesamt 2-mal geändert.
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Sir Richfield
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von Sir Richfield »

Enthroned hat geschrieben:Würdest du nicht lieber das Spiel so gestalten, wie du es für richtig hälst und glaubst, dass es den Leuten gefällt?
Das beisst sich mitunter. ;)
Eigentlich sollte man das machen dürfen, was man für richtig hält. Den Rest regelt der Markt.

Realistisch ist in der heutigen Zeit aber ab einer gewissen Größe:
Enthroned hat geschrieben:Du hast das Spiel so gestalten, wie dein Geldgeber es für richtig hälst und irgendwelche Analysten glauben, dass es den Leuten gefällt!
Achtung, Polemik:
@Kajetan, du meinst also Diablo IV wird ein Torchlight II Klon?
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SethSteiner
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von SethSteiner »

Was hat es mit Fortschritt zutun, wenn ein Nachfolger nicht mehr Werkgetreu ist? Das ist es woran soviele gescholtene Serien nun Mal kranken, sei es Resident Evil, sei es Command & Conquer, sei es Syndicate, sei es Silent Hill oder sogar Metroid mit Other: M. Deine Vergleiche hinken, denn ein Golf ist kein Medium, genausowenig wie Adidas Schuhe es wären. Niemand spricht sich doch gegen Weiterentwicklung und Neuerungen aus, das Problem ist aber das: Wenn ich ein Diablo habe und es ist grafisch auf dem Niveau von Titan Quest und das etliche Jahre nach dem dieses Spiel herauskommt, einen gar nicht mehr ernsthaften Stil und überhaupt keine Itemhatz mehr, die ja eigentlich der Inbegriff von Diablo ist, ist das ein Problem. Es ist nicht werkgetreu. Die Marke Diablo wird genausowenig wie Resident Evil jemals die Kritiker loswerden, wenn man nicht wieder ein werkgetreues Spiel entwickelt.

Wenn ich als Gamedesigner etwas anderes als Diablo machen will, dann sollte ich auch ein neues Spiel machen, mit einem anderen Namen und nicht einfach eine bekannte Marke dafür heranziehen und fundamentale Grundelemente entfernen. Ich musste mir sehr oft anhören, wie Leute was von Easy to Learn, hard to master faselten, wenn es an die Kritik des Spiels ging aber defakto ist Diablo nie hard to master gewesen und ist es jetzt auch nicht, das einzige was den neuesten Teil schwer gemacht hat, war fehlende Fairness und die Unmöglichkeit selbstständig im Spiel ein einziges Set zusammenzukriegen.

Wie gesagt, niemand hat was gegen Veränderungen. Ich persönlich habe bspw. an dem neuen Skillsystem nur einzuwenden, dass ich jedes Mal ätzende Effekte habe und diese MMO-Bilder null mit dem Aufbau von Atmosphäre zutun haben. Besonders innovativ war es jetzt auch nicht gerade aber ich kam damit klar.
Die Begleiter habe ich auch positiv hervorgehoben. Die Klassen fand ich im Großen und Ganzen in Ordnung, außer den Hexendoktor vielleicht. Die Möglichkeit zwischen den Geschlechtern zu wählen findet bei mir auch keine Kritik. Selbst das Grundgerüst der leider verhunzten Story empfand ich als akzeptabel.

Es geht eben nicht um sinnvolle Veränderungen, sondern die Punkte, in denen die Marke mit Füßen getreten wurde. Wenn Spin-Offs sich anders geben oder wir den 8. Teil einläuten und sich zeigt, dass es dringend Handlungsbedarf bei Kernelementen gibt, ist wenig dagegen zu sagen, wenn man neue Elemente einführt und sich langsam vom Anfang distanziert aber das kann ich hier nicht sehen. Allein schon weil der zweite Teil zum Zeitpunkt des Dritten noch gar nicht zum alten Eisen gehörte und aus der Community auch nirgends zu vernehmen war "Wir wollen Diablo Featuring Torchlight!".
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Kajetan
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von Kajetan »

Sir Richfield hat geschrieben:Achtung, Polemik:
@Kajetan, du meinst also Diablo IV wird ein Torchlight II Klon?
Fuck those loosers! :)

Nein, natürlich nicht. Es wäre schön, wenn es den Gameplay-Faden aufnimmt, den D2 hinterlassen hat und darauf aufbaut, anstatt alles über den Haufen zu werfen und es OHNE NOT einem WoW anzugleichen. Weil, wenn ich ein MMO spielen will, dann spiele ich WoW. Wenn ich Monster totklicken und mich dem Loot-Rausch hingeben möchte, alleine und mit Freunden, dann spiele ich ein ARPG mit MP-Feature und will da kein MMO drin haben.

Übrigens ... wie hieß vor Diablo 3 das letzte ARPG, welches ums Verrecken ein MMO sein wollte und damit ebenso auf die Schnauze gefallen ist? Richtig: Hellgate London!
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bondKI
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von bondKI »

Kajetan hat geschrieben:Übrigens ... wie hieß vor Diablo 3 das letzte ARPG, welches ums Verrecken ein MMO sein wollte und damit ebenso auf die Schnauze gefallen ist? Richtig: Hellgate London!
Was aber weniger dem Umstand geschuldet ist, dass es ein MMO (Eigentlich unpassend, denn es war/ist ja kein "massively" MOG) sein wollte. Es war eher der absolut unfertige Zustand des Spiels bei Release und das sich in den nachfolgenden Monaten kaum etwas getan hat.
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Sir Richfield
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von Sir Richfield »

SethSteiner, mit "Easy to learn, hard to master" ist eher gemeint, dass sogar die Generation Facebook"spiele" es schafft, Diablo II zu bedienen! Das ist easy to learn - you click it, it dies.
Später muss man dann "berechnen", wie sich die Skills und die Items und die Drops auf deinen Charakter auswirken, damit das Prinzip "Klicken bis tot" nicht zu "AAARGHNOTTHEBEESNOOOOO" wird.
Der Witz ist, das Spielprinzip bleibt immer das selbe simple, aber die Anforderungen an den Spieler erhöhen sich.
Dass DII da jetzt keine Raketenwissenschaftler benötigte, um es "komplett" durchzuspielen, hat damit nicht viel zu tun.

Im Gegensatz dazu stehen Dinge wie Hearts of Iron. Bis du da mal gelernt hast, wie man halbwegs vernünftig die Oberfläche bedient...

@Kajetan:
Hmm, aus welchem Team kommen noch mal viele Leute von Runic? Verdammt!
Ich habe ja Hoffnung, dass man bei Runic aus den nun massiv gesammelten Erfahrungen was gelernt hat. Bisher anscheinend schon, ist man doch bis auf Weiteres auf kein MMO-like mehr scharf.
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von SethSteiner »

Das Problem war allerdings, dass die Schwierigkeiten später in dem unnötigen Inferno Modus nicht auf Items und Skills zurückzuführen war... okay, doch auch, wenn nichts dropt ist das natürlich kritisch aber man gerade am Anfang das Spiel einfach nur mit Gegner vollgespamt hat, die gar nicht zu besiegen waren, völlig unabhängig von gewählten Skills und Items, weil diese lustige Kombinationen wie Schnell, Eis, Schild, Laser, Mörser besaßen und die Charaktere aus einem unerfindlichen Grund selten die Möglichkeit haben wirklich wegzulaufen. Das hatte alles mit Strategie und einarbeiten nichts mehr zutun, es war halt nur noch unfair. Die Orbs haben da ihr übrigens getan, wenn sie hinter der Wand aus Monstern fielen und unmöglich einzusammeln waren.
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von LordBen »

Sir Richfield hat geschrieben: Achtung, Polemik:
@Kajetan, du meinst also Diablo IV wird ein Torchlight II Klon?
Gibt's eigentlich in Torchlight II inzwischen einen Onlinemodus bei dem man einen gewisse Schutz vor Cheatern hat? Beispielsweise eine Art Äquivalent zum Closed Battle.net aus Diablo 2?
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von CrazyNando »

LordBen hat geschrieben:
Gibt's eigentlich in Torchlight II inzwischen einen Onlinemodus bei dem man einen gewisse Schutz vor Cheatern hat? Beispielsweise eine Art Äquivalent zum Closed Battle.net aus Diablo 2?
Nein! Ein "Closed Net" ist auch in Zukunft nicht vorgesehen. Was auch verständlich ist, angesichts des doch eher geringen Budgets von Runic.
Ich wäre schon sehr zufrieden mit der Aufhebung dieser Restriktionen im Multiplayer der jeweiligen NG+.
Das macht in meinen Augen den MP viel mehr kaputt als irgendwelche zu ignorierenden Cheater.
Zuletzt geändert von CrazyNando am 20.09.2013 14:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Sir Richfield
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von Sir Richfield »

LordBen hat geschrieben:
Sir Richfield hat geschrieben: Achtung, Polemik:
@Kajetan, du meinst also Diablo IV wird ein Torchlight II Klon?
Gibt's eigentlich in Torchlight II inzwischen einen Onlinemodus bei dem man einen gewisse Schutz vor Cheatern hat? Beispielsweise eine Art Äquivalent zum Closed Battle.net aus Diablo 2?
In der festen Überzeugung, dass du diese Frage rhetorisch stellst, die Antwort kennst und unterschwellig als Contra-Torchlight 2 Argument nutzen willst (Also ICH würde diese Frage so stellen):
Nicht das mir bekannt ist, aus nach wie vor den Gründen: Kostet zuviel bei zu wenig tatsächlichem Nutzen, wird von den Spielern auch nicht wirklich nachgefragt.

PS: Dass ich das nicht ganz so ernst meinte mit dem TL2 Klon, bzw. dass ich da eine Menge an Differenzierung anbringen würde, wenn mich wirklich mal jemand ernsthaft nach dem besten aus (allen) zwei Welten fragen würde, hoffe ich nicht extra erwähnen zu müssen.
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Re: Diablo 3: Gold- und Echtgeld-Auktionshäuser werden gesch

Beitrag von Hypn0s »

@Verklärer: Sehr guter Post, deckt sich zu 100% mit meinen Einschätzungen zum AH.

@SethSteiner: Also ich finde D3 durchaus werktreu, dann hast du halt andere Erwartungen an das Diablo-Franchise. Grafik: D2 war damals auch nicht gerade das grafisch anspruchvollste Spiel. Ist halt ne Philosophie damit auch schwächere Rechner es darstellen können. Allein die gerenderten Cutscenes waren Stand der Technik (wie in D3 übrigens auch). Ich hätte es zwar auch gerne dunkler gehabt aber mit dark3d kann ich damit super leben. Itemhatz ist nach wie vor vorhanden wenn man das AH nicht exzessiv nutzt. Gut die Story ist verhunzt, das war sie bei D1+2 nicht aber andererseits war es nie das wichtigste bei Diablo-Games. MMO-Bilder? Also ich persönlich finde das besser als die nichtssagenden, sterilen "Bilder" die D2 damals hatte. Ob es also werktreu ist oder nicht kommt auf die eigene Erwartung an...

Auf den neuesten Post von dir zu antworten spare ich mir. Oder doch nicht. Kleiner Tipp: Es soll wohl auch Leute gegeben haben die vor dem ersten Nerf Inferno durchgespielt haben. Im HC-Modus. Und als was der Inferno-Modus vorher beschrieben wurde wird leider auch immer wieder vergessen (unabhängig davon ob das jetzt eine gute Idee war oder nicht).

@Kajetan: Vielleicht solltest du dir mal die Definition eines MMO's genauer anschauen?
Wenn ich Monster totklicken und mich dem Loot-Rausch hingeben möchte, alleine und mit Freunden, dann spiele ich ein ARPG mit MP-Feature
Dann ist D3 eins von vielen Spielen auf die diese Aussage zutrifft. Warum das nicht so sein soll und was D3 eher zu nem MMO als zu nem ARPG macht ist mir ein Rätsel. Und das D3 auf die Schnauze gefallen ist, ist wohl eher Wunschdenken von dir.