Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben:ColdFever hat geschrieben:Um derartige Entgleisungen zu verhindern, definiert unser Grundgesetz den Begriff der "Würde des Menschen". Dieser unglaublich weitsichtige Maßstab ließe sich m.E. auch auf die Freiheit virtueller Gewalt in Videospielen anwenden. Wenn dort also, wie in diesem Beispiel, Zivilisten abgeschlachtet werden müssen, um einen Level zu bestehen, sehe ich persönlich die Würde des Menschen verletzt. Deswegen möchte ich persönlich so ein Spiel nicht im Verkauf sehen.
au man, wie kann man nur so sehr von seiner eigenen gattung eingenommen sein? das ist arrogant.
also ich bin auch ein mensch, aber irgendwie fühlt sich meine würde nicht durch so eine szene verletzt. ich wüsste auch nicht warum. es sind immer noch menschen die auf menschen ballern.
ich könnte eher hinterfragen ob es würdelos ist, in einem spiel auf ein wehrloses tier zu schiessen. aber das nimmt ja auch jeder an, also scheint dem nicht so zu sein.
warum also bei dem menschen? weil wir angeblich die intelligentesten sind? reine spekulation. weil gott uns so liebt? bestimmt...der einzige grund ist, daß man als mensch schnell einen ignorant beschränkten blick auf so etwas kriegt.
tiere im wald zu erschiessen, da lässt sich nur schwer für den beschränkten menschen vorstellen wie es ist dieses tier zu sein. aber bei der cod szene kriegen sie es alle hin, sich in die lage des hilflosen zivilisten am flughafen zu versetzen. das bekümmert nunmal viele, ist aber dennoch bigott.
hoffentlich kommen irgendwann mal überlegene aliens auf die erde, töten uns und sperren die überlebenden in käfige um an uns ihre nagellackentferner und lippenstifte zu testen. dann wird den ganzen schwätzern mit ihrer MENSCHENwürde mal ein licht aufgehen, wie unmoralisch sie mit ihrer eingenommenheit vom menschsein eigentlich gehandelt haben.
an der stelle darf ich ja dann auch mal polemisch: so eine argumentation finde ich abstoßend

Da muss jetzt ich mal doch intervenieren
1) Tiere und Menschen kann man natürlich
nicht gleichsetzen! Und ja, es liegt am Verstand. Eigtl. bisschen absurd, dass man das erklären muss, aber gut... Insekten z.B. handeln nur nach Instinkt, können nicht "lieben" oder "lachen". Katzen und Hunde sind natürlich weiter, Affen und Schweine hingegen schon ziemlich "schlau". Trotzdem sind es Lebewesen, die man zwar nicht töten (und schon garnicht quälen) soll, keine Frage

Aber jetzt eine direkte Parallele zu einem Menschenleben zu ziehen, ist eine relativ kindliche Perspektive. Ich denke man weiß, was ich meine
2) Es geht hier immer um abstrakte Begriffe. "Ich will frei entscheiden, was ich spiele", "In anderen Medien sieht man auch solche Schreckenstaten", "Pixelleben A in GTA ist nicht weniger Wert als Pixelleben B in COD" usw. ...
Aber denkt doch mal ganz praktisch:
Natürlich ist man von Grund auf immer sensationsgeil. Deshalb gibt es Stau neben einem Unfall. Daher erkauft sich Splattermovie XY sehr gut. Daher liest "man" Feuchtgebiete. Und aus diesem Grund will man auch Spiele, die diesen Trieb befriedigen. Jedoch hat man sich im Laufe der Zeit schon an vieles gewöhnt... Ein zerplatzer Kopf ist Standart, Jugendliche fraggen jeden Tag hunderte Figuren. Und das finde ich ja nichtmal allzu bedenklich! Es ist völlig normal, unsere Urgroßväter haben auch lieber mit Holzgewehren und Zinnsoldaten Krieg gespielt im Wald, als dass sie einen Drachen steigen ließen
Was mich jedoch stört (ich versuch mal zum Punkt zu kommen ^^):
In COD wird
bewusst und billig eine Grenze überschritten. Flughafen, Terror, Amoklauf und der Spieler als Täter mittendrin. Natürlich großer Aufschrei seitens der Spieler, die die dt. Fassung bestellt haben, in der man dem Blutbad nur visuell beiwohnen kann und nicht selbst die Zivilisten hinrichten kann. JEDER will es spielen. Die Kiddies werden angelockt, die älteren können sich ja ihre Grenzen selbst stecken.
Das erschreckende für mich hierbei ist die Erkenntnis, dass die Spieler anscheinend wirklich auf tumbe Gewalt und Tabubrüche anspringen. Evtl. doch nicht viel intelligenter, als so manches Schweinchen

?
Was ich damit sagen will:
Entwickelt einen KZ-Manager. Gaszufuhr muss im Auge behalten werden, die Moral der Wächter soll nicht sinken... Frauen, Männer und Kinder muss man natürlich trennen. Bestimmt ein anspruchsvolles Strategie-Spiel!
Entwickelt mir ein Spiel, in dem man Frauen (Kinder?) misshandeln kann. Natürlich nur, da man einen Psychopaten spielt, der Ausbricht aus seiner Zelle. Und es gibt nur dann keine Punkt-Abzüge für brutale Vergewaltigung, wenn man seine Pillen nicht eingeworfen hat, ist ja klar.
Entwickelt einen Hooligan-Prügler. Als Undercover-Polizist muss man Väter und ihre Söhne zu Krüppeln prügeln, Polizisten erstechen und natürlich gegnerische "Fans" so brutal wie nur möglich ausschalten. Je größer die virtuelle Schlagzeile in der Levelabrechnung, desto besser hat man gespielt.
Diese spiele würden (werden??) sich verkaufen, wie geschnitten Brot! Alles uncut natürlich, man will ja nicht auf die engl. Originaltonspur verzichten. Und auch nur für Erwachsene, eh klar. Denn die können ja
entscheiden, was sie spielen. Natürlich spielen sie
alles...aber das steht ja nicht zur Debatte!