Sindri hat geschrieben:
Keiner will/brauch den "kleinen Buchladen". Ich will auch keine Retail-Verpackung. Ich kaufe nur Downloads und wenn es preislich günstige Angebote gibt, dann greife ich auch mal zu. Wenn Hersteller/Entwickler damit ein Problem haben, daß Menschen in einer freien Marktwirtschaft nach günstigen Preisen suchen, tja dann.....
Das Problem sind halt die Arbeitsplätze als auch ein Wegfallen der Infrastruktur. Die damit verbundene Abhängigkeit. Darauf wollte ich hinaus. Wer jetzt noch ohne Probleme 100 KM fahren kann und da den nächsten Elektromarkt hat der ihm das bringt. Wird in Zukunft vielleicht noch weiter fahren müssen: 150 KM bis er eine alternative hat. Warum braucht man überhaupt eine Alternative? Weil die Post vielleicht steigt, weil der Online-Handel das nicht mehr vorrätig hat, weil das Internet ausgefallen ist oder eine Brücke unterspült und dann für 20 Tage keine Zulieferer mehr in deine Region kommen? Gibt viele Gründe auch positive für einen Vorratshaltung vor Ort. Generell habe ich nichts gegen das Modell, aber man sollte mittelfristig überlegen wohin das führt. Den Discounter-Boom hat Deutschland ja schon hinter sich.
Digitalisierung ist halt nicht nur ausschließlich gut. Beispielsweise wenn Schulen nur noch mit digitalen Medien unterrichten und es keine Bibliotheken oder Büchereien mehr gibt wenn dafür das Geld fehlt. Im Grunde bin ich immer für eine Digitalisierung, aber in Zeiten unsicherer Zugriffsbestimmungen, Datenintegrität oder Leseschwächen bei immer mehr jüngeren Menschen wage ich es einfach mal diese alles in Frage zu stellen.
Ich meine in Amerika ist das alles viel krasser. Da gibt es Gegenden um Detroit wo die Menschen keinen Zugriff auf Trinkwasser haben und das einzige was man im Geschäft kaufen kann, sind Tankstellen mit Chips und Cola. Toll oder? Wenn die Grundnahrungsmittel-Versorgung aufgrund von Infrastruktur-Problemen vor die Hunde geht. Aber das sieht man auch in Russland gut wohin das führt.
Willst du den Menschen einen Vorwurf machen, daß sie bewusst abwarten um einen günstigeren Preis zu bekommen?
Nein natürlich nicht. Aber wenn der Markt nur noch "billig billig super günstig" Einkauft, stellt das eine Bedrohung dar. Deswegen der Verweis auf die Deflation. Das kann genau so schlimm sein wie eine Inflation. Im Prinzip will man beides nicht haben. Deswegen hatte ich das kritisiert.
Im Grunde aber auch ein Maßlatte. Wenn man mal ein Schnäppchen macht ist das OK, wenn man aber dauernd nur noch 2 Euro Kinderarbeit T-Shirts kauft, wird das zu einem Problem. Unter anderem für die Spiele-Entwickler halt auch, das die Hersteller von Software nicht mehr den Fokus auf diese Kundschaft legen. Das Problem ist natürlich komplexer, so würde ich halt auch nicht am PC 70 Euro zahlen, nur wenn die Spiele teurer wären, aber wohl halt wieder wenn der Online-(DRM)-Wahn in seine Grenzen dirigiert wird. Das es teilweise anders geht zeigt aber auch GOG.com. Als auch Titel die sowohl Digital als auch noch Disc-Versionen verkaufen. Aber das sind nun mal schon die Ausnahmen.
ChrisJumper hat geschrieben:
Defakto können davon die Unternehmen aber nicht so wirklich leben. Meiner Meinung nach ist das Problem hausgemacht und eben auch ein Grund warum viele noch zu der Retail-Version auf Konsole greifen, wenn ihnen das Spiel nicht gefällt kann man es noch gebraucht verkaufen. Da ist das Risiko ein anderes.
Doch können und sollen sie gefälligst! Andere Unternehmen in anderen Bereichen können auch mit Preisverfall und Gebrauchtmarkt existieren, also kann es der PC-Spiele-Hersteller auch.
Der Pc hat es diesbezüglich einfach schwerer. Ich denke die meisten greifen zum PC wegen der Hardware und sparen dann das Geld lieber bei den Spielen. Raubkopien sind denke ich aber schon seit längerem, zumindest bei uns in den Hintergrund gerückt. Ich werde mal jetzt demnächst zu Rise of The Tomb Raider in den Zahlen wühlen und schauen ob man interessante Korrelationen findet.