shisou hat geschrieben:4P|Zierfish hat geschrieben:
...Das ist kein Problem des Systems. Ich sage es ist ein Problem der Menschheit. Denn komplette fairness ist nie zu erreichen und jemand der sich nicht fair behandelt fühlt wird das in seiner Macht stehende tun um es zu ändern oder sich zu rächen.
Aber das geht hier etwas zu weit.
also meiner meinung nach ist die annahme, dass es nichts mit dem system zutun hätte, ganz falsch. ein system, das den konkurenzkampf erschafft (bei dem übrigens die hälfte der waren vernichtet wird, anstatt diese zu verschenken; sogar wenns es hunger gibt... wird man lebensmittel eher vernichten als sie an bedürftige zu verschenken (denn keiner würde dafür bezahlen wenn derjenige wüsste dass mans auch umsonst kriegt)). das gleiche system sorgt auch für die entstehung von schichten; hast du das glück und gehörst zu der dünnen aber immer reicher werdenden schicht hast du ausgesorgt (und diese 30-50€ für ein spiel und dann noch ca 1000€ für einen halbwegs guten rechner (alle paar jahre) sind nicht der rede wert), gehörst du aber zu der immer weiter wachsenden und ärmer werdenden schicht verschwendest du über den kauf eines spiels (verständlicherweise) nicht ein mal einen gedanken.
Das ist aber sehr kurz gedacht. Egal wie man es nennen will ein "System" besteht letztendlich auch nur aus Menschen die dieses System geschaffen haben. Und nicht das System ist schlecht, sondern doch die Menschen und das nicht mal weil die Mensche per se schlecht sind, sondern aus genau denselben Gründen warum es immer Reiche und Arme gegeben hat.
shisou hat geschrieben:in deutschland sprechen wir allerdings von einer großen mittelschicht...
als ein bafög-bezieher kenne ich aber sehr wohl den wert des betrages auf meinem konto und überlege mir 2 mal ob ich mir dieses oder jenes leisten kann.
mit sprüchen wie "wirtschaft ankurbeln" o.ä. kann ich wirklich wenig anfangen, da es sich schon von anfang an um ein glückspiel handelte und handelt (und ganz ehrlich: die wirtschaft kümmert sich einen dreck um mich)... das einzige wäre, dass ich die entwikler unterstürzen will, wenn sie ein gutes produkt abliefern. allerdings glaube ich kaum, dass bei so einem unternehmen solche "freaks" (programmierer, designer) die "sich total reinhängen" und letztendlich das spiel so gut machen, was von diesem feedback abbekommen.
Du bist also Student und damit noch in der Ausbildung. Das man da keine Bäume ausreissen kann ist klar, oder? Und, egal ob man die Wirtschaft mag oder nicht, der Spruch "Geht es der Wirtschaft gut, geht es uns allen gut" ist immer noch wahr. Im Umkehrschluss ist es nämlich eine Tatsache, wenn es der Wirtschaft schlecht geht, dann geht es gerade dem kleinen Mann extrem schlecht. Und wir sprechen hier über Konsolen/Computer und Spiele, also reinen Luxusgütern. Wer einen Computer braucht zum Arbeiten mal ausgenommen, die sollten aber auch nicht darauf spielen.
shisou hat geschrieben:um zum punkt zu kommen:
warum sollte jemand der zu der gleichwertigen gattung der menschen gehört, aber nicht über die finanziellen mittel verfügt, weil dieser das pech hatte in eine arme familie reingeboren zu werden, nicht die möglichkeit haben in den genuss eines spiels kommen können?
Weil es ein Luxusgut ist und nicht jeder alles haben kann? Warum sollte sonst jemand einen Ferrari besitzen und ich nur einen schrebligen 13 Jahre alten Mondeo? Was wenn er das Pech gehabt hätte in Afrika auf die Welt zu kommen, dort wären seine Sorgen eher ob er irgendwas zu essen bekommt?
shisou hat geschrieben:die entwikler interessiert es nicht wieviel feedback ihr ihnen geben könnt und welch großes interesse ihr daran habt. sofern ihr nicht zu den zahlenden kunden gehört, seid ihr für diese irrelevant.
andererseits warum sollte es die unternehmen auch interessieren, denn es ist von anfang an so gedacht. es ist gar nicht wichtig ein gutes spiel zu entwikeln und den leuten ein tolles produkt zu liefern. was zählt sind die verkaufszahlen, die gewinnspanne, daran wird alles gemessen... und daran ist doch etwas falsch, nicht?
Richtig, die Deppen die dieses Spiel erst ermöglichen, die Käufer. Nicht das hier noch jemand beleidigt ist, ich zähle mich da durchaus auch dazu. Der Markt, in dem Falle sind das auch wir, bestimmt was produziert und gekauft wird. Wenn wir so blöd sind und dieses Spiel mitmachen, tja, wem willst Du dann die Schuld geben? Der Industrie? Wer ist das? Das Management, die Arbeiter oder wer?
shisou hat geschrieben:die schuld tragen nicht die unternehmen (denn sie stillen nur die nachfrage und versuchen dabei was zu verdienen, so wie viele andere), auch nicht die verbraucher... aber wer dann?
...so funktioniert halt "unser system".
ich kann die leute verstehen, die sich die sachen einfach runterladen, weil sie es sich sonst nicht leisten könnten bzw. nicht in einem solchen umfang...
aber auch diejenigen die geld dafür ausgeben (zu dennen ich mich auch zähle) und sich verarscht fühlen, weil der rest es runterlädt. aber würde es keine käufer geben, die diese spiele bezahlen, gäbe es die spiele einfach gar nicht. keiner würde in einen toten (abnehmerlosen) markt investieren.
Also irgendwie bist Du schon inkonsequent. Die Menscheit ist das Problem. Mit ihrem Egoismus, Kleinmütigkeit und Ausländerhass, um nur mal ein paar unserer weniger netten Eigenschaften zu nennen. Da wird sich aufgeregt, daß man nicht in Urlaub fahren kann, woanders verhungern Kinder. Da wird sich aufgeregt, daß Ausländer uns angeblich den Job wegnehmen.
Ein riesen Problem ist die Politik die sich seit Jahren ströubt, notwendige Massnahmen zu ergreifen, weil das schlecht für die Partei ist und man ev. das nächte mal nicht mehr regieren darf. Das Land ist denen zum Teil scheissegal, Hauptsache die eigene Person und die Partei.
Und Du regst dich auf, weil Du dir nicht alle Spiele leisten kannst. Wie gesagt, das "System", die "Industrie" und die "Wirschaft" sind alles nur Menschen die nur eines im Sinn haben, soviel vom Kuchen zu bekommen wie es nur irgendwie möglich ist. Und das nicht erst seit gestern oder heute, sondern schon immer. Geschichte ist manchmal sehr lehrreich. Wobei die Menschheit noch nie aus ihren Fehlern gelernt hat.
Wenn Du letztendlich verstehen kannst, warum sich jemand ein Spiel herunterlädt, dann ist das schön für dich, allerdings wo ist dann die Grenze? Wenn man nicht in Urlaub fahren kann eine Bank ausrauben, ein Flugzeug entführen? Weil man will den lieben Kleinen ja was gönnen. Die lieben Kleinen wollen ja auch unbedingt in die Karibik, oder zumindest nach Mallorca. Klar ist das Runterladen von einem Spiel noch kein tatsächlicher Verlust für irgendwen aber es weisst halt Tendenzen auf. Wenn ich etwas erreichen will, dann muss ich etwas dafür tun und zwar nix ungesetzliches, sonst bin ich auch nicht besser als die "Ausbeuter".
shisou hat geschrieben:ps: ich will keine revolution anzetteln o.ä.

das scheint eher sinnlos, dafür gehts zuvielen zu gut (oder sie meinen es zumindest gut zu haben)

Man braucht sich ja nur die Kommentare zu Anno anzuschauen. Jeder meckert über das DRM aber es führt die Verkaufscharts an. Selbst welche die sich beschweren geben zu, daß sie es sich kaufen, weil Anno ja viel zu toll ist um darauf zu verzichten. Und da glaubst Du es geht uns nicht zu gut? Alleine schon die Diskussion hier zeigt, es geht uns viel zu gut, sonst hätten wir gar keine Zeit, solche nutzlosen Diskussionen zu führen.
