Kommentar: Luxus in der Krise

Viel Spaß beim Diskutieren unserer Kolumnen und Kommentare!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Doc Angelo
Beiträge: 5159
Registriert: 09.10.2006 15:52
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von Doc Angelo » 04.04.2020 10:02

Piyo hat geschrieben:
04.04.2020 09:22
Offiziell hat Osteuropa kaum Corona-Infektionen. Aber das deutet nur auf mangelnde Tests hin.
Deswegen find ich es sehr schade, das nicht mal die Nachrichten der öffentlich rechtlichen Sender darauf wert legen, die korrekten Worte zu benutzen. Kein einziges Land hat Zahlen darüber, wie viele Infizierte es gibt. Es gibt nicht mal halbwegs vernünftig geschätzte Dunkelziffern. Man weiß es einfach nicht.

Jede Nachrichtensendung und jede Statistik sollte ausschließlich die Worte "positiv getestet" verwenden. Da kann man mir erzählen was man will... bei vielen kommt es so an, als würde es sich um tatsächliche Infektionen handeln.

Oben drauf kommt noch, das die Zahlen so konkret miteinander verglichen werden. Es kommt nicht nur darauf an, wie viele Menschen in einem Land leben, sondern auch darauf, wie oft getestet wird, und vor allem nach welchen Gesichtspunkten entschieden wird wer getestet wird und wer nicht.

Ich muss sagen das die Nachrichtenwelt sich nicht gerade von seiner besten Seite zeigt. Klar, sind auch nur Menschen, und momentan ist alles ein wenig drunter und drüber. Aber es sind gerade die Nachrichten, die hier für Information und Aufklärung hätten sorgen können. Leider waren die Informierer nicht selten selbst schlecht informiert und widersprechen sich gerne mal selbst. Vorgestern kam ein Abschnitt in den Nachrichten. Es wurde gesagt, das Zahlen in solchen Zeiten eine seltsame Macht haben, und das man zwei Zahlen nicht unbedingt miteinander vergleichen sollte ohne zu wissen was sie bedeuten. Und was wurde direkt im Anschluss im weiteren Verlauf der Sendung gemacht? Genau das.


Piyo hat geschrieben:
04.04.2020 09:22
Solidarität heißt zu hause zu bleiben. Auf deutschen Spargel zu verzichten.
Wie wärs mit selber ernten? Auf den Feldern kann man ohne Probleme Abstand zu einander halten, und wenn man pro Kilogramm Ware bezahlt wird, ist es auch egal wie schnell man ist. Es gibt so viele Leute, die sitzen momentan zu Hause. Wenn man jetzt mit dem Partner oder der Familie mal einen Ausflug "in die Natur" macht und dabei noch ein wenig Geld verdient, während die Kinder ein wenig über Pflanzen lernen und gucken können, wie das Essen in der Erde wächst... das ist doch super.

Selbst wenn man in Berlin ins Auto steigt und ne Stunde zu einem Feld fährt... das ist immer noch besser als Leute aus Osteuropa einzufliegen. Einfliegen. Ich kanns immer noch nicht glauben das wir tatsächlich Lohnsklaven mit dem Flugzeug holen. Das klingt selbst für Extremsatire irgendwie too much, aber... es ist Realität. WTF.

Edit: Gerade mal bei https://www.daslandhilft.de/ geguckt. Entweder es wird nichts angegeben, oder es wird tatsächlich der Mindeststundenlohn gezahlt. Bei mir in der Nähe waren nur 3 Spargelbauern, die haben praktisch nichts angegeben. Mal sehen was die Bauern antworten wie die Konditionen sind. Wenn die pro Stunde zahlen, dann wollen die jemanden wie mich nicht haben, weil ich aufgrund einer Krankheit oft Pause machen müsste. Ich war vor 20 Jahren mal für eine Saison Spargelernter. Ich weiß das ich das heute nicht mehr so schnell könnte. Aber ich würde wohl für das eine oder andere Kilo mithelfen.
Zuletzt geändert von Doc Angelo am 04.04.2020 10:38, insgesamt 5-mal geändert.
Wenn man bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte man nicht den Kopf hängen lassen.

Benutzeravatar
Usul
Beiträge: 9138
Registriert: 13.06.2010 06:54
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von Usul » 04.04.2020 13:03

Doc Angelo hat geschrieben:
04.04.2020 10:02
Ich muss sagen das die Nachrichtenwelt sich nicht gerade von seiner besten Seite zeigt. Klar, sind auch nur Menschen, und momentan ist alles ein wenig drunter und drüber. Aber es sind gerade die Nachrichten, die hier für Information und Aufklärung hätten sorgen können. Leider waren die Informierer nicht selten selbst schlecht informiert und widersprechen sich gerne mal selbst. Vorgestern kam ein Abschnitt in den Nachrichten. Es wurde gesagt, das Zahlen in solchen Zeiten eine seltsame Macht haben, und das man zwei Zahlen nicht unbedingt miteinander vergleichen sollte ohne zu wissen was sie bedeuten. Und was wurde direkt im Anschluss im weiteren Verlauf der Sendung gemacht? Genau das.
Mangels Fernseher schaue ich normalerweise keine "Nachrichten", sondern muß mir meine Informationen im Internet besorgen - aber auch da kann man ja von "Nachrichten" sprechen. Und da wird oft genug auf die Zahlenproblematik eingegangen. Mit anderen Worten: Es gibt die entsprechenden Informationen schon, man muß sie halt auch aufnehmen wollen.

Piyo
Beiträge: 16
Registriert: 22.09.2017 19:58
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von Piyo » 04.04.2020 16:07

Doc Angelo hat geschrieben:
04.04.2020 10:02
Deswegen find ich es sehr schade, das nicht mal die Nachrichten der öffentlich rechtlichen Sender darauf wert legen, die korrekten Worte zu benutzen.
Welche Zahlen sollen sie sonst nutzen? Für Deutschland ist es vollkommen egal, ob es 90.000 oder 95.000 Betroffene gibt. Entscheidend ist doch der Trend. Die Öffentlich-Rechtlichen weisen auf ihre Datenquelle hin, weil seriöse Medien das nunmal so tun, und um die Differenz zu Sensationsmedien wie BILD oder Welt.de zu erklären.
Doc Angelo hat geschrieben:
04.04.2020 10:02
Kein einziges Land hat Zahlen darüber, wie viele Infizierte es gibt. Es gibt nicht mal halbwegs vernünftig geschätzte Dunkelziffern. Man weiß es einfach nicht.
Durch die Lebendexperimente wie dem ersten Ausbruch in München oder auf Kreuzfahrtschiffen kennen wir aber die Infektionsrate, und Infektionswahrscheinlichkeit und Sterberate (1,7% bei infizierten Kreuzfahrtteilnehmern) sehr gut. Das heißt, wir können bei einem funktionierenden Gesundheitssystem davon ausgehen, dass die Dunkelziffer bei einer Sterberate von aktuell knapp 1,4% in Deutschland aktuell eher gering ist.
Doc Angelo hat geschrieben:
04.04.2020 10:02
Ich muss sagen das die Nachrichtenwelt sich nicht gerade von seiner besten Seite zeigt.
Stimmt. Ich hab tatsächlich aufhören müssen, diverse Nachrichtenseiten im Netz zu lesen, weil ich wirklich in Panik geraten bin. Gerade jetzt zeigt sich aber, dass die Öffentlich-Rechtlichen (von einigen Ausfällen wie dem ZDF) hier aber doch eher nüchtern berichten. Ich bin z.B. zum ersten Mal froh darüber, dass es die Deutsche Welle gibt.
Doc Angelo hat geschrieben:
04.04.2020 10:02
Piyo hat geschrieben:
04.04.2020 09:22
Solidarität heißt zu hause zu bleiben. Auf deutschen Spargel zu verzichten.
Wie wärs mit selber ernten?
Ich mag gar keinen Spargel. Außerdem hab ich mir sagen lassen, dass das Ernten von Spargel sehr viel Umsicht braucht, um den Spargel nicht zu beschädigen.. Es ist also eine Aufgabe für qualifizierte Fachkräfte.
Doc Angelo hat geschrieben:
04.04.2020 10:02
Edit: Gerade mal bei https://www.daslandhilft.de/ geguckt. Entweder es wird nichts angegeben, oder es wird tatsächlich der Mindeststundenlohn gezahlt.
Ein Friseur, also eine Fachkraft mit mehrjähriger Berufsausbildung, verdient i.d.R. Mindestlohn. Wieso sollte ein ungelernter Aushilfs-Spargelstecher da mehr bekommen?

Doc Angelo
Beiträge: 5159
Registriert: 09.10.2006 15:52
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von Doc Angelo » 04.04.2020 16:26

Piyo hat geschrieben:
04.04.2020 16:07
Welche Zahlen sollen sie sonst nutzen? Für Deutschland ist es vollkommen egal, ob es 90.000 oder 95.000 Betroffene gibt. Entscheidend ist doch der Trend. Die Öffentlich-Rechtlichen weisen auf ihre Datenquelle hin, weil seriöse Medien das nunmal so tun, und um die Differenz zu Sensationsmedien wie BILD oder Welt.de zu erklären.
Ich meinte die richtige Worte für die Zahlen. In den News liest und hört man meistens von "Infizierten", und das ist nun mal nicht die richtige Wortwahl. Es handelt sich um die Zahl der positiv getesteten. Und die hängt von Dingen ab, die mit dem Virus kaum was zu tun haben. Wer nicht testet, der hat auch keine positiven Tests. Und wer alle Bürger testet, der hat die meisten positiven Tests.

Piyo hat geschrieben:
04.04.2020 16:07
Durch die Lebendexperimente wie dem ersten Ausbruch in München oder auf Kreuzfahrtschiffen kennen wir aber die Infektionsrate, und Infektionswahrscheinlichkeit und Sterberate (1,7% bei infizierten Kreuzfahrtteilnehmern) sehr gut. Das heißt, wir können bei einem funktionierenden Gesundheitssystem davon ausgehen, dass die Dunkelziffer bei einer Sterberate von aktuell knapp 1,4% in Deutschland aktuell eher gering ist.
1,4% von was? Alle, die sich infiziert haben, oder alle, die positiv getestet wurden? Wenn letzteres, welche Bedingungen mussten vorliegen, bevor überhaupt getestet wurde. Leichte Symptome und keine Risikogruppe, oder schwere Symptome und Risikogruppe? Das ist ein großer Unterschied.

Piyo hat geschrieben:
04.04.2020 16:07
Stimmt. Ich hab tatsächlich aufhören müssen, diverse Nachrichtenseiten im Netz zu lesen, weil ich wirklich in Panik geraten bin. Gerade jetzt zeigt sich aber, dass die Öffentlich-Rechtlichen (von einigen Ausfällen wie dem ZDF) hier aber doch eher nüchtern berichten. Ich bin z.B. zum ersten Mal froh darüber, dass es die Deutsche Welle gibt.
Was sowas angeht schau ich sowieso nur öffentlich-rechtlich oder Quellen, die ich persönlich für gleichwertig oder besser halte.

Piyo hat geschrieben:
04.04.2020 16:07
Außerdem hab ich mir sagen lassen, dass das Ernten von Spargel sehr viel Umsicht braucht, um den Spargel nicht zu beschädigen.. Es ist also eine Aufgabe für qualifizierte Fachkräfte.
[...]
Ein Friseur, also eine Fachkraft mit mehrjähriger Berufsausbildung, verdient i.d.R. Mindestlohn. Wieso sollte ein ungelernter Aushilfs-Spargelstecher da mehr bekommen?
Für eins musst Du dich entscheiden. ;)

Spargel ernten ist echt nicht schwer. Natürlich macht man am Anfang mal den einen oder anderen Spargel kaputt. Ist aber halb so schlimm. Das ist alle kein Problem... einfach pro Kilo bezahlen. Ist viel fairer und einfacher umzusetzen. Ich versteh nicht warum das die Leute nicht machen.

Wenn wir unser eigenes Gemüse nicht bezahlen können, wenn wir nicht Menschen zweiter Finanzklasse importieren, dann läuft etwas ganz gewaltig schief. Was für eine Gesellschaft ist man, wenn man darauf angewiesen ist, das es eine andere Gesellschaft gibt, die man schlechter behandeln kann als die eigene?
Wenn man bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte man nicht den Kopf hängen lassen.

ChrisJumper
Beiträge: 8621
Registriert: 04.06.2014 01:08
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von ChrisJumper » 04.04.2020 23:49

Doc Angelo hat geschrieben:
04.04.2020 16:26
Wenn wir unser eigenes Gemüse nicht bezahlen können, wenn wir nicht Menschen zweiter Finanzklasse importieren, dann läuft etwas ganz gewaltig schief. Was für eine Gesellschaft ist man, wenn man darauf angewiesen ist, das es eine andere Gesellschaft gibt, die man schlechter behandeln kann als die eigene?
Naja. Ich mag das nicht was ich jetzt schreibe, weil ich es für falsch halte. Aber wenn eine Gesellschaft nicht ausbildet und wenn sie keine Güter größerer Klasse hervorbringen, liegt es vielleicht an genau diesen Punkten. Wenn du jemanden hast der gut Spargel stechen kann, was wir verlernt haben. Dann ist das vielleicht so weil diese Menschen keine Smartphones bauen können.

Ich meine es nicht mal wertend, sondern auch ein wenig die Kultur berücksichtigend. Aber es ist schon wichtig das nicht jeder Mensch alles kann und das wir uns hochgradig auf etwas spezialisieren. Wenn die Krankenschwester und der Spargelstecher nicht da ist, könnte der Ingenieur nicht über sein Smartphone oder Automobil nachdenken. Klar ist letztlich alles gleichviel wert. Aber das haben wir noch nicht Verstanden und das lassen wir den Markt regeln.

Doc Angelo
Beiträge: 5159
Registriert: 09.10.2006 15:52
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von Doc Angelo » 05.04.2020 00:02

ChrisJumper hat geschrieben:
04.04.2020 23:49
[...]
Es geht hier nicht ums Können. Spargel stechen ist wie gesagt echt keine Hexerei, und auf der anderen Seite werden viele unserer "großen Güter" in Osteuropa für uns hergestellt... weil wir uns sogar für die selbst zu teuern sind. Die Konditionen für Feldarbeit sind einfach nicht so, das ein "Nobeleuropäer" sich darauf einlassen würde. Da müssen dann die Billiglohn-Europäer ran und sich die Finger dreckig und die Rücken krumm machen.

Das hat mit "besser gebildetes Land" nichts zu tun.
Zuletzt geändert von Doc Angelo am 05.04.2020 00:03, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn man bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte man nicht den Kopf hängen lassen.

Benutzeravatar
Progame
Beiträge: 596
Registriert: 03.11.2019 15:06
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von Progame » 05.04.2020 00:17

Spargel stechen ist eine sehr harte und schlecht bezahlte Arbeit. Die Erntehelfer sind bei jedem Wetter bis zu 12 Stunden am Tag unterwegs.

Ein Bauer auf die Frage, ob man bei Abwesenheit der Leute aus Bosnien, Serbien oder Ukraine nicht deutsche Landsleute einsetzen könnte:

Da lachte der nur, wohl wissend, dass diese Härte von einem verwöhnten Deutschen nicht akzeptiert werden würde. Er hatte es mal probiert und dann gleich wieder abgewunken.

Ja, wir sind uns zu schade. Der Ausländer nicht, da bei uns zwar miese Bedingungen herrschen, aber bei ihm zu Hause alles noch schlechter ist. Ein Ukrainer, der nach der Erntesaison mit 2000€ zurückkehrt, steht in seinem Heimatland gar nicht so schlecht da.

Aus diesem Grund kommt er, nicht weil er gezwungen würde. Nutzen wir seine Situation aus? Mit Sicherheit.
Aber das machen nicht nur deutsche Bauern, sondern auch Apple, Microsoft, Sony usw. mit ihren Sweatshops in China.
Zuletzt geändert von Progame am 05.04.2020 01:18, insgesamt 3-mal geändert.

Piyo
Beiträge: 16
Registriert: 22.09.2017 19:58
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von Piyo » 05.04.2020 09:59

Brannigan hat geschrieben:
05.04.2020 00:17
Ein Bauer auf die Frage, ob man bei Abwesenheit der Leute aus Bosnien, Serbien oder Ukraine nicht deutsche Landsleute einsetzen könnte:

Da lachte der nur, wohl wissend, dass diese Härte von einem verwöhnten Deutschen nicht akzeptiert werden würde. Er hatte es mal probiert und dann gleich wieder abgewunken.
Das zeigt dann aber die Arroganz des Bauern. Auch hierzulande gibt es Menschen, die hart arbeiten und dafür besch... bezahlt werden. Altenpfleger, Bauarbeiter uvm.

Und es zeigt natürlich auch das gesellschaftliche Problem, dass heute auf jede Arbeit, die kein Studium erfordert, herabgesehen wird. Denn bei dem ganzen Wohlstand-und-Bildung-für-alle-Gerede wird gerne vergessen, dass eine Drei-Klassen-Gesellschaft die Grundlage unseres Wirtschaftssystem ist. Nur wenn es Arme gibt, die hochverschuldet sind, können andere Reichtum anhäufen. Zur Not importieren wir uns diesen Pöbel halt.
Zuletzt geändert von Piyo am 05.04.2020 10:00, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Progame
Beiträge: 596
Registriert: 03.11.2019 15:06
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von Progame » 05.04.2020 10:10

Piyo hat geschrieben:
05.04.2020 09:59
Das zeigt dann aber die Arroganz des Bauern. Auch hierzulande gibt es Menschen, die hart arbeiten und dafür besch... bezahlt werden. Altenpfleger, Bauarbeiter uvm.

Und es zeigt natürlich auch das gesellschaftliche Problem, dass heute auf jede Arbeit, die kein Studium erfordert, herabgesehen wird. Denn bei dem ganzen Wohlstand-und-Bildung-für-alle-Gerede wird gerne vergessen, dass eine Drei-Klassen-Gesellschaft die Grundlage unseres Wirtschaftssystem ist. Nur wenn es Arme gibt, die hochverschuldet sind, können andere Reichtum anhäufen. Zur Not importieren wir uns diesen Pöbel halt.
Sehe ich genauso.
Aber was soll man sagen? Sad but true.

ChrisJumper
Beiträge: 8621
Registriert: 04.06.2014 01:08
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von ChrisJumper » 14.04.2020 23:33

Doc Angelo hat geschrieben:
05.04.2020 00:02
Da müssen dann die Billiglohn-Europäer ran und sich die Finger dreckig und die Rücken krumm machen.

Das hat mit "besser gebildetes Land" nichts zu tun.
Darauf wollte ich wirklich nicht hinaus. Für mich gibt es eher dieses Bild, das alle immer höher stapeln. Das letzte kann man nur heraus holen wenn es ein solides Fundament gibt und alle kooperativ an einem Strang ziehen.
Der Spargelstecher mag Bedeutungslos erscheinen, doch letztlich ist es nur ungewiss wie wichtig es sein kann.

Ich halte dieses Geld für einen Irrsinn, von dem aber viele profitieren. Ein bisschen so wie, wenn in dem am besten gebildeten Land der erste Computer entwickelt wird und alle profitieren aus der Existenz heraus. Generell ist die beste Gesellschaft eine solche wo sich mehr als 80% auf Augenhöhe begeben und gegenseitig respektieren... aber dies ist selten. Manch mal muss man Dinge nehmen wie sie sind und kommen. Es schadet trotzdem nicht selber, für die Ausfallsicherheit Skill X zu lernen, selbst wenn man ihn nie anwenden muss und dafür in irgendeiner Weise entlohnt wird.

Wir sollten schauen das unsere besten Qualitäten exportiert werden. Technik , kostenlose erneuerbare Energie, Demokratie und Bildung. Ein bisschen amerikanischer Traum, gemischt mit Greta wegen dem Umweltschutz.

In dem Thread aber eher Bildung und Wissen, was sich in einer Krise als Luxus erweist.

Es ist wichtig das man darüber Spricht und mit seiner Gemeinschaft die beste kooperative Strategie findet.

Benutzeravatar
TheoFleury
Beiträge: 773
Registriert: 06.11.2012 16:29
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von TheoFleury » 15.04.2020 20:29

Solange ich mich und viele andere weiter offiziell zu Tode rauchen und saufen darf / dürfen sehe ich überhaupt kein Problem. Der Regierung vertraue! Merkel sei dank! Das sage und behaupte ich als Österreicher. Kaum jemand denkt darüber nach was danach ist? Wer zahlt die Euro Bons zurück, wer vertilgt die Schulden konstant? Italien, Frankreich, Spanien jammern und fordern uneingeschränkte Hilfe..Denen geht es Übel, mokieren jetzt aber darüber weil ihr Gesundheitssystem so mies ist und war und sein wird....Ach was solls! Wir verlangen neben Rettungschrimen auch noch EU Bonds weil wir eben total unfähig waren und jetzt die guten volljammern und um Spenden beten...

Die internationalen Banken reiben sich schon die Hände aufgrund der geilen Zinsen und Freikarhtenscheine der Regierung.

Nirgendswo fallen die Schatten länger...

ChrisJumper
Beiträge: 8621
Registriert: 04.06.2014 01:08
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von ChrisJumper » 29.04.2020 22:23

TheoFleury hat geschrieben:
15.04.2020 20:29
Solange ich mich und viele andere weiter offiziell zu Tode rauchen und saufen darf / dürfen sehe ich überhaupt kein Problem.
Nach Wochen der Pandemie, könnte es halt doch ein Virus als Waffe sein, der speziell deine Zielgruppe dezimiert. Dann hätte ich ein Problem wegen der Prognosen. West World Session 3, umschreibt das mit dem Gott, der die Zukunft vorhersagt weil er die Entscheidungen der Menschen kontrollieren kann.

Das ist bei Corona zwar nicht so, aber es gibt leider immer wieder ungewohnte Ereignisse. Speziell auf dem Langen Pfad ist es ungemütlich. Einmal rauchen, kein Problem. Einmal Rauchen mit Corona schon. Bauen wir jetzt unser Rechtssystem um oder steigern unsere Abwehrhaltung? Vielleicht mit einer Quarantäne-Station im Hauseingang? Das ist halt so das Problem dabei, weil viele Bereiche des alltäglichen Lebens umgebaut und (neu) beurteilt werden.

Blöd ist es für die Nachfolgenden Generationen, weil sie ganz anders Aufwachsen und anders leben werden (müssen).

Doc Angelo
Beiträge: 5159
Registriert: 09.10.2006 15:52
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von Doc Angelo » 29.04.2020 22:31

Das weiß man alles noch gar nicht. Was ich befremdlich finde... man weiß vieles IMMER noch nicht. Ich hab vorhin gelesen, das jetzt eine Studie in Auftrag gegeben wurde, ob Kinder überhaupt eine signifikante Rolle bei der Ansteckung spielen. Jetzt erst. Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Man fliegt Polen ein um Gemüse zu ernten, aber sowas fängt man jetzt erst an? Find ich super seltsam.
Wenn man bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte man nicht den Kopf hängen lassen.

citizenz
Beiträge: 14
Registriert: 10.11.2009 19:45
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von citizenz » 02.05.2020 00:28

Mich befremdet der Kommentar auch ein wenig, da die Realität, die ich momentan wahrnehme, eine ganz andere ist. Ich sehe Menschen, die verzweifelt um Ihr Leben, Ihren Job und Ihre Firma kämpfen. Leute, die nicht wissen, wie sie nächsten Monat Ihre Rechnungen und Ihre Miete zahlen sollen.

Ich zocke auch abends gerne mal nach der Arbeit - momentan habe weniger Zeit und auch keine Nerven dafür. An das "Spielejahr 2020" werde ich mich sicher später nicht mehr erinnern.

ChrisJumper
Beiträge: 8621
Registriert: 04.06.2014 01:08
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Luxus in der Krise

Beitrag von ChrisJumper » 03.05.2020 23:09

@ Doc Angelo
Ja das hat mich auch schockiert, weil man fühlt sich ja immer so als Teil einer aufgeklärten Welt, in der es fast keine Geheimnisse gibt und alles ist physikalisch beobachtbar oder erklärbar. Aber diese Dinge sind halt, eben um Genau zu sein und mögliche Unschärfen/Fehler auszuschließen langsam und müssen doppelt und Dreifach sicher sein. Daher ist auch das mit den Kindern nicht so einfach. Besonders wenn die "bei uns" im Lock Down sind. - Kein Land schickt Wissenschaftler zu Studienzwecken in fremde Familien zur Beobachtung usw. - Die beobachteten würden sich ja auch komisch vorkommen.

Andererseits, haben diverse IT-Unternehmen Live-Daten aus den Bereichen, über die Sensoren der Smartphones. Aber dies sind nun mal nicht öffentlich und auch nicht für die Wissenschaft zugänglich.

Stichwort: Vorsprung durch Wissen/Big Data.
citizenz hat geschrieben:Ich sehe Menschen, die verzweifelt um Ihr Leben, Ihren Job und Ihre Firma kämpfen. Leute, die nicht wissen, wie sie nächsten Monat Ihre Rechnungen und Ihre Miete zahlen sollen.
Naja es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder es ist länger ein Problem, dann müssen wir uns drauf einstellen und anpassen. Oder es endet nach einer kurzen Zeitspanne, wie 6 Monate, 1 Jahr oer 3 Jahre.

Letzteres ist wahrscheinlicher. Demnach wird das mit der Arbeit und dem Geld zurück kommen, zwangsläufig. Klar viele werden dabei enorme Probleme haben, aber selbst wenn 50% der Betriebe sterben, ist nachher Wachstumspotential da und das entstehende Vakuum möchte gefüllt werden.

Man schaue sich einfach mal an wie viel Geld ein großer Onlineversandhändler gemacht hat in den letzten drei Monaten.

@Thema
Animal Crossing Horizon, ist für viele aktuell auch so ein Spiele-Anker. Ich hab leider keine Zeit zum Spielen da ich an verschiedenen Ecken überlastet bin und nur noch wenige Stunden in er Woche überhaupt Zeit für die Konsole finde, wenn dann Schlafen alle anderen schon und da bin ich dann immer alleine. Dieses 1. Quartal Covid, wird mir in Erinnerung bleiben weil TLou2 verschoben wurde und mich das sehr störte. Aber auch weil mir das FF7 Remake, zwei Wochen vorher zugestellt wurde und ich das Spiel sehr mochte.

Die Kids kommen bald hoffentlich wieder in die Schule oder den Kindergarten, damit die Eltern ihre Zeit zurück haben, ober die private getestete Kinderbetreuung muss erneut funktionieren!

Antworten