Wie entsteht Immersion?

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Randall Flagg78
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Re: Wie entsteht Immersion?

Beitrag von Randall Flagg78 » 18.11.2014 04:16

Admiral Thrawn hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:@Admiral Thrawn:

Deinem Text nach zu urteilen hast du ein völlig anderes Verständnis vom Begriff der Immersion als der Textautor und viele Poster hier. Dein Immersionsverständnis liest sich eher wie "Faszination" oder "Begeisterungspotential eines Spiels".
wie schon oftmals genannt, ist immersion sehr subjektiv. für mich geht es darum, wie tief ich in diese welt "eintauchen" kann und das ist nicht das gleiche wie faszination. ich kann von etwas fasziniert sein ohne dieses gefühl der immersion zu entwickeln.

immersion hat für mich einfach relativ wenig mit minispielen an einem controller zu tun. um diese gewünschte positive wirkung auf mich auszuüben, muss es schon z.B.: ein lenkrad in einem rennspiel sein oder ein joystick bei flugsimulationen, also direkt dafür gemacht. auch die 3d-vr-brillen können dazu beitragen.

ohne fantasie und vorstellungskraft funktioniert das aber nie - ich kann z.B.: bei für mich spannenden büchern ganz tief in diese welt eintauchen, da vergesse ich alles um mich herum, bin wie in einem traum und identifiziere mich richtig mit den figuren, als ob ich dabei wäre. und das einzige was ich dabei physisch mache, ist seiten umblättern - ich sehe das nicht, ich höre das nicht, ich spüre das nicht, das läuft alles nur in meinem kopf durch meine vorstellungskraft ab.
Also das was Du da beim Lesen von Büchern beschreibst, dass kenne ich sehr gut und habe das auch. Ich lese dann auch schon mal ein 500 Seiten Buch an einem Tag, weil ich einfach nicht aufhören kann und vor allem will.
Aber beim Spielen möchte ich nun mal auch genau das tun: Spielen. Solche Automatismen sind einfach irgendwie nichts. Es wird einfach nichts von mir verlangt und genau darum geht's mir auch. Ich mag es absolut nicht, von nahezu jedem Spiel nur noch zum Zuschauer degradiert zu werden, dem man ja nichts abverlangen darf.
Es gibt allerdings auch Ausnahmen, wie z.B. die Telltale Spiele, wie TWD oder Wolf among us. Da geht's mir dann wirklich um Geschichte, Charaktere und emotionale Dinge die sich so ergeben.
Aber auf Dauer wäre mir das zu wenig, denn immer will ich so etwas nicht spielen. Als ich TWD entdeckt hab, gab es schon alle 5 Folgen.
Ich hab mir dann jeden Abend eine reingezogen, halt ähnlich eines Films. Und ich fand es toll. Aber rein spielerisch ist es nun mal nichts und das fällt mir auf, trotz allem.
Und man kann halt auch große Geschichten mit tollen Gameplay verbinden und die Story trotzdem erzählen.
Alien Isolation macht das meiner Meinung nach sehr gut. Es setzt diese Mechanismen nämlich auch nicht inflationär ein, sondern sehr dosiert. Zudem wurde es mit Köpfchen eingebaut, denn ich stehe dabei oft unter Druck. Erstens läuft oft ein Timer und zweitens hat man ja auch noch das Alien und andere Gegner, die irgendwo in der Nähe sind und die einen möglichst nicht sehen sollen. Das potenziert die Spannung noch und die Bemühungen, es möglichst schnell und reibungslos zu gestalten.
Außerdem gibt es verschiedene Mini Spiele, die dann abwechselnd zum Einsatz kommen. Das ist schon ein Unterschiede zur Truhen-Knack- Mechanik eines Skyrim.
Wobei mich das auch da nicht stört. Ich will halt spielen und keine "Sammel automatisch Loot" Taste. Die Spiele bieten doch ohnehin schon zu viel Erleichterung, die muss nicht noch mehr werden.
Sonst ist es irgendwann nur noch Berieselung, wo ab und an mal gespielt wird.

unknown_18
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Re: Wie entsteht Immersion?

Beitrag von unknown_18 » 18.11.2014 22:17

Troll? Naja, der Nick sagt schon alles...

Guter Artikel und AI ein gutes Beispiel dafür. Bin zwar noch nicht durch, aber das Spiel lebt wirklich vor allem durch seine Immersion. Würde das Spiel keine Atmosphäre aufbauen können, würde das komplette Spiel in sich zusammen brechen.

Ich hoffe sehr das Spiel wird am Ende des Jahres von genug Spiele Magazin Seiten entsprechend gewürdigt, denn wir brauchen mehr von solchen(!) Spielen.

Admiral Thrawn
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Re: Wie entsteht Immersion?

Beitrag von Admiral Thrawn » 18.11.2014 23:00

Randall Flagg78 hat geschrieben:
Admiral Thrawn hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:@Admiral Thrawn:

Deinem Text nach zu urteilen hast du ein völlig anderes Verständnis vom Begriff der Immersion als der Textautor und viele Poster hier. Dein Immersionsverständnis liest sich eher wie "Faszination" oder "Begeisterungspotential eines Spiels".
wie schon oftmals genannt, ist immersion sehr subjektiv. für mich geht es darum, wie tief ich in diese welt "eintauchen" kann und das ist nicht das gleiche wie faszination. ich kann von etwas fasziniert sein ohne dieses gefühl der immersion zu entwickeln.

immersion hat für mich einfach relativ wenig mit minispielen an einem controller zu tun. um diese gewünschte positive wirkung auf mich auszuüben, muss es schon z.B.: ein lenkrad in einem rennspiel sein oder ein joystick bei flugsimulationen, also direkt dafür gemacht. auch die 3d-vr-brillen können dazu beitragen.

ohne fantasie und vorstellungskraft funktioniert das aber nie - ich kann z.B.: bei für mich spannenden büchern ganz tief in diese welt eintauchen, da vergesse ich alles um mich herum, bin wie in einem traum und identifiziere mich richtig mit den figuren, als ob ich dabei wäre. und das einzige was ich dabei physisch mache, ist seiten umblättern - ich sehe das nicht, ich höre das nicht, ich spüre das nicht, das läuft alles nur in meinem kopf durch meine vorstellungskraft ab.
Also das was Du da beim Lesen von Büchern beschreibst, dass kenne ich sehr gut und habe das auch. Ich lese dann auch schon mal ein 500 Seiten Buch an einem Tag, weil ich einfach nicht aufhören kann und vor allem will.
Aber beim Spielen möchte ich nun mal auch genau das tun: Spielen. Solche Automatismen sind einfach irgendwie nichts. Es wird einfach nichts von mir verlangt und genau darum geht's mir auch. Ich mag es absolut nicht, von nahezu jedem Spiel nur noch zum Zuschauer degradiert zu werden, dem man ja nichts abverlangen darf.
Es gibt allerdings auch Ausnahmen, wie z.B. die Telltale Spiele, wie TWD oder Wolf among us. Da geht's mir dann wirklich um Geschichte, Charaktere und emotionale Dinge die sich so ergeben.
Aber auf Dauer wäre mir das zu wenig, denn immer will ich so etwas nicht spielen. Als ich TWD entdeckt hab, gab es schon alle 5 Folgen.
Ich hab mir dann jeden Abend eine reingezogen, halt ähnlich eines Films. Und ich fand es toll. Aber rein spielerisch ist es nun mal nichts und das fällt mir auf, trotz allem.
Und man kann halt auch große Geschichten mit tollen Gameplay verbinden und die Story trotzdem erzählen.
Alien Isolation macht das meiner Meinung nach sehr gut. Es setzt diese Mechanismen nämlich auch nicht inflationär ein, sondern sehr dosiert. Zudem wurde es mit Köpfchen eingebaut, denn ich stehe dabei oft unter Druck. Erstens läuft oft ein Timer und zweitens hat man ja auch noch das Alien und andere Gegner, die irgendwo in der Nähe sind und die einen möglichst nicht sehen sollen. Das potenziert die Spannung noch und die Bemühungen, es möglichst schnell und reibungslos zu gestalten.
Außerdem gibt es verschiedene Mini Spiele, die dann abwechselnd zum Einsatz kommen. Das ist schon ein Unterschiede zur Truhen-Knack- Mechanik eines Skyrim.
Wobei mich das auch da nicht stört. Ich will halt spielen und keine "Sammel automatisch Loot" Taste. Die Spiele bieten doch ohnehin schon zu viel Erleichterung, die muss nicht noch mehr werden.
Sonst ist es irgendwann nur noch Berieselung, wo ab und an mal gespielt wird.
das kann ich vollkommen nachvollziehen und verstehe ich.
ich wollte nur anmerken, dass da jeder verschieden ist und es deshalb keine "formel" dafür geben kann.
das gilt ja auch bei büchern. viele leute wollen nicht lesen, die können absolut nichts damit anfangen. wenn ich denen jetzt verkaufe, dass das die beste immersion ist, die es gibt (und für mich gilt das eigentlich, in spielen war ich nie so tief drin wie in büchern), dann liege ich damit einfach falsch.

mein bruder ist ja auch ganz anders als ich - der verschlingt die souls-reihe innerhalb weniger tage, will alle achievements bei spelunky, megaman X, usw. holen, der spielt alle mario-teile und ist vollkommen happy. alles dinge, die auf mich überhaupt nicht zutreffen - sein spielstil wäre eine bestrafung für mich :D (und umgekehrt gilt wohl das gleiche hehe :wink: 8) )

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Ego sum Noctis
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Re: Wie entsteht Immersion?

Beitrag von Ego sum Noctis » 19.11.2014 09:57

Etwas was mir auch immer wieder auffällt. In vielen Games fehlen die Animationen wie Türen, Truhen, Kommoden, Schränke mit der Hand geöffnet werden oder Gegenstände korrekt von Ihrem Platz genommen oder abgelegt werden. War sehr auffällig beim Skyrim Trailer wo die Hände des Helden bei der Egoansicht immer irgendwie im Bild waren. Beim fertigen Spiel sieht man seine Hände in Ego nur man bewaffnet ist. Deus Ex Human Revolution zeigt Adams Hände beispielsweise auch beim Sprinten. Das sind wichtige Kleinigkeiten und etwas davon macht Zelda seit "Ocarina of Time" beispielsweise bezüglich Türen und Truhen schon sehr lange richtig. Für mich ist das oft ein "Herzblutindikator"
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Veldrin
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Re: Wie entsteht Immersion?

Beitrag von Veldrin » 19.11.2014 12:37

@Admiral Thrawn +1
@Kajetan +1
@Lord Hesketh-Fortescue +1
Und die ich vergessen habe +1

@G34RWH33L +1

Das habe ich z.B. an Mirror’s Edge so gemocht. Solche Animationskleinigkeiten die tragen dazu bei besser ins Spiel eintauchen zu können. Es gibt unzählige Faktoren die einem die Immersion erleichtern. Immersion kann man nicht erschaffen, das geschieht im Kopf, aber man kann ein Spiel in sich so konsequent gestalten, dass es das Eintauchen des Spielers in die Welt erleichtert. Angefangen bei glaubwürdigen Charakteren und Entscheidungen. Einer realistischen Grafik, sinnvoll umgesetze Steuerungsmechaniken, eine mitreißende Geschichte, stimmungsvolle Musik etc. pp. Es muss nicht alles zusammenkommen, das sind nur Beispiele.
Umgekehrt gibt es natürlich auch Dinge die mich aus der Immersion rausreißen können. Unglaubwürdige Charaktere z.B. oder casualisierte/überladene Bildschirmanzeigen. Kommt natürlich immer aufs Genre drauf an. In einem Strategiespiel kommt man ohne HUD natürlich nicht sehr weit. In Mirror’s Edge habe ich z.B. das Wegfindungsgeblinke abgeschaltet, was in dem Spiel soweit ich mich erinnere der einzige Immersionskiller war. Assassins Creed dagegen ist ein Beispiel dafür was man alles tun sollte, will man dem Spieler das Ins-Spiel-Eintauchen so schwierig wie möglich gestalten. Aber auch da sieht man wie subjektiv sowas ist. Ein Freund verschlingt die AC-Teile geradezu, und hat Spaß an der anspruchslosen Kletterei und der – zugegebenermaßen – tollen Inszenierung, und stört sich an solchen Kleinigkeiten wie Gegneranzeige und Wegfindungsmaker etc. nicht.

Achja der größte Immersionskiller überhaupt für mich sind Achievements. Auch da hab ich einen Freund, der die Dinger sammelt und jagt als wären es Bonbons. Ja, er spielt sogar Spiele nur wegen der Achievements um damit auf 100% Komplettierungsrate in seinem Steamprofil zu kommen.
Ich hasse Filler, mochte sie noch nie in Spielen. Nebenmissionen in Rollenspielen gehe ich meist aus dem Weg (Ausnahme Fallout 3), und Achievements sind sozusagen Filler 2.0 mit Fleißaufkleberchen.
Das Fleißaufkleberchen war schon im Kindergarten ein ganz billiger psychologischer Trick :mrgreen:
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Agitari
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Re: Wie entsteht Immersion?

Beitrag von Agitari » 19.11.2014 15:09

Ich glaube, dass die Möglichkeit in eine Spielwelt "einzutauchen," das ist, was ein gutes Spiel von einem schlechten Spiel unterscheidet.

Gerade bei Survival-Spielen hat es doch ein gewisses "Panik-Element", wenn man unter Zeitdruck eine bestimmte Aufgabe ausüben muss.

Bei den meisten Spielen sind das Quicktime-Events und das finde ich zum Kotzen. Gerade beim ansonst genialen God of War 3 haben mich Quicktime-Event so dermaßen angekotzt. Das war überhaupt nicht intuitiv!

Heavy Rain ist wohl ein sehr gutes Beispiel. Vom Gameplay her mag es simpel, teilweise stupide sein, aber die Interaktion mit dem Controller spielt eben doch eine große Rolle.

Bei Killzone 2 fand ich es super, als man den Controller drehen musste, um ein Tor zu bewegen usw. Bei Teil 3 haben sie das dann meines Wissens nicht mehr so oft eingebaut, was ich schade finde.

Auf jeden Fall werde ich mir Alien Isolation mal zu Gemüte führen. Allein weil ich ein großer Alien-Fan bin.

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mr archer
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Re: Wie entsteht Immersion?

Beitrag von mr archer » 19.11.2014 20:33

Hier wird nun doch überwiegend auf die Verbindung Spieler - Eingabe - Geschehen im Spiel abgehoben. Als alter Ego-Perspektiven-Fetischist seit seligen Doom-Tagen verstehe ich das natürlich. Ich muss aber sagen, dass es für mich auch immer die Titel gab, wo die allgemeine Spielatmosphäre in Verbindung mit der präsentierten Geschichte bei mir den Immersions-Softspot gestreichelt hat, ohne dass die Haptik oder das Gameplay da jetzt irgendwie revolutionär gewesen wären. Die wären bei mir sogar deutlich in der Mehrheit.

Was ich damit sagen bzw. von anderen Mitforisten wiederholen will: Immersion ist nicht planbar, da sie vom Spieler als komplexem und jeweils einzigartigem Subjekt abhängt. Sie stellt sich ein. Oder nicht.
Kószdy kozow swoju brodu chwali.
[sorbisch] Jeder Ziegenbock lobt seinen Bart.

Meine Texte und Fotos http://brotlos.weebly.com


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Veldrin
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Re: Wie entsteht Immersion?

Beitrag von Veldrin » 19.11.2014 20:45

Schönes Schlusswort mit leicht verstörender Note. :mrgreen:
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