Sylver001 hat geschrieben: ↑19.01.2024 09:15
Wie schön war die Zeit, als Gaming noch frei von Politik war.
Erstens:
Menschenrechte sind für mich nichts Politisches, sondern, wie der Name schon impliziert, ein Grundrecht.
Zweitens:
J.K. Rowling spricht bestimmten Menschen diese Grundrechte ab, demnach gehört sie in meinen Augen kritisiert und das ist auch einer der Gründe, warum ich mir das Spiel trotz generellem Interesse nicht gekauft habe und das finde ich in diesem Fall völlig legitim, Menschen können frei entscheiden, ob und warum sie etwas kaufen oder nicht.
Wenn es Menschen gibt, die CoD boykottieren, weil es Frauen beinhaltet, so darf es auch Menschen geben, die Hogwarts Legacy boykottieren, weil die Person hinter der Reihe ekelhafte Ansichten vertritt.
Drittens:
Videospiele waren schon immer politisch, ich bin zum Beispiel in den 90ern aufgewachsen und habe bereits in meiner Kindheit schon haufenweise politische Spiele gespielt, denn Spiele wie Baldur's Gate 1 und 2, Fallout 1 und 2 oder Deus Ex sind voll von Politik und verstecken das nichtmal, die politischen Themen in diesen Spielen sind so unfassbar offensichtlich, dass man gar nicht anders kann, als diese zu bemerken.
Ich kann mich an keine Zeit erinnern, in denen Videospiele NICHT politisch waren, selbst in den 70ern und 80ern gab es Spiele mit politischen Themen und Inhalten (Campaign 84 für das ColecoVision zum Beispiel), selbst Tetris ist unfassbar politisch (vermutlich sogar das politischste Videospiel der Welt), wenn auch weniger das Spiel selbst, als viel mehr die Entwicklung des Spiels.
Es hat sich diesbezüglich nie etwas verändert, das einzige, was sich verändert hat sind die Leute, die heute bei jeder Kleinigkeit die Anti-Woke-Keule schwingen und sich tierisch darüber aufregen, sobald in einem Videospiel mal eine Frau und/oder ein Mensch mit einer anderen Hautfarbe als weiss auftritt, während sie dann aber Spiele wie Cyberpunk 2077 abfeiern und sagen, dass das kein politischer Mist sei, obwohl Cyberpunk 2077 eines der wohl politischsten Videospiele der letzten Jahre ist, was dann immer schön die Doppelmoral dieser Leute aufzeigt.
Diese ganze Diskussion um Politik in Videospielen ermüdet einfach nur noch und ist der Hauptgrund, weshalb ich mich von so ziemlich sämtlichen Communities innerhalb der Gaming-Landschaft entfernt habe, man kann sich kaum noch über Releases von Videospielen freuen, denn es wird irgendwann immer nur noch darüber diskutiert, ob Company XYZ nun "woke" geworden ist und im neuen Spiel dann Sache X zensiert oder Person Z hinzufügen, um irgendeine herbeifantasierte Quote zu erfüllen oder was auch immer.