Seite 1 von 2
System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 12:34
von 4P|BOT2
Gaming Bolt hat ein Interview mit Stephen Kick geführt, in dem der Gründer der für das Remake von System Shock verantwortlichen Nightdive Studios Fragen zum Spiel beantwortete. Dabei kam Kick auch darauf zu sprechen, wie originalgetreu die Neuauflage ausfallen werde. So wolle man den einzigartigen Look und Stil des Titels trotz moderner Engine möglichst authentisch aufbereiten. Auch am Leveldesign...
Hier geht es zur News
System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 13:18
von Wulgaru
Nun, ich hoffe schon das man ein bisschen mehr als System Shock 2 als Anpassung annimmt, denn auch das ist ja nicht gerade komfortabel spielbar.
Ich meine damit nicht das man alles einfach machen soll, aber so sperrig wie Anfang der 2000er/Ende 90er ist heute problematisch...das habe ich mir zumindest gedacht, als ich System Shock 2 gezockt habe.
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 14:34
von Todesglubsch
Ich kann mich irren, aber AFAIK war das Leveldesign in System Shock 1 weder gut, noch glaubwürdig. System Shock 2 war ja deutlich besser und IMO könnte man sich im Remake durchaus erlauben, hier mal kräftig aufzuräumen.
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 16:11
von Todesglubsch
TaLLa hat geschrieben:
Was war dem am Leveldesign von 1 nicht glaubwürdig? Oo
Hab's nie gespielt, aber laut Stay Forever Podcast war Teil 1 - nur keine glaubwürdige und effiziente Raumstation wo es Fahrstühle gab, die eben nur ein, zwei Ebenen fuhren, dann musste man komplett durch bestimmte Abteilungen gehen um einen weiteren Fahrstuhl zu finden, der wieder nur eine Ebene fuhr - und dann waren die kompletten Levels mit Schrägen und Rampen, die auch nicht glaubwürdig waren, sondern nur als Showcase für die Engine dienten.
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 16:32
von Liesel Weppen
Todesglubsch hat geschrieben:
Hab's nie gespielt, aber laut Stay Forever Podcast war Teil 1 - nur keine glaubwürdige und effiziente Raumstation wo es Fahrstühle gab, die eben nur ein, zwei Ebenen fuhren, dann musste man komplett durch bestimmte Abteilungen gehen um einen weiteren Fahrstuhl zu finden, der wieder nur eine Ebene fuhr
Ist halt so. Solange dann wenigstens nicht versucht wird irgendwie fadenscheinig erklären zu wollen, warum das so ist, ist das in Ordnung.
Todesglubsch hat geschrieben:und dann waren die kompletten Levels mit Schrägen und Rampen, die auch nicht glaubwürdig waren, sondern nur als Showcase für die Engine dienten.
Wenn man danach ginge, dürfte so ziemlich jede SciFi unglaubwürdig sein. Es hat nämlich eigentlich keinen Sinn ein Raumschiff in einer anderen Form als einer Kugel zu bauen. Die hat das beste Verhältnis zwischen Volumen und Oberfläche, was die günstigste Form ist, wenn man darin Druck aufbauen will. Aeordynamik, etc. spielt ja im Weltraum keine Rolle.
Warum sollte man Raumschiffe so abenteuerlich konstruieren wie z.B. die Enterprise? Das ist völliger Unsinn (und damit, nach deiner eigenen Ansicht, unglaubwürdig)
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 16:32
von Kajetan
Todesglubsch hat geschrieben:
Hab's nie gespielt, ...
Ahh
... aber laut Stay Forever Podcast war Teil 1 - nur keine glaubwürdige und effiziente Raumstation wo es Fahrstühle gab, die eben nur ein, zwei Ebenen fuhren, dann musste man komplett durch bestimmte Abteilungen gehen um einen weiteren Fahrstuhl zu finden, der wieder nur eine Ebene fuhr - und dann waren die kompletten Levels mit Schrägen und Rampen, die auch nicht glaubwürdig waren, sondern nur als Showcase für die Engine dienten.
Da hat mal wieder jemand "glaubwürdig" mit "realistisch" verwechselt". System Shock 1 war hier glaubwürdig, weil beim Leveldesign nicht willkürlich irgendwelche Vektoren zusammengeschrabbelt wurden, sondern schon stimmig zum jeweiligen Thema der Ebene das Design angepasst wurde. Auch hatte man nie das Gefühl von einem isolierten Level zum anderen zu latschen, sondern das wirkte schon alles wie ein Teil der Citadel-Station. Realistisch (!) konnte das Leveldesign von System Shock 1 schon alleine aus technischen Gründen nie sein.
Von daher habe ich nix gegen ein wenig mehr Realismus bei Beibehaltung der Glaubwürdigkeit.
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 16:35
von magicmarker
Todesglubsch hat geschrieben:
Hab's nie gespielt, aber laut Stay Forever Podcast war Teil 1 - nur keine glaubwürdige und effiziente Raumstation wo es Fahrstühle gab, die eben nur ein, zwei Ebenen fuhren, dann musste man komplett durch bestimmte Abteilungen gehen um einen weiteren Fahrstuhl zu finden, der wieder nur eine Ebene fuhr - und dann waren die kompletten Levels mit Schrägen und Rampen, die auch nicht glaubwürdig waren, sondern nur als Showcase für die Engine dienten.
Da muss ich widersprechen, und ich hab das Game damals gezockt. Die Level bzw. die Raumstation war sehr glaubhaft. Man muss dazu sehen, dass es eines der ersten Spiele in dieser Richtung war. Es ging halt darum, in immer stärker gesicherte Bereiche der Station vorzudringen und Shodan die Energie abzuschneiden und zu verhindern, dass er Katastrophen verursacht. Da waren halt die Bereiche mit niedriger Sicherheitsstufe mit einem Aufzug verbunden und die Bereiche mit höheren Sicherheitsstufen hatten eigene Aufzüge. Ist vielleicht etwas umständlich gelöst, aber glaubhaft war das allemal.
Dazu kommt noch, dass ich den ersten Teil um einiges besser fand, als den Zweiten. Klar, System Shock 2 hab ich auch sehr gerne gezockt, allerdings hat mich damals schon gestört, dass sich Teil 2 nicht mehr wie der erste angefühlt hat. Die Steuerung fühlte sich plötzlich wie ein Shooter an und alles war viel actionlastiger. Ich habe diesen zwar gerne gespielt, vor allem wegen der beklemmenden Atmosphäre, allerdings würde ich an Teil 1 im Schnitt 10 Prozentpunkte mehr vergeben.
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 16:37
von Kajetan
Liesel Weppen hat geschrieben:
Warum sollte man Raumschiffe so abenteuerlich konstruieren wie z.B. die Enterprise?
*achtung, nerdalarm*
Die Form der Enterprise (und der anderer ST-Schiffe) ergibt sich aus den Gesetzmäßigkeiten der Warpfeldgeometrie und -theorie, wo bestimmte Anordnungen von Hülle und Warpgondel effizientere Reisen bei Warpgeschwindigkeiten ermöglichen als andere Anordnungen.
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 16:44
von Derjeniege
Todesglubsch hat geschrieben:Hab's nie gespielt, aber laut Stay Forever Podcast war Teil 1 - nur keine glaubwürdige und effiziente Raumstation wo es Fahrstühle gab, die eben nur ein, zwei Ebenen fuhren, dann musste man komplett durch bestimmte Abteilungen gehen um einen weiteren Fahrstuhl zu finden, der wieder nur eine Ebene fuhr - und dann waren die kompletten Levels mit Schrägen und Rampen, die auch nicht glaubwürdig waren, sondern nur als Showcase für die Engine dienten.
Bei allen Respekt an Gunnar und Christian, aber dieses Argument gegen ein Spiel ist ziemlicher Unsinn und macht einem nur den Spaß kaputt. Im Post-Mortem von Deus-Ex schreibt Warren Spector, dass man in dem Spiel realistische Umgebungen benutzen wollte - so z.B. die Freiheitsstatue am Anfang. Den Testspielern ist aber schnell aufgefallen, dass dies ausgesprochen langweilig ist. Deswegen bot Deus-Ex wieder Gang-Architekturen, die kein Brandschutzprüfer durchgehen lassen würde, und Aliens und sonstiges unrealistisches Zeug.
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 16:58
von Todesglubsch
Kajetan hat geschrieben:
Da hat mal wieder jemand "glaubwürdig" mit "realistisch" verwechselt".
In diesem Fall nope. Vielmehr hängt hier wohl die suspension of disbelief-Schwelle einfach auf unterschiedlichen Ebenenen.
Ich hab damals jedenfalls nen Blick reingeworfen, fand es potthäßlich und mochte die verschachtelten Karten nicht (d.h. ich habe so wenig gespielt, dass es weiterhin behaupte, ich hätte es nicht gespielt).
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 17:03
von arillo
Ich habe System Shock 1 in diesem Jahr zum ersten Mal und dann gleich eine Woche am Stück durchgespielt. Ich finds auch viel besser als System Shock 2, das ich immer wieder anfange und wieder weglege.
Ich habe die Demo des Remakes gespielt und finde Optik und Atmosphäre schonmal großartig und freue mich, dass sich die Devs nah am Original bleiben wollen.
Was das Leveldesign angeht....ja, das hat so seine Schwächen. Die sehe ich aber weder in mangelnder Glaubwürdigkeit noch fehlendem Realismus. Ich bin sogar dafür, die Layouts so zu belassen, wie sie sind.
Aber man darf gerne die Orientierung erleichtern, ohne gleich auf Questmarker zurückzugreifen.
Und ähem...vielleicht die Nodes etwas deutlicher platzieren...
Ich war so abgefuckt, als ich kapiert habe, dass ich die Codes, die in den (was sind das nochmal?) Reaktorkammern stehen, am Ende alle in der richtigen Reihenfolge brauche, um das Spiel zu beenden. WARUM???!!!
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 17:14
von Liesel Weppen
Kajetan hat geschrieben:
Die Form der Enterprise (und der anderer ST-Schiffe) ergibt sich aus den Gesetzmäßigkeiten der Warpfeldgeometrie und -theorie, wo bestimmte Anordnungen von Hülle und Warpgondel effizientere Reisen bei Warpgeschwindigkeiten ermöglichen als andere Anordnungen.
War mir klar, dass es bei Star Trek irgendeine Erklärung dafür gibt.
Und da sind wir dann beim Problem mit den Erklärungen angelangt: Andere Raumschiffe im ST-Universum sind ganz anders konstruiert, fliegen aber auch in Warpblasen. Sind die dann alle weniger effizient, oder sind die noch effizienter? Wenn letzteres, warum baut die Föderation 200, 300 Jahre später ihre Schiffe immernoch so?

Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 17:17
von Liesel Weppen
Todesglubsch hat geschrieben:Kajetan hat geschrieben:
Da hat mal wieder jemand "glaubwürdig" mit "realistisch" verwechselt".
In diesem Fall nope. Vielmehr hängt hier wohl die suspension of disbelief-Schwelle einfach auf unterschiedlichen Ebenenen.
Ich hab damals jedenfalls nen Blick reingeworfen, fand es potthäßlich und mochte die verschachtelten Karten nicht (d.h. ich habe so wenig gespielt, dass es weiterhin behaupte, ich hätte es nicht gespielt).
Also setzt du "potthässlich" und "verschachtelte Karten" mit unglaubwürdig gleich? Oder vielleicht einfach nur nicht auf dem Stand der Technik von 2016, sondern doch eher auf der von 1996?
Eigentlich hast du mit dieser Antwort genau das bestätigt, was dir "vorgeworfen" wird.
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 17:25
von Krokatha
Liesel Weppen hat geschrieben:
Und da sind wir dann beim Problem mit den Erklärungen angelangt: Andere Raumschiffe im ST-Universum sind ganz anders konstruiert, fliegen aber auch in Warpblasen. Sind die dann alle weniger effizient, oder sind die noch effizienter? Wenn letzteres, warum baut die Föderation 200, 300 Jahre später ihre Schiffe immernoch so?

Vergleich mal Segelschiffe aus dem Mittelalter mit Segelschiffen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Oder asiatische Segelschiffe. Wikinger-Drachenboote mit römischen Galeeren.
Gibt eben ein Grundkonzept, und kulturelle Unterschiede und Weiterentwicklungen.
Re: System Shock - Remake: Wie originalgetreu wird die Umsetzung ausfallen?
Verfasst: 28.12.2016 18:00
von Liesel Weppen
Krokatha hat geschrieben:Liesel Weppen hat geschrieben:
Und da sind wir dann beim Problem mit den Erklärungen angelangt: Andere Raumschiffe im ST-Universum sind ganz anders konstruiert, fliegen aber auch in Warpblasen. Sind die dann alle weniger effizient, oder sind die noch effizienter? Wenn letzteres, warum baut die Föderation 200, 300 Jahre später ihre Schiffe immernoch so?

Vergleich mal Segelschiffe aus dem Mittelalter mit Segelschiffen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Oder asiatische Segelschiffe. Wikinger-Drachenboote mit römischen Galeeren.
Gibt eben ein Grundkonzept, und kulturelle Unterschiede und Weiterentwicklungen.
Kulturelle Unterschiede in der Entwicklung ja. Und Weiterentwicklung auch, nämlich dementsprechend, dass man heute keine mittelalterlichen Segelschiffe, Wikingerschiffe oder Galeren mehr baut. Und zwar nicht wegen des Antriebs, sondern auch die Rumpfformen nicht mehr. Und afaik bauen Chinesen, Amis und Europäer ihre Schiffe nicht (mehr) wesentlich unterschiedlich, oder?
Trotzdem sind all diese Rumpformen ähnlich und wurden eigentlich nur optiomiert. Afaik ist niemand auf die Idee gekommen, jemals einen rechteckigen Rumpf zu bauen, der auch noch quer fahren sollte.