Ab 2008: Kulturpreis für Spiele

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4P|BOT2
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Ab 2008: Kulturpreis für Spiele

Beitrag von 4P|BOT2 »

Ab 2008 soll in Deutschland jährlich der Staatliche Kulturpreis für Computerspiele vergeben werden. Das ließ Kulturstaatsminister Bernd Neumann laut Ab 2008: Kulturpreis für Spiele
Mr. Jigsaw
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Käse!!!

Beitrag von Mr. Jigsaw »

Kulturell und pädagogisch wertvolle Werke? Epic und ID wären heiße Anwärter :wink: . Mal ernsthaft, der Preis is doch für die Tonne!
Vittras
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blablub

Beitrag von Vittras »

So schwammig wie die neue Gesetzesgebung formuliert ist bleibt wohl nachher außer Barbies Pony Hof ohnehin nichts mehr für Auszeichnungen übrig. Spiele wie bspw. Mass Effect sind in gewissen Umfang ja auch als "gewaltbeherrscht" einzustufen :evil:
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DozyDragon
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Beitrag von DozyDragon »

Wahrscheinlich nur ein weiterer Schritt im "Kampf" gegen "Killerspiele" - und ich nehm mal an, die Spiele werden dann vom Großteil der Zocker gemieden... denn wer will schon Peter Lustig´s Löwenzahn-Reihe oder irgendwelche Disney-Spiele aufm Rechner :D
out.of.the.shadows
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Beitrag von out.of.the.shadows »

Als ich etwas von "pädagogisch wertvoll" gesleen hab, kam mir alles hoch. Ich meine, großartige Spiele wie God of War, Crysis oder Halo sind ja (gottseidank) nicht pädagogisch wertvoll. Solche Meisterwerke werden dann ja automatisch ausgeschlossen.

Ganz im Ernst, wer will schon rechnen mit dem Masterchief?^^
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Reslist
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Beitrag von Reslist »

Hm also aus meiner sicht gibt es viele "pädagogisch" wertvolle Spiele z.b. Dead Rising (kann man tote Zombies zählen) oder Call of Duty 4 (kann man
die Zeit zählen bis dem Chinook der Sprit ausgeht) ,Bioshock (kleine Kinder retten) ...

Irgendwie voll für die (Regen)Tonne .
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Doc Shock
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Beitrag von Doc Shock »

Hallo? Leute? Was ist los mit euch? Da sollen Computerspiele endlich als Kulturgut anerkannt werden und ihr meckert immer noch? Das ist ein großer Schritt in Richtung gesellschaftlicher Akzeptanz!
Das einzige in der Newsmeldung, was Kritik verdient, ist das Statement des deutschen Musikrates. Und zwar nicht zu knapp, weshalb ich mich darüber einmal auslassen möchte:

Es scheint, Frontal und Co haben auch beim Musikrat Wirkung gezeigt.
Aber diese Doppelmoral ist nun wirklich ein schlechter Scherz: Weil ein gewisser Prozentsatz gewaltverherrlichend sei (übrigens, wäre dies tatsächlich der Fall, so wären diese Spiele alle verboten, sie sind also höchstens gewaltbeinhaltend - in verschieden starken Ausprägungen), soll das Medium als Ganzes nicht zum Kulturgut erklärt werden? Vielleicht sollten sich die Leutchen mal erst in der eigenen Branche umsehen. Gerade in der Musik wird doch mit Gewaltthemen und Anderem nicht gespart.
Allen voran in der Richtung Gangsta-HipHop (sowohl der Amiland-Export als auch nationale "Künstler" wie die Typen von Aggro Berlin und Co.) mit dem tollen Frauenbild und, untertrieben gesprochen, doch recht seltsamen Werten. Das sehe ich auch nicht als kulturell wertvoll an, ist aber dennoch Bestandteil einer Kultur und hat somit eine Existenzberechtingung.

Gerade in der sog. U-Musik sind Texte über Gewalt ein sehr verbreitetes Stilmittel und niemand sagt etwas dagegen. Warum auch? Nur weil ich mit Hip Hop nicht viel und mit diesem Gansta-Gehabe weniger als nichts anfangen kann, würde ich niemandem vorschreiben wollen, nicht mehr solche Musik machen zu dürfen, das Urteil steht mir gar nicht zu. Klar, für mich persönlich ist Hip Hop eigentlich gar keine richtige Musik, da sich Musik, nach meiner Definition, aus Melodie und Rythmus zusammensetzt. Melodie fehlt jedoch bei den meisten HipHop-Acts, bis auf ein paar geklaute Samples, fast komplett. Ausnahmen gibt es zwar, sind aber die Minderheit. Aber das ist eben bloß meine persönliche Meinung und zum Glück haben in Kultur- und Geschmacksfragen persönliche Meinungen nichts zu suchen... Zumindest sollte es so sein, aber da ist ja noch unsere geliebte BPjM.

So, ich geh jetzt ein Stück "total gewaltfreie" Musikkultur konsumieren - Manowar:
Rip their flesh
Burn their hearts
Stab them in the eyes
Rape their women as they cry
Kill their servants
Burn their homes
Till there's no blood left to spill
Hail and Kill
Power and dominion are taken by the will
By divine right hail and kill
johndoe464488
Beiträge: 2419
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Beitrag von johndoe464488 »

x % an Kinder bleibt die musikalische Bildung verwehrt?
Na und... Das ist doch kein Argument gegen diesen Preis!

Wir haben in Deutschland genug Deutsche Künstler die einen täglich nerven. Bzw auch was gescheites abliefern. Und man siehts doch. LaFee usw kann keine Noten lesen und was ist aus ihr geworden? Genau eine Millionärin!
Also man kann auch ohne musikalische Bildung es weit bringen. Jeder braucht nur etwas Glück.
Aber sowas gegen diesen Preis zu benutzen ist echt meiner Meinung nach für die Katz!

Die richtigen Spiele gehören genauso zur Kultur, wie Musik und Film.
Und wegen den gewaltdarstellenden Inhalt...
Die Spieler wollen gewalt, also bekommen sie es auch. Die Industrie macht des doch nicht einfach nur aus Spaß. Sondern es wird gefordert, genauso wie immer bessere Grafiken usw.
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Simon Gruber
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Beitrag von Simon Gruber »

Viele scheinen hier zu meinen, ihr Hobby sei weder von "qualitativ hochwertiger" noch "kulturell und pädagogisch wertvoller" Unterhaltung.

Ihr nehmt teilweise Spiele zu recht aus, ein HALO gewinnt auch in 20 Jahren keinen Preis in Sachen Kultur, genauso wenig wie es Crysis schafft innovativ zu sein.
Qualitativ hochwertig sind beide auch in keiner Weise, es sei den man berücksichtigt die Technik. Aber das wäre ähnlich als würde man einen Monet nach der verwendeten Leinwand und der Art der benutzten Pinsel bewerten.

Es geht bei diesem Preis eben darum Spiele auszuzeichnen, die aus der Masse in besonderer Weise herausstechen, beispielweise aufgrund Ihrer Erzählart, ihrer Geschichte oder ihres Spielprinzips. Damit sind Werke wie Shadows of the Colossus oder Okami gemeint, aber definitiv keine "Die Erde wird von Aliens angegriffen, tötet sie alle"- Shooter oder Barbies Pony- Gehöft. Mir ist sowieso rätselhaft wie Crysis in manchen Magazinen derart abräumen konnte, ohne auch nur den Hauch vom normalen Egoshooter Alltag abzuweichen.

Ähnlich ist es auch bei Filmen. Die Blockbuster, welche Hollywood am Leben halten und millionen Zuschauern Spass machen, gewinnen in Cannes keine Preise. Dort wird nicht der Entertainmentfaktor bewertet.
Eben so ist das auch hier.
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Krayt
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Beitrag von Krayt »

ich finds eigentlich echt okay.

es gibt immer spiele, wie z.b. shadow of colossus oder ICO, die preise verdient haben, da in ihnen nicht der primäre fokus auf "headshot! Wo ist der nächste!" liegt.

bleibt abzuwarten, welche spiele den preis denn nächstes jahr erhalten werden.
Gast
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Beitrag von Gast »

Ähnlich ist es auch bei Filmen. Die Blockbuster, welche Hollywood am Leben halten und millionen Zuschauern Spass machen, gewinnen in Cannes keine Preise. Dort wird nicht der Entertainmentfaktor bewertet.
Eben so ist das auch hier.
Find' ich auch, nur bleibt noch die Frage, wie die Kriterien dafür ausgelegt sind. Gäbe es schon einen Kutlurpreis für 2007, Bioshock hätte ihn definitiv verdient, aber wenn Spiele mit einem deftigen Gewaltgrad von vornherein ausgeschlossen bleiben...
Gerade das ist es doch, was die meisten hier verunsichert. Werden nun nur Titel für den Award ausgeschlossen, bei denen Gewalt als purer Sebstzweck dient (worunter es auch keinen gäbe, der einen Kulturpreis verdient hätte), oder allgemein alle Ab-18-Spiele?
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Bubunator
Beiträge: 822
Registriert: 08.11.2005 14:42
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Beitrag von Bubunator »

Grundsätzlich würde man das Herausheben künstlerisch und pädagogisch wertvoller Produktionen begrüßen, allerdings würden immerhin sechs Prozent aller Spiele gewaltverherrlichende Inhalte bieten - eine Förderung aus Steuermitteln wäre deswegen "verfrüht"...
Dann soll der gute Mann auch konsequent weiterdenken und sämtliche Förderungen für die Musikindustrie ablehnen, solange diese weiterhin gewalttätige und frauenfeindliche Produktionen en masse auf den Markt kübelt.

Damn Hyppocrits.
Leertaste
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Registriert: 31.05.2007 22:02
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Beitrag von Leertaste »

Psychonauts sollte dann bitte den Preis Post-Release bekommen. :)
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Dan Chox
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Registriert: 28.12.2006 21:23
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Beitrag von Dan Chox »

Doc Shock hat geschrieben:So, ich geh jetzt ein Stück "total gewaltfreie" Musikkultur konsumieren - Manowar:
Rip their flesh
Burn their hearts
Stab them in the eyes
Rape their women as they cry
Kill their servants
Burn their homes
Till there's no blood left to spill
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Power and dominion are taken by the will
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Und? Kult!
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Agnostic Taffer
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Registriert: 06.06.2007 18:57
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Beitrag von Agnostic Taffer »

Tolle Sache. Es gibt zwar nicht so viele kulturell wichtige Spiele wie WW2-Shooter, schätze ich mal, aber schon allein deswegen verdienen sie es ausgezeichnet zu werden.

Meine Vorschläge wären: Psychonauts ,da schließ ich mich "Leertaste" gerne an; Beyond Good and Evil, Evil Twin, Bad Mojo, Tron2.0, Fahrenheit, zumindest wegen der tollen ersten Hälfte; Gothic1, Wiggles...und mehr fallen mir grad nicht ein.
Alles so Spiele die auf jeden Fall den Horizont erweitern und neue Perspektiven einbringen.

Was mir zum deutschen Musikrat noch einfällt: Wie wenig Fantasie muss man eigentlich haben um nicht auch Vorteile für die musikalische Bildung zu sehen? Immerhin macht die richtig Musikuntermalung bei Spielen eine ganze Menge aus und ist objektiv gesehen höchst vielfältig.