Kajetan hat geschrieben:
"Früher" gab es kaum Möglichkeiten ein Spiel so runterzudrehen, um es auch auf schwächerer Hardware zu spielen. Entweder hatte man einen 486er, Pentium, schnellen Pentium oder ne 3DFX-Karte im Gehäuse stecken oder man konnte das Spiel in der Pfeife rauchen. Dass man Spiele durch vielfältige Graphik-Optionen auf einer ganzen Bandbreite von Hardware spielen kann, ohne dass man bei allen Settings ausser Ultra gleich Augenkrebs bekommt, ist eine ziemlich neue Sache.
Nein. Ganz früher, als du noch in die Windeln gesch... äh klein warst (;)), hat man den PC auf ein Spiel optimiert, nicht das Spiel auf den PC. Ganz früher, so als Graphik langsam mal mehr als 4 oder 16 Farben lernte, hatte ich für nahezu jedes Spiel eine eigene Bootdiskette, jedesmal auf Speicher und Treiber optimiert, so dass auch ja nur genau das geladen wurde, was dieses Spiel gebraucht hat und zwar in den richtigen Speicherbereich, und dann auch noch in der richtigen Reihenfolge, das war damals auch wichtig. Wing Commander 1 & 2, Doom, Dune, diverse Point&Click.
Dann kamen so langsam die ersten 3D-Polygon-basierten Spiele raus. Da zähl ich mal Doom nicht dazu, Teil 1 und 2 war eher Pseudo-3D, auch wenn für damalige Verhältnisse echt gut gemacht. Duke 3D, X-Wing, Tie-Fighter, Wing Commander 3, Quake. Da gabs dann schon erste Einstellungsmöglichkeiten. Wenn man in Tie-Fighter Gouraud Shadding nicht hätte abschalten können, wäre das auf meinem 386er nicht mehr spielbar gewesen. Quake wurde halt in 280x320 gespielt, weil 640x480 hat meine Hardware nicht gepackt. Ganz allgemein war man damals aber auch noch fähig, solche Spiele mit 15-20fps zu spielen und hatte trotzdem Spass dabei. An 30 oder 60fps war damals gar nicht zu denken.
3DFX machte mit der Voodoo dann erstmals 3D-Spiele in 640x480 wirklich brauchbar. Zum Glück waren die NVidia-3D-Karten damals schon überlegen (Riva128, vollwertige Graka, nicht nur 3D-Addon, mehr Performance, flexibler (nicht nur 640x480)) und Microsoft konnte dann mit DirectX/3D diesem Glide-Unsinn auch ganz schnell ein Ende setzen. Gott sei Dank.
Und danach sind wir schon bei der Ära der konfigurierbaren Spiele. In so ziemlich jedem Shooter nach Quake 2 konnte man so einiges einstellen. Der Effekt war nur noch nicht so offensichtlich, weil die Leistungsspanne zwischen 486er und Pentium war nicht so groß wie man das heute kennt. Wer damals am PC halbewegs aktuelle Spiele spielen wollte, musste sowieso immer die neueste gerade noch bezahlbare Hardware haben, die Spiele waren darauf ausgelegt.
Heute ist das ganz anders. Ein halbwegs moderner PC, der kann durchaus auch 3 Jahre alt sein, langweilt sich bei sehr vielen Spielen halb zu Tode, vorallem die CPU. Die Grafik ist überwiegend sowieso so gut, dass diverse Konfigurationsmöglichkeiten zwar enorme Unterschiede in der Performance ausmachen mögen, graphisch aber häufig nur Nuancen sind. Zudem optimiert man heute keine Systemeinstellungen mehr auf ein Spiel, heute wartet man darauf, dass der Graphikkartenhersteller seinen Treiber auf das neuste Spiel optimiert.
Star Citizen bringt den PC als Spielgerät eigentlich wieder dahin, wo er eigentlich hingehört, zumindest, wenn man seine Hardware auslasten will.
Und nein, es war damals nicht üblich, oder notwendig, dass zum Release eines Spiels bereits Hardware verfügbar war, auf der es flüssig lief. Ok, Zum Release von Wing Commander 4, konnte man schon Hardware kaufen, die das Spiel flüssig hingekriegt hätte, aber auf heutige Verhältnisse umgerechnet, hatte damals wie heute eben kaum jemand einen 10.000€ PC im Wohnzimmer stehen.