Das_lachende_Auge hat geschrieben:Flextastic hat geschrieben:sie hat sich nun mal das feld "videospiele" rausgesucht und geht da doch auf konkrete beispiele (spiele) ein
Sie beschwert sich, dass man in The Witcher als Belohnung mit Frauen schlafen kann obwohl es eine Buchversoftung ist und die Welt aus dem Buch wieder gibt, sie beschwert sich darüber, dass bei Conan DER BARBAR nackte Frauen als Belohnung warten, obwohl das nunmal zu der Barbarenwelt dazu gehört. Ich erkenne nicht, wie sie hier konstruktive Kritik bringt ausser zu sagen, das ist scheisse, das gefällt mir nicht. Aus feministischer Sicht würde es mich doch mehr interessieren, woher das kommt und nicht dass es nun mal da und da zu sehen ist. Das ist typisches medienwirksames an der Oberfläche kratzen wie es auch Politiker tun wenn sie schnell Aufmerksamkeit brauchen. Da hilft es auch nichts zu sagen, sie ist halt nur für Videospiele zuständig denn auf diesem Gebiet hat sie ja nicht mal die nötigen Kompetenzen.
Das Problem ist eher, dass man das Gefühl bekommt, Frau Sarkeesian würde die Videospielbranche dafür Verantwortlich machen, dass es solche Klischeebilder überhaupt gibt, oder zumindest in der Videospielbranche an sich. Dabei ist das kein Problem der Videospielbranche, sondern ein allgemeines Problem der wohlhabenden und fortschrittlicheren Gesellschaften unserer Welt. Die Videospielbranche ist nur das Ergebnis dessen.
Unsere gesamte Gesellschaft ist darauf gemünzt, dass wir schon im Kindesalter mit gewissen Erwartungen auferzogen und darauf verstärkt durch die Kommerzialisierung dieser "Werte" auch konditioniert werden. Man erkennt die Unterschiede vorallem gut, wenn man sich zum Vergleich Entwicklungsländer ansehen, wo in einem Haushalt das junge Mädchen und der Junge unter gleichen Bedingungen aufwächst und entsprechend auch gleiche Interessen entwickelt, einfach weil in der Regel der Luxus fehlt, was auch der Grund ist, warum in Entwicklungsländern der Anteil an Frauen in Ingenieursberufen ungleich höher ist im Vergleich zum Schnitt in den westlichen und fortschrittlicheren Ländern.
Das selbe können wir auch bei uns zu Lande sehr gut erkennen, wenn man sich zum Beispiel konservative Familien aus Ostasien (vornehmlich Vietnam, China und Korea) anschaut, wo die Kinder, egal ob Junge oder Mädchen, gleichermaßen unter den Leistungsdruck der Eltern stehen und auf Erfolg in der Schule hin erzogen werden. Wodurch dann auch so Klischeebilder entstehen, dass die einzigen Frauen, die zum Beispiel Informatik studieren, allesamt asiatisch sind, was zu großten Teilen sogar zutrifft hier in Deutschland.
Bei westlichen Familien hingegen wird dem Mädchen aber beigebracht, das es mit Puppen zu spielen hat und der Junge mit Autos. Dadurch entstehen automatisch verschiedene Interessen, denn mit Puppen assoziert man nicht unbedingt Maschinenbau, sondern eher Pädagogik und andersrum bei Autos. Es ist keinesfalls so, dass Mädchen genetisch bedingt sich zu diesen Feldern hingezogen fühlen, sondern wir sie dahingehend hin erziehen. Die Werbung macht ihr übriges. In einem älteren Sarkeesian-Thread hat jemand das Beispiel der neuen Überraschungsei-Werbung herangezogen, die auf junge Mädchen konzipiert wurde und entsprechend eher "mädchenhaft" gehalten war. Die Wirtschaft hat das gut erkannt und nutzt das entsprechend für ihre kommerzielle Zwecke auch voll aus.
Und entsprechend verhält es sich auch mit Videospielen. Daher geht die Kritik von Sarkeesian völlig ins Leere, weil sie an der falschen Stelle Kritik ausübt. Mal von ihren anderen Fehltritten ganz zu schweigen, wodurch Sarkeesian auch als Person sich selbst in Missgunst für dieses Thema hineinmanövriert hat.