4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

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Imperator Palpatine
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von Imperator Palpatine »

Exist 2 Inspire hat geschrieben:Und die Sau wird weiter durchs Dorf getrieben! :D
https://www.youtube.com/watch?v=vdO8kX6GNcw

https://www.youtube.com/watch?v=mcI6zSwmfaQ

:wink:
andymk
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von andymk »

Sexismus ist, finde ich, ein problematischer Begriff, weil er permanent falsch verwendet wird.

Die sexualisierte Darstellung von Personen ist an sich KEIN Fall von Sexismus! In diesem Begriff steht Sex nicht für englisch Sex - Geschlechtsverkehr, sondern für lateinisch Sexus - Geschlecht. Sexismus beschreibt die Diskriminierung nach Geschlecht, nicht die plakative Darstellung des Geschlechtsverkehrs oder der Geschlechtsorgane.

Was ist also sexistisch? Eine hypothetische Fantasywelt beispielsweise, in der alle weiblichen Charaktere Kettenhemdbikini zu Körbchengröße DD tragen und mit Ausnahme dieser einen tollen Schwertkämpferin eigentlich nur Staffage, Rettungsobjekte oder Betthäschen für die männlichen Helden darstellen. Hier wird nämlich eine Diskriminierung nach Geschlecht vorgenommen, die weiblichen Charaktere werden marginalisiert und sexualisiert - die männlichen aber nicht.

Und damit kommen wir auch schon zur zweiten Problemebene von Sexismus (und den meisten anderen -ismen): der Unterschied zwischen Realität und Fiktion. Kurz gesagt: in der Realität kann man auf diskriminierende -ismen komplett verzichten.

Was aber ist mit fiktiven Werken? Hier gibt es, denke ich, vier Kategorien.
Erstens: moderne Werke, die -ismen unkritisch einsetzen, vielleicht absichtlich, vielleicht auch unreflektiert, jedenfalls aber im vollen Ernst. Ein hypothetisches Buch also zB über die Dummheit des Negers, oder oben genannte Fantasywelt mit dickmopsigen Kettenhemdbikinischönheiten. - Solche Werke sollte man, ich sag`s mal so, nicht unbedingt vollumfänglich tolerieren.
Zweitens, moderne Werke, die -ismen scheinbar wie oben erwähnt einsetzen, aber tatsächlich eine karikierende oder satirische Absicht verfolgen. Das muss natürlich ger geneigte Leser auch erst mal kapieren ;)
Drittens, historische Werke, die -ismen dem jeweiligen Zeitgeist entsprechend einsetzen. Man denke etwa an so gut wie jedes Werk bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Lovecraft, Howard, Heinlein, um mal ein paar Genreautoren zu nennen. Rassistisch (Der Innsmouth-Look? Eine Parabel auf Mischlingskinder), sexistisch (Frauen? Schwache, leichtsinnige Geschöpfe; der Held ist der Mann!) - you name it. - Diese Werke muss man mit einem Kommentar versehen und UNBEDINGT in ihrer ursprünglichen Gestalt BEWAHREN. Wer die Geschichte zensiert, fälscht sie, und wer die Geschichte fälscht, ist immer ein Arschloch.
Viertens, moderne Werke, die historische -ismen-Realitäten imitieren, da sie in den entsprechenden Zeiten - oder vergleichbaren Parallelzeiten - angesiedelt sind. Der historische Roman, der Fäntelalter-Roman. - Und das muss auch so sein! Nichts ist alberner als Werke, die zwanghaft versuchen, moderne Gesellschaftsbilder in historische Zeiten zu übertragen. - Natürlich muss man bedenken, dass gerade die großen Romanciers des 19. und 20. Jahrhunderts genau das getan haben; das Rom- und Mittelalterbild dieser Zeit war de facto ein Spiegel der kontemporären Vorstellungen, man lese nur Ein Kampf um Rom oder Quo Vadis. Damals hatte man Männliche Übermenschen und Das Ewig Lockende Weib; heutzutage hat man dann halt Die Starke, Selbstbewusste Frau und Den Mann Voller Selbstzweifel. Bäh.

Natürlich müssen gerade Autoren der Kategorie 4 HÖLLISCH aufpassen, in welche Richtung sie ihr Werk entwickeln. Bilden sie wirklich ein realistisches - oder eben pseudo-realistisches - historisches Gesellschaftsbild ab, oder übertragen sie doch nur moderne Vorstellungen in die Kettenhemdzeit und fügen ein bisschen Gewalt gegen Frauen hinzu, weil "das eben früher so war" (und sich außerdem super verkauft)? - Tricky. Da wäre man dann schnell wieder bei der ersten Kategorie.

Meiner Meinung nach spielen sich leider große Teile der modernen Fantasy-Inszenierung in Kategorie 1 und der schlechten Variante von 4 ab. Jedes Videospiel, das mit halbnackten Nachtelfen wirbt (und eher selten, wenn überhaupt, mit halbbackten Orkbarbaren). Jedes Werk mit überflüssigen Sexszenen, die zumeist aus der männlichen Perspektive heraus inszeniert sind. - Und natürlich ist de facto jedes Rollenspiel rassistisch, denn es diskriminiert fundamental nach Rassenzugehörigkeit (ALLE Orks sind dümmer, ALLE Elfen sind geschickter) - wer das nicht findet, ersetze bei D&D mal "Elf" durch "Asiat" und "Halbork" durch "Schwarzer". Huch! - Allerdings lässt sich drüber streiten, ob derart plakativer und gamistischer Rassismus zumal in einem ganz klar als fiktional gemarkten Bereich wirklich problematisch ist oder nicht eher ein Fall von Kategorie 2.

Die Witcher-Welt hingegen ist für mich ein ganz klarer Vertreter der guten Kategorie 4, schön gewürzt mit Kategorie 2. Sapkowski ist ein Autor mit dem Wissen und der Vorgehensweise eines Historikers; man lese nur einmal seine Trilogie zu den Hussitenkriegen. Seine Witcher-Welt ist ein rundes, in sich geschlossenes Szenario, das -ismen vollkommen absichtlich plakativ präsentiert und gerade dadurch lebendig und greifbar wird. Dabei ist allerdings, und die Unterscheidung ist wichtig, nicht der Autor -istisch, sondern seine Figuren sind es in ihrem Handeln - aber nicht in ihrem Sein. Die sapkowskischen Zwerge SIND NICHT gierig und diebisch, die Elfen NICHT hinterhältig und gemein, die Menschen NICHT durchgehend grausame Umweltvernichter - aber sie behandeln sich gegenseitig entsprechend, weil sie es voneinander glauben - oder weil sie die entsprechenden Ressentiments gezielt einsetzen! Und NATÜRLICH erscheinen gelegentlich auch Charaktere, die dem Klischee entsprechen - es wäre albern, gerade diese Facette auszusparen.

Damit ist die Witcher-Welt ein Zerrspiegel der Realität; ja, die grundlegende Botschaft der Serie liegt sogar in der Darstellung der -ismen, in der Darstellung der letztendlichen Grundlosigkeit von Gewalt und Hass.

Generell ist in der Witcher-Serie der "interne" Rassismus übrigens deutlich wichtiger als der Sexismus. Frauen werden eigentlich nicht in übermäßiger Weise als marginalisiert oder unterdrückt dargestellt, jedenfalls nicht in einem das Historisierende überschreitenden Maße; im Gegenteil begegnen wir Zauberinnen, Kriegerinnen, Herrscherinnen, Räuberinnen, Priesterinnen mit eigener Agenda und aktivem Charakter. Ja, einige dieser Charaktere instrumentalisieren ihre Sexualität. Aber eben NICHT als passive Sexobjekte von männlichen Gnaden, sondern als selbstbewusste, aktive Akteure, die Sex zum Lustgewinn und als Waffe verwenden. Vulgo: wie Männer. - Und auch unser Held Geralt ist zwar sexuell aktiv, aber keineswegs als conanesker Retter und Besteiger von Bikinimädchen, sondern de faco zumeist als Lustobjekt irgendwelcher Zauberinnen, die gerne mal ein Nümmerchen mit dem attraktiven Freak schieben und ihn ansonsten eher ausnutzen.

In den Witcher-Spielen wird, kurz gesagt, diese sapkowskische Perspektive eigentlich ganz gut umgesetzt. Allerdings verfallen CDPR auch, und das muss man zugeben, in Auswüchse von Kategorie 1; mit dem Tittensammelkartenspiel aus dem ersten Witcher, mit den Playboy-Aktionen der virtuellen Triss aus dem zweiten Teil und mit dem infamösen "18 Stunden Sexszenen"-Werbetweet zu Wild Hunt. Das ist ein reiner Fall von "Sex sells", genauer, "nackte Weiber verkaufen sich gut bei männlichen Jugendlichen aka Gamern", und das ist sexistisch.

Allerdings, und das spricht für den Hersteller, habe ich das Gefühl, dass diese Elemente für Teil 3 schon deutlich reduziert wurden. Es gibt keine Sammelkartenspiele mehr und das Spiel eröffnet nicht mit Triss Merigolds Hupen, sondern mit einer FSK 12 Rückenansicht von... Spoiler. Dass es leicht bekleidete Zauberinnen und dann doch mal die ein oder andere Sexszene gibt - das entspricht alles dem Buchhintergrund und hat auch einen Sinn in der Welt (ja, Zauberinnen kleiden sich mit Grund besonders aufreizend, und es gibt auch eine Erklärung, warum alle Zauberinnen aussehen wie Models) bzw. geht nicht über ein wenig illustratives Beiwerk hinaus, bei dem Geralt übrigens mindestens so häufig oben Ohne zu sehen ist wie seine Gespielinnen.

tl;dr: Witcher 3 ist nun wirklich kein problematisches Beispiel für Sexismus und Rassismus in Videospielen; wenn überhaupt, dann handelt es sich um ein Beispiel dafür, wie man es (zum größten Teil) richtig macht!

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Das Miez
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von Das Miez »

4P|T@xtchef hat geschrieben:Ich finde es ohnehin sehr interessant, wie unterschiedlich Männer und Frauen Videospiele wahrnehmen. Vor allem, weil Letztere das Primitive meist viel schneller entlarven. Aber dafür brauchen wir nicht Sarkeesian fragen, da haben wir Alice.
Blut ist halt dicker als Wasser. :wink:

Zur Nebendebatte, dass Spiele, die im Mittelalter angesiedelt sind, auch möglichst realitätsnah (und in diesem Sinne: "historisch korrekt") Lebensverhältnisse abbilden sollen - etwa die eher schwache Rolle der Frau im politischen, religiösen und auch gesellschaftlichen Alltag: Ausdrücklich nein!

Begründung: Ich halte das für eine sich selbst einschränkende Denkweise. Wir reden hier immer noch von Fantasy-Mittelalter-Spielen, die es durchaus ermöglichen sollen (vielleicht auch müssen?), dass auf der Basis eines mittelalterlichen Settings auch andere, womöglich nicht historisch korrekte Aspekte dargestellt und angeboten werden. Hängt man sich zu sehr an jenem Punkt fest, kann man auch irgendwann sagen, dass Monster bzw. Fantasywesen da nichts zu suchen haben, die politischen Verhältnisse falsch dargeboten werden (etwa, wenn es neben einem Kaiser keine Könige, Herzöge, Grafen etc. gibt oder auch die mittelalterliche Kirchenhierarchie nicht 1:1 korrekt abgebildet wurde) etc. pp.

Anderes Beispiel: In der tendenziell mit männlichen (Haupt-) Akteuren besiedelten Science Fiction - Welt hätte es nach obiger Sichtweise niemals einen Film wie Alien geben dürfen. :wink:
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Jörg Luibl
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von Jörg Luibl »

@andymk: Sehr lesenswerter, gut strukturierter Beitrag - danke dafür! Kann dir nur zustimmen - und komme zu einem ähnlichen Fazit. Wir haben die wichtige Begrifssdefinition im Talk nicht angeboten; cool, dass du damit beginnst. :wink:
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aeri0r
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von aeri0r »

The Antagonist hat geschrieben:Ein toller 4Players-Talk, weiter so! :!: :!: :!:

... "Die Rolle des Kindes im Videospiel im Wandel der Zeit" wünschen...da hat der Pädagoge was zu lesen, merci. 8)

PS: Zur Klischee-Rolle der Frau in RPGs:

https://www.youtube.com/watch?v=OTGh0EMmMC8

:wink:
Und hier genau liegt das "Kind" ja auch begraben. Das Rollenverständnis und die Gruppendynamik die aus dem Thema Sexismus entsteht ist beispielhaft für Freud´sche Definitionen ödipaler Konflikte.

Der "Rahmen", die Regeln der Gesellschaft und wie ein Einzelner sich hierzu verhält und Stellung nimmt in Abwehr oder Zustimmung. Das Gefühl von richtig und falsch, gut und böse.

Ableitend ist das beste was ein Videospiel schaffen kann das Erfüllen ganz verschiedener Bedürfnisse - zu welchen auch die eigene Rolle die man erfüllen will und das Thema Anerkennung gehört.
Der eigenen Rolle und die eigene Stellungnahme. Und genau das schafft der Witcher ganz vorzüglich. Es gibt schwarz und weiß, und der Witcher bietet hier unterschiedlichen Charakteren den wichtigen Aspekt selbst ausmalen zu können und steigert somit die Identifikation zum Spiel durch Entscheidungen. Man empfindet in manchen Quests regelrecht "anwiderung" oder charakterliche Zuneigung.

Die Frage die sich hier dann stellt ist - kriegt man solch Identifikationsstärken in einem blütenweiß - reinem Universum hin? Tolkien löst bei mir eine Art Fluchtverhalten aus - das bedeutet ein flüchten in phantasmesche Welten die einen aus der Realität reißen um vielleicht auch einfach mal in eine andere Rolle schlüpfen zu können als man selber ausfüllt. Im Sinne der Identifikation sehe ich hier den Witcher stärker.

Und zu den Rollen gehört verdammt nochmal Sexismus, Feminismus, der Bad Boy sein oder auch der strahlende Held. So ist meiner Meinung nach endgültig ab zu grenzen inwiefern sich hier nun rüder Sexismus darstellt oder sich eine glaubhafte Welt inszeniert.
Nicht unsere eigene Welt, aber mit erkennbaren Gleichungen welche uns befähigen eine Rollenposition ein zu nehmen. Und meiner bescheidenen Meinung nach macht eben das der Witcher sehr gut, hier wird man weniger bevormundet sondern lässt gesteigerte Identifikation zu in eben jenen erkennbaren Gleichungen. Denn Seximus engstirnig runter brechen auf "Sexszenen" ist genauso sinnvoll wie einen Menschen auf seine Haarfarbe runter zu brechen, schließlich ist Sex neben "Fressen" das was wir Menschen schon seit unserer Entstehnung machen. Das Gesamthafte zählt. Und ich bin noch nicht über eine Quest gestolpert die mir sagt ich müsse doch die nächste Bäuerin flachlegen um voran zu kommen im Spiel...

Oh man...ein Thema das man endlos auseinandernehmen kann....ich hör mal auf :P
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Imperator Palpatine
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von Imperator Palpatine »

The Antagonist hat geschrieben:
4P|T@xtchef hat geschrieben:Ich finde es ohnehin sehr interessant, wie unterschiedlich Männer und Frauen Videospiele wahrnehmen. Vor allem, weil Letztere das Primitive meist viel schneller entlarven. Aber dafür brauchen wir nicht Sarkeesian fragen, da haben wir Alice.
Blut ist halt dicker als Wasser. :wink:

Zur Nebendebatte, dass Spiele, die im Mittelalter angesiedelt sind, auch möglichst realitätsnah (und in diesem Sinne: "historisch korrekt") Lebensverhältnisse abbilden sollen - etwa die eher schwache Rolle der Frau im politischen, religiösen und auch gesellschaftlichen Alltag: Ausdrücklich nein!

Begründung: Ich halte das für eine sich selbst einschränkende Denkweise. Wir reden hier immer noch von Fantasy-Mittelalter-Spielen, die es durchaus ermöglichen sollen (vielleicht auch müssen?), dass auf der Basis eines mittelalterlichen Settings auch andere, womöglich nicht historisch korrekte Aspekte dargestellt und angeboten werden. Hängt man sich zu sehr an jenem Punkt fest, kann man auch irgendwann sagen, dass Monster bzw. Fantasywesen da nichts zu suchen haben, die politischen Verhältnisse falsch dargeboten werden (etwa, wenn es neben einem Kaiser keine Könige, Herzöge, Grafen etc. gibt oder auch die mittelalterliche Kirchenhierarchie nicht 1:1 korrekt abgebildet wurde) etc. pp.

Anderes Beispiel: In der tendenziell mit männlichen (Haupt-) Akteuren besiedelten Science Fiction - Welt hätte es nach obiger Sichtweise niemals einen Film wie Alien geben dürfen. :wink:
Alien ist noch aufgrund einer anderen Tatsache besonders. Die Protagonisten waren fast ausnahmlos
" einfache " Personen. Bergarbeiter die den Job nur aufgrund des Geldes machen. Keine Elitesoldaten, keine Professoren, keine Auserwählten.
Dies machte den Kampf gegen das Alien umso realistischer und spannender.
Unabhängig von der Frauenfigur Ripley.
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DextersKomplize
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von DextersKomplize »

4P|T@xtchef hat geschrieben:@DextersKomplize: Willst du das Niveau dieser Diskussion jetzt mit "gestörten Randgruppen" und "ihr wollt nur Klicks" anheben? Wir springen da auf keinen Zug auf, sondern diskutieren das, weil wir gerade alle The Witcher spielen. Und weil die Diskrepanz zwischen deutscher/europäischer sowie amerikanischer Spielekritik auffällig ist. Ich finde es ohnehin sehr interessant, wie unterschiedlich Männer und Frauen Videospiele wahrnehmen. Vor allem, weil Letztere das Primitive meist viel schneller entlarven. Aber dafür brauchen wir nicht Sarkeesian fragen, da haben wir Alice.
Ich erläutere gern das salopp hingeschriebene "gestörte Randgruppen".

Das sind so Damen wie die Frau Sarkeesian. Oder die Dame, die sich beschwert hat weil der Typ im Bundestag ihr nen Kompliment zu ihrem Dekolette gemacht hat(wie heftig wurde das bitte aufgebauscht??).
Das ist einfach völlig überzogen. Es ist auch nicht so, als würde die Welt darüber diskutieren. Das ist eher eine Meinung einer Randgruppe, die offenbar nichts besseres zu tun hat, als Emmanzipation/Sexismus überall breitzutreten, selbst da wo sie überhaupt nichts zu suchen hat.

Ich finde einfach, es ist nichts, was die Menschheit bewegt. Sowas ist auch kein Problem. Stereotype, klischeehafte Charaktere in Videospielen, EGAL ob Mann oder Frau, gibt es schon seit jeher und das hat mit Sicherheit KEINE Auswirkung auf die Gesellschaft. Hatte es damals auch nicht, als alle noch total verklemmt waren.
Wenn iwo Sexismus herrscht, dann vllt im Beruf, im generellen Alltag. Und dies hat als Grundlage sicher keine Videospiele, sondern gesellschaftlich verankerte Ansichten/Denkweisen, die nur nach und nach aufgeweicht werden.

Bevor Sarkeesian kam und ihr auch auf den Zug aufgesprungen seid, habe ich nie an so ein Thema gedacht(warum auch? Hat sich auch nie eine Frau die ich kenne diesbezüglich geäussert). Ich nehme Frauen auch als ebenbürtige, gleichberechtigte Wesen wahr, wohl wg meiner Erziehung, Werten die vermittelt wurden, etc. Und ich spiele schon ewig Spiele und habe soviele halbnackte, hilflose Babes gesehen und bin auch kein Sexist oder hab ne beschränkte Sichtweise. Ich kann das Problem einfach nicht erkennen.
Zumal es ja auch nicht so ist, als würden Frauen nicht dafür bekannt sein, sich alle Nase lang auszuziehen :wink:

Es sind teilweise Klischees, teilweise stereotype Darstellungen in Spielen, teilweise das komplette Gegenteil. Aber darum geht es doch. Um die Freiheit machen zu können was man möchte, darzustellen was man es möchte, erzählen wie man es möchte. Und wenn das Mädel in der Geschichte halt ne naive kleine Göre ist, die gerettet werden muss, dann ist das halt so.

Und ich behaupte einfach mal, für jeden "normalen" Menschen, mit normaler Erziehung, sind dies keine ernsthaften Probleme.

Im übrigen erkennen Frauen primitive Ansätze glaube ich schneller, weil sie eben nur die Grafik sehen und nichts weiter. Es fehlt die gesamte Betrachtung eines Spiels. Beispiel Duke Nukem. Da sind Frauen auch nur Nutten, Huren, etc...aber ist es deswegen verwerflich? Ist es deswegen kein gutes Spiel?
Oder GTA. Da sind fast alle Frauen Statisten oder Nutten. Und? Auch kein gutes Spiel?
Und was ich am allerwitzigsten finde ... was ist denn mit den Männern? Wie oft werden wir als hohle Muskelberge dargestellt? Geht da irgendein Mann auf die Barrikaden? Aber hauptsache manche Emanzen regen sich über so einen Blödsinn wie halbnackte Darstellungen auf.

Und das sind für mich einfach weldfremde Randgruppen. Sexismus kann ein Problem sein in der echten Welt, aber doch nicht in Videospielen.
Wie oft hat eigentlich der Actionfilmheld seine kleine, arme, unfähige Frau gerettet? Millionen Mal. Hat es wen gejuckt? Nö.
Aber hauptsache bei Videospielen sind wir nun soweit das dies ein Problem ist. Oder es uns eingeredet wird.
Und das stört mich.
  • Spielt zur Zeit: Alles und nichts, aber immer -> PES 2017 inkl. DFL Option File v4
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Das Miez
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von Das Miez »

Imperator Palpatine hat geschrieben:
Exist 2 Inspire hat geschrieben:Und die Sau wird weiter durchs Dorf getrieben! :D
https://www.youtube.com/watch?v=vdO8kX6GNcw

https://www.youtube.com/watch?v=mcI6zSwmfaQ

:wink:
Einfach mal zwischendurch ein wenig entspannen:

https://www.youtube.com/watch?v=CrJlwBkFAHw

By the way, hat Euer Lordschaft a.D. dieses Jahr nicht noch einen Film fertigzustellen? :wink:

@andymk: Den gelungenen und umfangreichen Beitrag druck ich mir am besten aus, rein vom Umfang her brennen einem da die Augen durch.^^
aeri0r hat geschrieben:Oh man...ein Thema das man endlos auseinandernehmen kann....ich hör mal auf :P
Wieso? - Läuft doch grad gut. :biggrin:
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Master Chief 1978
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von Master Chief 1978 »

Also ich frage mich ja generell, was wäre denn eigentlich wenn ich jetzt ein Spiel entwickle das in einer Erfundenen Welt Spielt in der die Frauen das Sagen haben? Wo Männer unterdrückt werden und Ständig in knappen Unterhöschen durchs Bild huschen.

Wäre das dann weniger Sexistisch? Aus Sicht der Sexismus Wächter meine ich.

Ich selbst finde diese Debatte mittlerweile ja ziemlich ermüdend und finde man muss das immer im Kontext sehen. Wo spielt die Geschichte und Wann, ist es ein Realistisches oder doch ein Fantasy Szenario etc.

Sollte man Sex nun aber generell aus Videospielen verbannen? Nö Warum auch, denn dann sollte man auch anfangen Sex aus Filmen zu entfernen. Darüber regt sich aber scheinbar niemand auf. Klar meist wirkt das in Videospielen noch recht Plump und unbeholfen aber das wird sich hoffentlich noch ändern.

Ich mag übrigens auch Videospiele mit Heldinnen in Fellbikinis und habe Lara beim Klettern gerne auf den Hintern geschaut, bin ich aber deswegen nun ein Schlechter Mensch? Bin ich deswegen der Ansicht das alle Frauen nichts weiter wären als Objekte? Ich denke und Hoffe nicht!
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Das Miez
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von Das Miez »

Imperator Palpatine hat geschrieben:Alien ist noch aufgrund einer anderen Tatsache besonders. Die Protagonisten waren fast ausnahmlos " einfache " Personen. Bergarbeiter die den Job nur aufgrund des Geldes machen. Keine Elitesoldaten, keine Professoren, keine Auserwählten. Dies machte den Kampf gegen das Alien umso realistischer und spannender. Unabhängig von der Frauenfigur Ripley.
:Daumenrechts: Stimmt, ja...einfache "Normalos", die nur ihren Job machen wollen und mit einer schwierigen Extremsituation konfrontiert werden. Vom "Feind im Inneren" mal noch ganz abgesehen. :)
#edit# Auch als Rolle am Rand ganz interessant (und für mein persönliches Happy End damals wichtig):
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Zuletzt geändert von Das Miez am 22.05.2015 12:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von Eisenherz »

Ist doch gut, dass sich CDPR dem politkorrekten Blödsinn verweigert. Hier wird sich zumindest noch aufs Spiel konzentriert, und nicht jede Szene erst dem linksextremen Politoffizier zur Durchsicht vorgelegt, wie man neuerdings bei Mass Effect 3 und DA:O beobachten konnte. Da merkt man einfach, wo CDPR geographisch zu verorten ist. Dieses westlich-dekadente Geseiere ist denen zum Glück fremd.
Zuletzt geändert von Eisenherz am 22.05.2015 12:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von Das Miez »

Master Chief 1978 hat geschrieben:Also ich frage mich ja generell, was wäre denn eigentlich wenn ich jetzt ein Spiel entwickle das in einer Erfundenen Welt Spielt in der die Frauen das Sagen haben?
Das gab's zu 1/3 ja bereits...
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Zählt nicht, da nur Strategiespiel, ich weiß...^^
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von Master Chief 1978 »

The Antagonist hat geschrieben:
Master Chief 1978 hat geschrieben:Also ich frage mich ja generell, was wäre denn eigentlich wenn ich jetzt ein Spiel entwickle das in einer Erfundenen Welt Spielt in der die Frauen das Sagen haben?
Das gab's zu 1/3 ja bereits...
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Warum? Die Art des Spiels ist doch egal, auch in Strategiespielen könnte man eine Sexistische Geschichte erzählen wenn man wollte. :wink:
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von ZackeZells »

The Antagonist hat geschrieben:
Imperator Palpatine hat geschrieben:Alien ist noch aufgrund einer anderen Tatsache besonders. Die Protagonisten waren fast ausnahmlos " einfache " Personen. Bergarbeiter die den Job nur aufgrund des Geldes machen. Keine Elitesoldaten, keine Professoren, keine Auserwählten. Dies machte den Kampf gegen das Alien umso realistischer und spannender. Unabhängig von der Frauenfigur Ripley.
:Daumenrechts: Stimmt, ja...einfache "Normalos", die nur ihren Job machen wollen und mit einer schwierigen Extremsituation konfrontiert werden. Vom "Feind im Inneren" mal noch ganz abgesehen. :)
#edit# Auch als Rolle am Rand ganz interessant (und für mein persönliches Happy End damals wichtig):
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Jupp total normale Menschen, die laufen an mir täglich vorbei...gerade eben in der Mittagspause wieder gesehen, so sahen die aus Bild
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Re: 4Players-Talk: Sexismus in The Witcher 3

Beitrag von Imperator Palpatine »

The Antagonist hat geschrieben:
Imperator Palpatine hat geschrieben:Alien ist noch aufgrund einer anderen Tatsache besonders. Die Protagonisten waren fast ausnahmlos " einfache " Personen. Bergarbeiter die den Job nur aufgrund des Geldes machen. Keine Elitesoldaten, keine Professoren, keine Auserwählten. Dies machte den Kampf gegen das Alien umso realistischer und spannender. Unabhängig von der Frauenfigur Ripley.
:Daumenrechts: Stimmt, ja...einfache "Normalos", die nur ihren Job machen wollen und mit einer schwierigen Extremsituation konfrontiert werden. Vom "Feind im Inneren" mal noch ganz abgesehen. :)
#edit# Auch als Rolle am Rand ganz interessant (und für mein persönliches Happy End damals wichtig):
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Endlich jemand der genau so denkt wie ich. Mir war ernsthaft egal ob sie alle draufgehen wenn dafür nur
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überlebt.

Aber da bin ich generell " geschädigt ", insbesondere was Filme betrifft. Selbst als Imperator...
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Zuletzt geändert von Imperator Palpatine am 22.05.2015 13:07, insgesamt 1-mal geändert.
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