Jepp. Wie man persönlich zu Kopien steht oder ob Kopien nun einen Schaden verursachen oder nicht, das ist eine Sache.spliffb hat geschrieben:Hier wird eigentlich nur kritisiert, das CD Projekt die Abmahnanwälte mit ins Boot geholt hat. Und diese Praktik hat sowas von den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen.
Der Zweck heiligt nun mal nicht die Mittel, und wer mit dieser Abmahnerbande einen Pakt eingeht, muß sich auch nicht wundern, wenn er an Reputation verliert, denn es ist schlicht unseriös und beschmutzt die ehemals weiße Weste CD Projekts.
Wenn man jedoch meint mit Abmahnparasiten ins Bett hüpfen zu müssen, die sich einen Scheissdreck darum kümmern, ob der Anschlussinhaber hinter einer gesammelten IP überhaupt etwas getan hat (gibt genug Geschichten über WLANs, über Senioren ohne Filesharing-Ahnung, über abgemahnte Drucker, deren IP man irgendwo abgegrast hat), dann ist das Gesabbel über "DOCHDOCH, WIR LASSEN NUR 100%ige KOPIERER ABMAHNEN!" entweder das Gesabbel unwissender Naivlinge oder schlichtweg gelogen. Denn das kann man nur an Hand einer IP überhaupt nicht sagen.
Und mehr machen diese Kanzleien nicht. Da lässt man sich von einer Recherche-Firma einen Haufen IP-Adressen geben (deren Gültigkeit die Recherche-Firma übrigens auch nicht prüft). Dann setzt die Schadenssume mit Absicht sehr hoch an um eine Staatsanwaltschaft mit Massenanzeigen zuballern zu können, ohne dass diese eine Handhabe hat diese Massenanzeigen abzulehnen. Dann beantragt man Akteneinsicht und ballert die ermittelten Anschlußinhaber mit maschinell erstellten Serienbriefen zu. Dann setzt man sich gemütlich zurück und wartet darauf, dass geschätzt 10-20% Anschlußinhaber sich genug Angst einjagen haben lassen und sofort zahlen. Vor Gericht ziehen diese Anwälte natürlich nicht, denn dann müsste man ja dem Anschlussinahber tatsächlich nachweisen (!), dass dieser das getan hat, was einem die Anwälte vorwerfen.
Nochmals zum Verdeutlichen für alle, die hier immer noch denken, dass hier Justizia Gerechtigkeit walten lässt: Es geht hier nicht darum eine strafbare Handlung zu ahnden. Es geht nur NUR und AUSSCHLIESSLICH darum Anschlußinhaber mit Drohbriefen einzuschüchtern, damit diese sofort zahlen. Wer gar nicht reagiert oder eine modifizierte Unterlassungserklärung ohne Zahlungsverpflichtung abgibt, der hört von diesen Anwälten nie mehr etwas.
Wie bereits gesagt, bei CD Project war man entweder erschreckend naiv und unwissend oder man wollte sich ganz bewusst mit den Kanzleien in den Grauzonen des Abmahnswesens bereichern. Angesichts der mittlerweile ans Tageslicht gekommenen Werbepraxis dieser Kanzleien (Mandanten sollen an den Abmahngebüren beteiligt werden, so dass die Abmahnung letztendlich lukrativer ist als der eigentliche Produktverkauf), gehe ich von letzterem aus.


