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Der 4P-Kommentar: Call of Iran
Verfasst: 14.10.2010 13:10
von 4P|BOT2
Folter, Giftgas, Vergewaltigung? Womit muss der nächste Shooter werben, damit man die Talibanhysterie um <B>Medal of Honor<B>
Der 4P-Kommentar: Call of Iran
Re: Call of Iran oder das Anti-Kriegsspiel?
Verfasst: 14.10.2010 13:10
von _Wodka_
Ich finde auch, dass es endlich mal Anti-Kriegsspiele geben sollte. Nicht immer dieses Gut gegen Böse rumgeballer.
Mir persönlich würde auch ein Spiel gefallen, welches sich um einen jungen deutschen Soldaten während des 2. Weltkrieges dreht.

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Verfasst: 14.10.2010 13:10
von Minando
Das erste Antikriegsspiel...Moooment mal...es gibt auch ERWACHSENE Shooterfans ?!
Verfasst: 14.10.2010 13:18
von Sir Richfield
Zwei Ideen kamen mir beim Lesen:
1) Es gibt (gab?) einen "Shooter", der von echten Einsätzen lebt. Leider ist mir der Name des Projektes nicht mehr geläufig oder ob es sich da tatsächlich um eine Eigenentwicklung handelt oder einen Satz aus Mods.
Jedenfalls konnte man sich für diesen Realismus Shooter regelmäßig neue Karten und Einsätze laden, die den Berichten aus afaik dem Irak Krieg nachempfunden waren.
Wurde allerdings nicht an die Glocke gehängt und diente nie als PR Aktion für irgendwelche großen Publisher, was ja hier das Thema war.
2) Sagt der Mann, der großflächig darüber gekotzt hat, dass eine Figur in einem Actionspiel Menschlichkeit zeigt, mit Verlustängsten und Posttraumatischem Streßsyndrom klarkommen muss.
(Ich gestehe, dass dieser Vergleich nicht nur hinkt, sondern im Rollstuhl sitzt, aber dennoch...)
Und beim Tippen: Ein solcher Shooter würde in der Form in Deutschland nicht ohne Weiteres verkauft werden können. (Siehe allein die Kontroverse um den Mauer Mod für die Source Engine.)
Verfasst: 14.10.2010 13:18
von Barzano
DANKE!
Das entspricht in etwa dem, was ich auch schon im Thread zur Umfrage geschrieben habe. Solange Kriegsspiele nur ein stumpfes Action Rambazamba sind, werden Videospiele (zu recht) niemals auf einer Stufe mit Filmen angesehen werden.
Da steckt das Medium leider wirklich noch in den Kinderschuhen.
@sir richfield: Du spielst auf Metroid an, oder? Ganz ehrlich und bei allem Respekt: der Vergleich sitzt nicht mehr im Rollstuhl, sondern liegt bestenfalls auf der Intensivstation

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Verfasst: 14.10.2010 13:19
von Las51
Der Artikel spricht mir ein bisschen aus der Seele. Ich hab schon seit Jahren keinen Shooter mehr angefasst, weil mir allgemein der Anspruch fehlt. In Crysis erschiesst man einen Koreaner nach dem anderen ohne groß darüber nachzudenken. Die Action in CoD 4 war schon toll, trotzdem hab ich's nicht durchgespielt. Spätestens bei der Mission im Flugzeug, wo man durch die Wärmebildkamera auf irgendwelche leuchtenden Punkte schiesst, konnte ich die "schwarz-weiße" Weltsicht nicht mehr ertragen. Andere Shooter versuchen sich vom Rest mit möglichst immer mehr Gore abzuheben.
Das bezieht sich jedoch nicht nur auf Ego-Shooter. Allgemein würde ich es begrüßen, als erwachsener Spieler auch mehr erwachsene Themen in Spielen vorzufinden. Wann gibt es endlich mal ein Spiel mit echten moralischen Dilemmas? Wann gibt es mal ein Spiel win Actionspiel ohne die übliche Videotheken-B-Film-Story.
Rambo 1?
Verfasst: 14.10.2010 13:20
von Vittras
Wie meistens eigtl. ein Kommentar der zum Denken anregt, auch wenn ich nicht immer der Meinung des Autors bin. Allerdings fällt mir als selbsternannten Filmkenner auf, dass Jörg wohl Rambo (1982) mit Rambo 2 (1985) verwechselt. Oder aber er geht nach den tatsächlichen Titeln, und nicht dem im allgemeinen Sprachgebrauch verbreiteten, First Blood und Rambo: First Blood Part 2?
Bitte genauer Differenzieren, da man sonst über den eigtl. guten ersten Stallone Film etwas anderes denken könnte als er tatsächlich zeigt.
Das ist natürlich nur eine Kleinigkeit, aber auch das zählt zur Recherche eines Artikels.
Gruß
Vittras
Call of Iran
Verfasst: 14.10.2010 13:27
von Preasi
Warum spielt man in allen gängigen "Kriegsspielen" eigentlich immer auf der amerikanischen Seite.
Warum strotzen Sie alle voller Patriotismus.
Das gleiche haben wir auch bei den Kriegsfilmen.
Er gibt leider nur wenige Regisseure/Entwickler die sich konkret an das Thema heranwagen würden. Gerade ein Thema was in Amerika verpönt ist. Jeder diskutiert es dort in der Familie oder freuen doch öffentlich fehlt der Mut.
Ich würde mir wünschen dass EA oder ähnlich mal die Eier hätten solch ein Spiel in Auftrag zu geben aber solange die Kassen klingeln und die Verkaufszahlen für COD /BA /MoH usw. in die Höhe steigen werden sehen die auch keinen bedarf.
Eigentlich schade denn so bleiben Ego-Shooter erstmal Einheitsbrei mit Grafik update.
Verfasst: 14.10.2010 13:28
von Chwanzus Longus
Die, die Medal of Honor bereits gekauft haben wollens nicht anders, und die die es nicht gespielt haben, koennen hier nicht mitreden...
Verfasst: 14.10.2010 13:29
von Sir Richfield
Nebenbei:
Mir persönlich ist die Geschichte eines Shooters eher egal. Er muss Spaß machen.
Da gebe ich Jörg durchaus recht, der Militär Shooter an sich stagniert. Wie ich gerne sage, halte von den aktuellen Shootern mal ein paar Screenshots hoch und frage Dein Publikum, um welchen es sich dabei handelt. Die sind nicht mehr zu unterscheiden.
DAS ist traurig. (Auch dass die sich im MP so gut wie nicht mehr unterscheiden. Weniger in den angebotenen Modi, mehr im technischen Bereich.)
Womit ich nicht sagen will, dass ein Shooter keine Story haben muss oder sollte. Im Gegenteil. Aber sie muss glaubwürdig sein und gut umgesetzt.
Das liefert kaum ein Actionspiel in letzter Zeit.
Ein echter Anti-Kriegs Shooter wäre tatsächlich mal was Anderes und ich würde den auch begrüßen. Aber die Gefahr, dass jeder und seine Omma sich dann auf das Thema stürzt und die sich im Versuch, sich gegenseitig zu übertrumpfen, aufreiben und das Thema dann ins Unglaubwürdige ziehen, ist einfach zu hoch.
EINER würde reichen.
Es fehlt die Abwechslung. Warum scheint es so ein Problem zu sein, dass der eine einen vernünftigen "Krieg ist schlecht, Hmmkay?"Shooter macht, der andere ein CoD "Amerika FTW" Shooter und der dritte einen Waffenporno ala Borderlands (nur diesmal mit Story, bitte!)?
Nein, einer hat Erfolg, jeder äfft ihn nach und am Schluss entscheidet die Stärke der PR Abteilung über den Erfolg und nicht die Leistung der Entwickler.
Verfasst: 14.10.2010 13:30
von Barzano
Prinz Eisenstange hat geschrieben:Die, die Medal of Honor bereits gekauft haben wollens nicht anders, und die die es nicht gespielt haben, koennen hier nicht mitreden...
Das hier ist keine Diskussion über MoH, sondern eine Grundsatzdiskussion. Hier darf jeder mitreden der lustig ist, dafür muss man kein MoH gespielt haben

Verfasst: 14.10.2010 13:33
von R_eQuiEm
Ich denke das sich a) der Markt sowieso irgendwann durch diese Thematik selbst sättigen wird und b) das "Anti-Kriegsspiel" einfach noch seine Zeit braucht.
Ich verstehe das Verlangen danach. Aber das Medium befindet sich noch in den Kinderschuhen und ist noch weit davon entfernt das die Öffentlichkeit einem Spiel die nötige Ernsthaftigkeit und Respekt entgegenbringt wie zum Beispiel einem Film oder einem Buch das die selbe Thematik aufbringt! Solange hauptsächlich "Kinder" mit Videospielen assoziiert werden und diese auch die größte Käuferschaft sind werden weiterhin Erwachsene durch Zensur und Alterseinschränkungen bevormunded und das Medium Spiel einfach nicht ernstgenommen. Das ganze hat etwas mit Weiterentwicklung sprich Evolution zu tun. Danach zu verlangen ist in Ordnung aber man sollte sich in Laufe der nächsten Jahre einfach nicht zu viel erwarten! Bis dahin muss man sich größtenteils mit Spielen wie Medal of Honor zufrieden geben auf ab und zu kommende Perlen freuen und einfach abwarten!
Aber ich bin mir sicher das das Alles ganz von alleine kommen wird!
Verfasst: 14.10.2010 13:36
von A.Hopper
Die Frage ist doch eher, wie ein solches Anti-Kriegs-Spiel funktionieren soll.
Wenn man wie seinerzeit bei Apocalypse now oder auch Platoon nur abgestoßen ist von dem was man sieht, macht das Spiel doch gar keinen Spaß mehr. Oder doch? DARF so ein Spiel dann überhaupt Spaß machen?? Oder ist das jetzt schon wieder zu moralisch gedacht?
Das würde aber auch bedeuten, dass man in einem solchen Spiel die Wahl haben müsste. Die Wahl, abzudrücken oder die Waffe zu senken, weil man erkennt, dass man einen falschen Krieg kämpft. Dann würden klassische Shooter zu modernen Rollenspielen, die sich wohl eher auf das moralische Gebilde und die Entscheidungswege konzentrieren müssten als auf spektakuläre Inszenierung - und dabei ist es doch genau das, was wiederum Käufer anlockt.
Re: Der 4P-Kommentar: Call of Iran
Verfasst: 14.10.2010 13:36
von ColdFever
Sauberer Kommentar, da glänzt die Substanz wieder, für die ich 4P mal geliebt habe. Leider schreitet die Casual-Inszenierung im Videospielbereich trotzdem rasant weiter, denn offenbar orientieren sich die Publisher immer mehr vor allem an den Gelegenheitsspielern, die ohne viel Nachzudenken einfach nur vor einer schönen Kulisse ihren Spaß haben und gewinnen wollen. Selbst mein 'zivilisiertes' Lieblingsspiel Civilization setzt in seiner neuesten Casual-Version 5 vor allem auf unterhaltsame, alternativlose Kriege. Bloß die Spieler nicht zuviel nachdenken lassen, Alternativen und moralische Fragen könnten ja überfordern. Was EA mit MoH veranstaltet, hat allerdings eine besonders zweifelhafte Qualität. Erst die Werbetrommel mit den spielbaren Taliban rühren, dann aber nach Protesten der US Army den Gegner namenlos machen, um das Heldentum und Leiden der amerikanischen Soldaten nicht herabzuwürdigen? Offenbar können viele Militärs in den USA bereits nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden und auch dem Gegner eine menschliche Identität zugestehen. Das passt zu dem geleakten Wikileaks-Videomaterial vom Frühjahr, in dem eine US-Hubschrauberbesatzung sogar Zivilisten mit Spaß wie in einem Shooter niedermäht. Vielleicht sollte man da über ein Spielverbot von Kriegsspielen für Soldaten nachdenken, um die die Verrohung und Verblödung nicht noch weiter zu fördern.
Verfasst: 14.10.2010 13:37
von Satus
Sehr schöner Artikel.
Vieles darin kann ich unterschreiben.
Ich frage mich nur ob sich ein "Anti Kriegsspiel" verkaufen würde.
Erwartet der Spieler am Ende nicht der strahlende Held zu sein? Wer will schon als veramter, ausgenutzter, psychisch und physisch zerstörter Krüppel enden? Sei es auch nur in einem Videospiel.