Ja, da sprichst Du mir aus der Seele.Kajetan hat geschrieben: ↑14.09.2017 10:51ShowDas ist eine ganz schwierige Übung in "Respekt". Nicht Toleranz, weil ich jeden Dreck tolerieren kann, so lange er nicht direkt vor meiner Nase stattfindet. Respekt heisst nämlich nicht, dass ich einfach Dinge ausblende, die mich stören, sondern dass ich aktiv das Existenzrecht einer Sache akzeptiere. Selbst wenn es mir dabei den Magen rumdreht.
Doch wie weit soll dieser Respekt gehen? Kann man eine Religion oder eine Kultur respektieren, die zum Beispiel Frauen als Wesen minderer Qualität behandelt, wo Frauen nur den Status von Gebärmaschinen, Sexsklaven und Küchenpersonal haben dürfen? Kann man eine Kultur respektieren, in der Genitalverstümmelung bei Männern und Frauen betrieben wird? Könntest Du zum Beispiel eine Kultur respektieren, in der sich nur die Mitglieder einer bestimmten Kaste nach Belieben fortpflanzen dürfen, während alle anderen Menschen in Gebärtanks künstlich herangezüchtet werden und nur den Status biologischer Maschinen haben? Oder kann nur das respektiert werden, was nicht gegen grundsätzliche Prinzipien des eigenen Weltbildes verstößt, so dass man zu mehr als zähneknirschender Toleranz nicht fähig ist?
Nicht einfach, alles andere als einfach.
Und so weit muss man da noch nicht mal schauen - oftmals geschieht das schon bei den Nachbarn.
Konnte ich als Kind schon nicht begreifen, dass man meinen damaligen Kindergarten-Kumpel fast sterben ließ, weil die Familie Zeugen Jehovas waren und das Kind nach einem Unfall keine Fremd-Bluttransfusion bekommen sollte...
Ist schon eine ganze Weile her und Zeiten ändern sich, keine Frage.
Aber ich war bereits als Kind nicht sonderlich empfänglich gegenüber Religionen und solche Aktionen bestärkten meinen kaum vorhandenen Respekt (zu dem ich auch einfach noch zu jung gewesen wäre) gegenüber diversen Glaubensformen im allgemeinen nicht wirklich...
Wie Du schon geschrieben hast - eine ganz schwierige Übung...
