DoktorDoh hat geschrieben: ↑05.04.2017 23:34
@Balmung
Was du aber in deiner ganzen Argumentation überhaupt nicht berücksichtigst ist, wie groß im Vergleich zu früher die Spiele sind. ME:A hat z.B. 1200 Gesprächspartner, ME3 nur 670. Das sind 530 potentielle neue Fehlerquellen. Die Planeten sind in ME:A um einiges größer und befüllter als in ME3, überall steht Zeug, aka neue Glitchquellen herum.
Ja, natürlich, das weiß ich alles selbst, Spiele Entwicklung ist ein kleines Nebenhobby, das ich seit Mitte der 80er nebenbei betreibe, wobei mehr Theorie, nicht ganz so viel Praxis wie ich mir wünsche würde.
Nur warum sollte mich das als Spieler interessieren? Warum sollte ich den Entwicklern mehr Fehler zugestehen? Dann müssen diese halt mehr testen. Kein Grund die Spieler als Betatester zu missbrauchen.
Und mal ehrlich, diese Animationen, da hätte man sich nur mal 30 Minuten das fertige Spiel ansehen müssen und man wäre automatisch drüber gestolpert. Da sind andere Bugs, die nur in bestimmten Situationen getriggert werden, etwas ganz anderes.
Klar wäre es schöner wenn genügend Ressourcen für das Testen aufgewendet wird, aber die sind halt einfach mal (bestimmt) 10-20 mal so hoch wie damals. Und ich behaupte, selbst EA oder Ubisoft will ein Spiel nicht absichtlich unfertig releasen, da sie ja "nachpatchen". Das "nachpatchen" verursacht Kosten, welche keinen Gewinn erzielen, sondern bringen viele Spieler dazu das Spiel entweder gar nicht zu kaufen oder erst in der GOTY (Und dann meistens Billiger).
Dafür haben sie bei einem Spiel, das sich 1 Million mal verkauft auch potenziell 1 Million Tester, was ihnen einen Menge Kosten spart, denn ein internes Test Team ist vielleicht gerade mal 0,01% so groß und braucht deutlich mehr Zeit, hat aber auch bessere Tools um Bugs zu melden und somit leicht finden und beseitigen zu können. Dennoch spart ein Publisher massiv Geld, trotz allem, sonst würden sie s nämlich nicht in dem Zustand auf den Markt bringen. Schließlich schaut der Publisher sich das Spiel an und gibt dann grünes Licht für dieses potenzielle Gold Master und meist weiß der Publisher daher ganz genau in welchem schlechten Zustand das Spiel ist, ihm ist das Release Datum und die Investoren im Nacken, die ihr Geld + Gewinn haben wollen, aber deutlich wichtiger.
Eine Software (ab einer gewissen Größe) kann auch nie perfekt Bugfrei sein, das weiß jeder Entwickler. Also versucht man den Zeitpunkt abzuschätzen, ab wann man mit den vorhandenen Bugs leben kann. Diese Freigabe ist bei ME:A jedoch um mindestens 2-3 Monate zu früh gegeben worden

Perfekt Bugfrei sicherlich nicht, aber sogenannte Showstopper sind ein Unding, Bugs die einem am weiterspielen hindern und es nötig machen einen alten Spielstand zu laden.
In Horizon Zero Dawn, das ich vor ein paar Stunden beende habe, sind mir in 113 1/2 Stunden keine wirklich gravierenden Bugs aufgefallen. Ein unschöner Bug, dass in Dialogen die Sprache mit den Lippenbewegungen ab und zu nicht zusammen passt (sieht für mich so aus als würden da Lippenbewegungen für eine andere Sprache als deutsch abgespielt). Ansonsten nur Kleinigkeiten.
Wenn ich aber höre das in ME:A Dialoge frühzeitig abgebrochen werden, der andere Charakter außer Reichweite steht und man nicht hört was er sagt. Solche Dinge sind für mich keine unbedeutenden Bugs mehr. Hier haben eindeutig die Tester versagt oder man hat ihnen schlicht viel zu wenig Zeit gegeben. Und so etwas finde ich einfach unzumutbar für Spieler die 60 Euro für ein neues Spiel hingelegt haben ohne zu wissen was für ein Bugfest auf sie wartet.
P.S. kann natürlich auch sein, dass es von der Plattform abhängig ist auf der man es spielt über welche Bugs man stolpert. Das würde erklären wieso Manche viele Bugs noch gar nichtgesehen haben.