Der 4P-Kommentar: Call of Blutbad

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GSSD
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Sehr guter Kommentar!

Beitrag von GSSD »

In diesem Kommentar ist alles enthalten, was zu diesem Teil des Spiels zu sagen ist und vor allem stimmt es, dass jetzt die Presse und die korupten Politiker ein gefundenes Fressen haben um wieder darauf hinzuweisen, dass ja nur die Killerspiele an den Amokläufen und den brutalen Taten schuld sind.
Nur schon mal daran gedacht, dass das an der Umgebung, mit den falschen Kontakten und den schlechten Lebensbedingungen zusammenhängen könnte??
Ein Spiel macht keinen Mörder, die Menschen machen Mörder!
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xKepler-186f (f*ck marquard)
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Beitrag von xKepler-186f (f*ck marquard) »

Hi,

ich habe die Mission nun noch nicht gespielt und kann meinen Beitrag nur auf das Video stützen, dennoch finde ich den Kritikpunkt an der Regie nicht gerechtfertigt.

Bestes Beispiel ist Bioshock. Während des ganzen Spiels, sagt der Charakter kein einziges Wort. Natürlich darf der Spieler keine storyrelevanten Ereignisse selber bestimmen, aber er darf sich über die geschehenden Ereignisse seine eigenen Gedanken schmieden.
Das Spiel an sich, gibt ihm ein Bild. Der Spieler darf entscheiden, was er davon hält. Dabei sieht man während eines Kampfes mit einem Big Daddy nicht die schwitzenden Hände des Charakters, sondern kann selber auf seine eigenen Hände schauen.

Übertragend auf die CoD6 Mission, handelt es sich um die gleiche Situation. Das Spiel stellt den Spieler vor eine Aufgabe, die er bewältigen muss. Was er macht, wirkt sich auf das Spielgeschehen aus und wird auf den Bildschirm projiziert. Was der Charakter im Spiel denkt, wird offen gelassen, eben aus dem Grunde, weil es die (freie) Entscheidung des Spielers ist, was er denkt und wie seine Körperfunktionen auf das Geschehen reagieren.

Die Frage ist also die, Herr Luibl, ob Ihre Hände zittern, wenn sie einen Zivilisten auf einem Flughafen erschießen, oder nicht.
Termix
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Beitrag von Termix »

ZoSo_Capricorn hat geschrieben:Bestes Beispiel ist Bioshock. Während des ganzen Spiels, sagt der Charakter kein einziges Wort. Natürlich darf der Spieler keine storyrelevanten Ereignisse selber bestimmen, aber er darf sich über die geschehenden Ereignisse seine eigenen Gedanken schmieden.
Das Spiel an sich, gibt ihm ein Bild. Der Spieler darf entscheiden, was er davon hält. Dabei sieht man während eines Kampfes mit einem Big Daddy nicht die schwitzenden Hände des Charakters, sondern kann selber auf seine eigenen Hände schauen.

Übertragend auf die CoD6 Mission, handelt es sich um die gleiche Situation. Das Spiel stellt den Spieler vor eine Aufgabe, die er bewältigen muss. Was er macht, wirkt sich auf das Spielgeschehen aus und wird auf den Bildschirm projiziert. Was der Charakter im Spiel denkt, wird offen gelassen, eben aus dem Grunde, weil es die (freie) Entscheidung des Spielers ist, was er denkt und wie seine Körperfunktionen auf das Geschehen reagieren.

Die Frage ist also die, Herr Luibl, ob Ihre Hände zittern, wenn sie einen Zivilisten auf einem Flughafen erschießen, oder nicht.


Übertragen auf Hello Kitty Adventures, müsste man sich entscheiden wie dick das Fell der Katze sein muss, wenn es zu dick war müssten deine Pfoten auch schwitzen.
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Tapetenmetzger
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Beitrag von Tapetenmetzger »

ZoSo_Capricorn hat geschrieben:Was er macht, wirkt sich auf das Spielgeschehen aus und wird auf den Bildschirm projiziert.
Das tut es ja anscheinend eben nicht.
Wenn man von der unzensierten Version ausgeht, in der man die Wahl hat, Zivilisten zu erschießen oder eben auch nicht, gibt es laut Kommentar seitens der Terroristen keinerlei Reaktion. Das ist inkonsequent und meiner Meinung nach ein großer Mangel.

Mich persönlich hat die Szene schockiert und dennoch, vor allem auch in der deutschen Version, ist es atmosphärisch nicht zu vertreten, dass auf einen nicht schießenden Terroristen nicht reagiert wird. Wäre dies anders, gäbe es Konsequenzen für eine Verweigerung des Massenmords seitens des Undercoveragenten, könnte die ganze Szene gewaltig an Intensität gewinnen. Man stünde unter Druck, man könnte die Mission nicht erfüllen, ohne auf Zivilisten zu schießen. Das fehlt.
Wenn man es, wie Infinity Ward, schon auf Provokation anlegt, sollte man es wenigstens richtig machen.

So wird es nur wieder mal einen Haufen Pressemüll geben, der sich um Sinn und Unsinn von Shootern dreht. Stoff für weitere Hetzkampagnen und das nur wegen einer zu vernachlässigenden Mission, die spielerisch anscheinend nicht viel bietet und visuell die meisten Menschen einfach nur abstoßen dürfte.
Schade.
F-lamer
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Beitrag von F-lamer »

S3R10US hat geschrieben:Word.
Excel!
TitsMcghehey
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Beitrag von TitsMcghehey »

Lächerliches Kommentar, lächerliche Diskussion.

Anscheinend habt ihr deutschen Menschenrechtsverteidiger übersehen das es sich um ein Spiel handelt. Oh, ich vergass, in euerem Land werden Videospiele gleichgestellt mit Kinderpornografie und Waffen.
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Lord Lanze
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Beitrag von Lord Lanze »

Lächerlich. Es ist ein Spiel und sonst nichts. Wieso will man uns immer vorschreiben was wir sehen dürfen und was nicht? Die Liberalen sind doch jetzt mit an der Macht, also lieber Gido, was soll das?...
Zuletzt geändert von Lord Lanze am 05.11.2009 22:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

ZappesBPD hat geschrieben:Im übrigen habe ich MW2 schon vor Monaten vorbestellt und freue mich sehr auf das Spiel, obwohl ich 34 bin und man das Teil ja angeblich nur als "Kiddie" interessant finden darf.
Niemand sagt, dass Du als alter Sack kein MW2 gut finden darfst. All diese Shooter sind jedoch NICHT als Spiele für Erwachsene konzipiert, sondern ganz bewusst als Spiele für adoleszierende Jugendliche, die sich "erwachsen" vorkommen wollen, weil sie sich vom Mario-Knuddelkram ihres kleinen Bruders distanzieren wollen. Und am einfachsten wird dies mit einer effektvollen Inszenierung und Zurschaustellung von Gewalt erreicht. Eine Vorgehensweise, die man schon vom C64 her kennt und mitverantwortlich für das Vorurteil ist, dass Computerspiele ja nur was für dumme, unreife Kinder sind.

CoD6 trägt absolut NICHTS dazu bei, dieses Vorurteil zu entkräften, sondern setzt ganz bewusst auf diese Reizschiene, um möglichst viel Aufmerksamkeit, Hype und somit potentiellen Umsatz zu erzeugen. Jedwede "Botschaft" in diesem Spiel, jedweder Pseudoversuch einer "erwachsenen Darstellung bestimmer Vorgänge" ist nichts weiter als kühl kalkulierte Umsatzmaximierung.
RosaElfe
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Beitrag von RosaElfe »

Ich habe erst durch den Kommentar die entsprechende Szene gesehen.

Es ist mir an dieser Stelle absolut egal, ob die Mission technisch oder stilistisch gesehen toll oder rückschrittlich ist.

Auch das die Szene sehr unnötig und eigentlich dämlich ist, lasse ich mal außer Acht (wofür die Zelle infiltrieren, wenn ich sie an dieser Stelle auch ausschalten könnte, und damit die Zivilisten rette)...

Ich bin mir im Klaren darüber, dass es sich hierbei um ein PC-Spiel handelt. Ich spiele ja auch einigermaßen gerne shooter. Es ist mir klar, dass niemandem realen geschadet wird. Aber das ist kein Argument. Mit denselben Argumenten kann man ein Spiel à la "KZ-Manager" verteidigen, würde es so etwas geben. Abstoßend und widerlich bleibt die Szenerie trotzdem.

Ich sage auch nicht, dass ich Szenen wie diese Flughafenmission verbieten wollen würde.

Allerdings bin ich der Meinung, dass ich persönlich so etwas nicht brauche und nicht spielen will. Damit hat sich der Erwerb dieses Spiels für mich erledigt. So etwas möchte ich nicht spielen, Punkt.

Und wenn man das irgendwie gut findet oder daran absolut nichts widerliches erkennt, dann ist das ziemlich traurig und ernsthaft bedenkenswert. Daran ist nichts "cooles" oder "erwachsenes", dass man diesen dargestellten Vorgang irgendwie gutredet.
Einige sollten wirklich mal über ihre mehr oder eher weniger vorhandenen Moralvorstellungen nachdenken.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

ArthurDentist hat geschrieben:


sind wir uns also alle einig, dass die Szene abzulehnen ist - nicht weil sie schockierend ist (wie einer meinte), es wälzt sich ja niemand herum und schreit, sondern weil sie (deshalb?) schlecht gemacht ist? Nicht so toll, wie in Borderlands (dessen Publikum im Schnitt um zehn Jahre jünger ist und explodierende Köpfe noch zu schätzen weiß - Stichwort cool)

fein.

dann rollen wir das Thema von einer "erwachseneren" Seite auf - leider mit immer noch dem selben Publikum. ;-)

Denken wir an Steven Spielberg. Denken wir an "München". Wie viele hier halten München für einen schlechten Film? Eben! :wink:
Ist aber leider ein Meisterwerk.
Denken wir an "Saving Private Ryan".
Denken wir an die Einführungssequenz (die Landung).
Abstoßend, nicht?
Abstoßender Film aber auch!

und jetzt werden wir fiktiv

Steven Spielbergs neuester Film.
Die Biographie eines Undercover-Agenten und seines selbstzerstörerischen Einsatzes in einer Terror-Gruppe.

Der Film beginnt mit einer Art "Vorblende"

der letzte Werbespot ist aus.
Der Bildschirm wird schwarz.
wir hören Gesprächsfetzten, klicken und klappern (offenbar von Waffen und Magazinen, die vorbereitet werden).
Langsam werden Namen und Titel eingeblendet. Weiß, auf schwarzem Grund.
Schließlich hören wir ein "DING!". Langsam kommt Licht auf die Leinwand. Der Fahrstuhl hat sein Ziel erreicht. Das letzte, was wir für lange Zeit hören werden: "kein Russisch!"
Die Truppe verlässt den Fahrstuhl. Stoisch und präzise eröffnen sie das Feuer auf die Menge und beginnt ihren blutigen Weg durch den Flughafen. Die nächsten zehn Minuten folgt die Kamera dem Protagonisten - ohne eine Blende, einen Zwischenschnitt. Völlig emotionslos.
Erst als die Polizei eintrifft, wird der hypnotische Rhythmus des Films aufgelöst. Wir wachen auf, der Film blendet zurück. 2 Jahre zuvor....

12 Oscars! :lol:

Na - hat der Perspektivenwechsel geholfen? :wink:

Fazit:
Die Gamer (und Kritiker!) -szene ist doch noch VERDAMMT unreif.
Nein, diese Szene ist nicht "cooool".
Nein, sie will es auch nicht sein.
Sie ist - für Actionspielverhältnisse - minimalistisch.
Ja, ihre große Schwäche ist, dass sie die Kameraführung dem Spieler überlässt...
Ja, Infinity Ward ist berechnend.
Ja, Infinity Ward versteht mehr von effektiver Dramaturgie, als Jörg Luibl!

...
Äh bitte was?
Diese Szene ist nicht schlecht weil sie nicht cool genug ist, sondern weil sie schlecht und geschmacklos ist.
Sie ist inszeniert wie eine Szene aus Stirb Langsam, nein schlimmer noch, wie eine Szene aus Stirb langsam mit schlechter Regie und hohem Bodycount. Das mögen einige vielleicht spannend finden, aber diejenigen werden wahrscheinlich auch Filme nur an ihrem Gore-Gehalt beurteilen, pauschal gesagt.
Ich aber will das in einem Kriegsetting nicht so sehen diese Inszenierung Richtung "cool" (von dem du ja denkst das wir es haben wollen.)
Über Spielberg kann man sagen was man will, wenn er historisch Stoffe anfasst, inszeniert er sie behutsam.
Ich weiß sowieso nicht wie du zu der Ansicht kommst, das jemand der "München" gesehen hat, ihn als objektiv schlecht beurteilen könnte.
Bei Ryan bin ich deiner Meinung, allerdings weil das Drehbuch schlecht ist.
Was Spielberg aus den Szenen macht ist in der Tat im positiven Sinne verstörend, vor allem die berühmte Eröffnungsszene. Danach denkt man anders über den Krieg oder zumindest einmal nach.

Wenn man eine solche Szene ernsthaft inszenieren würde vor allem mit dem Unterbau einer Handlung die da auch wirklich hin führt, wäre der reine Grundinhalt des COD Videos tatsächlich tragbar.
Es wäre noch immer skandalös, aber ein guter Regisseur, weiß wie er so etwas (eventuell wie in deinem Beispiel) darstellen kann.
Das ist dann aber auch eine ganz andere Szene. Nur weil etwas im Klapptentext ähnlich aussieht, ist es inhaltlich nicht das gleiche.
Und auch diese Szene wäre Anlass für jahrelange Diskussionen genau wie die Eröffnung von Ryan.
XCyron
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Beitrag von XCyron »

Termix hat geschrieben:Eventuell bekommt ein langweiliges Spiel ja auch mal ne entsprechende Wertung. World at War war gut, MW 1 nicht und MW 2 wies aussieht wohl auch nicht.
World at War war halt super langweilig habs nach ca 30min aufgegeben auch wenns super ausgeschaut hat MW1 dagegen hat mich von anfang an gefesselt (SP natürlich im mp hab ich nur MW gespielt - casual)

Edit: @Wulgaru

Ändert aber nichts an der sache das eine solche Szene in einen Film quasi "normal" ist und es keinen interessiert aber ein einem Computer Spiel schreit gleich die ganze welt auf :)
Zuletzt geändert von XCyron am 05.11.2009 22:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Damidias
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Beitrag von Damidias »

ArthurDentist hat geschrieben:
scorpion or monkey hat geschrieben: Außerdem bewegen sich die Terroristen seltsam langsam und sind unrealistisch präzise, in dem was sie tun. Aber das ist sicherlich nicht der Kern der Streitfrage. Ich finde zumindest den Anfang etwas bedrückend, als wirklich alle Zivilisten erschossen werden. Dass "kein russisch" dazwischen fällt, also kein Wort gesprochen wird, ist etwas seltsam
das ist der Kern der Sache! :wink:

sind wir uns also alle einig, dass die Szene abzulehnen ist - nicht weil sie schockierend ist (wie einer meinte), es wälzt sich ja niemand herum und schreit, sondern weil sie (deshalb?) schlecht gemacht ist? Nicht so toll, wie in Borderlands (dessen Publikum im Schnitt um zehn Jahre jünger ist und explodierende Köpfe noch zu schätzen weiß - Stichwort cool)

fein.

dann rollen wir das Thema von einer "erwachseneren" Seite auf - leider mit immer noch dem selben Publikum. ;-)

Denken wir an Steven Spielberg. Denken wir an "München". Wie viele hier halten München für einen schlechten Film? Eben! :wink:
Ist aber leider ein Meisterwerk.
Denken wir an "Saving Private Ryan".
Denken wir an die Einführungssequenz (die Landung).
Abstoßend, nicht?
Abstoßender Film aber auch!

und jetzt werden wir fiktiv

Steven Spielbergs neuester Film.
Die Biographie eines Undercover-Agenten und seines selbstzerstörerischen Einsatzes in einer Terror-Gruppe.

Der Film beginnt mit einer Art "Vorblende"

der letzte Werbespot ist aus.
Der Bildschirm wird schwarz.
wir hören Gesprächsfetzten, klicken und klappern (offenbar von Waffen und Magazinen, die vorbereitet werden).
Langsam werden Namen und Titel eingeblendet. Weiß, auf schwarzem Grund.
Schließlich hören wir ein "DING!". Langsam kommt Licht auf die Leinwand. Der Fahrstuhl hat sein Ziel erreicht. Das letzte, was wir für lange Zeit hören werden: "kein Russisch!"
Die Truppe verlässt den Fahrstuhl. Stoisch und präzise eröffnen sie das Feuer auf die Menge und beginnt ihren blutigen Weg durch den Flughafen. Die nächsten zehn Minuten folgt die Kamera dem Protagonisten - ohne eine Blende, einen Zwischenschnitt. Völlig emotionslos.
Erst als die Polizei eintrifft, wird der hypnotische Rhythmus des Films aufgelöst. Wir wachen auf, der Film blendet zurück. 2 Jahre zuvor....

12 Oscars! :lol:

Na - hat der Perspektivenwechsel geholfen? :wink:

Fazit:
Die Gamer (und Kritiker!) -szene ist doch noch VERDAMMT unreif.
Nein, diese Szene ist nicht "cooool".
Nein, sie will es auch nicht sein.
Sie ist - für Actionspielverhältnisse - minimalistisch.
Ja, ihre große Schwäche ist, dass sie die Kameraführung dem Spieler überlässt...
Ja, Infinity Ward ist berechnend.
Ja, Infinity Ward versteht mehr von effektiver Dramaturgie, als Jörg Luibl!
Liebe.Frieden.TNT hat geschrieben: für cod verhältnisse sieht das einfach langweilig gemacht aus.
um realistisch zu sein, müsste das spiel dies auch grafik- und animationsmäßig besser darstellen. wimmernd blutende menschen auf dem boden liegen zu sehen, das hab ich schon besser erlebt.
die figuren sehen allesamt zu geklont aus. alle haben die gleichen körpermaße und auch noch ähnliche klamotten an.
warum fallen die auch alle tot um? könnten da nicht auch welche nur angeschossen sein und noch weglaufen?
kinder gibt es natürlich auch keine. wahrscheinlich wollte man ja doch nicht zu sehr schockieren.

aber vorallemdingen warum läuft die eigene gruppe nicht? die wollen doch soviele wie möglich töten, da müssen die auch hinne machen. aber nein, die spazieren lieber gemütlich da lang, von links und rechts kommen die brav wartenden script-zivilisten ins bild gestürzt...das sieht teilweise schon eher komödiantisch aus.

wenn man doch schockieren will, dann sollte es doch wenigstens halbwegs authentisch wirken. das tut es aber nicht.
...
ph0en1xs hat geschrieben: lol wie behindert ist das denn? da darf man schön mitlaufen und nur eins zwei mal auf einen einzelnen polizisten schießen. und wenn man aus versehen dann einen zivilisten trifft ist die mission gescheitert
...
Um es klar zu stellen, wir reden hier vom "Indiana Jones - im - Kühlschrank" - Spielberg, nicht wahr? Finde ich ziemlich schwach, gerade ihn hier anzuführen - und dann auch noch München und Private Fucking Ryan, zwei der am plakativsten auf Dramatik getrimmten Filme seiner gesamten Karriere überhaupt?

Nun gut, Geschmäcker sind halt verschieden.

Prinzipiell hättest du sogar Recht mit deiner Vorstellung eines Filmes über "Die Biographie eines Undercover-Agenten und seines selbstzerstörerischen Einsatzes in einer Terror-Gruppe", denn mit einem fähigen Regisseur hätten Selbstreflexion und Kritik am Geschehen Einzug gefunden. Dies ist in der betreffenden Szene jedoch nicht so - sie bleibt unkommentiert, das Spiel selber bezieht keine Stellung dazu und der Spieler wird alleine mit seiner Meinung gelassen. Und woher willst du wissen, dass es jeder so deutet wie du? Ich sehe in der kommentarlosen Form eine große Gefahr; ich bin mir sicher, dass es Leute gibt, denen es gefällt, was sie da sehen.

Gerade da du nämlich der Ansicht bist, dass die Branche immer noch so unreif ist, gehen wir nun mal hypothetisch von der Videospielszene als Sammelbecken unzähliger Idioten aus - glaubst du wirklich, dass der kleine 12 - jährige Abkömmling einer White Trash - Familie auf den Gedanken kommt, Infinity Ward wolle uns den Schrecken des Terrors nahe bringen? Der wird sich freuen, ein paar Zielübungen zu haben (außerhalb von den Deutschland, versteht sich).

Nach zweifachem Betrachten der betreffenden Szene aus CoD 6 komme ich leider nur zu dem Schluss, dass einzig die Musik eine gewisse Deutungsrichtung vorgeben kann, wenngleich auch nur schwach, und anders als du muss ich ehrlich sagen, dass ich nach all der Aufregung doch etwas enttäuscht bin und kein bisschen schockiert - der Level ist einfach nur unglaublich schlecht gemacht, ein "Filler". Ich sehe auch den Sinn der Mission nicht, weder spielerisch noch dramaturgisch.

Gleichzeitig aber ist es auch weit davon entfernt, unreif zu sein - mir fällt nur ein einziges Wort ein, und das lautet "unkreativ". Einfallslos, wenn du es so willst, der Level ist noch nicht einmal geschmacklos, er hat nur einfach unglaubliche Möglichkeiten verschenkt.

Noch ein Wort zu Tarantino, den du hier gleich zweimal angeführt hast: ich mag ihn und seine Filme nicht, aber wenn du ihn in dieser Diskussion hier anbringst, ist er fehl am Platze. Tarantinos Gewalt hat immer etwas überzeichnetes an sich, welches nämlich seinem Lieblingsgenre eigen ist - dem Exlploitation - Film. Also, B - und C - Movies. Das Budget von CoD:MW 2 aber auf die Filmwelt übertragen, hochgerechnet, spricht von einem A - Titel, also einem Machwerk, in den das scheißewerfende Affenkind Michael Bay seine Griffel stecken würde; aber ich schweife ab. Tarantino's überzeichnete Gewalt zu kritisieren ist daher, wie einen Hund zu kritisieren, dass er seinen eigenen Schwanz jagt - beide können einfach nicht anders. Ich denke folglich, dass man schon zwischen QT's Gewalt und der in MW2 dargestellten Gewalt unterscheiden kann, da es bei QT jeder Film eine Liebeserklärung ans sowieso überspitzte Exploitationgenre ist, bei MW2 hingegen eine zwanghafte Annäherung an die Realität.

Aber dies nur am Rande, als kleiner Exkurs, war mir in einem deiner Beiträge etwas störend aufgefallen. Ist auch schon spät, solltest du's anders gemeint haben, geb' ich dir ein virtuelles Bier aus und vergess' die Sache.
Liebe.Frieden.TNT
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Beitrag von Liebe.Frieden.TNT »

RosaElfe hat geschrieben: Einige sollten wirklich mal über ihre mehr oder eher weniger vorhandenen Moralvorstellungen nachdenken.
moralvorstellungen in einem videospiel? also ich kenn nur wenige spaßbringende videospiele, wo man definitiv nichts unmoralisches macht. selbst wenn man bei pes/fifa beim torwart abschlag das spiel verzögert handelt man schon unmoralisch.

also bei den massen die ich am computer schon über den haufen geballert habe, da ist moral wirklich die falsche frage ^^

hier geht es doch nur wieder um geschmack. sonst würden nicht solche floskeln wie "widerwärtig", "abstoßend" oder natürlich "geschmacklos" :D fallen.

das einzig wirklich schlimme daran ist, daß jetzt die weinenden jugendschützer und polemischen prediger wieder argumente für eine strengere jugendschutzpolitik haben.
rein vom menschlichen standpunkt her verstehe ich die aufregung überhaupt nicht. wer hat denn bitte nicht damit gerechnet, daß so etwas früher oder später passieren wird? ihr tut ja auch noch alle so, als käme das bei der bisherigen kulturellen entwicklung der spiele oder sogar der medien allgemein nun völlig überraschend und unerwartet.
carbo
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Beitrag von carbo »

Neversoft hat geschrieben:Lächerliches Kommentar, lächerliche Diskussion.

Anscheinend habt ihr deutschen Menschenrechtsverteidiger übersehen das es sich um ein Spiel handelt. Oh, ich vergass, in euerem Land werden Videospiele gleichgestellt mit Kinderpornografie und Waffen.
Gibts keine schweizer Videospielseite wo du rumtrollen kannst?
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Danke Activision das ihr die Leute die euch bezahlen so kaltschnäuzig ins Gesicht lügt. So behält mal Freunde.
Hat doch schon gereicht das man bei cod4 und 5 keinen arcade mode etc hatte. Hauptsache weniger fürs gleiche geld bekommen.

Der Kommentar ist wie immer gut und spiegelt wohl die Meinung der meisten wieder. Der Level passt doch irgendwie sehr gut ins neue Cod. So lieblos und vorallem unüberlegt er gemacht ist, ist doch auch der Multiplayer geworden. An die Clanszene der PC Gamer hat wohl keiner gedacht. Klar. Damit verdient man ja auch kein Geld wenn die Gamer nach 2 Jahren immer noch das Spiel spielen...
Infinitiy Ward/Activision: IHR MACHT MICH KRANK!
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Asmilis
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Beitrag von Asmilis »

Geb der Kolumne vollkommen Recht. Ist einfach schlecht gemacht, einfach eine plumpe Werbemaßnahme auf kosten aller anderen. Das mindeste währe ja mal der Sound gewesen. Gerade Call of Duty ist doch für den tollen Sound bekannt, aber ich hör nur ein bischen geschrei. Und nachdem der Vorgänger eines der am besten inszenierten Spiele überhaupt war muss ich mich der Frage vom Redakteur anschließen, ob das nicht vieleicht wirklich nur schnell zusammengeschustert wurde, für den Werbeeffekt oder warum auch immer.

Ich finds gut das Activision sich das traut, ein Schritt in die richtige Richtung, aber so schhlecht gemacht wie es ist ist es im endeffekt doch eher schädlich.
Zuletzt geändert von Asmilis am 05.11.2009 23:05, insgesamt 1-mal geändert.