Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

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johndoe527990
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von johndoe527990 »

Der Fisch stinkt meist vom Kopf an. Jedes Spiel isoliert zu betrachten, ist nicht immer zielführend. Ich halte daher das Review Bombing für legitim, den Interessen der Verbraucher Ausdruck zu verleihen.

Dem individuellen Interessenten (wozu auch ich gehören kann) kann sowas ärgerlich sein. Aber ein Steam Review nicht die einzige Informationsquelle.

Im besten Fall kann sowas jedoch zu wenigstens kleinen Kurskorrekturen führen.
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NewRaven
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von NewRaven »

Kajetan hat geschrieben: 22.09.2017 09:42 Niemand sagt, dass dies falsch ist. Es ist aber viel besser ZUSÄTZLICH zum getätigten Nichtkauf der Öffentlichkeit mitzuteilen, WARUM man den Nichtkauf getätigt hat. Denn Firma XYZ muss wissen, warum man ihr Produkt nicht erwirbt. Alleine aus einem gesunkenen Umsatz geht das nämlich nicht hervor.
Es ist schon etwas naiv anzunehmen, dass ein Publisher, wenn er eine Entscheidung zu Ungunsten des Kunden getroffen hat, nicht genau weiß, woran es bei den Verkäufen scheitert. Das dann öffentlich (und für die Anleger) behauptet wird, andere Umstände, wie böse Raubkopierer, der ewig "tote PC" oder sonstwas trägt daran die Schuld, ändert wohl wenig daran, dass wohl jeder Publisher einen "Blick auf die Stimmung" im Netz zu seinen Produkten haben wird. Und wenn dem nicht so wäre, wenn sie also die gesamten geäußerten Meinungen auf Blogs, Social-Media-Kanälen, in normalen Reviews, auf Reddit, in unabhängigen und eigenen Foren nicht mitbekommen würden, warum sollten sie dann ausgerechnet Steam-Reviews lesen? Wohlgemerkt Steam-Reviews, die erst nach dem Kauf überhaupt erst geschrieben werden können?

Und was soll ich als anderer Kunde von solchen "Reviewern" eigentlich denken? Da gibts ja eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

1. "Ohhh, dieser Held. Er hat sich aufgeopfert, dieses böse Spiel trotz der schrecklichen Politik der Firma dahinter zu kaufen, nur um mich unbedarften Kunden zu warnen"? Das ist lächerlich. Das ist wegen oben genannten Kaffeebeispiels lächerlich, dass ist wegen der in sich liegenden Unlogik lächerlich.

2. "Oh, dieser Depp, riskiert sogar sein Rückgaberecht, welches ja ein "Softlimit" hat, nur weil er glaubt, ich wäre zu dämlich, mit selbst solche Informationen aus anderen Quellen besorgen zu können, wenn sie mich denn interessieren würden. Was es natürlich nicht tut, ich kauf schließlich eh nur im Sale..."

Picken wir uns mal ein aktuelles Thema raus, nehmen wir einfach Denuvo. Nicht nur, dass man zu jedem Spiel, dass Denuvo einsetzt, mindestens einen Thread im zugehörigen Forum findet, die Angabe auch - zugegeben manchmal etwas versteckt - auf der Store-Seite zu sehen ist und es im Web tonnenweise tagesaktuelle Ressourcen gibt, wo man sich über Veröffentlichungen damit informieren kann, nein... unzählige User kaufen das Produkt, einzig um ein "Review" nach dem Muster "(Beleidigung) Denuvo (Beleidigung). (Beleidigung gegen Publisher). (irgendwas mit Masterrace)" abgeben zu können. Inwiefern soll diese, für jeden, der das Produkt kaufen will, ganz und gar nicht neue Information nützlich sein?

Natürlich gibt es für Denuvo auf Spielerseite absolut keine Vorteile - aber würdest du als Publisher diese Spieler denn ernst nehmen, wenn sie anstatt wirklicher Fakten nach wie vor mit Märchen wie "zerstörte SSDs" oder "Performanceeinbußen" argumentieren? Natürlich nicht - und zwar völlig egal, wo sie das tun. Was macht man also als Publisher? Man ändert gar nichts, man lässt das Review Bombing über sich ergehen, bis die ersten Wochen nach Release um sind (und die zu schützen ist der einzige Grund für Denuvo) oder bis der erste Crack erschienen ist und je nachdem, ob die Menge der "Kritik" dann immernoch unerträglich hoch ist, entfernt man Denuvo, dass bis dahin seinen Zweck längst erfüllt hat, wieder. Darauf hin hagelt es ganz viele positive "Reviews" (die dann meist ebenfalls nichts zum Spiel sagen...), weil man durch "die Macht der Gemeinschaft" ja den Hersteller zum einlenken bewogen hat. Man fühlt sich wie der König der Welt nach einer gewonnenen Rebellion, dabei hat man eigentlich nur genau nach den vorher schon geplanten Ereignissen des Publishers gehandelt. Was sollte der Publisher also daraus genau noch einmal lernen? Willst du wirkliche Veränderungen, ist das letzte, was dir hilft, an einem unangemessenen Ort mit Halbwahrheiten rumzupöbeln - idealerweise noch bei einem anderen Spiel des gleichen Publishers, dass selbst aber gar kein Denuvo verwendet.
Zuletzt geändert von NewRaven am 22.09.2017 14:20, insgesamt 2-mal geändert.
Doc Angelo
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Doc Angelo »

Ich hab das Gefühl, das bei der ganzen Diskussion vergessen wird, das es hier darum geht, das negative Reviews über ein Produkt verfasst werden, das rein gar nichts mit dem zu tun hat, was kritisiert wird. Hier geht es nicht darum, das irreführende DLC-Politik eines Spieles kritisiert wird. Es geht auch nicht darum, die Arbeitsbedingungen unter denen ein Spiel entstanden ist zu kritisieren. Oder etwa den Kopierschutz eines Spieles zu kritisieren. Das sind alles valide Gründe ein negatives Review über ein Spiel zu verfassen.

Valve ist ein Spiele-Entwickler. Valve hat Dota 2 entwickelt. Valve hat Half Life entwickelt. Nun entwickelt Valve ein anderes Spiel. Außerdem gab es ein Gerücht, das Half-Life-Reihe nicht mehr fortgeführt wird. Diese Spiele-Reihe hat absolut nichts mit Dota zu tun. Es ist eine vollkommen separate Spiele-Reihe. Fans der einen Spiele-Reihe bewerten nun die Spiele der anderen Spiele-Reihe negativ, weil sie nicht einverstanden sind, welche zukünftigen Spiele Valve gerade entwickelt - und welche nicht.

Ich hab echt keine Ahnung, wie man sowas verteidigen kann. WTF.
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Kajetan
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Kajetan »

NewRaven hat geschrieben: 22.09.2017 14:04 Es ist schon etwas naiv anzunehmen, dass ein Publisher, wenn er eine Entscheidung zu Ungunsten des Kunden getroffen hat, nicht genau weiß, woran es bei den Verkäufen scheitert.
ER WEISS ES EBEN NICHT, WENN MAN ES IHM NICHT SAGT!

Ist wirklich so. Publisher haben oft keine Ahnung, warum ein Spiel nicht gut läuft, obwohl es bei Fokuszielgruppentests gut abgeschnitten hat oder viele Preise gewonnen hat und sie sind verwundert, wenn von all dem Releasebrei, den sie im Laufe des Jahres an die Wand werfen, plötzlich etwas unerwartet hängenbleibt, mit dem sie gar nicht gerechnet haben. Nicht ohne Grund gilt die Spielebranche als Hochrisikoinvestment, wo man zwar in kurzer Zeit sehr viel Wertzuwachs erzielen kann, aber auch mit dem hohen Risiko leben muss dass sich all die investierte Kohle in Staub verwandelt.
Und was soll ich als anderer Kunde von solchen "Reviewern" eigentlich denken? Da gibts ja eigentlich nur zwei Möglichkeiten:
Was Du persönlich davon hälst, ist irrelevant. Es geht hier um das Prinzip: Tue etwas und rede darüber. Wenn da der eine oder andere nicht zuhören will, weil es ihn halt nicht interessiert (was übrigens vollkommen in Ordnung ist), dann ist das halt so. Es geht ja nicht darum alle (!) zu erreichen, sondern nur möglichst viele :)
Natürlich gibt es für Denuvo auf Spielerseite absolut keine Vorteile - aber würdest du als Publisher diese Spieler denn ernst nehmen, wenn sie anstatt wirklicher Fakten nach wie vor mit Märchen wie "zerstörte SSDs" oder "Performanceeinbußen" argumentieren?
Es geht hier nicht darum, ob die Vorwürfe gerechtfertigt sind oder nicht, sondern um den schlechten Ruf, der durch die vielen Proteste erzeugt wird, erzeugt werden soll! Der dazu führt, dass Publisher mittlerweile Denuvo nachträglich aus Spielen entfernen UND dies per Pressemitteilung verkünden. Um all diejenigen als Kunden gewinnen zu können, die wegen Denuvo nichts gekauft haben.

Sprich, wenn man durch ein wenig Heulen und Wehklagen etwas wegbekommt, für das Du persönlich auch keinen Nutzen siehst ... warum ist das schlecht? Das Ergebnis zählt und wenn man als Preis dafür in den Augen von jemanden wie Dir als blöde Heulsuse und Rumschreier dasteht, dann ist das ein Preis, den zumindest ich locker bezahle :)

PS: Ich habe mir Doom 4 erst gekauft, als Bethesda Denuvo entfernt hat. Weil ich prinzipiell gegen solche schwachfugige Software bin und dies gerne überall und jederzeit kundtue.

PSS: Laut einer Studie der EU sind Kopien für Videospiele durchaus förderlich (!)
https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2 ... _study.pdf

PSSS: Diese Studie wird von der EU nicht veröffentlicht, weil das Ergebnis politisch nicht gewünscht ist.

PSSSS: *noch mehr protestier und jammer und wehklag*
Zuletzt geändert von Kajetan am 22.09.2017 14:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

CronoKraecker hat geschrieben: 21.09.2017 14:37 Entschuldigung? Was ist denn dann das hehre Ziel der Forderung nach Aufrechterhaltung des Review-Klumpatsch?
Hehre Ziele? Ich habe doch bereits erklärt, daß wir lediglich ökonomische Interessen wahren. Die Publisher haben auch keine hehren Ziele, also weiß ich ehrlich gesagt nicht was du erwartest.

Wenn du ehrhaft leben möchtest, tu dir keinen Zwang an.
NewRaven hat geschrieben: 21.09.2017 22:24 Man freut sich über kleine Erfolge ("Rockstar bzw. Take2 ist schnell eingeknickt"), verliert aber keinen Gedanken daran, wie die bei der Gegenseite angekommen sind und somit an die mittelfristigen Folgen.
Was sind denn diese mittelfristigen Folgen? Das wäre, bei all dem was du textest, ein Punkt den du durchaus etwas detailierter beleuchten könntest.

Ich habe in deinen bisherigen Beiträgen zumindest mal diese Erklärung aufgegriffen:
NewRaven hat geschrieben: 20.09.2017 21:20 Man sollte nicht den Fehler machen, zu glauben, Publisher wie Take2 ändern wegen diesem Geschreie irgendwas aus dem Grund, sie hätten etwas verstanden, nein, sie ändern etwas, damit das Geschreie und die negative mediale Aufmerksamkeit nachlassen. Das mag kurzfristig wie ein Erfolg erscheinen, da aber die Grundproblematik gar nicht wirklich diskutiert werden konnte, wird man bei GTA 6 dann dem Modding gleich von vornherein den Riegel vorschieben.
Trotzdem sind mir auch dort zwei Aspekte nicht ganz verständlich:

1. Woher hast du denn die Gewissheit, daß Rockstar definitiv so handeln wird? Vielleicht machen sie auch das Gegenteil und kümmern sich um offizielle Modunterstützung, damit sie von den Modnutzern auf dem PC eben keine Klagen dieser Art mehr hören. Du spekulierst lediglich.

2. Selbst wenn sie die Modunterstützung tatsächlich komplett verbieten und auch aktiv dagegen vorgehen wollen, so wäre die Situation immer noch anders als bei GTA5. Wenn Rockstar solche Maßnahmen vorher ankündigt, dann kauf ich mir das Spiel einfach nicht. Das wäre eben nicht wie bei GTA5, wo ich mir das Spiel gekauft habe, und jahrelang ein Feature benutzte, was dann urplötzlich von heute auf morgen entfernt wurde.

Worauf basiert überhaupt deine Annahme Rockstar wolle wegen den Review Bomben die Mods loswerden? Als sie OpenIV verboten haben wurden sie noch nicht bombadiert. Also kann das ja wohl kaum ihre Entscheidung beeinflusst haben, nicht wahr? Bei aller Logik ist es doch wohl offensichtlicher, daß sie Mods bekämpfen um ihr Onlinegeschäft mit Mikrotransaktionen zu schützen. Und wenn GTA6 dementsprechend Mods untersagt, dann wird auch wohl eher das der Grund dafür sein, und nicht der Exkrementsturm.
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Doc Angelo »

Kajetan hat geschrieben: 22.09.2017 14:28 PSS: Laut einer Studie der EU sind Kopien für Videospiele durchaus förderlich (!)
https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2 ... _study.pdf
Danke für den Link! Genau diese Studie wollte ich heute noch raussuchen. Das hat sich damit erledigt. Danke!

(Holy shit... 300 Seiten...)
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Doc Angelo hat geschrieben: 22.09.2017 14:10 Valve ist ein Spiele-Entwickler. Valve hat Dota 2 entwickelt. Valve hat Half Life entwickelt. Nun entwickelt Valve ein anderes Spiel. Außerdem gab es ein Gerücht, das Half-Life-Reihe nicht mehr fortgeführt wird. Diese Spiele-Reihe hat absolut nichts mit Dota zu tun. Es ist eine vollkommen separate Spiele-Reihe. Fans der einen Spiele-Reihe bewerten nun die Spiele der anderen Spiele-Reihe negativ, weil sie nicht einverstanden sind, welche zukünftigen Spiele Valve gerade entwickelt - und welche nicht.

Ich hab echt keine Ahnung, wie man sowas verteidigen kann. WTF.
Wer hat denn speziell das verteidigt? :lol:
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von NewRaven »

Kajetan hat geschrieben: 22.09.2017 14:28
ER WEISS ES EBEN NICHT, WENN MAN ES IHM NICHT SAGT!
Dann wird er es aber auch nicht durch solche Steam-Reviews nicht erfahren, denn es scheitert dann offenbar nicht daran, dass man es ihm nicht sagt, sondern daran, dass er bewusst nicht hin hören will ;)
Lebensmittelspekulant hat geschrieben: 22.09.2017 14:31
Was sind denn diese mittelfristigen Folgen? Das wäre, bei all dem was du textest, ein Punkt den du durchaus etwas detailierter beleuchten könntest.
Natürlich spekuliere ich nur, hab hier aber wesentlich mehr Indizien, als die Gegenseite. Denn Rockstar bzw. Take2 fiel ja nicht einfach so aus Langeweile ein, dass sie Mods plötzlich, viele Jahre nach Release nicht mehr mögen. Ihnen kam der Gedanke deshalb, weil sie mit sehr verquerer Logik eine Gefahr für GTAO in diesen Mods gesehen haben. Nun hat Take2 zwar erkannt, dass Spieler sich ungern ein Spielzeug wegnehmen lassen, dass man ihnen vorher gegeben hat - das hat das Geschrei sicher deutlich gemacht - dass sie aus diesem Geschrei aber auch noch heraus gehört haben, dass Modding eben unter den richtigen Bedingungen und Regeln keine Gefahr für ihr GTAO darstellt, haben sie nicht durch Review-Bombing erfahren, sondern bestenfalls dann, als sie direkt mit Moddern geredet haben, weniger bestenfalls haben sie sich einfach gedacht, dass der Stress sich für ein altes Spiel nicht lohnt. Nun haben natürlich diese Reviewbombs dazu beigetragen, dass diese mediale Aufmerksamkeit im Fall von den GTA 5 Mods überhaupt erst zustande kommt, weshalb sie hier durchaus wirklich was bewegt haben, nur ist das bei 99,9% aller anderen Games, die wegen irgendeinem Mist, wo faktisch niemand irgendwelche unliebsamen Änderungen nachträglich vorgenommen hat, zugebombt werden eben nicht der Fall. Ob oder ob nicht GTA6 Modding dann noch in der Form ermöglichen wird, hängt wohl mehr davon ab, wie gut sich die Modder (wie eben der Entwickler von OpenIV) verständlich gemacht haben und nicht im Geringsten davon, ob in Steam-Reviews getrollt wurde. Letztlich hätte man für diesen Zweck auch ein "richtiges" Review verfassen können, differenziert Aussagen über das Spiel abgeben können und es am Ende mit eben einem Verweis auf die nachträglich beschnittenen Möglichkeiten negativ bewerten können. Das wäre dann auch voll und ganz im Sinne eines Reviews gewesen.
Lebensmittelspekulant hat geschrieben: 22.09.2017 14:31 2. Selbst wenn sie die Modunterstützung tatsächlich komplett verbieten und auch aktiv dagegen vorgehen wollen, so wäre die Situation immer noch anders als bei GTA5. Wenn Rockstar solche Maßnahmen vorher ankündigt, dann kauf ich mir das Spiel einfach nicht. Das wäre eben nicht wie bei GTA5, wo ich mir das Spiel gekauft habe, und jahrelang ein Feature benutzte, was dann urplötzlich von heute auf morgen entfernt wurde.
Was letztlich eine völlig legitime Entscheidung ist.
Lebensmittelspekulant hat geschrieben: 22.09.2017 14:31 Worauf basiert überhaupt deine Annahme Rockstar wolle wegen den Review Bomben die Mods loswerden?
Das ist überhaupt nicht meine Annahme. Mir ist völlig bewusst, dass das Review-Bombing erst aufgrund der Folge des Kaltstellens von OpenIV erfolgt ist (übrigens noch ein Grund, warum das Review-Bombing in dem Fall sich von den meisten anderen Games unterscheidet).
Zuletzt geändert von NewRaven am 22.09.2017 15:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Doc Angelo »

Lebensmittelspekulant hat geschrieben: 22.09.2017 14:38 Wer hat denn speziell das verteidigt? :lol:
Ne ganze Menge an Leuten hier haben "Review Bombing" generell als gute Idee bezeichnet. Mein Punkt besteht aber auch daraus, das ich denke das ein Teil der Diskussion hier am Thema vorbei ist. Review Bombing ist für mich eben nicht, wenn man valide Kritik an und rund um das Produkt übt. Das ist keine "Review Bomb", sondern einfach nur ein Review.

An den Haaren herbeigezogene Beispiele: Obstbauer baut Äpfel und Birnen an und verkauft diese.
  • Beispiel A: Die Äpfel werden auf eine Art angebaut, die der Umwelt schadet. Dann könnte ein valides Review lauten: "Die Äpfel sind groß und schmackhaft, allerdings schadet der Anbau der Umwelt. Ich kann den Kauf dieser Äpfel nicht empfehlen."
  • Beispiel B: Mit den Äpfeln und Birnen ist alles in Ordnung. Es gibt nichts zu beanstanden. Der Obstbauer entscheidet sich dafür, keine Birnen mehr anzubauen und zu verkaufen. Jetzt könnte ein Review lauten: "Niemand sollte diese Äpfel kaufen! Der Bauer verkauft keine Birnen mehr, dabei fand ich die so lecker! Macht mit, so können wir den Bauern nötigen, auf unsere Wünsche einzugehen!"
Ich denke in der News geht es viel mehr um Beispiel B. Ich habe allerdings das Gefühl, das sich viele Diskussionen hier eher um die Feinheiten von Beispiel A drehen - und die Erkenntnisse aus diesen dann auf Beispiel B umgeschlagen werden. Aber vielleicht vertue ich mich auch. Mir kommts halt nur so vor. :)
Zuletzt geändert von Doc Angelo am 22.09.2017 15:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Kajetan »

NewRaven hat geschrieben: 22.09.2017 14:57Dann wird er es aber auch nicht durch solche Steam-Reviews nicht erfahren, denn es scheitert dann offenbar nicht daran, dass man es ihm nicht sagt, sondern daran, dass er bewusst nicht hin hören will ;)
Jetzt unterstellst Du einfach ein Verhalten, damit Dein Argument wieder stimmt :)
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von NewRaven »

Kajetan hat geschrieben: 22.09.2017 15:09
NewRaven hat geschrieben: 22.09.2017 14:57Dann wird er es aber auch nicht durch solche Steam-Reviews nicht erfahren, denn es scheitert dann offenbar nicht daran, dass man es ihm nicht sagt, sondern daran, dass er bewusst nicht hin hören will ;)
Jetzt unterstellst Du einfach ein Verhalten, damit Dein Argument wieder stimmt :)
Tu ich nicht. Solches Feedback gibt es halt noch an unzähligen anderen Orten, auch quasi im "eigenen Garten" wie eben den eigenen Foren oder den eigenen Social-Media-Bereichen. Wer das da ignoriert, der ignoriert es, weil er es will, nicht, weil er es nicht sieht. Und für den wird es keinen Grund geben, der Steam-Review-Sektion dann besondere Aufmerksamkeit zu schenken und sich zu denken "oh mein Gott, ich konnte ja nicht ahnen, dass mein Produkt in der echten Welt da draußen soooo schlecht aufgenommen wird" :lol:
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

@Doc Angelo
Ich finde dazu gibt es einfach nicht soviel zu sagen. Ich sehe das Review Bombing als notwendiges Übel. Ein kleines Machtinstrument für die ansonsten eher ohnmächtige Kundschaft. Das auch diese Macht missbraucht wird, ist ein Nachteil, der schon angesprochen wurde.

Die Vorteile erscheinen eben nur groß genug um die Nachteile zu kompensieren.
NewRaven hat geschrieben: 22.09.2017 14:57 Nun haben natürlich diese Reviewbombs dazu beigetragen, dass diese mediale Aufmerksamkeit im Fall von den GTA 5 Mods überhaupt erst zustande kommt, weshalb sie hier durchaus wirklich was bewegt haben, nur ist das bei 99,9% aller anderen Games, die wegen irgendeinem Mist, wo faktisch niemand irgendwelche unliebsamen Änderungen nachträglich vorgenommen hat, zugebombt werden eben nicht der Fall.
Schön, dann beschreib doch mal konkret einen dieser Fälle. Du hast jetzt nur ausführlich den Fall mit GTA nochmal beschrieben, wo die unmittelbaren Folgen, wie du es ja selbst eingestehst, positiv waren. Das unterstützt wohl kaum deine These.

Was sind denn die negativen Folgen, egal ob kurz- oder langfrisitig? Welche Beispiele gab es da schon?
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Kajetan »

NewRaven hat geschrieben: 22.09.2017 15:13 Tu ich nicht. Solches Feedback gibt es halt noch an unzähligen anderen Orten, auch quasi im "eigenen Garten" wie eben den eigenen Foren oder den eigenen Social-Media-Bereichen. Wer das da ignoriert, der ignoriert es, weil er es will, nicht, weil er es nicht sieht. Und für den wird es keinen Grund geben, der Steam-Review-Sektion dann besondere Aufmerksamkeit zu schenken und sich zu denken "oh mein Gott, ich konnte ja nicht ahnen, dass mein Produkt in der echten Welt da draußen soooo schlecht aufgenommen wird" :lol:
Aber das ist doch kein Argument. Nur weil ein Publisher sich vielleicht (!) taubstellen könnte, ist dieses Review-Bombing sinnloser Käse? Frei nach Lothar Matthäus: Wäre, wäre, Fahrradkette?
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von johndoe711686 »

Kajetan hat geschrieben: 22.09.2017 15:09
NewRaven hat geschrieben: 22.09.2017 14:57Dann wird er es aber auch nicht durch solche Steam-Reviews nicht erfahren, denn es scheitert dann offenbar nicht daran, dass man es ihm nicht sagt, sondern daran, dass er bewusst nicht hin hören will ;)
Jetzt unterstellst Du einfach ein Verhalten, damit Dein Argument wieder stimmt :)
:arrow:
Kajetan hat geschrieben: 22.09.2017 14:28
NewRaven hat geschrieben: 22.09.2017 14:57 Es ist schon etwas naiv anzunehmen, dass ein Publisher, wenn er eine Entscheidung zu Ungunsten des Kunden getroffen hat, nicht genau weiß, woran es bei den Verkäufen scheitert.
ER WEISS ES EBEN NICHT, WENN MAN ES IHM NICHT SAGT!

Ist wirklich so. Publisher haben oft keine Ahnung, warum ein Spiel nicht gut läuft, obwohl es bei Fokuszielgruppentests gut abgeschnitten hat oder viele Preise gewonnen hat und sie sind verwundert, wenn von all dem Releasebrei, den sie im Laufe des Jahres an die Wand werfen, plötzlich etwas unerwartet hängenbleibt, mit dem sie gar nicht gerechnet haben.
Dito.

Und zu deinem PS: Du hast Doom4 aber sicher nicht gemieden, weil bei Fallout einer geschrieben hat wie kacke Bethesda ist, oder? ;-)
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Re: Steam - Massenhaft negative Bewertungen von Spielen mit Hintergedanken: Betreiber über "Review Bombing"

Beitrag von Usul »

Lebensmittelspekulant hat geschrieben: 22.09.2017 15:21 @Doc Angelo
Ich finde dazu gibt es einfach nicht soviel zu sagen. Ich sehe das Review Bombing als notwendiges Übel. Ein kleines Machtinstrument für die ansonsten eher ohnmächtige Kundschaft. Das auch diese Macht missbraucht wird, ist ein Nachteil, der schon angesprochen wurde.
Aber das klingt doch schon wieder so dramatisch... ohnmächtige Kundschaft... ohnmächtig wärst du, wenn du irgendwas tun müßtest, finde ich. Aber von müssen ist ja keine Rede. Du kannst Spiele kaufen, du kannst dich davor informieren, du kannst dich mit anderen Spielern darüber unterhalten, du kannst auch auf das alles verzichten und blind kaufen... alles kann, nicht muß.
Von daher ist es meines Erachtens recht übertrieben, hier von einer eher ohnmächtigen Kundschaft zu sprechen - ganz im Gegenteil: letztlich geht die Macht von den Kunden aus, denn sie bezahlen den ganzen Scheiß schließlich.