Usul hat geschrieben: Aber das entscheidende Wort da ist "ich". "Ich" ist nicht "Wir". Wir reden von Regeln und Einschränkungen für ein geregeltes Zusammenleben in einer Gesellschaft.
Damit hast du natürlich unweigerlich recht. Auch wenn ich das nicht gerne zugebe. Allerdings ist der Unterschied, dass ich das "Wir" nicht über das "Ich" stelle, allgemeines Wohlergehen nicht über das einzelner oder weniger stelle. Das entfernt sich natürlich schon sehr vom ursprünglichen Thema, aber ich bin durchaus der Ansicht, eine etwas anarchistischere oder zumindest weniger reglementierte Gesellschaft täte den Menschen gut und würde sich selbst regulieren.
Usul hat geschrieben: Selbst beim Zusammenleben von zwei Personen kann und wird es zu Kompromissen und Einschränkungen kommen, die wir im Normalfall aber gerne hinnehmen - weil uns dieses Zusammenleben wichtiger ist als diese Einschränkungen.
Das stimmt natürlich auch - allerdings vergisst du da eine in meinen Augen wichtige Faktoren: Bei Familie, Freunden, Beziehungen geht man Kompromisse ein, eben weil es einem wert ist, den anderen und seine Ansprüche zu akzeptieren, aber 1) Kompromisse sind so gestrickt, dass beide aufeinander zugehen und sich in der Mitte treffen - jeder schläft einmal auf der verhassten Bettseite. Unser Xenoblade Beispiel ist ein fauler Kompromiss, denn es wird von einer Seite zwei Wahlmöglichkeiten ausgegeben (Die Fassung nehmen, die man nicht will oder gar keine zu haben), die weder die Ansprüche der anderen Seite noch die anderer Seite selbst mit einbezieht in die "Kompromiss"findung und somit eigentlich nicht akzeptabel sind. Das is kein Kompromiss, sondern eben Aufoktroyierung von Tatsachen. 2) Das familiäre, persönliche Zusammenleben ist uns wichtig, klar, weil wir Bindungen haben zu diesen Menschen. Aber wenn eine Gruppe XY lauthals fordert sich mehr an die Bibel zu halten mit Züchtigkeit etc... geht mir das persönlich am Arsch vorbei. Will sagen, wenn mir dann durch eine übergeordnete Instanz diese Lebensweise aufgezwungen wird, weil es für eine "wertvollere" Lebensart gehalten wird, kann ich damit nichts anfangen. Mit so wem will ich doch gar ned friedlich zusammenleben - mir doch wurscht, ob meine Ansichten irgendwem auf die Eier gehen. Ich würd auch gern das Rauchen grundsätzlich endgültig so wie anderer Drogen verbieten, weil ich es für dumm halte - aber solang ich damit nicht tangiert werde und zum Passivrauchen gebracht werde, ist es mir doch egal, wenn wer pofelt. Ganz allein dem seine Entscheidung und wer bin ich ihm vorzuschreiben, was er zu tun hat? Und genauso ist es in unserem Beispiel: Wer ist Nintendo, den nicht-japanischen Konsumenten vorzuschreiben, was sie in den Spielen zu tun oder zu sehen haben, bloß weil es ihren offensichtlich ja sehr umstrittenen Vorstellungen von "westlicher" Moral widerspricht?