LordOfNosgoth hat geschrieben:Und genau das ist im Grunde der Kern, an dem sich unsere Meinungen spalten. Ich sage nämlich: Entgegen dem allgemeinen Trend muss man nicht alle paar Jahre neue skurile Wörter (wie Afro-Deutscher - das klingt doch ganz ehrlich wie eine Abwertung.) erfinden, sondern sollte den Bürgern alias Nutzern der Sprache mal wieder eine positive Konotation jener Wörter zu Gemüte führen.
Man stelle sich nur mal vor, man könnte die Begriffe "Schwul" und "Lesbisch" nicht mehr verwenden, weil das ja phöse, phöse Schimpfwörter sind und müsste dafür jedes Mal "homosexuell, gleichgeschlechtlich" usw. verwenden. Stattdessen hat es die Schwulen- & Lesben-Szene in vielen Jahren geschafft, diese Begriffe wieder zurückzuerobern. Schwul und Lesbisch sind keine Schimpfwörter mehr, sondern einfach der Begriff für Menschen, die sich eher zu Menschen des gleichen Geschlechts hingezogen fühlen.
Wie aber soll ich das äussere Erscheinungsbild eines Menschen mit sehr dunkler Hautfarbe mit einem Begriff beschreiben?
Neger? (leider rassistisch vorbelastet)
Mohr? (leider rassistisch vorbelastet)
Schwarzer? (rassistisch?)
Farbiger? (Das sind alle, die nicht weiß-kaukasisch sind)
Dunkelhäutiger? (Das sind alle, die nicht weiß-kaukasisch sind)
Schwarzafrikaner? (is halt blöd, wenn der gute Mensch gar nicht aus Afrika kommt, sondern bereits in dritter Generation Europäer ist)
Ich habe diese Frage mal einer Freundin gestellt, die gebürtige Äthiopierin ist. Sie konnte sie nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Sie bezeichnet sich selber immer gerne selbstironisch als "exotisch", weil man sie das immer nennt, wenn andere Männer sie anmachen.