Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
mr archer
Beiträge: 10329
Registriert: 07.08.2007 10:17
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

Na, da weiß ich ja, wo ich gracjanski die nächsten Tage hier im Forum antreffen werde.

Dem Video ist darüber hinaus von meiner Warte her nur zuzustimmen. Die Geschichte mit Starfox relativ zu Beginn muss man sich ja tatsächlich mal auf der Zunge zergehen lassen. Bin auf den nächsten Teil gespannt, wo es mit den 90ern in die Postmoderne und ihre Ironisierungen geht (bei Max Payne 2 macht Mona Sax im Finale ja eine Bemerkung, die eine Menge analytisches Futter bereithält).

Im übrigen: No one lifes forever 1 + 2; Beyond good and evil, The Path

Schönen Internationalen Frauentag allen noch. Venceremos!
Benutzeravatar
JinRoh3181
Beiträge: 97
Registriert: 21.06.2012 13:21
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von JinRoh3181 »

Was nun los? Ach ja Frauentag - darum der ganze Stress.
Wer noch was für seine gute zum Süßholz Raspeln sucht:
Du unergründliches Wesen hast nicht nur Sinn für das Schöne, sondern gibst mir auch das Gefühl von Zuhause!
Roland Herold
Benutzeravatar
gracjanski
Beiträge: 2020
Registriert: 27.08.2004 23:54
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von gracjanski »

JinRoh3181 hat geschrieben:Was nun los? Ach ja Frauentag - darum der ganze Stress.
Wer noch was für seine gute zum Süßholz Raspeln sucht:
Du unergründliches Wesen hast nicht nur Sinn für das Schöne, sondern gibst mir auch das Gefühl von Zuhause!
Roland Herold
Der Idiot ist ein Weichei und hat sicherlich wenig Erfolg bei den Weibern :lol:
Randall Flagg
Beiträge: 1808
Registriert: 25.03.2009 20:31
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Randall Flagg »

Was mich an Videospielen immer nervt, ist die Tatsache, dass ich immer irgendeinen Muskelprotz spielen muss, der entweder irgendeine Olle oder die Welt retten muss. Dabei sieht man immer gleich aus: Irgendein muskelbepackter Amerikaner mit Narben in der Fresse. Und immer diese grausame Brutalität, die dabei zu Tage kommt, als ob wir Männer alle überzeugte Metzger wären. Wirklich schlimm. Ich überlege, eine Kickstarter-Kampagne zu starten, Tropes vs. Men in Video Games (wofür steht Tropes eigentlich? Wörterbücher spucken mir nichts sinnvolles aus). 5,000 $ brauche ich auch nur, da bei mir keine 1.000 $ für Schuhe draufgehen. Mir geht die klischeehaft stereotype Darstellung von Männern in Videospielen so unglaublich auf den Keks ...

Und weiter geht's dann mit TV-Serien und Filmen. Warum sind in manchen Serien nur Männer in der Hauptrolle oder nur Frauen? Ist doch schrecklich und sexistisch ...
Benutzeravatar
Wizz
Beiträge: 1437
Registriert: 10.12.2011 13:50
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Wizz »

Naju das Zielpublikum ist in der Regel männlich, demnach ist auch der Hauptheld in erster Linie männlich um eine gewisse Identifizierung zu schaffen.
Die meisten Spiele haben kaum genug Handlung um auch nur dem Protagonisten sowas wie eine Persönlichkeit zu verschaffen, folglich füllt man den Rest mit leicht verständlichen und anerkannten Klischees.
Der Held muss iwas heldenhaftes tun. Und er soll nach Möglichkeit ein Mädel "bekommen", schon allein um seinen Charme/Einfühlungsvermögen/Männlichkeit zu bezeugen.
Es ist oft überhaupt nicht genug Spielraum vorhanden um die Herzdame oder überhaupt irgendwem anders ebenfalls zu einem Helden zu machen, zumal sie die Spielfigur ja auch nicht ausstechen dürfen.
Also retten wir sie halt einfach, weil Liebe wird ja bekanntlich umso größer umso mehr Steine man ihr in den Weg legt. Und nachdem man 333 Drachen, 13 Dämonenfürsten und 5 Verkörperungen des absoluten Bösen für sie dahingerafft hat, muss sie den Helden einfach vergöttern und man hat sich das Happy End erarbeitet.

Ein anderer Punkt: Das männliche Konterpart zur "Fräulein in Nöten" wird oft nicht angenommen.
Wenn es sich bei dem zu rettenden Subjekt nicht um einen Greis oder ein jüngeren Bruder etc handelt, wird die betreffende Person halt schnell als ein Versager abgestempelt.
Warum sollte unsere knallharte weibliche Protagonistin irgendsoeine Flasche an ihrer Seite wollen die nix allein gebacken bekommt?
Dies ist ohne Zweifel einer gewissen sexistischen Prägung verschuldet, aber Spiele werden idR nicht gemacht um die Welt zu verändern sondern nur um sie zu unterhalten.
Damit der Spieler die betreffende Person also als geeigneten Lebenspartner für seine Protagonistin anerkennt, müsste dieser erst beweisen dass er würdig ist.
Das Zielpublikum ist primär männlich, daher muss das Männchen immer beweisen dass es auf irgendeine Art und Weise besser ist als der Spieler rl, damit sie bereit sind ihm "ihre" Protagonistin zu überlassen. Sonst kommt es zum "mit mir wäre sie besser dran" - Probleme mit der sich die "damsel in distress" einfach nicht rumschlagen muss.
Unterschied:
männlicher Protagonist= Indentifikation->wir wollen das Mädchen
weiblicher Protagonist=Patronat->Typ muss beweisen dass er was drauf hat
Am Besten tut der Anwärter das indem er irgendwo allein gegen ganze Armeen kämpft und so für die nötige Ablenkung sorgt damit unsere Heldin die richtig schlimmen Schurken erledigen kann und sich nicht auch noch später mit dem ganzen Kleinkram rumprügeln muss.
Das alles erfordert mehr Storyline als sich die meisten Spiele leisten können und wird daher oft einfach weggelassen. Daher bleiben die meisten weiblichen Protagonisten Single oder noch besser: ihr Konterpart wird getötet und die Vergeltung bildet den Plot.
Benutzeravatar
ElTrollo
Beiträge: 98
Registriert: 21.03.2009 21:36
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von ElTrollo »

Alking hat geschrieben: Ich halte nichts von Kickstarter. Der Markt regelt alles, auch in der Gamingwelt.
Verstehe ich nicht. Die marktwirtschaftlichen Grundprinzipien - Angebot und Nachfrage - werden doch ebenso bei Kickstarterprojekten eingehalten. Ein Angebot wird vorgelegt und bei entprechender Nachfrage, sprich genügend geld, realisiert.

Topic
Krass, welche paranoide Ausmaße sich in unserer Gesellschaft gerade bahnbrechen. :lol:

Was ist denn so schlimm daran - jemand - ok, eine Frau - will die letzten jahrzehnte Videospielgeschichte bezüglich weiblicher Stereotype analysieren. Dazu definiert sie fünf Stereotypen und belegt diese dann anhand von Beispielen. Das ist doch noch nicht einmal wirklich feministisch, sondern rein deskriptiv. Eine aussagekräftige Bewertung ist mir in dem Video nicht aufgefallen. Mag sein, dass das in den noch elf Ausstehenden noch nachgeholt wird. Aber dass es stereotype Frauenbilder gibt, wird doch niemand bestreiten wollen. Genauso gibt es den stereotypen, männlichen Protagonisten in Videospielen. Ausnahmen, welche von den Stereotypen abweichen, gibt es natürlich, aber zunächst geht es Sarkeesian darum, ihre postolierten Stereotypen zu belegen.
Wünschenswert wäre es doch, wenn man alle in Spielen verwendete, klischeebhafteten Rollen mal kritisch hinterfragt. Zu den Thema gab es letztes Jahr auch einen kurzen, informativen Beitrag im DLF.
johndoe460366
Beiträge: 7447
Registriert: 26.06.2005 14:25
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von johndoe460366 »

Heutzutage wird alles mit Geldern unterstützt, was zur Schwächung der Solidarität der Menschen untereinander beiträgt - der moderne Feminismus bzw. die Gender-Ideologie sind typische Symptome dafür. Menschen lassen sich einfach leichter kontrollieren, wenn jeder sich selbst der Nächste ist. Obwohl hier schon fraglich ist, wozu die Videoproduzentin diese Unsumme überhaupt aufwenden musste - Kamera und Greenscreen nutzte sie offensichtlich bereits zuvor und die gezeigten Ausschnitte bekannter Spiele rechtfertigen den Betrag ebensowenig.

Sei's drum, danke an gracjanski für seine erhellenden Beiträge, vieles spricht mir aus der Seele.
Sulik hat geschrieben:Ich weiss nicht ob einer von euch mal die 3 Groschen Romane für Frauen gelesen hat aber grob gesprochen gibt es dort mehr Sex und Sexuelle anspieleungen als in jedem Western Groschen Heft. Ich kann damit leben das Frauen sich dort ihre Fantasien befriedigen also bitte lasst uns unsere Fantasien in den Spielen befriedigen.
Sagt dir Fifty Shades of Grey etwas?^^
Benutzeravatar
JinRoh3181
Beiträge: 97
Registriert: 21.06.2012 13:21
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von JinRoh3181 »

gracjanski hat geschrieben:Der Idiot ist ein Weichei und hat sicherlich wenig Erfolg bei den Weibern :lol:
Mein Erfolg gibt mir Recht. :wink:
Benutzeravatar
Kajetan
Beiträge: 27139
Registriert: 13.04.2004 10:26
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Kajetan »

Randall Flagg hat geschrieben:Was mich an Videospielen immer nervt, ist die Tatsache, dass ich immer irgendeinen Muskelprotz spielen muss, der entweder irgendeine Olle oder die Welt retten muss. Dabei sieht man immer gleich aus: Irgendein muskelbepackter Amerikaner mit Narben in der Fresse. Und immer diese grausame Brutalität, die dabei zu Tage kommt, als ob wir Männer alle überzeugte Metzger wären. Wirklich schlimm. Ich überlege, eine Kickstarter-Kampagne zu starten, Tropes vs. Men in Video Games (wofür steht Tropes eigentlich? Wörterbücher spucken mir nichts sinnvolles aus). 5,000 $ brauche ich auch nur, da bei mir keine 1.000 $ für Schuhe draufgehen. Mir geht die klischeehaft stereotype Darstellung von Männern in Videospielen so unglaublich auf den Keks ...

Und weiter geht's dann mit TV-Serien und Filmen. Warum sind in manchen Serien nur Männer in der Hauptrolle oder nur Frauen? Ist doch schrecklich und sexistisch ...
Laber nich, mach! :)
Benutzeravatar
Raksoris
Beiträge: 8589
Registriert: 04.02.2010 14:36
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Raksoris »

hoelzi123 hat geschrieben:Also ich weiß nicht, das Video verwendet 6 Minuten drauf zu erklären, dass "Damsel in Distress" eine lange Geschichte in Büchern und Filmen hat, die bis in die griechische Mythologie zurückreicht. Und dann bringt es ein paar Beispiele, die zeigen, dass es das auch in Videospielen gibt. Was ist daran jetzt überraschend?
Das sie 155 000 Dollar dafür bekommen hat?
Benutzeravatar
mr archer
Beiträge: 10329
Registriert: 07.08.2007 10:17
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

Raksoris hat geschrieben:
hoelzi123 hat geschrieben:Also ich weiß nicht, das Video verwendet 6 Minuten drauf zu erklären, dass "Damsel in Distress" eine lange Geschichte in Büchern und Filmen hat, die bis in die griechische Mythologie zurückreicht. Und dann bringt es ein paar Beispiele, die zeigen, dass es das auch in Videospielen gibt. Was ist daran jetzt überraschend?
Das sie 155 000 Dollar dafür bekommen hat?
Wohl eher, dass es so lange gedauert hat und erst Kickstarter bedurfte, um so etwas mal umgesetzt zu bekommen, während für die Finanzierung von knapp bekleideten Messebabes irgendwie immer genügend Geld da zu sein scheint.

Im übrigen: Wäre es Euch lieber, sie hätte zu Beginn einen halbstündigen kulturhistorischen Exkurs eingeflochten, bevor sie zum Punkt kommt? Wenn man hier so ins Forum schaut, wurde die Botschaft ja wohl auch in der relativ kurzen Zeit, die sie für die fundierte Herleitung aufwendet, verstanden ...
Benutzeravatar
gracjanski
Beiträge: 2020
Registriert: 27.08.2004 23:54
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von gracjanski »

Alastor hat geschrieben:Heutzutage wird alles mit Geldern unterstützt, was zur Schwächung der Solidarität der Menschen untereinander beiträgt - der moderne Feminismus bzw. die Gender-Ideologie sind typische Symptome dafür. Menschen lassen sich einfach leichter kontrollieren, wenn jeder sich selbst der Nächste ist. Obwohl hier schon fraglich ist, wozu die Videoproduzentin diese Unsumme überhaupt aufwenden musste - Kamera und Greenscreen nutzte sie offensichtlich bereits zuvor und die gezeigten Ausschnitte bekannter Spiele rechtfertigen den Betrag ebensowenig.

Sei's drum, danke an gracjanski für seine erhellenden Beiträge, vieles spricht mir aus der Seele.
Das Kompliment gebe ich gerne zurück. Wie die hohe Politik funktioniert hast du auch verstanden.
Benutzeravatar
gracjanski
Beiträge: 2020
Registriert: 27.08.2004 23:54
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von gracjanski »

mr archer hat geschrieben: Wohl eher, dass es so lange gedauert hat und erst Kickstarter bedurfte, um so etwas mal umgesetzt zu bekommen, während für die Finanzierung von knapp bekleideten Messebabes irgendwie immer genügend Geld da zu sein scheint.

Im übrigen: Wäre es Euch lieber, sie hätte zu Beginn einen halbstündigen kulturhistorischen Exkurs eingeflochten, bevor sie zum Punkt kommt? Wenn man hier so ins Forum schaut, wurde die Botschaft ja wohl auch in der relativ kurzen Zeit, die sie für die fundierte Herleitung aufwendet, verstanden ...
mir wäre es lieber, wenn sie ihre Klappe gehalten hätte, aber offensichtlich braucht sie Geld und verkauft sich für diesen Blödsinn
johndoe1527797
Beiträge: 1068
Registriert: 14.11.2012 13:24
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von johndoe1527797 »

Wieso braucht sie dafür überhaupt Geld? Hat sie die Film- und Spielszenen lizensieren müssen?!

Die hat doch auch vorher ganz viele feministische Videos gemacht, in denen sie z.B. über Sucker Punch oder Bayonetta hetzt. Und das sogar für umsonst!!

Ich mein, klar gibt es sexistische Stereotypen in Spielen. Aber sie macht da echt alles runter!!

PS. Und gut, dass sie offenbar keine Anime kennt. :wink:
darthslug
Beiträge: 85
Registriert: 08.11.2012 13:27
Persönliche Nachricht:

Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von darthslug »

Warum regt sich eigentlich jeder hier auf, wie viel Geld sie dafür gekriegt hat... ich meine... sie hat ja nie gesagt, dass sie so viel Geld braucht. Sie wollte $6000, für ihre 5 Videos, hat aber fast $160000 zusammengekriegt. Dafür verspricht sie sogar mindestens 6 weitere Filme.
Einige scheinen aber nicht zu verstehen, dass sie dieses Geld gar nicht verlangt hat und es dementsprechend auch nicht ihre Aufgabe ist, das Geld sinnvoll anzulegen. Wenn sie davon Schuhe kauft, ist das ihr gutes recht, weil sie nicht gesagt hat, das sie das brauch. Das ist ja so als würde man in ein Restaurant gehen, sich Pommes bestellen, dafür statt der angegeben 5€ lieber 20€ auf den Tisch legt und sich danach beschwert das man nur die Pommes gekriegt hat... Menschen gibt's-.-