Das kann ich so nicht bestätigen, da ich es bei einigen Produktionen einfach anders erlebt habe.Kajetan hat geschrieben:Falsch.Nanimonai hat geschrieben:Jeder Kinofilm wird in Hinblick auf die später erscheinenden DVDs produziert und ein wichtiges Verkaufsargument dafür sind Szenen, die im Kinofilm nicht vorhanden waren. Es ist kein Zufall, dass man sehr oft ein "ungeschnitten", "länger als die Kinofassung" oder "Director´s Cut" auf der Verpackung liest und es auch so gut wie keine DVD ohne "deleted scenes" als Bonus.
Das hat einen ganz anderen Hintergrund. Kinofilme dürfen eine bestimmte Länge nicht überschreiten, weil sie sonst (Ausnahmen bestätigen die Regel) für den Großteil des popcornfressenden, colasaufenden Mainstream-Publikums zu lange sind, wie man in diesen berüchtigen Test-Screenings mit Target Groups immer wieder erleben kann. Also wird geschnitten und gekürzt, bis die richtige Länge erreicht wird. Manchmal wird auch gewaltig geschnitten und gekürzt, weil der Regisseur beim Schnitt merkt, dass bestimmte Szenen einfach nicht funktionieren, dass sie entfernt werden müssen. Was man bei manchen "Deleted Scenes"-Extras auch selber beim Anschauen merkt.
Ja, mittlerweile ist dieses weggeschnittene Material ein wunderbares Verkaufsargument für Sonder-Editionen, keine Frage. Jeder verfickte Filmmeter bzw.jedes gefüllte Gigabyte Festplatte kann mittlerweile kommerziell verwertet werden und landet nicht mehr ungesehen auf dem Boden des Schnittraumes. Aber es werden nicht extra Szenen gedreht, die man dann hinterher für die DVD als Extra verwenden kann, so wie es bei bereits vor dem Relase geplantem DLC der Fall ist.
Bei so ziemlich jedem Drehtag ist der Satz "Ach, das nehmen wir dann einfach später für die DVD" gefallen. Natürlich kann ich nicht für das gesamte Filmgeschäft sprechen, da ich auch noch nicht mit großen Hollywood-Regisseuren gearbeitet habe, aber ich weiß zumindest wie viele Produktionsfirmen ticken.
Ein Film wird framegenau gedreht und geplant, glaubst Du denn ernsthaft, dass man einfach mal so ein paar Millionen in die Luft ballert und vier Stunden fertig bearbeitetes Material mit einem "Huch, das ist ja viel zu lang!" wieder auf drei Stunden kürzt?
Auch wenn das bei den Filmbesprechungen auf Pro7 immer so verkauft wird, dass man "gemerkt hat, dass diese und jene Szene nach den Testscreenings nicht beim Publikum ankamen" und sie deswegen wieder geschnitten wurden, heisst das noch lange nicht, dass das auch der Realität entspricht.
Lass Dich von diesen Werbeaussagen nicht blenden. Machst Du doch bei Spielen auch nicht.
