Christoph W. hat geschrieben:
Da hast du Recht, weshalb ich mich wohl auch gegen die Konsolen und ihre Preispolitik stelle und ich nicht bereit bin diesen Preis als Konsument zu zahlen, besonders dann wenn die günstigeren und leistungstechnisch besseren PC Spiele als Gut so substitionell sind, dass es für mich am vorteilhaftesten ist meine Nachfrage nach Spielen komplett auf diese auszurichten.
Vielleicht kannst Du die Preisdifferenz besser akzeptieren, wenn Du nachvollziehen kannst, warum es sie überhaupt gibt.
Das hat zwei wesentliche Gründe:
1. Es gibt nicht "den PC". Der PC ist eine Plattform, kein Produkt.
2. Aus dem ersten Punkt ergibt sich, dass eine Konsole ein Produkt ist und dieses Produkt wird vom Hersteller ähnlich wie bei Handys subventioniert und muss über Software refinanziert werden.
Alle Konsolenhersteller zahlen beim Verkauf ihrer Hardware drauf und das nicht zu knapp, denn neben den reinen Hardwarekosten kommen eben noch einige Jahre Forschung und Entwicklung dazu. Würde beispielsweise die Playstation 4 nicht über Softwareverkäufe refinanziert werden, würde sie den Endverbraucher eine deutlich vierstellige Summe kosten.
Da hat man im Gegensatz zum PC den Vorteil, jeden Softwarehersteller mit Lizenzgebühren zur Kasse zu bitten. "Du willst auf unserer Plattform Spiele verkaufen? Na dann zahl mal."
Nur so ist es möglich, die Konsolen zu diesem Preis unters Volk zu bringen.
Ein weiterer Punkt, den viele Leute der Hardcore-PC Fraktion (ohne Dich zwingend dazu zählen zu wollen) gerne übersehen ist, dass der PC als Plattform auf Gedeih und Verderb auf Konsolen angewiesen ist. Ohne Konsolen wären Produktionen der Größen- und Kostenordnung von GTA V nicht wirklich möglich, PC-exklusive Studios muss man aus gutem Grund mit der Lupe suchen. Es lohnt sich einfach nicht. Kickstarter hat da zwar so einiges möglich gemacht, aber das sehe ich auch eher als Feuerlöscher und gefährliche Zeitbombe... lass mal ein großes Kickstarterprojekt wie Star Citizen untergehen oder einfach grauenvoll schlecht werden, dann wird Crowdfunding gemieden wie Duschen auf LAN-Parties.
Christoph W. hat geschrieben:
Für mich wiegen die "Vorteile" der Konsolen, gerade im Bereich Bedienung und Komfort, das nicht auf und selbst hier wird der PC der Wohnzimmerdominanz der Konsolen im Laufe der Zeit sicherlich noch gefährlich werden (Siehe Valves Bemühungen mit SteamOS und eigenem Wohnzimmer-PC). Es bleibt darauf abzuwarten wie sich der Markt entwickelt...
Ich prophezeie einfach mal, dass Valve keinen Impuls setzen wird. Nichts wird sich dadurch ändern. Es ist ja nicht so, dass es nicht schon seit Jahrzehnten HTPC´s gibt und nicht jeder die Möglichkeit hätte, sein Wohnzimmer zur Multimediazentrale umzuwandeln. Diejenige, die das damals wollten, haben es schon längst gemacht und wechseln dann eventuell zu SteamOS, wenn es denn auch etwas taugen wird. Valve wird aber garantiert niemanden der Fraktion Konsolenspieler zum PC-Spieler bekehren, denn das, was eine Konsole bieten kann, kann auch Valves Steammachine nicht. Abgesehen davon ist "Steammachine" eh nur ein Marketingbegriff, der auch von Dell, Alienware oder Acer hätte kommen können. Und haben es diese Systemhersteller geschafft, das Wohnzimmer einzunehmen?
Konsolen sind deshalb so beliebt, weil sie geschlossene Systeme sind. Weil man sich als Spieler um nichts kümmern muss. Kiste an, losdaddeln. Keine Treiber und Systemüberwachung, keine OS-Spielereien, keine Konflikte mit anderer Hardware oder Software. Und weil man weiß, dass man mit diesem Teil auch in fünf Jahren noch spielen kann. Am PC hält man ja keine zwei Jahre durch, ohne dass man Änderungen vornimmt. Ständige Installationen und Deinstallationen von was auch immer zwingen einen alle paar Jahre dazu, sein System neu aufzusetzen, Hardware hat so etwas wie eine eingebaute Sollbruchstelle und "Leistungsverschleiß", denn irgendwann laufen Spiele plötzlich schlechter als noch vor ein paar Jahren...
Nicht falsch verstehen, ich war jahrzehntelang PC-Spieler und Bastler, immer auf dem neuesten Stand, immer informiert, habe unzählige .ini files optimiert und mich in den Untiefen des OS und seiner Treiber herumgetrieben... bis ich dann irgendwann keinen Bock mehr dazu hatte.
Und genau dafür sind Konsolen ein Segen. Vielleicht hat man nicht immer und schon gar nicht auf lange Sicht das High-End-Erlebnis, aber diesen Abstrich nimmt man gerne in Kauf, denn letztendlich geht es immer um die Qualität der Spiele und die ist nur am Rande mit Technik zu messen.
TLDR: Der PC-Markt wird auch in Zukunft Enthusiasten vorbehalten bleiben. Leuten, die Bock darauf haben, sich um ihr selbst zusammen gebasteltes Schätzchen zu kümmern. Daran wird auch im Wohnzimmer und insbesondere Valve nichts ändern. Enthusiasten sind hier zahlreich vertreten, im Internet, in Foren, dort haben sie sehr laute Stimmen. Daher denkt man manchmal irrtümlicherweise, es wäre eine große Masse, die einen Markt bestimmen könnte.
Dem ist nicht so.
Konsolen bleiben da, wo sie sind und ich bin mir ziemlich sicher, dass Sony und Microsoft "den PC" mit gelassener Miene betrachten und das zu Recht.