The Incredible Hojo hat geschrieben:Müssen wir also als nächstes Diebstahl legalisieren, weil es eben dazu gehört und sämtliche Sicherheitsmaßnahmen im Geschäft umgangen werden können?
Sind wir nun wirklich soweit, solche Vergleiche heranzuziehen? Wenn man diese Idee mal wieder auf das bezieht, worum es hier eigentlich größtenteils ging (Kopierschutz im Großen und Ganzen) hinkt der Vergleich doch nun wirklich mehr als gewaltig!
Kaufe ich mir ein T-Shirt im Laden, bin ich danach "stolzer" Besitzer eines T-Shirts, ein Endprodukt, welches ich sodann einfach so nutzen kann ohne mir noch irgendetwas vom Hersteller dazu sagen lassen zu müssen, wie ich es denn benutzen darf. Als Dieb habe ich das Risiko, erwischt zu werden, aber hingegen keinen Vorteil gegenüber dem Käufer (abgesehen von 10€ mehr im Portemonnaie).
Kaufe ich aber ein Videospiel bin ich als Kunde dazu verpflichtet, mir vorschreiben zu lassen, wie ich das Produkt denn nutzen darf (gut, ich kanns genauso in die Waschmaschine werfen wie auch ein T-Shirt, aber das hilft nicht wirklich...). Der Internet-Dieb hat hierbei dagegen zwar auch ein Risiko, erwischt zu werden (wenn auch geringer als im Laden), aber hat dafür etliche Vorteile gegenüber dem Käufer, die das aufwiegen.
Der Vergleich passt aus meiner Sicht nicht wirklich, dass ist so als würde ich den eben erwähnten Ladendiebstahl damit vergleichen, als ob ein Kind in einem von Hungersnot geplagten Land einen Apfel vom Händler klaut. Rechtlich gesehen dasselbe, aber absolut unpassend...
Außerdem geht es hier nicht darum, "Diebstahl [zu] legalisieren", was übrigens im Endeffekt auch den Raubkopierer mit einschließt und nicht extra zu betrachten macht. Diebstahl sollte weiterhin verfolgt werden, auch der im Internet, aber die Existenz von Diebstahl als Rechtfertigung für Zwangsmaßnahmen wie DRM heranzuziehen, ist doch unsinnig, aus meiner Sicht sogar lächerlich...
Auch wenn der Vergleich nicht passt, wie ich ja selbst gesagt habe, aber: Wenn die Diebstähle von T-Shirts zunähmen, würden Kleidungshersteller dann in ihre Klamotten eine Technik integrieren, die nach einem Kauf dafür sorgt, dass das Kleidungsstück ständig mit dem Hersteller in Verbindung steht? Quasi ein Mitarbeiter, der neben einem herläuft und guckt, dass auch alles mit rechten Dingen zugeht?!
Auf der anderen Seite würde der Dieb diese Gängelung nicht in Kauf nehmen müssen, mich würde mal interessieren was dann für Diskussionen entstehen würden... Oder wieviele Leute dann ohne Klamotten rumlaufen würden
Ich bin weiterhin dafür, dass gegen Diebstahl in allen Formen was unternommen wird, aber in diesem Fall dann bei den Filesharern bzw den Börsen, auch wenns schwer wird OHNE permanente Überwachung, nicht aber in Form von An-die-Kette-nehmen-des-"ehrlichen"-Kunden...