Sindri hat geschrieben:
Man kann auch in Krisengebieten den Frauen beistehen, indem man ihre Probleme und Nöte mehr in den Vordergrund stellt. Wieso gibt es für sowas keine Kickstarter Kampagne? Und wenn es doch eine gibt, warum hat sie nicht den gleichen oder am besten höheren Stellenwert als Gleichberechtigung in Computerspielen?
Dass es die von Dir herbeigesehnte Kickstarter-Kampagne nicht gibt, ist doch nicht Sarkeesians Schuld. Und was kann Sarkeesian dafür, dass sowas, falls es das doch gäbe, bestimmt weniger Unterstützer fände (und nebenbei, wie begründest Du eigentlich diese spekulative Voraussage?), als ihre eigene Kampagne?
Sindri hat geschrieben:
Ich kann sie einfach nicht ernst nehmen. Sie sieht Sexismus in Spielen und zieht dann Rückschlüsse auf die Gesellschaft. Frauen auf der ganzen Welt haben ganz andere Probleme und da sehe ich tatsächlich Handlungsbedarf. Sowas gehört in den Fokus und nicht dämliche Spiele, die keinerlei Einfluss auf die Gesellsschaft haben.
Wenn Du Handlungsbedarf siehst, dann handel doch. Nochmal: Deiner eigenen Argumentation folgend, müsstest Du eigentlich erstmal selbst aktiv werden - und dies wohlgemerkt an den richtig harten Brennpunkten der Welt, nicht etwa in einem Forum für "dämliche Spiele" - bevor Du jemand anderen in diesem Bereich legitimerweise kritisieren darfst.
Sindri hat geschrieben:Sharkie hat geschrieben:
Oder auch "Die ganze Frauenunterdrückung hat doch in der Religion ihr Wurzeln, erstmal muss Säkularisierung her". Man kann jederzeit ein Problem durch den Vergleich mit einem (verwandten oder nicht verwandten) größeren Problem marginalisieren. Bis man dann irgendwann vor einem so großen Problem steht, das realistisch betrachtet nicht mehr lösbar ist.
Haha geil, jetzt ist Gleichberechtigung schon eine Utopie? Die Sklave von früher habe wahrscheinlich auch gedacht, daß Sklaverei immer existieren wird aber nach viele Kämpfen und Veränderungen in den Gesellschaften haben wir diese Unart mitterlweile echt gut in den Griff gekriegt, als Menschen.
Vergleiche sind gut. Vergleiche können den Unsinn von wichtigen Problemen trennen.
An dieser Stelle missverstehst Du mich gründlich. Meine Aussage war, dass die Behebung gesellschaftlicher Missstände
erst dadurch zur unerreichbaren Utopie
wird, dass man sie zu solch gigantischen wie undifferenzierten Problemkomplexen aufbläst und dabei obendrein die Diskussion weniger akuter Aspekte der Thematik als First-World-Problems diskreditiert. Jetzt klarer?
Außerdem sind die von Dir ins Spiel gebrachten Themenkomplexe "Lage der Frau im Nahen Osten bzw. Indien" in Sachen Ausprägung, Problemgeschichte und -genese soetwas von grundverschieden von den durch Sarkeesian beackerten Sujets westlicher feministischer Kulturkritik (vom kleinsten gemeinsamen Nenner, dass es irgendwie um Frauenrollen geht, einmal abgesehen, aber diese Gemeinsamkeit ist nun wirklich banal), dass mir der Vergleich - mit Verlaub - leicht obszön erscheint.
Sindri hat geschrieben:Sharkie hat geschrieben:
Davon abgesehen sollte man sich vielleicht einmal daran erinnern, dass die allermeisten Menschen so ziemlich gar nichts zur Verbesserung der Welt beitragen.
Habe ich das behauptet? Woher weisst du, daß ich nicht wenisgtens in meinem Umfeld etwas dazu beitrage?
Auch hier missverstehst Du mich. Die Aussage "Die meisten Menschen tun gar nichts" ist keine Unterstellung in Richtung Sindri, sondern eine Unterstellung in Richtung der meisten Menschen. Dennoch: Deiner eigenen Argumentation folgend, müsstest Du jetzt hier theoretisch die Hosen runterlassen und uns allen schön glaubwürdig erläutern, was Du denn so zu Verbesserung der "Lage der Frau in Indien" beiträgst, um Deinem Anliegen und Deiner Argumetation Legitimität zu verschaffen.
Aber halt, bitte tu's nicht, weil ich sowas niemals verlangen würde - wäre nämlich arg kindisch.
Sharkie hat geschrieben:
Ich habe kein Geld für eine Video-Serie gesammelt und stelle danach auch keine hanebüchene Aussagen in den Raum, die behauptet, daß Computerspiele die Männers schlecht erzieht oder prägt.
Das was AS macht ist Heuchelei. :wink:
In die Diskussion um Deine Infragestellung der prägenden Aspekte von Medien will ich mich jetzt nicht auch noch einmischen, die letzten Seiten haben eindrucksvoll gezeigt, dass es da verdammt schwierig wird, diesbezüglich überhaupt eine tragbare Diskussionsbasis zu finden. Einzige Anmerkung: "Medien prägen" bedeutet weder "Medien machen dich eventuell zum Amokläufer", noch "Medien machen Dich zum Sexisten" - zwischen jenen Aussagen gibt ja nun schon noch ein par mögliche Grauschattierungen, oder etwa nicht?