Assassin's Creed: Software-Dieb verurteilt

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SchmalzimOHR
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Beitrag von SchmalzimOHR »

Blah und blub,

die Strafe wird deshalb so ausgefallen sein weil der gute Mann nämlich eine Art NDA unterschreiben MUSSTE.
Darin steht auch deutlich das bis zur Auslieferung jegliches zu verarbeitendes Material der Firma gehört und durch Diebstahl endstandener Schaden von Dieb zu tragen ist.

Der kann also froh sein,nochmal so glimpflich davon gekommen zu sein.

Das hat nichts mit RAUBKOPIEN zu tun!!
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

Worrelix hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Es gibt keinen Beweis für die These, dass das in Umlaufbringen einer Kopie finanziellen Schaden verursacht.
Das ist gesunder Menschenverstand.
Nein, das ist nur das Versteifen darauf, dass Du für Deine Behauptung KEINEN Beweis anführen kannst, keine kausalen Zusammenhänge herstellen kannst.
Natürlich kann man diese Gruppe nicht exakt beziffern und damit Berechnungen anstellen - aber ich könnte mir bei einem Assassins Cred 2 (was ich verwechselt hatte ...) durchaus einen Schaden in Millionenhöhe vorstellen beim Vergleich gecrackte Version vorhanden <-> gecrackte Version nicht vorhanden.
Und das ist alles, was Du tust. Du stellst eine Behauptung auf. Einen Beleg, dass dies auch der Wirklichkeit entspricht, das tust Du nicht. Du stellst Dir etwas vor, fertig. Und nun? Ich kann mir auch viel vorstellen. Aber nur, weil ich mir etwas vorstellen kann, heisst das noch lange nicht, dass dies auch der Wirklichkeit entspricht. Da muss ich dann einen Beweis anführen können, um meine Behauptung mit entsprechenden Fakten zu einem validen Argument zu machen.
Und genau das hat man bei der Installation einer Raubkopie getan:
Man hat den Programmcode des Herstellers geklaut.
Dann müsste der Hersteller den Code aber nicht mehr haben.

Du begehst hier einen ganz grundsätzlichen Denkfehler, der übrigens typisch für unsere Epoche des Umbruchs ist. Du benutzt Vergleiche und Analogien aus dem analogen Zeitalter und verwendest sie ohne Anpassungen für Vorgänge im Digitalen Zeitalter, obwohl hier ganz grundlegende Unterschiede bestehen. Wenn, dann kann man dem Verurteilten nur das Entwenden/Klauen eines Datenträgers vorwerfen, auf dem sich der Code befunden hat. Den Code aber, der wurde kopiert (!), da wurde nichts weggenommen, nichts gestohlen. Das Kopieren urheberrechtlich geschützter Daten ist kein Diebstahl, da hier nichts weggenommen wird, der Rechteinhaber die Daten ja immer noch hat. Sämtliche Analogien, die man hier zur Schadensbemessung heranzieht, sind ungültig, solange man nicht nachweisen kann, dass dem Hersteller durch das Kopieren min. ein gleichwertiger Schaden entstanden ist. Erst dann kann man mit Fug und Recht behaupten, dass hier ein Schaden enstanden ist, der entsprechende Strafen rechtfertigt. Vorher ist das nichts weiter als blanke Willkür auf Basis einer unbewiesenen Behauptung.

Sprich, wenn Du nachweisen kannst, dass Ubisoft durch die Weitergabe dieser Kopie ein Schaden in Höhe von X entstanden ist, dann können wir uns über die mögliche Höhe einer Strafe unterhalten, bzw. darüber, ob denn überhaupt eine Strafe gerechtfertigt ist. Denn wenn kein Schaden entsteht, warum sollte man diese Handlung überhaupt unter Strafe stellen? Nur, weil die Industrie in ihrer Paranoia das so gerne haben möchte?
prowler250
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Beitrag von prowler250 »

Kajetan hat geschrieben:
bw90g hat geschrieben:Es gibt auch keine empirisch belegte Studie die das Gegenteil beweist, oder ?
Abgesehen davon, dass das nicht die Frage war ... es gibt mittlerweile immer mehr Studien, die den Schluss nahelegen, dass Filesharing nicht den negativen Einfluss auf den Umsatz hat, der ansonsten immer behauptet wird. Es deutet sich an, dass Filesharing entweder einen leicht positiven Einfluss auf den Umsatz hat oder der Einfluss auf den Umsatz so gering ist, dass es von den üblichen statistischen Schwankungen kaum zu unterscheiden ist.

Grundsätzlich muss man aber sagen, dass dieser Themenkomplex noch nicht genug erforscht ist, um hier verlässliche Aussagen zu treffen. Man kann aber immerhin definitv sagen, dass die von der Industrie kolportierten Schadenssummen komplett aus der Luft gegriffen sind, reine Erfindung sind.

Aber in Punkto Gesetzgebung wird einfach weiterhin davon ausgegangen, dass dies etwas ganz arg Schlimmes ist, es werden immer noch die Schadenssummen der Industrie ohne Nachzuprüfen übernommen und eine simple Verletzung von Urheberrechten wird zT. härter bestraft als der Diebstahl eines Müsliriegels, wo man den Schaden für den Ladenbesitzer ganz eindeutig nachweisen kann.
Moin, na endlich mal einer *g*
Ich sehe das ähnlich , habe das schon in Foren geäussert und wurde quasi gesteinigt ;)
Und doch bleibe ich dabei....soviel hat sich seit damals nicht geändert...
Wenn in meiner Schulzeit ein neues Lied rauskam....auf dem neuen Medium CD....dann hatte das erst einer.....und von dieser einen CD wurden zig Kopien auf Kasette gemacht....so verteilte sich die Musik damals. Und wer ein Lied wirklich gut fand, hatte nicht selten das dazugehörige Album gekauft, was er nicht getan hätte, wenn er das Lied nie kennengelernt hätte.
War das bei Videospielen anders? NEIN!
Wer hat damals Giana Sisters auf dem Commodore gespielt? Ah....einige...ok, und wer von euch hat das Spiel damals im Original gekauft?
Und das ging immer so weiter...später war es das NES....das SNES usw.
Es kam ein neues Spiel raus....jemand kaufte es...die anderen fanden es toll. Es wurde durchgespielt und verliehen...schliesslich hat man immer jemand der was intressantes neues hat und solange tauscht...80% der damaligen durchgespielten Spiele habe ich nie selbst besessen.
Natürlich ist es heutzutage einfacher sich alles zu kopieren.....womit für mich aber noch lange nicht bewiesen ist das der Softwareabsatz deswegen fällt (wenn er es überhaupt tut). Je leichter man etwas kopieren kann, desto leichter verteilt es sich überall...und man wird immer wieder Leute finden die es mögen und im Original besitzen möchten.
Und 100.000 Kopien heisst NICHT = 100.000 Einheiten Verlust.
Nichtmal ansatzweise! Denn wie schon erwähnt ist kopieren heutzutage kein grosser Aufwand mehr....weswegen viel kopiert wird was einen eig. gar nicht intressiert.(und man ohne die Kopie auch nie gekauft hätte).

Zum Schluss, auch wenns keiner glaubt: Ich besitze nur Originalspiele, leihe mir aber immer wieder neue von einem Kumpel aus.
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WarWolf_1
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Beitrag von WarWolf_1 »

ich frag mich... warum verbreitet jemand Kopien aus einem vertrieb eines publishers und wissen müsste das Raubkopien auch schlecht für seine Firma sind
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Boesor
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Beitrag von Boesor »

Kajetan hat geschrieben:
bw90g hat geschrieben:Es gibt auch keine empirisch belegte Studie die das Gegenteil beweist, oder ?
Abgesehen davon, dass das nicht die Frage war ... es gibt mittlerweile immer mehr Studien, die den Schluss nahelegen, dass Filesharing nicht den negativen Einfluss auf den Umsatz hat, der ansonsten immer behauptet wird. Es deutet sich an, dass Filesharing entweder einen leicht positiven Einfluss auf den Umsatz hat oder der Einfluss auf den Umsatz so gering ist, dass es von den üblichen statistischen Schwankungen kaum zu unterscheiden ist.
Wo findet man derartige Studien? Würde mich brennend interessieren, mit welchem Ansatz und welcher Methode die das nahelegen, vor allem den "leicht positiven" Effekt.

Im übrigen sind die Befürworter der These, Kopien würden keinen Schaden anrichten mindestens so dogmatisch wie die Gegner.

Aber vielleicht bringen dies zahlreichen Studien ja Licht ins Dunkel.
kein nerd
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Beitrag von kein nerd »

@Kajetan

Siehst du das alles wirklich so? Warum verteidigst du das Vorgehen von Raubkopierern so?
Es ist doch nunmal Fakt das es illegal ist. Oder bin ich da auf dem Holzweg? Es ist doch Diebstahl "geistigen Eigentums". Wie würdest du dich fühlen oder benehmen wenn du etwas sehr tolles entwickelst bzw. erfindest und plötzlich kommt jemand und kopiert es einfach und verkauft bzw. verbreitet es für lau??? Würdest du dann immer noch behaupten es sei nicht so schlimm???

Klar biegt sich die Industrie viel so hin wie sie es haben wollen aber ich finde es ist auch ihr gutes Recht. Und ob eine Firma XY nun hätte 2 bis 3 Millionen mehr verdienen können an einem Spiel oder nicht empfinde ich, bei dem hohen Anteil an "kleinen" Entwicklern, ganz und gar nicht mehr als Peanuts.

Klingt vielleicht bissel blöd aber ich meine die folgende Frage sehr ernst.
Wie würdest du dich verhalten wenn jemand immer wieder versucht deine Ideen zu klauen und diese verbreitet ohne das du auch nur ein bisschen Anerknnung dafür bekommst?
unknown_18
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Beitrag von unknown_18 »

guiden170881 hat geschrieben:Und ob eine Firma XY nun hätte 2 bis 3 Millionen mehr verdienen können an einem Spiel oder nicht empfinde ich, bei dem hohen Anteil an "kleinen" Entwicklern, ganz und gar nicht mehr als Peanuts.
Und eben genau das ist die Streitfrage: hätten sie wirklich 2 bis 3 Millionen mehr verdienen können?

Wer sich nämlich mit dem Thema mal richtig beschäftigt hat weiß, dass viele Kopieen laden, weil sie das Geld gar nicht gehabt hätten das Spiel zu kaufen. Die Frage ist also wie Viele kopieren obwohl sie es sich auch hätten kaufen können?

Es gibt im Grunde 3 Gruppen von Kopierern:

- die erste Gruppe lädt das Spiel runter, weil sie das Geld nicht haben
- die zweite Gruppe lädt das Spiel runter, weil sie es ausprobieren wollen um sich für oder gegen einen Kauf zu entscheiden
- die dritte Gruppe lädt das Spiel runter, weil sie kein Geld dafür ausgeben wollen

Und die ungeklärte Frage ist hier eben wie groß die einzelnen Gruppen anteilig unter allen Kopierern sind. Wirklichen Schaden verursachen hauptsächlich letztere und die schätze ich persönlich aber auch als kleinste Gruppe ein. Bei ersterer Gruppe ist nicht mal ausgeschlossen, dass sie das Spiel später kaufen und sei es vom Grabbeltisch.


Der Wirtschaft selbst entsteht eh kaum ein Schaden, weil das Geld was nicht für Spiele ausgegeben wird, wird dann halt für andere Dinge ausgegeben. Wenn dann entsteht also nur den Spielefirmen ein Verlust, aber dieser ist geringer als sie uns immer weiß machen wollen.

Es ist nun mal Fakt, dass inzwischen deutlich mehr gute Spiele auf den Markt kommen, als noch vor 10 Jahren und kaum Jemand kann es sich leisten die alle zu kaufen, dementsprechend machen sich die Spieler deutlich mehr Gedanken was sie kaufen und was nicht und entsprechend mehr verteilt sich die Kaufkraft der Spieler auf mehr Spiele. Irgendwann ist einfach der Markt gesättigt. Und ich schätze das ist der Grund, wieso die Publisher weniger verkaufen als sie oft kalkulieren.
Zuletzt geändert von unknown_18 am 04.05.2010 11:53, insgesamt 1-mal geändert.
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tschief
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Beitrag von tschief »

Ganz ehrlich: Ich raubkopiere nie.

Aber in letzter Zeit überlege ich es mir echt, insbesondere zum anprobieren gewisser Titel...

Beispiel???? ArmA2..

-> Test bei 4P? nix da, 50 Punkte..
Nachtest infolge von Patches? Nix da, gibts bei uns net, und die von anderen Spielemagazinen.. naja ich find die unbrauchbar..

Demo von Arma2? Dort habe einen riesen Grafikbug, der zwar mittlerweile behoben wurde (mit dem drittletzten Patch der richtigen Version), die Demoversion aber dummerweise auf 1.00 lauft, und so verbuggt ist, dass die 50 wirklich gerechtfertig sind.

Ebenfalls habe ich in der Demo trotz akzeptablem/gutem PC riesige Performanceprobleme..

Was soll ich jetzt also machen? Arma2 kostet immer noch 40€ oO.. Da wird mir das Argument "Raubkopieren zum Ausprobieren" doch wieder schmackhaft, auch wenn ich sonst komplett dagegen bin.. Soviel zum Thema "Raubkopieren :roll: )

Und im schlimmsten Falle könnte ich dafür sogar noch 3 Jahre in den Knast :lol:

Ist doch genial, unsere Rechtssprechung? :lol:



@Thema:
Ich finde es gut, wie er bestraft wurde. Die Resozialisierungsmassnahme mag fraglich sein, die Geldstrafe und die 5 Jahre auf Bewährung sind es aber nicht.
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Zulustar
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Beitrag von Zulustar »

guiden170881 hat geschrieben:@Kajetan

Siehst du das alles wirklich so? Warum verteidigst du das Vorgehen von Raubkopierern so?
Es ist doch nunmal Fakt das es illegal ist. Oder bin ich da auf dem Holzweg? Es ist doch Diebstahl "geistigen Eigentums". Wie würdest du dich fühlen oder benehmen wenn du etwas sehr tolles entwickelst bzw. erfindest und plötzlich kommt jemand und kopiert es einfach und verkauft bzw. verbreitet es für lau??? Würdest du dann immer noch behaupten es sei nicht so schlimm???

Klar biegt sich die Industrie viel so hin wie sie es haben wollen aber ich finde es ist auch ihr gutes Recht. Und ob eine Firma XY nun hätte 2 bis 3 Millionen mehr verdienen können an einem Spiel oder nicht empfinde ich, bei dem hohen Anteil an "kleinen" Entwicklern, ganz und gar nicht mehr als Peanuts.

Klingt vielleicht bissel blöd aber ich meine die folgende Frage sehr ernst.
Wie würdest du dich verhalten wenn jemand immer wieder versucht deine Ideen zu klauen und diese verbreitet ohne das du auch nur ein bisschen Anerknnung dafür bekommst?
man begreifs endlich, die Industrie sind die bösen, die sind die die uns tagtäglich die wenigen € aus der Tasche ziehen wollen für die nächste Kopie eines alten Klassikers. Die machen sich keine Gedanken mehr um die Spiele, die Features sind in jedem game ähnlich angesiedelt, seit knapp 10 Jahren seit dem die Publisher immer MRD schwerer wurden ist eine stetige Dekadenz zu bemerken, die uns Programmierer als eigentliches Highlight verkaufen wollen. Alte Bugs werden in die neuen Spiel übernommen, in neues Grafikgerüst gezwängt und erneut Geld dafür verlangt für im Grunde genommen einen Grafikmod.
Und um ihre Dekadenz nicht öffentlich ankreiden zu müssen stürzt man sich auf Filesharer Raubmordvergewaltigungsnazikopierer und angeblichen Urheberrecht. Aber die behaupten doch nur das sie das Urheberrecht haben, genauso könnte ich behaupten ich bin der Papst. (hail eris)
Ich habe in den letzten 10 Jahren (ausser spiele wie Gothic oder Deus Ex) kein Spiel mehr gesehen das gänzlich etwas anderes in diesem Spieluniversum darstellte, wo man merkte, den Entwicklern ging es nicht nur darum, noch schnell ein Spiel in den Handel zu werfen, wo noch Seele und Herzblut in den Spielen steckte.

Und an den Typen der meinte ich installiere ne Raubkopie und wärn Verbrecher lol, ich installiere vielleicht bei ner Raubkopie orginale Files, die ich mit den AGB's bestätige, die orginalen Ausführungsdateien jedoch löscht man und verwendet andere. Da die jetzt nicht mehr allein von der Firma kommen, ist rechtlich gesehen dieses Produkt jetzt nicht mehr ganz 100% vom Entwickler, denn dieser gibt ja vor, für sein Produkt im Falle von AC2 bspw dauerhafte Inetverbindung als Voraussetzung an, wenn ich diese nicht habe, kann ich die orginalen ausführungsdateien auch nicht nutzen is doch logisch oder, wo is dann die Kriminalisierung, wenn ich Ubisofts startdateien nicht verwende sondern andere???

Was mir bei dem Urteil nicht so ganz schlüssig ist, was die Resozialisierungsmassnahme soll, hoffen die ernstlich der glaubt dann wieder an ihre Lügen?

die 25.000 USD werden wohl in einer hausvertragsähnlichen Klausel im Arbeitsvertrag festgelegt worden sein, wenn jemand etwas entwendet, dann muss er mit 25.000 USD Strafe rechnen und einem Gerichtsprozess.
Zuletzt geändert von Zulustar am 04.05.2010 11:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Sir Richfield
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Beitrag von Sir Richfield »

guiden170881 hat geschrieben:Siehst du das alles wirklich so? Warum verteidigst du das Vorgehen von Raubkopierern so?
Wenn Du Dich mit Kajetan etwas länger beschäftigst, wirst Du feststellen, dass er das nicht wirklich tut. Ebensowenig wie ich btw.
Ich kann nicht 100% für Kajetan sprechen, aber ich argumentiere scheinbar für die Gegenseite, weil das Verhältnis nicht stimmt. Die Publisher (Generell jeder Verein, der vom Verkauf von Kopien lebt) stellen permanent haltlose Behauptungen auf, kriminalisieren unnötig ganze Personengruppen, greifen überall Pauschalen ab, die wiederum zum großen Teil eher ehrliche Leute treffen*, etc. pp.
Man kommt hier nur weiter, wenn man sich mal auf ein vernünftiges Diskussionslevel begibt. Da ist auf beiden! Seiten enorm viel Bedarf!
Es ist doch nunmal Fakt das es illegal ist. Oder bin ich da auf dem Holzweg? Es ist doch Diebstahl "geistigen Eigentums".
Da ist ja schon das Problem. Wie willst Du etwas immaterielles stehlen? Die Idee ist nicht weg! Was illegal ist, ist die Bereicherung mit der Idee, obschon Dir der Ideeninhaber dazu keine Erlaubnis gegeben hat!
Wie würdest du dich fühlen oder benehmen wenn du etwas sehr tolles entwickelst bzw. erfindest und plötzlich kommt jemand und kopiert es einfach und verkauft bzw. verbreitet es für lau??? Würdest du dann immer noch behaupten es sei nicht so schlimm???
Der Open Source Bereich lebt davon, aber das ist ein anderes Thema.
Aktuell kannst Du zu sowas mal Journalisten fragen, die für die Welt arbeiten wollen. Der Vertrag, den Du da unterschreiben kannst ist (semilegaler) Ideendiebstahl, da kommt ein Kopierer nicht mehr mit. Ist aber auch ein Nebenkriegsschauplatz.
Natürlich ist das nicht OK und das ist der Grund aus dem es das Urheberrecht und Patente gibt. Die Grundidee der beiden Einrichtungen ist ja auch vollkommen richtig und gut.
Aber es ist ausgehölt und pervertiert worden, das ist das Problem, das wir aktuell haben und der Grund, warum so wenig Akzeptanz dafür übrig ist.
Klar biegt sich die Industrie viel so hin wie sie es haben wollen aber ich finde es ist auch ihr gutes Recht. Und ob eine Firma XY nun hätte 2 bis 3 Millionen mehr verdienen können an einem Spiel oder nicht empfinde ich, bei dem hohen Anteil an "kleinen" Entwicklern, ganz und gar nicht mehr als Peanuts.
Kleine Entwickler handhaben das leicht anders. Es sind immer nur die großen, die hier jammern. Und wie die ihre Entwickler behandeln, bzw. deren Ideen sieht man wunderbar an Infinity Ward, dem letzten EA Skandal in dieser Beziehung, JoWood und Gothic, etc. pp.
Man darf da nicht alles über einen Haufen werfen. Microsoft hat die Kopien damals recht gut dazu genutzt der OS Marktführer zu werden, der sie heute ist.
Klingt vielleicht bissel blöd aber ich meine die folgende Frage sehr ernst.
Wie würdest du dich verhalten wenn jemand immer wieder versucht deine Ideen zu klauen und diese verbreitet ohne das du auch nur ein bisschen Anerknnung dafür bekommst?
Ich würde von meinem Recht gebrauch machen, ganz einfach. Damit meine ich aber nicht sinnfreie Massenabmahnungen, um den Anwalt reicht zu machen oder haltlose Behauptungen. Ich würde dann tatsächlich vor Gericht gehen, aber nicht mit der Behauptung "Mir ist deswegen eine Summe X entgangen". Ich muss das mit belegbaren Fakten tun, was mein Recht und irgendwie auch meine Pflicht ist.
Es hat schon seinen Grund, warum es nur so wenig echte Gerichtsurteile gibt. Vor Gericht müssten die Publisher nämlich die Hosen runter lassen und die Zahlen belegen, die sie in den Raum werfen.

*Nehmen wir mal den Fall, ihr seid so richtig ehrliche Leute. Ihr kauft einen PC, ein OS, vier Spiele und drei CDs. Die CDs hört ihr im Auto, die Spiele installiert und spielt ihr.
Wofür genau habt ihr jetzt eine Abgabe auf den DVD Brenner und die Festplatte bezahlt? Für eine Kopie, die ihr nie gemacht habt?
Warum solltet ihr überhaupt für eine Sicherheitskopie bezahlen? Ihr stellt den Rohling (der nochmal eine Abgabe beinhaltet!), das Gerät, die Zeit und den Stromaufwand, das zu tun. Ihr bezahlt also mehr als drei Mal dafür, dass ihr das Datenpaket Eurer Lizenz sichert.**

**Das ist einer der "Vorteile" von Steam. Ihr kauft eine Lizenz und Steam reicht die Daten dann bei Bedarf nach. Kein Streß mit Datenträgern mehr.
Führt allerdings erst recht zu der Frage, warum ihr jetzt noch Abgaben zahlt. (Die übrigens immer höher werden...)

Edit:
Tschief hat geschrieben:Und im schlimmsten Falle könnte ich dafür sogar noch 3 Jahre in den Knast Laughing
Gut, steht ein Smily hinter.
Aber Dir ist schon klar, dass Du die drei Jahre nur bekommen könntest, wenn Du nachweislich und im großen Stil Kopien verkauft hast?
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

Boesor hat geschrieben:Wo findet man derartige Studien? Würde mich brennend interessieren, mit welchem Ansatz und welcher Methode die das nahelegen, vor allem den "leicht positiven" Effekt.
Der "Klassiker" dieser Studien findest Du hier:
http://www.unc.edu/~cigar/papers/FileSh ... ch2004.pdf

Hier wurde zum ersten Mal auf Basis transparenter und wissenschaftlich nachvollziehbarer Daten und Auswertemethoden nachgewiesen, dass der Einfluss des Filesharings auf den Umsatz der Musikbranche nicht von statistischen Schwankungen unterschieden werden kann, also so gering ist, dass er für die Umsatzrückgänge der MI nicht verantwortlich gemacht werden kann.

Eine zweite bekannte Studie (wo ich für eine Link erst noch recherchieren muss) kommt aus Kanada, wo man nachweisen konnte, dass Filesharer (gleichgültig ob online oder offline) MEHR Geld für Inhalte ausgeben als Leute, die nichts mit Filesharing am Hut haben.

Und als drittes, ganz aktuell, der US-Rechnungshof, der keinen Beweis dafür findet, dass die von der Industrie angegebenen Schadenssummen der Wirklichkeit entsprechen:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,15 ... 25,00.html
Im übrigen sind die Befürworter der These, Kopien würden keinen Schaden anrichten mindestens so dogmatisch wie die Gegner.
Abgesehen davon, dass Dogmen eine Kapitulation des menschlichen Geistes vor der Realität darstellen, so stehen den Befürwortern der These, dass Kopien keinen Schaden anrichten, ein wenig mehr valide Argumente zur Verfügung.
Aber vielleicht bringen dies zahlreichen Studien ja Licht ins Dunkel.
Es wäre wirklich hilfreich, wenn man diese ganze Diskussion auf der Basis von Fakten und nicht auf der Basis quasi-religiöser Wahnvorstellungen führt.
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Boesor
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Beitrag von Boesor »

Zulustar hat geschrieben: man begreifs endlich, die Industrie sind die bösen, die sind die die uns tagtäglich die wenigen € aus der Tasche ziehen wollen für die nächste Kopie eines alten Klassikers. Die machen sich keine Gedanken mehr um die Spiele, die Features sind in jedem game ähnlich angesiedelt, seit knapp 10 Jahren seit dem die Publisher immer MRD schwerer wurden ist eine stetige Dekadenz zu bemerken, die uns Programmierer als eigentliches Highlight verkaufen wollen. Alte Bugs werden in die neuen Spiel übernommen, in neues Grafikgerüst gezwängt und erneut Geld dafür verlangt für im Grunde genommen einen Grafikmod.
Was sollen immer diese armseligen rechtfertigungsversuche? ich meine Raubkopierer sind schon schlimm genug, aber warum wird man dann noch mit diesen "begründungen" gequält? es tut mir leid wenn du in dem reichhaltigen Angebot an Software keine Spiele mit Seele findest, aber ich fürchte das liegt mehr an dir als am Angebot.
Und um ihre Dekadenz nicht öffentlich ankreiden zu müssen stürzt man sich auf Filesharer Raubmordvergewaltigungsnazikopierer und angeblichen Urheberrecht. Aber die behaupten doch nur das sie das Urheberrecht haben, genauso könnte ich behaupten ich bin der Papst. (hail eris)
Sekunde, du bezweifelst das urheberrecht der hersteller? Es wird skurriler und skurriler...

Ich habe in den letzten 10 Jahren (ausser spiele wie Gothic oder Deus Ex) kein Spiel mehr gesehen das gänzlich etwas anderes in diesem Spieluniversum darstellte, wo man merkte den Entwicklern ging es nicht nur darum ein Spiel in den Handel zu werfen, wo noch Seele in den Spielen steckte.
Als bedeutet für dich "Seele", dass ein Spiel etwas komplett neues ist? Und wer das nicht macht hat kein recht auf sein produkt (urheberrecht) und ist damit auch moralisch zum raubkopieren freigegeben?
es fängt an weh zu tun....
Und an den Typen der meinte ich installiere ne Raubkopie und wärn Verbrecher lol, ich installiere vielleicht bei ner Raubkopie orginale Files, die ich mit den AGB's bestätige, die orginalen Ausführungsdateien jedoch löscht man und verwendet andere. Da die jetzt nicht mehr allein von der Firma kommen, ist rechtlich gesehen dieses Produkt jetzt nicht mehr ganz 100% vom Entwickler, denn dieser gibt ja vor, für sein Produkt im Falle von AC2 bspw dauerhafte Inetverbindung als Voraussetzung an, wenn ich diese nicht habe, kann ich die orginalen ausführungsdateien auch nicht nutzen is doch logisch oder, wo is dann die Kriminalisierung, wenn ich Ubisofts startdateien nicht verwende sondern andere???
Da bleibt nur ein :?:
kein nerd
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Beitrag von kein nerd »

Balmung hat geschrieben:
guiden170881 hat geschrieben:Und ob eine Firma XY nun hätte 2 bis 3 Millionen mehr verdienen können an einem Spiel oder nicht empfinde ich, bei dem hohen Anteil an "kleinen" Entwicklern, ganz und gar nicht mehr als Peanuts.
Und eben genau das ist die Streitfrage: hätten sie wirklich 2 bis 3 Millionen mehr verdienen können?

Wer sich nämlich mit dem Thema mal richtig beschäftigt hat weiß, dass viele Kopieen laden, weil sie das Geld gar nicht gehabt hätten das Spiel zu kaufen. Die Frage ist also wie Viele kopieren obwohl sie es sich auch hätten kaufen können?

Ich persönlich schätze den Anteil jener Personen ziemlich gering ein.

Der Wirtschaft selbst entsteht eh kaum ein Schaden, weil das Geld was nicht für Spiele ausgegeben wird, wird dann halt für andere Dinge ausgegeben. Wenn dann entsteht also nur den Spielefirmen ein Verlust, aber dieser ist geringer als sie uns immer weiß machen wollen.

Es ist nun mal Fakt, dass inzwischen deutlich mehr gute Spiele auf den Markt kommen, als noch vor 10 Jahren und kaum Jemand kann es sich leisten die alle zu kaufen, dementsprechend machen sich die Spieler deutlich mehr Gedanken was sie kaufen und was nicht und entsprechend mehr verteilt sich die Kaufkraft der Spieler auf mehr Spiele. Irgendwann ist einfach der Markt gesättigt. Und ich schätze das ist der Grund, wieso die Publisher weniger verkaufen als sie oft kalkulieren.
Trotzdem gibt mir das erscheinen von vielen guten Spielen nicht das Recht einfach mal alle zu Kopieren um mir nen Überblick zu verschaffen. Ob man nun das Spiel gekauft hätte oder nicht sei doch mal dahingestellt.
Und ganz erlich...wenn ich etwas haben will dann spare ich oder warte bis ich es günstiger bekomme. Ich würde mir zum Beispiel nie ein Spiel für 60-70 Euro kaufen bei dem mich nur ca. 8 Stunden Spielspass erwarten. Da warte ich lieber wenige Monate und kauf es mir dann für 20-30 Euro. Man muss ja auch nicht jedes Spiel sofort bei Erscheinen kaufen. Mal davon abgesehen das man normalerweise gar nicht so viel Zeit hat alles zu spielen. Ich kenne selber Leute die sich jedes Spiel ziehen und nicht einmal die hälfte davon wirklich Spielen. Da liegen dann haufenweise CD`s im Schrank und von denen werden maximal 2 bis 3 wirklich gespielt.

Schlechte Verkaufszaheln oder überschätze kalkulationen mögen viele Gründe haben. Aber trotzdem denke ich das Raubkopien mit dazu gehören.
Ich finde es eher schon eine Frecheheit wenn jemand behauptet "scheiss doch auf die Industrie! Die verdienen doch auch so noch genug!".
Wenn jeder so denken würde dann könnten wir uns unsere Spiele demnächst selber machen weil kein Hersteller mehr darin ein positives Geschäft sehen wird. Und dann möchte ich mal sehen wie die Spielewelt dann reagiert.
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Zulustar
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Beitrag von Zulustar »

Sir Richfield hat geschrieben:
**Das ist einer der "Vorteile" von Steam. Ihr kauft eine Lizenz und Steam reicht die Daten dann bei Bedarf nach. Kein Streß mit Datenträgern mehr.
Führt allerdings erst recht zu der Frage, warum ihr jetzt noch Abgaben zahlt. (Die übrigens immer höher werden...)
Nur is da die Frage wieso wenn ich eigentlich den Stress habe, mir die Daten online zu besorgen und von einer Platform angewiesen bin und deren zusätzliche zu den Spielen kommende AGB's bestätige, muss ich für die Spiele noch genauso und teilweise viel mehr bezahlen als bei anderen Händlern, wo ich ne DVDhülle mit anleitung und DVD über mehrere Zwischenstationen per Post zugesandt bekomme, das will mir nicht in den Schädel, muss ich da etwa doppelt zahlen für die Spiele und steam, das die ihre Server immer schön finanzieren können?

edit @ boesor, ja ich zweifle das urheberrecht gewaltig an, denn das bedeutet, das obwohl alle grossen MI's aus dem selben Pool von alten ideen schöpfen und wir das früher schon alles mitfinanziert haben, dies anstandslos heute wieder tun sollen, mit mir nicht mehr.
Wach auf, ab wieviel MRD Vermögen darfst du ein Urheberrecht beantragen? Worauf stützen die Entwickler ihr Urheberrechtsanspruch?
Bsp. Musik
Was ist mit den ganzen kleinen Musikern bspw die über Youtube sich "publizieren" ohne von einer Plattenfirma gesignt zu sein, da sieht ein Bohlen nen Lied, denkt sich das schreib ich mir bissl um, ich hab ja Urheberrecht, kann mir keiner was.
Zuletzt geändert von Zulustar am 04.05.2010 12:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Boesor
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Beitrag von Boesor »

Kajetan hat geschrieben:
Boesor hat geschrieben:Wo findet man derartige Studien? Würde mich brennend interessieren, mit welchem Ansatz und welcher Methode die das nahelegen, vor allem den "leicht positiven" Effekt.
Der "Klassiker" dieser Studien findest Du hier:
http://www.unc.edu/~cigar/papers/FileSh ... ch2004.pdf
Kann man eine Studie zur Musik auf Spiele übertragen? Kann ich mir so nicht vorstellen.
Eine zweite bekannte Studie (wo ich für eine Link erst noch recherchieren muss) kommt aus Kanada, wo man nachweisen konnte, dass Filesharer (gleichgültig ob online oder offline) MEHR Geld für Inhalte ausgeben als Leute, die nichts mit Filesharing am Hut haben.
das glaube ich sofort, allerdings inwiefern kann man daraus den Schluss ziehen, dass Raubkopien keinen Einfluss auf Umsätze haben?
Und als drittes, ganz aktuell, der US-Rechnungshof, der keinen Beweis dafür findet, dass die von der Industrie angegebenen Schadenssummen der Wirklichkeit entsprechen:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,15 ... 25,00.html
Wie wir hier ja schon 100 mal festgestellt haben geht ja auch niemand davon aus, dass jede Kopie ein nicht verkauftest Spiel ist. das bedeutet aber nicht, dass es keinen Umsatzrückgang gibt.

ich fürchte in dem Gebiet werden wir vorerst auf Vermutungen angewiesen sein, da empirische Studien hier einfach viel zu viele Fehlerquellen aufweisen können.
ich persönlich gehen davon aus, dass es einen Schaden gibt und das dieser, egal wie hoch er ist, den Firmen Geld vorenthält, was sie eigentlich bekommen würden.