billy coen 80 hat geschrieben:Er ging eher auf die hier im Forum immer wieder gerne verklärte Sicht auf Spiele "damals" und "heutzutage" ein. Früher kamen täglich mindestens fünf revolutionäre Evergreens pro Tag auf den Markt und heutzutage kommt nur noch Casual-Schrott...
Ja das ist natürlich Quatsch. Wenn man allerdings nur die AAA-Branche betrachtet und die Indies außen vorlässt, dann kann man schon objektiv behaupten, dass die Komplexität von Spielmechaniken im Vergleich zu früher stark zurückgegangen ist.
Nicht umsonst waren Spiele mit angeblich "altbackenen"(wie ich dieses Wort hasse!) Spielmechaniken etwa auf Kickstarter erfolgreich.
billy coen 80 hat geschrieben:Ich kann diese Sicht einiger für mich auch nicht so ganz nachvollziehen. Ich hatte früher Spaß an meinem Hobby und habe es auch heute noch. Ich bin aber auch nicht so extrem auf einzelne Genres und schon gar nicht auf geradezu dogmatische Definitionen eben dieser festgelegt, sondern nehme immer erst einmal jedes Spiel für sich als das, was es ist. Eventuell erleichtert es mir diese Haltung ein Wenig, nicht ganz so sehr dem nachzutrauern, wie Siele vermeintlich einmal waren und wie sie es vermeintlich heutzutage sind...
Finde ich ne gute Einstellung. Problem ist allerdings, dass der Anteil der seichten Spiele sehr groß ist und man im AAA-Bereich kaum noch etwas anderes findet als Grafikblender die inhaltlich eben sehr dünn sind.
Daher hat das wenig mit dogmatischen Definitionen zu tun, imo, sondern ist einfach eine objektive Beobachtung, dass Spielemechaniken heute deutlich einfacher sind. Wohlgemerkt: Es geht mir NICHT um Komfort! Komfort ist super und alte Spiele nerven einfach oft mit ihren absolut umständlichen Steuerungskonzepten. Mir gehts aber um inhaltliche Tiefe und die hat seit 2000 einfach kontinuierlich nachgelassen. Da sollte man auch seine persönliche Meinung auch zurücknehmen und diese Tatsache einfach als Fakt anerkennen. Klar heißt das ja nicht, das man nicht auch damit zufrieden sein kann, wie sich die Branche entwickelt hat. Da hat jeder ja eine individuelle Wahrnehmung ob er das schlimm findet(so wie ich) oder ob er damit klarkommt.
Man sollte halt nur nicht den Fehler machen, die Spieler als "Spinner" zu bezeichnen, die einfach Recht damit haben, wenn sie sagen, dass Videospiele im AAA-Bereich einfach absolut oberflächlich und nur auf Verkaufsoptimierung getrimmt sind. Andersrum sollte man natürlich auch nicht vergessen, dass es unterschiedliche Spieler mit unterschiedlichen Bedürfnissen gibt. Somit hat auch der CoD-Spieler absolut seine Berechtigung. Probleme entstehen eben nur dort, wo eine Mehrheit der Minderheit versucht zu diktieren wie ein Spiel zu sein hat.
Und da sehe ich aktuell das Problem, dass die Mehrheit der Minderheit diktieren will, das Grafik wichtiger ist als Gameplay. Und das halte ich für grundlegend falsch. Zumindest wenn es so als Dogma herumgetragen wird, wie es unsere Branche aktuell eben tut.
MfG Ska