Eigentlich wurde ja schon alles gesagt, aber ich würde gerne hier nochmal ansetzen:
Doch, doch, macht es. Zumindest im Moment noch.sabienchen hat geschrieben:Es macht einfach keinen Sinn jedes "Trash"-Spiel unter solchen Gesichtspunkten zu testen.
Was ich hier sehe ist, dass die Diskussion, wenn sie denn dann endlich zwischen vernünftigen Menschen stattfindet unweigerlich dahin abrutscht, dass die ganze Aufregung umsonst ist weil schon alles wird oder alles schon ist. Da stehen sich dann also zwei Personen gegenüber, die sich im Prinzip in allen Gesichtspunkten zustimmen - Belästigung ist nicht okay, Sexismus ist nach wie vor real, etwas muss sich ändern - aber eine der beiden ist halt trotzdem dagegen, irgendwas zu kritisieren, weil ist ja alles schon bekannt, und alles schon in Arbeit, und jetzt würde alles zu weit gehen.
Nur ist das eben noch nicht der Fall. Belöstigung ist noch real, und Benachteiligung ist noch real, das Medium steckt immer noch in den Kinderschuhen. Feminismus wird vorgeworfen, zu weit zu gehen, wenn er im Prinzip immer noch hinterherhinkt.
Und das wird dann sogar als Marketingstrategie genutzt so nach dem Motto "Ja, wir wissen dass das anspruchslos und anstößig sind, aber wir sind SELF-AWARE. Wir machen das IRONISCH. DEKONSTRUKTION." Ich kann nicht plötzlich den Scheiß, den ich seit Jahren mache, zur Parodie erklären und hoffen dass schon alles funzt.
Und noch dazu ist der Trash eben derzeit noch nicht als Trash etabliert. Da wird immer noch geredet von "erwachsene Geschichten", aber die Wichsfantasien sind die selben wie vorher.
Wenn man was ändern will, braucht es eine Übergangsphase. Und in dieser Übergangsphase muss sich eben der Trash fürs Trash-sein kritisieren lassen, weil er halt im Moment immer noch Norm ist.
Oh, und zum ewigen Streit um den Wage Gap: Ja, es stimmt, dass der Wage Gap, wenn man Berufszweige usw. einrechnet, kleiner wird. Er verschwindet jedoch nicht. Er schrumpft auf ein relativ kleines Niveau von ein paar Cent pro Euro (statt der meist genannten ca. 28), aber er verschwindet eben nicht vollständig.
