CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
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- Raskir
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Sehe die Interpretation nicht wohlwollend. Aber sei es wie ist, wir wissen nicht genau was sich dort abspielt. Sind die Bedingungen schlecht, sind sie ok? KA kann beides sein. Was ich aber weiß ist, dass wir sowas unterstützen (und noch schlimmeres, viel schlimmeres) egal was wir hier schreiben 
- Schnurx
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Welches "internationale Fachpersonal" arbeitet denn unter dem Lohnniveau, das es -da international- woanders kriegen könnte?
Global mobile Fachleute sind nicht grade diejenigen, die so unter Beschäftigungsmöglichkeiten leiden, daß sie unterbezahlte Jobs annehmen müssten.
Ah, die Lieblingsphrase aus der Floskelmaschine.das problem an der ganzen sache wird aber vermutlich sein, dass genau hier die kapitalistische ausbeutung anfängt.
Milliardenschwer .... Equity war 500 Millionen 2015 und das war in Zloty.... Wie üblich - je mehr "sozial" Gefloskel, desto weniger Idee von den Dimensionen.cdpr ist ein sehr erfolgreiches, milliardenschweres studio,
Und was genau ist die Verantwortung des Studios, bitte? Ein kleiner Tip: Es ist nix mit "sozial" oder "Gerechtigkeit" oder irgend ein anderer Wortmatsch aus der Linkswohlfühlklitsche.welches seiner verantwortung nachkommen und höhere löhne verkraften könnte.
Ui. Man investiert? Das ist aber auch wirklich verwerflich..... am Ende sichert man damit gar noch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter. Übrigens: Genau DAS kann man als "Verantwortung des Unternehmens" verstehen.das wird man sich aber schenken und das gesparte geld lieber in zukünftige projekte, technik und noch mehr humankapital investieren. .
Und wie glaubst Du, ist die Produktivität eines "frischen Absolvent" und was ist er wert? Noch ein Tip: Du überschätzt das gnadenlos (zumindest in 99.9 aller Fälle).der kleine mitarbeiter bleibt dabei enttäuscht auf der strecke und wird irgendwann frustiert kündigen, nachdem der traum restlos abgenutzt oder die gesundheit im eimer ist.
keine angst! der nächste frische absolvent, der mit witcher aufgewachsen und jetzt unbedingt "dort" arbeiten möchte, steht bereits im prächtigen foyer.
- Exist 2 Inspire
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Hier mal eine Zusammenfassung der Beschwerdepunkte
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• Middle management is heavily criticized for not being in tune with gamers and not listening/trusting their employees
• Talent is often lost due to pressure, low salary, bullying and bad decisions
• Long working hours, sometimes paid, sometimes not
• Fake milestones to increase pressure
• Bonus system that is biased towards middle management
• Broken and outdated tools
• Studio has grown too large/too fast (Lack of skill/training/experience in new hires)
• Lack of planning/vision (This would lead credence to the rumor that they scrapped all Cyberpunk pre-production work from prior to 2016)
• No investment in employees
• Constant renovations at the office causing chaos
• Work tends to be lost or done in vain
• Employees aren't kept in the loop of the production schedule
• Culture of blame
• Erratic/absent CEO who "doesn't even like games"
A couple choice quotes from "Advice to Management" section that seems to be in line with the consensus,
"Hire somebody with actual management experience to help this company change. Without this, in five years nobody will want to work at CDPRed."
"Crunch here is insane. We read about Bungie's crunch and ME: Andromeda crunch and laugh. And crunch will hit this current project hard."
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- Raskir
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Es stehen tatsächlich die Firmen sehr gut da, die einen schlechten Ruf wegen Dlc und MT haben. Ist aber vermutlich auch logisch. Solche schnell generierten Einnahmen können dann auch in Gehälter und so fließen. Ist halt schwierig beides zu vereinbaren, ein finanziell faires Produkt und gutes Arbeitsklima. Ich finde sowieso sind wir gamer zu geizig. Vollpreisspiele sollten heute eigentlich 90-100 Euro kosten, dafür aber ohne MT und DLC. Ein Witcher 3 wäre allemal 100 Euro wert gewesen gemessen an der Arbeit die drinsteckt. Nur wer würde sowas zahlen? Ich ja, aber die Masse? Ist echt eine verzwickte sache, ka wie man das regeln soll. Die Spiele sind zu günstig eigentlich, von daher wundere ich mich nicht über seasonpass und Beutekisten.
- Alter Sack
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Zum ersten muss ich (wir) die Lage nicht verbessern sondern die Firmen gegenüber ihren Mitarbeitern.Raskir hat geschrieben: ↑17.10.2017 12:08Wie gesagt, dein Recht auf Kritik kann dir keiner nehmen und das ist gut so. Nur sehe ich nicht den Unterschied zwischen uns und solchen Leuten. Was hindert uns daran das Geld was wir gespart haben weil es billig produziert wurde, an genau solche Leute zu spenden? Nichts hindert uns daran und dennoch tun wirs nicht. Wissentlich nutzen wir das Angebot, fördern damit die Ausbeutung und unternehmen nichts, um dem entgegenzuwirken oder etwas zu verbessern. Denn sag mir eins, da dich das ja stört in dem Ausmaß öffentlich Kritik zu üben. Warum nutzt du solche Produkte ohne den ersparten Teil zu davon wieder zurückfließen zu lassen an die Leute denen es zusteht? Inwiefern macht uns das anders?Alter Sack hat geschrieben: ↑17.10.2017 12:01Das ist falsch was du sagst. Ich muss ja nicht in eine Höhle zurückziehen nur um was kritisieren zu dürfen.Raskir hat geschrieben: ↑17.10.2017 11:50
Ob man das kritisieren darf? Natürlich, man darf vieles. Aber ich kaufe euch das nicht ab dass ihr da wirklich ein Interesse dran habt. Wer sich eine Konsole holt oder einen PC mit Bauteilen aus FoxCom und co, der macht genau das was er kritisiert.
Denn wie du schon schreibst Jeden von uns hier ist das beim Kauf unseres PCs und Konsole genauso bewusst gewesen. Und es war uns vielleicht nicht egal, aber es hat uns nicht genug interessiert als das wir was unternommen hätten. Und im Gegensatz zu CD Red, handelt es hier wirklich um Ausbeutung.
Wie gesagt, die Bedingungen bei CD sind vielleicht nicht ideal, aber innerhalb der Branche (und auch darüber hinaus) auch nicht furchtbar. Und die leute die sich hier als Moralapostel aufstellen und das Verhalten von CD kritisieren, bzw ihrer Führung, nun die haben schon schlimmeres geleistet, wiederholt. Mich wie gesagt eingeschlossen.
Ich darf mir ein Spiel, Konsole, Smartphone, ... kaufen und trotzdem die produzierenden Unternehmen dafür kritisieren und auffordern ihre Mitarbeiter ordentlich zu behandeln. Vor allem dann wenn sie es wirtschaftlich können. Ich fordere die Unternehmen auf mein investiertes Geld zum Teil auch an die Mitarbeiter weiterzugeben.
Das ist weder moralisch bedenklich noch scheinheilig. Wenn ich dann die Wahl habe zwischen 2 Produkten die unterschiedlich erzeugt wurden wähle ich selbstverständlich das was fairer produziert wurde. Auch wenns etwas teurer sein sollte.
Ich bin auch nur normaler Arbeitnehmer einer anderen Firma.
Zum zweiten muss ich mich selbst ja nicht in die Steinzeit zurückbomben um das ansprechen zu können. Verzicht ist ein Mittel aber hauptsächlich nur dann wenn es Alternativen gibt. Ich muss auch nicht meinen (mickrigen) Lohn spenden damit es denen besser geht sondern das Geld liegt doch schon bei den Firmen wie CDP, Apple und Konsorten. Da muss umverteilt werden und das geht hauptsächlich nur über massig Kritik und Aufklärung.
Es geht um die die dort abschöpfen. Da muss angesetzt werden. Die muss man bloßstellen. So Menschen wie Marcin Iwinski und Adam Badowski.
- Raskir
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Und Leute wie uns. Du kannst das gerne anders sehen, aber moralisch sind wir nicht besser, auch du nicht.
- Lebensmittelspekulant
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Den Vergleich finde ich nicht sonderlich aufschlussreich. Hier werden die Arbeitsbedingungen von einem Entwicklerstudio mit der Verwaltung von Publishern verglichen. Interessanter wäre es allerdings wie Mitarbeiter die Arbeitsbedingungen zB bei Dice, Bioware oder Ubisoft Montreal beurteilen.Exist 2 Inspire hat geschrieben: ↑17.10.2017 13:05 Hier mal eine Zusammenfassung der Beschwerdepunkte
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johndoe711686
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Vermutlich haben Ubisoft und EA sogar Klauseln in den Verträgen, die schlechte Bewertungen nach der Entlassung untersagen, oder aber, die zahlen Abfindungen, damit das nicht geschieht.
Aber ich muss Raskir hier wirklich mal unterstützen, was ich nicht immer tue. Wie sich hier Leute echauffieren über die schlechte Bezahlung, und dass es Aufgabe der Firma ist etwas daran zu tun. Und andersrum liest man nach jedem Test hier wieder "Is mir keine 40€ wert, warte ich auf Sale" "Hab ich im Keystore aus Namibia für 20€ bekommen" etc. pp.
Diese Heuchlerei ist so offenkundig (nicht bei jedem Einzelnen hier, aber im Gros sehr wohl). Und dann kommen Sachen wie "zwischen den Zeilen lesen", ich lach mich kaputt. Ja, wir wissen alle, was Marketing sagt und Firma tut ist nicht das gleiche, aber hier handelt es sich komplett um Unterstellungen.
Ja, in der Softwarebranche wird mutmaßlich, gemessen an der Arbeit, nicht genug bezahlt und ja, sicherlich ist CDP da nicht der weiße Ritter, aber hier wird gerade zu so getan, als handelt es sich um eine Turnschuhfabrik aus Bangladesch.
Erneut, kann ich Raskir da nur zustimmen, dann kauft eben mal Vollpreis und nicht ausm Keystore, oder spendet die Differenz zum Vollpreis, oder kauft weniger Spiele, dafür aber zum Vollpreis, wenn es zu teuer ist. Man kann eben nicht alles haben. Vorschlag hierzu: Jeder der den Witcher gut fand, kauft einfach noch mal die GOTY von Teil 3, selbst wenn man das Spiel schon hat. Ist grad im Sale und man unterstützt die fleißigen Entwickler.
Ach nein, das ist ja Aufgabe der Firma mit den 15€ ausm Keystore ihre Mitarbeiter zu bezahlen.
Und wenn es alles Fachleute sind, dann finden sie auch neue Jobs mit besserer Bezahlung, so schlimm scheint es denen also nicht zu gehen. Und dass ein in München wohnender Entwickler bei einer Firma in Polen vielleicht nicht das verdient, womit er in München in Saus und Braus leben kann, aber in Polen mutmaßlich durchaus gut, sollte niemanden überraschen.
Aber ich muss Raskir hier wirklich mal unterstützen, was ich nicht immer tue. Wie sich hier Leute echauffieren über die schlechte Bezahlung, und dass es Aufgabe der Firma ist etwas daran zu tun. Und andersrum liest man nach jedem Test hier wieder "Is mir keine 40€ wert, warte ich auf Sale" "Hab ich im Keystore aus Namibia für 20€ bekommen" etc. pp.
Diese Heuchlerei ist so offenkundig (nicht bei jedem Einzelnen hier, aber im Gros sehr wohl). Und dann kommen Sachen wie "zwischen den Zeilen lesen", ich lach mich kaputt. Ja, wir wissen alle, was Marketing sagt und Firma tut ist nicht das gleiche, aber hier handelt es sich komplett um Unterstellungen.
Ja, in der Softwarebranche wird mutmaßlich, gemessen an der Arbeit, nicht genug bezahlt und ja, sicherlich ist CDP da nicht der weiße Ritter, aber hier wird gerade zu so getan, als handelt es sich um eine Turnschuhfabrik aus Bangladesch.
Erneut, kann ich Raskir da nur zustimmen, dann kauft eben mal Vollpreis und nicht ausm Keystore, oder spendet die Differenz zum Vollpreis, oder kauft weniger Spiele, dafür aber zum Vollpreis, wenn es zu teuer ist. Man kann eben nicht alles haben. Vorschlag hierzu: Jeder der den Witcher gut fand, kauft einfach noch mal die GOTY von Teil 3, selbst wenn man das Spiel schon hat. Ist grad im Sale und man unterstützt die fleißigen Entwickler.
Und wenn es alles Fachleute sind, dann finden sie auch neue Jobs mit besserer Bezahlung, so schlimm scheint es denen also nicht zu gehen. Und dass ein in München wohnender Entwickler bei einer Firma in Polen vielleicht nicht das verdient, womit er in München in Saus und Braus leben kann, aber in Polen mutmaßlich durchaus gut, sollte niemanden überraschen.
- SethSteiner
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Was hat denn Geld sparen damit zutun, wenn Mitarbeiter unterbezahlt sein sollten? Wobei ich denke, dass es eigentlich eher um Arbeitsbedingungen geht und nicht um das Geld. Man kann doch soviel ausgeben für ein Spiel wie man will, der einzelne Entwickler wird dann auch nicht mehr Geld sehen.
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Heruwath
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Bitte nicht von CD Project und Naughty Dog auf andere schließen. Ist es gut? Auf gar keinen Fall, es aber so pauschal zu betrachten bringt rein gar nichts. Warum die Leute sich so etwas freiwillig antun, weil sie etwas verändern wollen, weil sie sich dem stellen, anstatt es einfach nur zu kritisieren, es aus der Ferne zu betrachten und sich dann fragen, warum tun sich die Leute das an.Spiritflare82 hat geschrieben: ↑16.10.2017 23:40 Scheint ja ein generell entspanntes Arbeitsklima zu sein in der Games Branche heutzutage...
Sexuelle Belästigung, beschissene Arbeitsbedingungen, Mobbing, Überstunden bis der Arzt kommt und immer schön die Klappe halten, egal was ist-sonst ist man raus und findet nix mehr weil man direkt auf irgendeiner Liste steht wovon der nächste Wind bekommt
Warum genau gibt man sich sowas freiwillig und warum wollen soviele junge Leute heute in diese Branche? Da werden Talente im Dutzend verbrannt...
Bitte auch hier es nicht so pauschal betrachten. Ich bin in der branche tätig. Habe einen geregelten Arbeitstag, keine Überstunden und werde vernünftig bezahlt. Es gibt das alles in der branche, allerdings ist es noch lange kein Garant dafür, dass man es immer damit zu tun bekommt, wenn man in die branche kommt. Man sollte sich vielleicht mehr erkundigen anstatt einem Hype zu folgen und bei Studios anfangen, wo solche schlechten Zustände herrschen.thoxx hat geschrieben: ↑17.10.2017 08:24 Sowas ist immer ein schwieriges Thema. Hier muss man vor allem auch mehrere Fakten betrachten.
1. Ein Job in der Spielebranche ist hart. Selbstverständlich ist das keine Entschuldigung, dass dort jetzt beschissene Arbeitsbedingungen herrschen dürfen. Keiner will sexuell belästigt oder ausgebeutet werden. Allerdings darf man auch nicht in der Spielebranche anfangen, wenn man geregelte Arbeitszeiten und durchgehend eine 40 Stunden Woche will. Klar kann man jetzt sagen dass das dort auch eingehalten werden muss und es ja nicht sein kann dass die da alle Überstunden wie blöde scheffeln...letztendlich ist das aber traurige Realität, alles andere ist naiv. Das ist wie in einem Entwickler-Startup anfangen, da muss man schon für leben und ein dickes Fell haben. Je nach Firma sind die Crunch-Times die Hölle (für mich auch einer der Gründe warum ich nicht in der Spielebranche anfangen würde).
Das ist gut. Ich habe schon zum Release von Witcher 3 die Leute darüber informiert, dass das so hoch gelobte Spiel eventuell zu einem Teil auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen wurde. Diese sind ja motiviert an so einem riesigen Projekt wie Witcher oder Cyberpunk zu arbeiten.Wigggenz hat geschrieben: ↑17.10.2017 09:56 Dieses Eingeständnis hat mein Bild von CDPR auch erstmal angekratzt. Egal wie gut die Spiele sind und wie gut die Kunden behandelt werden, nichts rechtfertigt eine Ausbeutung der Mitarbeiter.
Und kommt mir nicht mit "dann kündige halt"etc, denn das ist Blödsinn. Man gibt sind wirtschaftliche Existenz nicht so einfach auf, insbesondere wenn man es tatsächlich geschafft hat etwas in seinem Wunsch-Berufsfeld zu finden. Wenn der Job auf dem Spiel steht, ist man seiner Entscheidungsfreiheit meist beraubt.
Ich deute dass auch so, dass sich auch Spieleentwickler viel stärker gewerkschaftlich organisieren müssen. Da kommt man in abhängiger Beschäftigung nicht drum herum. Sich als Kollektiv zusammenzuschließen ist das einzige Druckmittel bzw der einzige Hebel, den abhängig Beschäftigte haben, und wird heutzutage immer seltener eingesetzt...
- Wigggenz
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Selbst wenn alle plötzlich Vollpreis kaufen, wie profitieren die Entwickler davon? Die sehen von dem Mehrgewinn keinen Cent.
Anders als bei jederzeit abänderbaren Richtlinien, wie Spiele inhaltlich gestaltet werden sollen, ist den Entwicklern allerdings auch mit einem Boykott nicht geholfen, diese sind im Zweifel sogar die am stärksten negativ betroffenen, da bei Verlusten wohl erstmal das zu teure und irgendwie entbehrliche Personal freigesetzt wird.
Insofern gibt es keine richtige Entscheidung, um den Entwicklern zu helfen. Man kann lediglich für sich entscheiden, ob man Shareholdern und Unternehmensführung es gönnt, (viel) Gewinn auf dem Rücken der Mitarbeiter zu machen. Wenn nicht, ist Boykott trotzdem das Mittel der Wahl mmn.
Bisher habe ich TW3 nur auf der PS meines Mitbewohners gezockt, aber der Sale auf gog klang sehr verlockend. Allerdings werde ich wahrscheinlich erst schauen, ob ich noch mehr zu dieser Sache erfahren kann (soweit es einem Außenstehendem möglich ist), bevor ich einem Unternehmen noch mehr Kohle gebe, das womöglich seine Mitarbeiter ausbeutet.
@Ryan2k6
Mmn sehr optimistisch-naiv.
Anders als bei jederzeit abänderbaren Richtlinien, wie Spiele inhaltlich gestaltet werden sollen, ist den Entwicklern allerdings auch mit einem Boykott nicht geholfen, diese sind im Zweifel sogar die am stärksten negativ betroffenen, da bei Verlusten wohl erstmal das zu teure und irgendwie entbehrliche Personal freigesetzt wird.
Insofern gibt es keine richtige Entscheidung, um den Entwicklern zu helfen. Man kann lediglich für sich entscheiden, ob man Shareholdern und Unternehmensführung es gönnt, (viel) Gewinn auf dem Rücken der Mitarbeiter zu machen. Wenn nicht, ist Boykott trotzdem das Mittel der Wahl mmn.
Bisher habe ich TW3 nur auf der PS meines Mitbewohners gezockt, aber der Sale auf gog klang sehr verlockend. Allerdings werde ich wahrscheinlich erst schauen, ob ich noch mehr zu dieser Sache erfahren kann (soweit es einem Außenstehendem möglich ist), bevor ich einem Unternehmen noch mehr Kohle gebe, das womöglich seine Mitarbeiter ausbeutet.
@Ryan2k6
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Zu Release von TW3 lag jedoch kein Statement von CDPR selbst vor, dass schlechte Arbeitsbedingungen in bestem Arbeits-Euphemismus quasi eingesteht.Heruwath hat geschrieben: ↑17.10.2017 14:34Bitte nicht von CD Project und Naughty Dog auf andere schließen. Ist es gut? Auf gar keinen Fall, es aber so pauschal zu betrachten bringt rein gar nichts. Warum die Leute sich so etwas freiwillig antun, weil sie etwas verändern wollen, weil sie sich dem stellen, anstatt es einfach nur zu kritisieren, es aus der Ferne zu betrachten und sich dann fragen, warum tun sich die Leute das an.Spiritflare82 hat geschrieben: ↑16.10.2017 23:40 Scheint ja ein generell entspanntes Arbeitsklima zu sein in der Games Branche heutzutage...
Sexuelle Belästigung, beschissene Arbeitsbedingungen, Mobbing, Überstunden bis der Arzt kommt und immer schön die Klappe halten, egal was ist-sonst ist man raus und findet nix mehr weil man direkt auf irgendeiner Liste steht wovon der nächste Wind bekommt
Warum genau gibt man sich sowas freiwillig und warum wollen soviele junge Leute heute in diese Branche? Da werden Talente im Dutzend verbrannt...
Bitte auch hier es nicht so pauschal betrachten. Ich bin in der branche tätig. Habe einen geregelten Arbeitstag, keine Überstunden und werde vernünftig bezahlt. Es gibt das alles in der branche, allerdings ist es noch lange kein Garant dafür, dass man es immer damit zu tun bekommt, wenn man in die branche kommt. Man sollte sich vielleicht mehr erkundigen anstatt einem Hype zu folgen und bei Studios anfangen, wo solche schlechten Zustände herrschen.thoxx hat geschrieben: ↑17.10.2017 08:24 Sowas ist immer ein schwieriges Thema. Hier muss man vor allem auch mehrere Fakten betrachten.
1. Ein Job in der Spielebranche ist hart. Selbstverständlich ist das keine Entschuldigung, dass dort jetzt beschissene Arbeitsbedingungen herrschen dürfen. Keiner will sexuell belästigt oder ausgebeutet werden. Allerdings darf man auch nicht in der Spielebranche anfangen, wenn man geregelte Arbeitszeiten und durchgehend eine 40 Stunden Woche will. Klar kann man jetzt sagen dass das dort auch eingehalten werden muss und es ja nicht sein kann dass die da alle Überstunden wie blöde scheffeln...letztendlich ist das aber traurige Realität, alles andere ist naiv. Das ist wie in einem Entwickler-Startup anfangen, da muss man schon für leben und ein dickes Fell haben. Je nach Firma sind die Crunch-Times die Hölle (für mich auch einer der Gründe warum ich nicht in der Spielebranche anfangen würde).
Das ist gut. Ich habe schon zum Release von Witcher 3 die Leute darüber informiert, dass das so hoch gelobte Spiel eventuell zu einem Teil auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen wurde. Diese sind ja motiviert an so einem riesigen Projekt wie Witcher oder Cyberpunk zu arbeiten.Wigggenz hat geschrieben: ↑17.10.2017 09:56 Dieses Eingeständnis hat mein Bild von CDPR auch erstmal angekratzt. Egal wie gut die Spiele sind und wie gut die Kunden behandelt werden, nichts rechtfertigt eine Ausbeutung der Mitarbeiter.
Und kommt mir nicht mit "dann kündige halt"etc, denn das ist Blödsinn. Man gibt sind wirtschaftliche Existenz nicht so einfach auf, insbesondere wenn man es tatsächlich geschafft hat etwas in seinem Wunsch-Berufsfeld zu finden. Wenn der Job auf dem Spiel steht, ist man seiner Entscheidungsfreiheit meist beraubt.
Ich deute dass auch so, dass sich auch Spieleentwickler viel stärker gewerkschaftlich organisieren müssen. Da kommt man in abhängiger Beschäftigung nicht drum herum. Sich als Kollektiv zusammenzuschließen ist das einzige Druckmittel bzw der einzige Hebel, den abhängig Beschäftigte haben, und wird heutzutage immer seltener eingesetzt...
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Das ist genau die falsche Einstellung bei sowas. Anstelle tatsächlich mal was zu unternehmen und selbst zu agieren schiebt man die Verantwortung weiter. Wenn man Vollpreis kauft oder sogar noch weiter gedacht, die Preise sogar steigen, dann haben Unternehmen auch mehr Mittel um ihre Arbeiter zu bezahlen. Nicht alles fließt da ein aber ein Teil evtl schon. Oder aber, man kauft es günstiger und spendet die Differenz. Entsprechende Institute gibt es reichlich. Man kann nur was bewirken indem man sein eigenes Konsumverhalten ändert. Ich habe mir fest vorgenommen beim Kauf einer neuen Konsole genau das zu machen. Bei meinem Switch Kauf im nächsten Jahr gehen 50 Euro an eine Organisation die ich mir noch rauspicke. Ich fange spät damit an. Aber ich prangere auch unternehemen nicht an, die bieten uns ja nur das was wir wollen. Und vor allem im Gaming Bereich gibt es fast niemanden der lupenrein ist. CD ist da doch noch nicht mal ein übel. Sie sjnd eben einfach kein Vorbild.Wigggenz hat geschrieben: ↑17.10.2017 14:45 Selbst wenn alle plötzlich Vollpreis kaufen, wie profitieren die Entwickler davon? Die sehen von dem Mehrgewinn keinen Cent.
Anders als bei jederzeit abänderbaren Richtlinien, wie Spiele inhaltlich gestaltet werden sollen, ist den Entwicklern allerdings auch mit einem Boykott nicht geholfen, diese sind im Zweifel sogar die am stärksten negativ betroffenen, da bei Verlusten wohl erstmal das zu teure und irgendwie entbehrliche Personal freigesetzt wird.
Insofern gibt es keine richtige Entscheidung, um den Entwicklern zu helfen. Man kann lediglich für sich entscheiden, ob man Shareholdern und Unternehmensführung es gönnt, (viel) Gewinn auf dem Rücken der Mitarbeiter zu machen. Wenn nicht, ist Boykott trotzdem das Mittel der Wahl mmn.
Bisher habe ich TW3 nur auf der PS meines Mitbewohners gezockt, aber der Sale auf gog klang sehr verlockend. Allerdings werde ich wahrscheinlich erst schauen, ob ich noch mehr zu dieser Sache erfahren kann (soweit es einem Außenstehendem möglich ist), bevor ich einem Unternehmen noch mehr Kohle gebe, das womöglich seine Mitarbeiter ausbeutet.
@Ryan2k6
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Die Aussage war in der Tat recht pauschal. Danke für die Info und den Realitätscheck :wink:Heruwath hat geschrieben: ↑17.10.2017 14:34 Bitte auch hier es nicht so pauschal betrachten. Ich bin in der branche tätig. Habe einen geregelten Arbeitstag, keine Überstunden und werde vernünftig bezahlt. Es gibt das alles in der branche, allerdings ist es noch lange kein Garant dafür, dass man es immer damit zu tun bekommt, wenn man in die branche kommt. Man sollte sich vielleicht mehr erkundigen anstatt einem Hype zu folgen und bei Studios anfangen, wo solche schlechten Zustände herrschen.
Ich kenne selber nur einen aus der Gamebranche (in den Staaten) und der hat mir aus der Crunch Time schon unschöne Sachen erzählt. Der Rest ist nur so hören sagen von anderen Entwickler-Kollegen. Hängt vermutlich auch etwas vom Land ab, wo das Studio ansässig ist und dem Druck des Marktes, in welchem die Produktive platziert werden.
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johndoe711686
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Re: CD Projekt RED: Kritik an Arbeitsbedingungen und Unternehmensführung; Stellungnahme der Studioleitung
Also bei aller Motivation und Leidenschaft, wenn eine Fachkraft quasi täglich gequält wird, wie es hier von manchen unterstellt wird. Dann geht sie! Sonst bleibt man doch nur, wenn man Angst hat nirgendwo sonst noch eine Stelle zu finden (und hinterlässt dann eher selten ne schlechte Bewertung) oder eben, weil es gar nicht so verheerend ist wie manch einer meint.Heruwath hat geschrieben: ↑17.10.2017 14:34 Das ist gut. Ich habe schon zum Release von Witcher 3 die Leute darüber informiert, dass das so hoch gelobte Spiel eventuell zu einem Teil auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen wurde. Diese sind ja motiviert an so einem riesigen Projekt wie Witcher oder Cyberpunk zu arbeiten.
@Wigggenz
Mit der Einstellung, das vom Geld eh nichts beim Entwickler ankommt, kannste ja direkt alles ausm Netz ziehen, hilfst ja eh keinem damit. Und überhaupt, sind alle Entwickler böse und streichen das Geld selbst ein und die Mitarbeiter sind froh, alle 3 Wochen mal aus dem Keller zu dürfen.
Mmmh, sehr pessimistisch-schwarzseherisch
