Dear Esther: "Emotionale Sandbox"

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
Bedlam
Beiträge: 1675
Registriert: 20.05.2008 20:34
Persönliche Nachricht:

Re: Dear Esther: "Emotionale Sandbox"

Beitrag von Bedlam »

Fiddlejam hat geschrieben:
Unsinn. Ihr müsst aufhören in beschränkten Kategorien zu denken. Grenzen sind in diesem Fall nicht klar abgesteckt. Auch bei Dear Esther findet Interaktion statt ... aber eben nur zu einem Minimum. Man navigiert durch eine Welt einem Ziel entgehen, entdeckt narrativ interessante Stellen wenn man danach sucht etc.
Und genau das ist die falsche Denkweise.
Wenn wir unser Medium als Kunst definieren wollen, müssen wir endlich aufhören mit dieser "alles geht"-Mentalität. Das ist einfach nur eine Entschuldigung für "ich will nichts eigenes sein, also imitiere ich andere"
Falsch. In anderen Medien ist es nicht anders, z.b. bei Filmen. Das Medium wird schon lange unter künstlerischen Gesichtspunkten diskutiert und dabei würd es dieselben Stolpersteine bereit halten wenn man es zu sehr eingrenzen würde. Auch beim Film kommen mehrere künstlerische Gattungen zusammen, auch beim Film gibt es Kommerzdreck und Kunst im selben Ausmaß. Die einzige filmeigene Errungenschaft sind die bewegten Bilder, und dennoch bestehen Filme aus weit mehr (Schauspielerleistungen, Musik, etc.). Videospiele haben nun Interaktivität dazu gebracht, das heißt aber keineswegs, dass es ausschließlich um diesen Aspekt gehen muss wenn das Medium als Kunst ernst genommen werden soll.

Es ist daher völlig falsch zu behaupten "je interaktiver, desto mehr Spiel, desto mehr Kunst". Und wie gesagt, Interaktion findet in Form von Navigation auch bei Dear Esther statt. Es ist nur nicht das, was viele Spieler mit eingeschränkter Spielersicht unter Interaktion verstehen (ballern, Gegenstände aufheben, Leute anlabern etc.). Der Begriff "Interaktion" ist viel breiter als du denkst. Sobald du Dear Esther startest, interagierst du mit dem Medium. Wenn du einfach davor sitzen bleibst wie vor einem Bild oder einem Film, dann passiert auch nix.
Benutzeravatar
superboss
Beiträge: 5641
Registriert: 26.10.2009 17:59
Persönliche Nachricht:

Re: Dear Esther: "Emotionale Sandbox"

Beitrag von superboss »

Ich brauch eigentlich auch ne Art von Interaktion, Spannung und Umfang(damit ich das Gefühl hab, dass da noch was kommt).
Aber wenn ein Spiel einfach nur ne spannnende Situation oder Geschichte auf seine Art beschreibt, könnte das vielleicht auch spannend und neugierigmachend sein. Keine Ahnung..ich spiel momentan nicht am pc. Von daher werd ich das wohl nicht erfahren................

edit: wobei ich mit Spannung und Interaktion nicht meinte, dass klar sein muss, was der Sinn des Spiels ist. Oder es ein bestimmtes Gameplay geben muss. Im Gegenteil: Ich liebe Sachen , die mich neugierig machen, die nicht klar sind. Ne interessante Umgebung , wo man nicht genau weiß, was man eigentlich tun kann.
Das war ja das Problem mit Journey. Hier war vieles recht schnell klar und hat mich eher an ein 0815 Action Adventure erinnert. Und es war eine viedeospieltypische Reise und das Ziel war definiert.