Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

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Mirabai
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von Mirabai »

sourcOr hat geschrieben: Alle Leute kaufen überall und alles. Aber am besten garnicht drüber nachdenken, wenn du nachts noch schlafen willst :D
Dazu fällt mir eine kleine Geschichte ein.

Ich war am 31.12.2012 in Erfurt in einem shopping Center, dort sind Media Markt und Gamestop sehr nah beieinander(ca 10-15 Sekunden Fußweg) - Im Gamestop hat jemand einen Nintendo 3ds XL + Game für gut 25€ "aufpreis"(im vergleich zum MM) gekauft...

Also mich wundert seitdem garnichts mehr :lol:
Intoxic
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von Intoxic »

Weil ich hier immer lese ... kaufe keine Sony Konsole mehr usw. Ihr glaubt doch nicht das Sony damit alleine bleibt ? Da werden dann alle Konsolenhersteller nachziehen notfalls mit anderen Systemen die aber das gleiche Ziel verfolgen.


Ich habe das vor... hmm 2Jahren oder so schonmal in einem anderen Forum geschrieben.

Online Codes und Extra DLC ist nur der erste Schritt Leute dazu zu bewegen neue Spiele zu kaufen.

Das ist der nächste Schritt und am Ende gibt es Software nur noch als Download. So wird es kommen da könnt ihr machen was ihr wollt ( wird nie genug für Boykotts geben)

Mir passt das auch nicht, ich kaufe auch Musik CDs immer noch so und nicht als Download ich will was ins Regal stellen, aber lange wird das nicht mehr so gehen. Spätestens die Konsole nach PS4 Und Xbox720 werden reine Cloudboxen sein bzw Downloadboxen sein.
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Zierfish
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von Zierfish »

ich kann das "ins Regal stellen" nicht nachvollziehen ... irgendwann zerfällt auch noch der letzte Datenträger zu Staub (und setzt v.a. Staub an!)

Ich versteh auch ehrlich gesagt nicht, warum man alles weiterverkaufen können muss.
Eine Kinokarte kann ich auch nicht weiterverkaufen. Ich habe mich da einverstanden erklärt, dass diese nur einer Person das Recht einräumt diesen Film einmal zu sehen. Regt sich auch keiner drüber auf.

Wenn also der Publisher mit der Kauf der Software dem Kunden einräumt das Spiel so oft wie gewünscht zu spielen, aber nicht weiterzuverkaufen ... so what?!
Wem das sauer aufstößt, kann ja gern warten bis das Spiel für ein ihm persönlich angemessen Preis feilgeboten wird. Zu behaupten, dass es für immaterielle Güter ein Grundrecht auf Weiterverkauf gibt ... das mag nach aktueller Rechtslage so sein. Richtig finde ich es aber nicht uneingeschränkt. Gerade heute werden Produkte wie SPiele und Bücher (dank Überfluss) nur genau 1 mal verwendet.

Und jetzt regen sich die Leute also darüber auf, dass es ja ne Frechheit ist, wenn jeder seinen Konsum tatsächlich selber bezahlen müsste... schon dreist diese Industrie ...

edit: wenn jetzt wieder das Argument der indirekten Finanzierung durch den Verkauf von Spielen kommt ... das ist schon rechter Bullshit, wenn man mal etwas genauer über Marktmechanismen nachdenkt.

Tipp: Grundkenntnisse der VWL helfen
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Nuracus
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von Nuracus »

4P|Zierfish hat geschrieben:ich kann das "ins Regal stellen" nicht nachvollziehen ... irgendwann zerfällt auch noch der letzte Datenträger zu Staub (und setzt v.a. Staub an!)
Aus dem selben Grund, warum manche Leute Briefmarken sammeln, manche sich unausgepackte Actionfiguren in eine Vitrine stellen und Mütter sich Gartenzwerge ins Blumenbeet setzen. Und manche sich Zierfische halten.
Zierde. Dekoration.
Was gibts da nich zu verstehen?
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Zierfish
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von Zierfish »

ich glaub nicht, dass man Briefmarken oder Spiele zur Deko sammelt ... Ich denke das sind andere psychologische Phänomene. Sinnstiftung, Zeitvertreib und Identifikation zum Beispiel.
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SpookyNooky
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von SpookyNooky »

Also ich kenne mich rechtlich mit diesem Thema überhaupt nicht aus, deswegen bin ich in dieser Hinsicht einfach still und überlasse es Leuten, die davon Ahnung haben.

Was ich allerdings sagen kann: Das Medium "Spiele" ist ständig im Wandel. Früher bin ich noch mit meinem Fahrrad etliche Kilometer weit in den Media Markt gefahren, um mir ein Spiel zu kaufen. Zu Hause hatte ich dann schöne Spielepackungen mit dicken Handbüchern, die ich abends im Bett gemütlich schmökern konnte.
Heute empfinde ich diesen ganzen Karton- und Plastikkram als störend. Ich möchte ein Bücherregal, ja, aber keine CD-Berge oder Regale voller Spieleverpackungen. Nach und nach habe ich alle physischen Spiele bei Ebay verkauft.
Heute besteht mein Spielekatallog hauptsächlich aus den gekauften Spielen bei Steam und GoG.de. Es gibt zwar auch Ausnahmen, wie System Shock 2 oder Final Fantasy 7 und 8 (beide PC), aber diese sind die Minderheit (klar, impliziert "Ausnahme" ja auch irgendwie :ugly: ).

Dass man Spiele (in physischer Form) in Zukunft schwieriger weiterverkaufen kann, halte ich zwar für einen Einschnitt in die Freiheit, mich interessiert es allerdings weniger, da ich sowieso auf digitale Formen umgestiegen bin.
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Kajetan
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von Kajetan »

4P|Zierfish hat geschrieben:Ich versteh auch ehrlich gesagt nicht, warum man alles weiterverkaufen können muss.
Es geht nicht um alles, sondern um Spiele.
Wenn also der Publisher mit der Kauf der Software dem Kunden einräumt das Spiel so oft wie gewünscht zu spielen, aber nicht weiterzuverkaufen ... so what?!
Der Kunde soll also existierende Rechte aufgeben, weil die Industrie das so will?
Wem das sauer aufstößt, kann ja gern warten bis das Spiel für ein ihm persönlich angemessen Preis feilgeboten wird.
Niemand hindert Dich es genauso zu tun. Aber warum sollen alle Menschen es so tun, wie Du das möchtest?
Zu behaupten, dass es für immaterielle Güter ein Grundrecht auf Weiterverkauf gibt ... das mag nach aktueller Rechtslage so sein. Richtig finde ich es aber nicht uneingeschränkt. Gerade heute werden Produkte wie SPiele und Bücher (dank Überfluss) nur genau 1 mal verwendet.
Woher willst Du wissen, wie Inhalte konsumiert werden? Schliesst Du immer nur von Dir auf andere?
Und jetzt regen sich die Leute also darüber auf, dass es ja ne Frechheit ist, wenn jeder seinen Konsum tatsächlich selber bezahlen müsste... schon dreist diese Industrie ...
Hasi, wer für Content bezahlt, DER TUT DAS AUCH IMMER SELBER! Die Frage ist nur, wie lange hat der ursprüngliche Anbieter eines Inhaltes das Recht über den möglichen Weiterverkauf und Verwendung eines Inhaltes zu bestimmen. Nur beim ersten Mal oder für immer?

Wie hier bereits oft genug erwähnt und erklärt wurde, so ist die Verhinderung eines Weiterverkaufes zwar kurzfristig nützlich für den einzelnen, originalen Anbieter, aber langfristig enorm schädlich für die Volkswirtschaft, deren Teil wir alle sind. Und auf genau dieser Basis mehren sich auch die Empfehlungen offizieller Handelskommissionen bei der EU und in den USA diesbezüglich eine liberale Haltung einzunehmen und dem Kunden das Recht auf Wiederverkauf auch bei reinen Download-Inhalten einzuräumen. Weil UNS ALLEN das länger mehr nützt als nur kurzfristig einer einzigen Firma.
derdurd
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von derdurd »

Ich bin froh, dass die Blütezeit des Zockens bei mir vorbei ist. Die Zeit lässt es nur noch selten zu.

Es ist erschreckend, welches Ausmaß die Gängelung des Kunden genommen hat. Leider haben sich auch meine Befürchtungen bestätigt, dass es Momente geben wird, in denen man ein bestimmtes Spiel spielen möchte, dies aber nicht kann, da die Aktivierungen überschritten wurden oder ähnliches. So saß man zu Hause, mit einem teuer gekauften Spiel und musste erst per Support-Mails, dem Versenden von Scans (Handbuch und Quittung), eine weitere Aktivierung erbetteln.
Da ist man durchaus das eine oder andere Mal - gedanklich - verführt gewesen, zur illegalen Variante zu greifen.

Wenn Sony dies einführt, hoffe ich, dass sie an Ihrer Hardware ersticken. Die Playstation hatte so schon häufiger Absatzschwierigkeiten. Die hier offerierten Pläne schlagen dem Fass den Boden aus.
Im Übrigen: Geld lässt sich nur einmal ausgeben. Auch wenn das unser Kapitalmarkt anders vorlebt (hier wird jeder Euro mehrfach ausgegeben, was der Grund für unsere Problem ist). Sony wird nicht mehr Geld verdienen können, als Menschen für Spiele und Unterhaltung ein Budget bereitstellen.

Ich gehöre nicht zu denen, die über alles sagen, dass es früher besser war. Die Spielewelt war es aber!
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brent
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von brent »

4P|Zierfish hat geschrieben: Wenn also der Publisher mit der Kauf der Software dem Kunden einräumt das Spiel so oft wie gewünscht zu spielen, aber nicht weiterzuverkaufen ... so what?!
Du lässt das so klingen, als müsste man noch dankbar sein, überhaupt was fürs Geld zu kriegen.
*hust* Computec *hust*
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SpookyNooky
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von SpookyNooky »

Das Thema des Unterbindens des Weiterverkaufs von Unterhaltungssoftware ist übrigens schon ewig alt. Nur weil Sony jetzt ein Patent für eine Technologie angemeldet hat, bricht hier der große Shitstorm los... :roll:
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Broco
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von Broco »

brent hat geschrieben:
4P|Zierfish hat geschrieben: Wenn also der Publisher mit der Kauf der Software dem Kunden einräumt das Spiel so oft wie gewünscht zu spielen, aber nicht weiterzuverkaufen ... so what?!
Du lässt das so klingen, als müsste man noch dankbar sein, überhaupt was fürs Geld zu kriegen.
*hust* Computec *hust*
Wie man die Software vertreibt, die man entwickelt, liegt bei einem selbst. Wenn du als Kunde nicht mit den Vertriebswegen der Software einverstanden bist, kauf sie nicht.

Wie können sich die Leute nur über so etwas aufregen? Dadurch dass so viele Kunden von diesem Konzept abgestoßen werden, werden DRM-Freie Softwares wieder weiter in den Vordergrund rücken. Der Markt muss sich den Kundenwünschen anpassen. Und wenn die Kunden nur noch DRM-freie Software kaufen, dann müssen sich die Hersteller von DRM-Software dem irgendwann anpassen.

Wenn die Kunden allerdings weiter wie die Schafe meckern, aber trotzdem kaufen, dann ändert sich natürlich nichts.

Kann natürlich aber auch sein, dass die EU eingreift und das System verbietet, dann muss Sony dem entweder nachgeben oder auf den EU-Markt verzichten. Und das ist eher unwahrscheinlich.
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Zierfish
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von Zierfish »

Kajetan hat geschrieben:Es geht nicht um alles, sondern um Spiele.
Achso is das... sorry wusst ich gar nicht :(
Der Kunde soll also existierende Rechte aufgeben, weil die Industrie das so will?
Ist das denn ein tatsächlich existierendes Recht? Ich würde da gerne mal den Paragraphen lesen.
Bevor man sich hier Halbwissen um die Ohren haut.
Zierfish hat geschrieben:Wem das sauer aufstößt, kann ja gern warten bis das Spiel für ein ihm persönlich angemessen Preis feilgeboten wird.
Niemand hindert Dich es genauso zu tun. Aber warum sollen alle Menschen es so tun, wie Du das möchtest?
Weil man auch keinen Porsche klaut nur weil man ihn sich nicht leisten kann. Wenn Firma X Produkt Y zum Preis Z verkaufen will. Dann kauft man sich das entweder für Z oder warten bis der Preis geringer wird. Das ist ein simpler Zusammenhang. Das hat mir mir und meinen Wünschen absolut gar nichts zu tun.
Woher willst Du wissen, wie Inhalte konsumiert werden? Schliesst Du immer nur von Dir auf andere?
in diesem Fall schließe ich von mir auf Andere. Und? Das ganze Gebrauchtspielthema ist ja sowieso nur für Leute interessant welche die Titel nur eine Woche zocken und dann wieder verhökern. Ich kann also nicht verstehen worauf du hinaus willst?
Hasi, wer für Content bezahlt, DER TUT DAS AUCH IMMER SELBER! Die Frage ist nur, wie lange hat der ursprüngliche Anbieter eines Inhaltes das Recht über den möglichen Weiterverkauf und Verwendung eines Inhaltes zu bestimmen. Nur beim ersten Mal oder für immer?
Ach Schatzi, natürlich zahlt jeder für den content selber, aber warum ist es so widerstrebend dem Ersteller des Contents das Geld zu zahlen? Und das ganze nicht bei Zwischenhändlern versacken zu lassen? Kann mir das hier mal einer schlüssig erklären? Außerdem reden wir aneinander vorbei. Meine Frage ist nicht wie lange er das Recht hat in der Weiterverwertung rumzupfuschen. Meine Frage ist ob eine Weiterverwertung überhaupt sinnvoll ist? Und wenn ja, für wen?
Wie hier bereits oft genug erwähnt und erklärt wurde, so ist die Verhinderung eines Weiterverkaufes zwar kurzfristig nützlich für den einzelnen, originalen Anbieter, aber langfristig enorm schädlich für die Volkswirtschaft, deren Teil wir alle sind.
So die These war interessant ... und jetzt warte ich auf den Kausalzusammenhang der das belegt.
Sonst werfe ich die Gegenthese in den Raum, dass es für die Volkswirtschaft scheissegal ist, ob ich die Spiele bei Gamestop verhauen kann oder nicht.

Und wer beweist mir das Gegenteil?
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Deadringer
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von Deadringer »

4P|Zierfish hat geschrieben:ich kann das "ins Regal stellen" nicht nachvollziehen ... irgendwann zerfällt auch noch der letzte Datenträger zu Staub (und setzt v.a. Staub an!)

Ich versteh auch ehrlich gesagt nicht, warum man alles weiterverkaufen können muss.
Eine Kinokarte kann ich auch nicht weiterverkaufen. Ich habe mich da einverstanden erklärt, dass diese nur einer Person das Recht einräumt diesen Film einmal zu sehen. Regt sich auch keiner drüber auf.

Wenn also der Publisher mit der Kauf der Software dem Kunden einräumt das Spiel so oft wie gewünscht zu spielen, aber nicht weiterzuverkaufen ... so what?!
Wem das sauer aufstößt, kann ja gern warten bis das Spiel für ein ihm persönlich angemessen Preis feilgeboten wird. Zu behaupten, dass es für immaterielle Güter ein Grundrecht auf Weiterverkauf gibt ... das mag nach aktueller Rechtslage so sein. Richtig finde ich es aber nicht uneingeschränkt. Gerade heute werden Produkte wie SPiele und Bücher (dank Überfluss) nur genau 1 mal verwendet.

Und jetzt regen sich die Leute also darüber auf, dass es ja ne Frechheit ist, wenn jeder seinen Konsum tatsächlich selber bezahlen müsste... schon dreist diese Industrie ...

edit: wenn jetzt wieder das Argument der indirekten Finanzierung durch den Verkauf von Spielen kommt ... das ist schon rechter Bullshit, wenn man mal etwas genauer über Marktmechanismen nachdenkt.

Tipp: Grundkenntnisse der VWL helfen
Software ist also ein immaterielles Gut... :ugly: Wer braucht hier Grundkenntnisse in VWL?
Wie zur Hölle kann man das mit Kinokarten vergleichen? Nach deiner Logik müsste die Software dann auch nur ein einziges Mal nutzbar sein und sich danach praktisch in Rauch auflösen. Und wie das Konsumverhalten der einzelnen Leute aussieht, kannst du glaube ich nicht benurteilen. Aber es soll wohl Menschen geben, die ihre Spiele mehrmals spielen oder ihre Bücher mehrmals lesen.

Wenn du dich zum Buckstück der Großindustrie machen lassen willst, dann bitte.
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Zierfish
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von Zierfish »

ok lt. Beschluss des EUGH vom vom 3. Juli 2012 darf Software in jedem Fall weiterverkauft werden ...
dann wäre dies also doch geltendes Recht ;)
Software ist also ein immaterielles Gut... Wer braucht hier Grundkenntnisse in VWL?
Es geht mir darum, dass der Hersteller die Maximierung des Profits anstrebt.
Das macht er entweder indem er die Entwicklungskosten erhöht um das Produkt attraktiver zu machen und mehr Geld verlangen zu können, oder er passt den Preis an um die optimale Ausbringungsmenge zu erreichen. Da der Preis ja jetzt erstmal fix ist (60€) kann der Publisher sehr genau ausrechnen wie teuer so ein Titel sein darf. Publisher wissen allerdings auch wie viele Leute die Spiele als Gebrauchtspiel konsumieren. Die sind auch mitnichten so dämlich zu glauben, dass jeder Gebrauchtspielkunde die 60€ abgelegt hätte. Aber sie wissen, dass sie es geschafft hätten in einer Aktion wie dem Steam Deal ein größeres Stück vom Kuchen abzubekommen, weil abzüglich der Provision an Valve (im Beispiel) noch Geld an den Publisher und Entwickler geht.
Wenn Gamestop den Titel verkauft passiert dahingehend gar nichts.

Jetzt wird argumentiert, dass der Erstkäufer weniger verfügbares Einkommen hat, da ihm eine Geldquelle abhanden gekommen ist. Mag sein! Aber: Angenommen er gibt pro Jahr 600€ für Videospiele aus, dann werden das auch im Jahr danach noch 600€ sein. Nur wird er nicht 10 Neupreisspiele kaufen und dann nochmal 5 für die Erlöse der Gebrauchtspiele, sondern einfach gleich für die 600€ 15 Spiele, wobei er dann halt 8 Stück erst eine ganze Weile nach Release erwirbt. Ist doch für den Kunden gar nichts verloren. (außer etwas Geduld)

Und die Leute die zuvor nur Gebrauchtspiele gekauft haben, warten halt auf Special Deals.
Und zack, alles ist für die Leute wie beim Alten und Gamestop sieht keinen Cent vom Gebrauchtkuchen.

Publisher happy und Kunde hat imho auch nix zu beklagen.
Deshalb versteh ich wirklich nicht warum man deshalb so auf die Barrikaden gehen muss.
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Sorgi
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Re: Sony: Patent gegen Gebrauchtspiele

Beitrag von Sorgi »

Das wäre eine ärgerliche Entwicklung. Hier in Deutschland wäre das eventuell noch zu verschmerzen (zähneknirschend und mit Kopfschütteln), aber vor allem in Japan dürfte sich Sony damit keine Freunde machen, gibt es dort doch einen florierenden Markt für gebrauchte Spiele. Nicht zu vergleichen mit den Abzockerbanden in den Spieleläden hierzulande.

Was mich wirklich nerven würde ist die Tatsache, das man Spiele nicht mehr verleihen könnte. Auch Zockersessions auf dem Sofa dürften weniger spontan stattfinden. Wer will schon die ganze Konsole durch die Gegend schleppen.

Sollte Sony das wirklich durchziehen bleibt abzuwarten wie die Konkurrenz reagiert. Ich ahne Unangenehmes....