Der 4P-Kommentar: Die wertvolle Gewalt

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Help
Beiträge: 477
Registriert: 03.11.2006 15:57
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Help »

Shedao hat geschrieben:"The Witcher" wäre ein Beispiel woe die Gewaltdarstellung in der Form in der sie stattfindet "wertvoll" ist.

Handlungen werden hinterfragt, man muss Konsequenzen tragen und geht im laufe des Spiels immer mehr dazu über jedem der behauptet für "die Gerechte Sache" zu kämpfen zu misstrauen.
Ja halt! Die Handlung wird hinterfragt, aber spielt dabei die Art der Gewalttätigkeit eine Rolle? Muss Gewalt überhaupt vorhanden sein und kann man nicht auch ohne sie moralische Standpunkte hinterfragen?

Ich verstehe den Ausdruck wertvolle Gewalt einfach nicht. Kann mir mal jemand sagen, was an Gewalt wertvoll ist, warum wir sie brauchen und warum es nicht auch ohne geht?
Jörg Luibl hat geschrieben:Also fixiert man sich aus Verzweiflung auf die Titel, die wenigstens etwas anders und "erwachsener" wirken. Und so weckt das monoton gewalthaltige MadWorld mehr Interesse als das innovativ gewalthaltige Deadly Creatures.
Ich sehe da auch einen Knackpunkt. Du hast erwachsener eingeklammert und ich denke auch, dass Blut und Co. nicht unbedingt erwachsener machen, sondern Erwachsenen zulässig gemacht wird ( Ok, ich bin 18 oder habe ein Spiel USK18 - also bin ich Erwachsen ). Wenn wir ehrlich sind, ist Blut nur für pubertierende Jugendliche interessant. Wenn man etwas älter ist, verliert das zunehmend an Bedeutung. Blut und Splatter machen daher das Spiel nur für Jugendliche interessanter, nicht aber für Erwachsene. (meine Erfahrung) Ein Gewalthaltiges Spiel ist damit interessanter für jugendliche und nicht für Erwachsene!
Jörg Luibl hat geschrieben:Nichts gegen die Bulldogge im Spieler. So geht's mir ja auch ab und zu. Manchmal muss man einfach ein politisch inkorrektes Bad im roten Pixelmeer nehmen. Das kann richtig gut tun.
Naja, vllt. bist du auch ein anderer Spielertyp... mir ist sowas egal bzw. es tut nicht gut. Ich brauche sowas nicht.

Ich denke, man merkt bei der ganzen Diskussion wie gewöhnlich und langweilig bzw. unsinnig diese Blutfontänen sind. Es hat keinen Reiz (außer jenem des Verbotenem)... Oder sagt mir was Gewaltdarstellungen so notwendig macht, damit ich es endlich verstehe!
Zuletzt geändert von Help am 14.03.2009 13:40, insgesamt 1-mal geändert.
schnwaz*s rectus
Beiträge: 56
Registriert: 10.03.2008 20:45
Persönliche Nachricht:

Beitrag von schnwaz*s rectus »

Theoretisch ist ja alles erlaubt.
Jeder Mensch kann entscheiden, was er will, was er tut und was er spielt.

Nehmen wir zum Beispiel Pornos, da kann man das gut veranschaulichen. Es gibt einfach viele die Pornos schauen wollen, daher gibt es einen Riesenmarkt dafür. Genauso wie bei Spielen. Dann gibt es die Normalen und die etwas Extremeren. Die Extremeren werden auch gewollt, daher gibt es diese und auch immer mehr davon.
Unabhängig davon muss einem klar sein, dass es in vielen Pornos um die Erndiedrigung der Frau geht und um Machtgefühle und auch den Gedanken, die beim Zuschauer bedient und auch dabei erzeugt werden.

Aber jeder Mensch entscheidet selbst was er will und in der heutigen Zeit ist es eben so, dass du mit Geld und hoher Nachfrage alles bekommst.

Ob das moralisch in Ordnung ist, fragt sich keiner.

Zurück zu den Spielen:
Nehmen wir Counterstike, nehmen wir Left4Dead. Das sind Spiele, die rein objektiv gesehen, moralisch verwerflich sind. Trotzdem gibt es einen Markt dafür und daher wird sowas auch produziert.

Und he, ich hab auch meinen Spaß an Left4Dead oder an Shootern allgemein.

Der Vergleich mit den Filmen (No Country for old Men) hinkt da auch ein wenig. Es gibt genügend Splatterfilme, die sehr gut sind, und einfach nur Spaß machen. Es gibt auch genug Horrofilme, die klasse sind, und einfach nur Spaß machen. Da ist oft kein Anspruch drin, sondern es ist einfach Unterhaltung der heutigen Zeit. Und jeder entscheidet selbst, was er sich anschaut.
Natürlich ist ein brutaler Film mit kritischen und dramatischen Stilelementen künstlerisch wertvoller, aber manchmal will ich halt einfach einen Zombiefilm oder einen krassen Horrorfilm sehen.

Jeder entscheidet selbst, was er will und oft ist es willkürlich, was erlaubt und nicht erlaubt ist.

Also ist es aus meiner Sicht ok, wenn es solche Spiele gibt.
Shedao
Beiträge: 606
Registriert: 26.04.2007 18:08
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Shedao »

Help hat geschrieben:Ich verstehe den Ausdruck wertvolle Gewalt einfach nicht. Kann mir mal jemand sagen, was an Gewalt wertvoll ist, warum wir sie brauchen und warum es nicht auch ohne geht?
Wie soll ein Moralischer Konfikt hervorgerufen werden, ohne das etwas unmoralisches geschieht?
Es ist nun nicht so, dass es häufig so eingesetzt wird und auch dann ist fraglich wie viel Gewalt wirklich notwedig ist um einen bestimmten Effekt zu erreichen.
Aber wenn man erreichen will, dass der Spieler über die Folgen seiner Handlungen nachdenkt, dann muss man ihm diese Folgen klarmachen.


Wenn die Gewalt so eingesetzt wird und mit der Story/der Dramaturgie Hand in Hand geht, dann kann man beim Spieler/Zuschauer Effekte erreichen die ohne diese Darstellung nicht möglich wären.

Leider ist dies in Spielen sehr selten. In Filmen kommt es schon häufiger vor, dass Gewaltdarstellungen als Stilmittel den Film mittragen.
z.B. bei "Taxi-Driver", "Goodfellas", "Road to Perdition", "Der Untergang" was alles Filme sind, in denen die Gewalt nicht das Zentrale Element des Films darstellen, aber ohne dieses Maß an Gewaltdarstellungen würden diese Filme nicht wirken
Benutzeravatar
Stormrider One
Beiträge: 2316
Registriert: 27.10.2002 06:38
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Stormrider One »

Wir brauchen keine neuen Gesetze für die Ballerspiele, sondern wir brauchen neue Gesetze im Umgang mit psychisch Kranken!
Bedenkt das mal bitte und lass uns lieber auf das konzetrieren, was hir mit uns Jörg komfortieren versucht!!!



MFG
Termix
Beiträge: 1046
Registriert: 08.06.2008 14:19
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Termix »

Max @ home hat geschrieben:Super Kommentar: Sehe ich eigentlich komplett genauso - und hab' mich aber auch prompt ertappt: So steht "Mad World" bei mir auch ernsthaft auf der Liste - dabei bin ich eigentlich gar nicht so der Gore-Fan... :o

Dabei würde ich mehr Spiele im Stile eines "Okami" oder "Mirror's Edge" gerne viel häufiger sehen. Dummerweise sind aber gerade diese beiden Perlen nicht sonderlich von großem Erfolg gekrönt gewesen. So ist es nicht verwunderlich, dass Entwickler auf kriegsverherrlichende WWII-Shooter setzen, die mir in plump-propagandischer Art und Weise mitteilen möchten, wie ehrenhaft Krieg ist.

Auffallend in meinem Fall ist jedoch, dass die zuletzt zu Ende gespielten "Dutys" deutlich dunkler in Erinnerung sind, als beispielsweise das vor Jahren durchgezockte "Killer 7"... ;)

Ich hoffe aber inständig, dass das Gros der Zocker davon wegkommt, die Menge des Blutes mit dem Alter des Spielers proportional ansteigen zu lassen - dann könnten sich auch die Entwickler wieder vermehrt auf die wirklichen Videospieltugenden zurückbesinnen. Und "Okami", "Zack & Wiki" sowie zig andere Marken zeigen, dass auch gewaltärmere oder gar -freie Titel Erwachsenenkost sein kann... ;)

Sorry, aber deine Behauptungen sind einfach KOMPLETT falsch:
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_be ... ideo_games
Nirgendwo steht ein "Killerspiel" ganz oben und erst recht kein Kriegsspiel.....
Für mich macht es spielerisch keinen Unterschied, ob ich auf einen Gegner draufspringe er zerplatzt und eine Münze freigibt oder ob ich einen Gegner niederschlage und sein Geld einsammle, die "Botschaft" ist die Gleiche.
Spiele die wirklich zum nachdenken anregen wären als "Unterhaltungsmedium" vermutlich nicht so beliebt, Filme die mit Oscars überhäuft werden gelten meist als "wertvolle" Kunst, trotzdem behaupte ich sie würden ohne diese fingierte Preisverleihung sang- und klanglos untergehen und noch weniger einspielen als ohnehin schon.
Ich halte so ein Spiel dennoch für durchaus wünschenswert, allerdings eher in einem Fantasy-Universum als in einem Weltkrieg.
Und wenn sich viele nun schon ein Spiel wünschen, wo man faktisch desertiert und an seine "ingame-Familie" denkt, dann sollte man sich aber auch - im selben Zug - über den Realismus Gedanken machen, wie viele Fälle eines Soldaten sind denn bekannt, der auf dem Nachhauseweg mal eben so 10 Stützpunkte platt gemacht und 100 Geiseln befreit hat?
langhaariger bombenleger
Beiträge: 903
Registriert: 14.07.2005 16:42
Persönliche Nachricht:

Beitrag von langhaariger bombenleger »

Ich erinnere mich an ein storylastiges, dreckiges, adventureartiges Spielchen, in der die Handlung zu den Höhepunkten hin in Gewaltakte gipfelte, weder sich wiederholend, noch zum Selbstzweck.

Dreamweb.


edith:

Hab gerade diesen Absatz einer Filmkritik bei Filmstarts.de gefunden, eine vielleicht auch ganz treffende Beschreibung des Status Quo bei vielen dieser Egoshooter:

"Der Punisher ist nicht zu bremsen. Mit der einen Hand metzelt er ganze Heerscharen von Übeltätern nieder, mit der anderen malträtiert er sein Publikum. „War Zone“ hat zahlreiche Defizite, der zentrale Schwachpunkt ist aber seine Hauptfigur. Dass deren plumpes Massenmorden ständig moralisch gedeckt wird – es trifft ja bloß die bösen Buben – reicht bei weitem nicht aus, um einen Bezug zum einsilbigen Frank Castle zu ermöglichen. „War Zone“ beginnt mit einem Gemetzel, das Blutbad muss als Exposition herhalten. Vorgestellt wird eine kompromisslose Figur, deren pulsierender Mordinstinkt die einzig nennenswerte Charaktereigenschaft zu sein scheint. Wenn Alexander ihren Protagonisten am Grab seiner Familie kollabieren lässt, ist dies nur eine fadenscheinige Pflichtübung und kein ernsthafter Versuch Frank Castle zu erden. Weitere Einsicht in das Innere der Figur gibt es nicht, eine nachvollziehbare menschliche Dimension wird ihr verweigert."

Und praktischerweise wird auch gleich hintendran gesetzt, wie man es besser machen kann:

"Es ist nicht per se verwerflich, einen kaltblütigen Killer zum Protagonisten zu erheben. Der US-Erfolgsserie Dexter etwa gelang es, ein reflektiertes und enorm ambivalentes Portrait eines Serienmörders zu zeichnen. Besonders die schrittweise Konfrontation Dexters mit den ihn prägenden Traumata und mit seiner mörderischen Obsession verlieh dem gewagten Konzept Tiefgang. Auch Castle wurde durch eine Trauma-Erfahrung zum Punisher. Doch die verkommt in „War Zone“ zur perfiden Rechtfertigungsklausel. Wenn der Vigilant im Filmverlauf zum Schutz der Witwe antritt, dann nicht, weil er mit seiner Menschlichkeit ringt – sondern schlicht und ergreifend, weil er damit den Lapsus des Polizistenmordes auszugleichen sucht. Der Punisher wäscht seine Weste rein, um weiterhin glorreich durch die Welt morden zu können."

Also ran an den Speck, liebe Spieledesigner.
Benutzeravatar
Seth666
Beiträge: 3865
Registriert: 07.02.2003 11:04
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Seth666 »

Mittlerweile hoffe ich sogar das in Deutschland alles verboten wird, damit die Politik endlich merkt, dass Verbote nichts bringen.

Das Umland bereitet sich schon auf das Verbot vor.
Ich lass mein Geld wie schon in den letzten 10 Jahren im Ausland beim Händler, denn dort bekomme ich ungekürzte Spiele, so wie es sich die Entwickler auch gedacht hatten.
Benutzeravatar
Meleemaru
Beiträge: 372
Registriert: 14.03.2008 20:52
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Meleemaru »

langhaariger bombenleger hat geschrieben: Der Punisher wäscht seine Weste rein, um weiterhin glorreich durch die Welt morden zu können."
Ich find den Punkt oben ganz wichtig. Sowas kommt viel zu oft vor, bzw es gibt einfach zu wenig konsequenzen aus der Gewalthandlung. Für den Charakter und für seine Umwelt. Dieses plötzliche und impulsive "Hach,ich hab grad 10 leute abgeschlachtet, aber diese kind da drüben...das kann ich nich mehr weils mich an person XY erinnert T_T" ist sowasvon unglaubwürdig und ausgelutscht. Ich denke es fehlt oft an der Charakterenwicklung, es is immer ne schöne Basis - die sich aber in den meisten games über ganze spiel so gut wie garnicht verändert. Oder halt für einen moment ganz plötzlich.
Was ich noch komisch finde, die Charas wirken immer total steif und "böse"...naja, vielleicht muss das so sein, aber die wirken dann so als ob die keine lebensfreude mehr haben. Was ja eventuell so ist, aber JEDER lächelt irgendwann mal ;)

langhaariger bombenleger hat geschrieben: Besonders die schrittweise Konfrontation Dexters mit den ihn prägenden Traumata und mit seiner mörderischen Obsession verlieh dem gewagten Konzept Tiefgang
Benutzeravatar
muecke-the-lietz
Beiträge: 6060
Registriert: 08.12.2005 13:08
Persönliche Nachricht:

Beitrag von muecke-the-lietz »

Ich halte die Sache mit dem "Punisher" für einen üebraus wichtigen Knackpunkt. Denn was im Film eher bei derlei Produktionen vorkommt ist im Spiel eigentlich Standart. Spiele wie Resi versuchen schon Emotionen mit einzubringen, aber hinterfragt werden deine Handlungen nie in dem Maße wie sie es sollten.

Und um mich einmal an Help zu richten.

Deine Kommentare sind dekonstruktiv und gehen an jedeM Kommentar vorbei. Das Gewalt ein Extrem ist, das in verschiedenen Formen (visuell, psychisch) im Medium genutzt werden kann und manchmal sogar muss, ist doch überhaupt keine Frage. Daher verstehe ich deine Kommentare nicht, zumal deine Kritik an Jörg schlicht und weg eine Verdrehung der Tatsachen ist. Jörg sagte, dass blutig nicht erwachsen bedeutet, sondern dass es durch ein Fehlen wirklich hochklassiker Titel zu einem stärkeren Interesse führen kann. Diesen Zustand kritisiert er aber.

Spiele sind wie andere Formen der Kunst eine Metapher, sprechen also in einer übertragenen Sprache und somit muss Gewalt als Metapher für etwas Grausames und Verstörendes genutzt werden. Was fehlt, sind die nötigen Gegenpole.
Spiele mit Tiefgang sind häufig schlecht gelaunt, heftig und düster. Die Betonung liegt dabei auf häufig, nicht immer. Helle und fröhliche Spiele mit Tiefgang sind zu selten, aber durchaus möglich. Auch Komödien können Anspruch haben.
Benutzeravatar
muecke-the-lietz
Beiträge: 6060
Registriert: 08.12.2005 13:08
Persönliche Nachricht:

Beitrag von muecke-the-lietz »

Und Spiele wie CS sollten endlich einmal ausgeklammert werden, da dort das Töten in einer völlig anderen Weise geschieht. Es ist ein Sport, wie virtuelles Paint Ball. Die Spieler nehmen ihre Handlungen doch gar nicht als Tötung sondern als Sieg über den anderen war. Es ist also harmlos und solche Spiele sollten der Welt auch nicht vorenthalten werden, weil den Spielern ein enormes Maß an Freiheiten bieten, die andere Spiele nicht haben.
Benutzeravatar
Meleemaru
Beiträge: 372
Registriert: 14.03.2008 20:52
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Meleemaru »

muecke-the-lietz hat geschrieben:Und Spiele wie CS sollten endlich einmal ausgeklammert werden, da dort das Töten in einer völlig anderen Weise geschieht. Es ist ein Sport, wie virtuelles Paint Ball. Die Spieler nehmen ihre Handlungen doch gar nicht als Tötung sondern als Sieg über den anderen war. Es ist also harmlos und solche Spiele sollten der Welt auch nicht vorenthalten werden, weil den Spielern ein enormes Maß an Freiheiten bieten, die andere Spiele nicht haben.
Schöner kann mans nicht sagen. :) *dir nen platin award geb* :D
Benutzeravatar
muecke-the-lietz
Beiträge: 6060
Registriert: 08.12.2005 13:08
Persönliche Nachricht:

Beitrag von muecke-the-lietz »

donke, donke...
schnwaz*s rectus
Beiträge: 56
Registriert: 10.03.2008 20:45
Persönliche Nachricht:

Beitrag von schnwaz*s rectus »

Ich finde nicht, dass man CS ausklammern sollte.

Wenn ich ein T-Shirt für 5€ kaufe, muss mir klar sein, dass bei der Produktion billige Arbeitskräfte unter miserablen Arbeitsbedingungen ausgebeutet wurden.

Wenn ich mir ein Handy kaufe, muss mir klar sein, dass bestimmte Materialen für das Display mit Waffenhandel im Gebiet Ruanda, das heftigste Kriegsgebiet seit dem zweiten Weltkrieg eingekauft wurden.

usw usw usw

Wenn ich CS oder einen beliebigen anderen Shooter zocke, muss mir klar sein, dass das Ziel des Spiels darin besteht, meinen "Gegner" umzubringen, am besten mit einem schnellen Kopfschuss.

Ich will das nicht verurteilen, aber jeder sollte sich mal bewusst machen, was er da spielt und ob er das grundsätzlich gut findet.

Mir macht es auch Spaß, aber was macht mir Spaß daran?

Es entscheidet jeder selbst, was er zockt, aber unsere Moral heute ist ziemlich verschoben.
Nimm z.B. das Ziehen von Kinofilmen, Musik, Games...
An sich ist das eine Straftat und auch ohne Staat sollte man einsehen, dass auf gewissen Dingen ein Urheberrecht ist und man das respektieren muss.

Trotzdem macht es (fast) jeder oder ziemliche Viele. Man denkt sich gar nix mehr dabei, macht es einfach, die Moral ist total abgenutzt.
Und genauso sehe ich es bei Gewalt in Computerspielen, egal in welcher Form.

Man sieht nix mehr Schlimmes daran, dass man in 20 Minuten 200 Zombies niedermetzelt oder was weiß ich wieviel "Gegner".

Man sollte da schonmal darüber nachdenken.

Und bzgl. psychisch Kranken:
Es gibt mehr Leute als man denkt, die solche Erkrankungen, in welchem Maße auch immer, haben. Die Forderung, die alle wegzusperren oder wie auch immer, ist lächerlich.

Es ist viel wichtiger, dass man die Gesellschaft dafür sensibilisiert und aufmerksam darauf macht. Und viel offener aufeinander zu geht. Aber das ist ein anderes Thema.
Wichtig ist, dass man versucht, solche Fälle durch gesellschaftlichen Wandel zu vermeiden oder zu unterstützen.
Benutzeravatar
saxxon.de
Beiträge: 3715
Registriert: 29.03.2004 18:43
Persönliche Nachricht:

Beitrag von saxxon.de »

Help hat geschrieben:Blut und Splatter machen daher das Spiel nur für Jugendliche interessanter, nicht aber für Erwachsene. (meine Erfahrung) Ein Gewalthaltiges Spiel ist damit interessanter für jugendliche und nicht für Erwachsene!
Das ist einfach falsch. Es gibt einfach Spiele, die ohne Gewalt bzw ohne Blut nicht möglich wären, bzw nicht funktionieren würden. Gears of War ist für mich so ein Beispiel. Nicht, dass das nun ein Spiel wäre, das sonderlichen Tiefgang hätte, aber dieses Stiernacken-Badass-Szenario kann auch Spaß machen - und das nicht nur als Videospiel. Beispiele gefällig? Predator mit Schwarzenegger, Aliens - Die Rückkehr, 300. Filme wie Matrix oder Herr der Ringe (bei HdR sogar die Buchform) würden ohne Gewalt nicht funktionieren. No Country for Old Men und aktuell Gran Torino. Zu Gewalt, wenn sie als solche wahrgenommen werden soll gehört auch immer Blut. Hier kannst Du erkennen, dass Gewalt realistisch und echt wirken muss, in all ihrer Härte um auch als solche wahrgenommen zu werden.

"Wertvolle Gewalt" ist Gewalt, die als Katalysator für Denkprozesse funktioniert. Auch hier hab ich ein schönes Beispiel für Dich: Wenn Du nie im Krieg warst, wovon ich einfach mal ausgehe, kannst Du Dir nicht im entferntesten Ausmalen, wie grausam und unmenschlich der Krieg wirklich ist. Wenn Du aber die ersten 20 Minuten von "Der Soldat James Ryan" schaust, bekommst Du eine gute Vorstellung davon. Ist diese Filmszene Unterhaltung, macht sie Spaß? Ich glaube nicht. Ich zumindest hatte, als ich die damals zum ersten Mal gesehen hab einen dicken Kloß im Hals.

Was ist daran nun wertvoll? Sie macht den Schrecken des Krieges greifbar, zeigt uns schonungslos, wie unbarmherzig eine Maschinengewehrsalve tötet und regt zum Nachdenken an. Und bei den meisten Menschen wird der Gedanke, der dadurch ausgelöst wird sein: Krieg ist schrecklich, für alle Beteiligten.

Dass es sicher auch Menschen gibt, die es toll finden, wie da in der Filmszene die Menschen abgeschlachtet werden mag wohl sein. Allerdings sagt uns der gesunde Menschenverstand (hoffentlich), dass das falsch ist. Für diese Menschen kann man aber den Umgang mit Gewalt nicht unterbinden und die Präsenz von Gewalt aus den Medien tilgen zu wollen ist auch der falsche Weg. Nicht umsonst werden in jeder Schule der Welt das deutsche Reich und der Nationalsozialismus behandelt. Denn Fehler, die man gemacht hat, wiederholt man, wenn sie in Vergessenheit geraten.

Anders ausgedrückt: Als Kind hab ich früher Wrestling geschaut. So mit 7 oder 8 Jahren. Daraufhin haben mein Freund und ich das nachgemacht. Ein typisches Verhalten für Kinder; man kopiert, was man sieht. Ich habe aber damals nicht begriffen, dass es nicht in Ordnung ist, meinen Freund zu würgen. Die Wrestler haben das ja auch gemacht. Bis seine Mutter das einmal mitbekommen hat. Sie hat mir einmal mit leichtem Druck auf den Kehlkopf gedrückt und hat gesagt: "Merkst Du das? Wenn dieser Knochen bricht, dann ist der Mensch tot." Und soll ich Dir was sagen? Das war ein extrem unangenehmes Gefühl, dieser Druck. Anschliessend haben wir kein Wrestling mehr nachgemacht und ich habe ihn nie wieder gewürgt.

Das war wertvolle Gewalt. Natürlich weit entfernt von Mord und Totschlag, aber es war eine Erfahrung, die mich damals tief beeindruckt hat. Eine ebenso tief beeindruckende Erfahrung war der Soldat James Ryan als ich in der Pubertät war. Ich habe in diesen ersten 20 Minuten, als leicht zu beeindruckender Jugendlicher, die Kriegshölle gesehen. Und guess what? Einige Jahre später habe ich den Wehrdienst verweigert und Zivi gemacht.

Meine letzte Prügelei ist so lange her, dass ich mich nicht mehr dran erinnere. Trotzdem hab ich Gears of War gerne gespielt. Genauso wie God of War. Beides Spiele, in denen das Blut geradezu inflationär spritzt. Ich hab diese Spiele nicht wegen der Gewalt gespielt, aber die Gewalt war wichtig für diese Spiele, denn ohne funktioniert in beiden Spielen die gesamte Atmosphäre nicht.

Ich hoffe, ich konnte Dir nun einigermaßen klar machen, was "wertvolle Gewalt" ist.
Im Übrigen schliesse ich mich Muecke-the-lietz an: Deine Kommentare sind kontraproduktiv. Zumindest so weit hinten im Thread; diese Frage wurde schon auf den ersten Seiten erörtert.
Benutzeravatar
Nu(ZD)er
Beiträge: 231
Registriert: 30.10.2008 09:15
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Nu(ZD)er »

Mal zum Amoklauf, ganz ehrlich ohne jemanden zu nah zu kommen.
Ich hab´s im TV kurz gesehen...und mir war´s egal, ich hab dafür keine Emotionen übrig. Täglich sterben Menschen i-wo und is´ es ab und zu (sogar sehr selten) auf diese spezielle Art hier in unserer Umgebung, heulen sich die Medien wegen Zuschauergier und verstecktem Sensationsdrang Wochenlang darüber aus wie schrecklich es doch wäre. Für mich is´das ganze einfach nur Lächerlich. Politiker suchen sich direkt so oder so das kleinste übel aus, dass am einfachsten für sie zu erklärende und in den Griff zu bekommende is´. Darüber nachzudenken das der Vater nur weil er in einem Verein is´ ein dutzend Waffen, davon eine nicht abgeschlossen versteckt, im besitz hat...nein daran denkt keiner wirklich nach und will auch nichts daran verändern. Für mich gehören jegliche Arten von Waffen verboten und nur für Sicherheitspersonal wie Polizisten. Dann is´dort das Desinteresse der Eltern am Leben des Schützlingst, er hat seinen PC, seine Schlule und seine Freunde(?) und sein täglich essen. Mehr als das, z.b. Fürsorge sind viele junge eltern heutzutage gar nicht mehr bereit von ihrem eigenen "Privatleben" zu opfern. Dann haben wir Schulen, kenn jemand hier den Zustand der Schulen, deren Lehrpersonal und deren Sozialverhalten der Schüler? Für mich war die Schulzeit früher definitv anders als sie heute für die Schüler is´. Eine Schule is´heutzutage wie ein riesige Inddoor Hühnerfarm - Es gibt eine strickte Hackordnung und der schwächste wird gnadenlos ausgestoßen weil er es nicht besser weiss. Aber das is´ sogar aus meiner Sicht völlig normal, weil die Menschen halt so sind.

Und genau darum find ich es auch völlig in ordnung das dieser artikel zeitnah des Amoklaufes veröffenlich wird weil wärend die Leute die sich dagegen ausprächen ihren Teller Nudeln vor ihrem Warmen Kamin reinschieben auf ihrem 2000€ Sofa sitzem, erfriert, verhungert oder verstirbt ein mensch an einer Krankheit weit von ihnen entfernt und trotzdem stellen sie ihre Tätigkeit nicht ein.

Also seit nicht so Selbstgerecht und schaltet wieder die Tageschau ein, da seht ihr was vor anderen Haustüren jeden Tag passiert.

Und zum Artikel, ich stimme dem voll und ganz zu, danke.

MfG

P.S.: D.h. nicht das mir die Opfer nicht Leid täten, das tuen sie, aber mitlerweile gehört für jeden menschen gewalt so zum altag, das es einfach nicht mehr auszudrücken is´.