Doc Angelo hat geschrieben: ↑17.07.2019 14:34 (Ach ja, damals... als man noch jeden Scheiß geglaubt hat, der auf der Packung stand...)

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Doc Angelo hat geschrieben: ↑17.07.2019 14:34 (Ach ja, damals... als man noch jeden Scheiß geglaubt hat, der auf der Packung stand...)

Für manche Leute ist das eben wichtig. Wenn du das nicht so siehst, wird man dir das auch nicht erklären können. Ist ähnlich Aussichtslos wie einem Nichtraucher erklären zu wollen, warum man raucht.Doc Angelo hat geschrieben: ↑17.07.2019 14:16 Bleibt also nur die Tatsache des "Besitzes" übrig. Was genau bedeutet das, und warum ist das so wichtig?
Ich hab mal geraucht und kann seitenweise dazu schreiben, und ob man Nichtraucher ist oder nicht hat mit dem Verständnis eigentlich kaum was zu tun. Da sind ganz normale und alltägliche menschliche und körperliche Aspekte am Werk.Liesel Weppen hat geschrieben: ↑17.07.2019 15:00 Für manche Leute ist das eben wichtig. Wenn du das nicht so siehst, wird man dir das auch nicht erklären können. Ist ähnlich Aussichtslos wie einem Nichtraucher erklären zu wollen, warum man raucht.
Es gibt nicht nur rein materielle Werte. Man kann etwas auch aus ideologischen Gründen besitzen wollen. Fast auf alle Sammler egal von was trifft das zu. Ü-Eier sammelt man, weil man die halt einfach haben will. Die wenigsten Sammeln das in der Hoffnung, dass die Sammlung später mal einen hohen finanziellen Wert erreichen könnte.Doc Angelo hat geschrieben: ↑17.07.2019 15:12 Ich weiß natürlich, das Du das Ganze mit einem Zwinkern geschrieben hast... aber ich hätte ehrliches Interesse an einer ehrlichen Antwort. Einfach weil ich neugierig bin.
Was bei dir die Bierdeckel waren, sind bei meinem Bruder die Bierdosen und bei mir wären es wohl, obwohl ich echt kein großer Sammler bin, zum Beispiel Kerzengläser. Ein Foto davon würde nicht das Gleiche sein. Aber wenn man ein Lied hört, dann ist es für das Ohr und die Melodie irrelevant, ob die Daten von einer CD oder einer Datei oder einem Stream kommen. Es ist wortwörtlich das Gleiche in der digitalen Welt.Liesel Weppen hat geschrieben: ↑17.07.2019 16:09 Es gibt nicht nur rein materielle Werte. Man kann etwas auch aus ideologischen Gründen besitzen wollen. Fast auf alle Sammler egal von was trifft das zu. Ü-Eier sammelt man, weil man die halt einfach haben will. Die wenigsten Sammeln das in der Hoffnung, dass die Sammlung später mal einen hohen finanziellen Wert erreichen könnte.
Ich habe früher mal Bierdeckel gesammelt. Einen Grund hatte das nicht, ich habs einfach getan, weils mir Spass gemacht hat. Neumodisch, damals ging das natürlich noch nicht, hätte ich auch einfach von jedem Bierdeckel ein Foto machen können. Aber das wäre einfach nicht ansatzweise das gleiche gewesen.
Es kann auch zu einem Ritual werden. Es gibt noch Leute, die hören Musik nicht nur unterwegs im Bus, sondern die setzen sich zuhause explizit hin und hören dann bewusst NUR Musik. Da kann auch das physische raussuchen der CD die man hören will und das Einlegen in den CD-Player schon Teil sein (Vielleicht noch besser vorstellbarer, wenn man dabei statt an CDs mal an Schallplatten denkt). Ebenso ist ja mittlerweile die Vorstellung von "Alben" verkommen. Früher waren Alben nicht einfach nur 12 Lieder auf einer Disk, sondern ein Album war ein Gesamtwerk, das vom Künstler so zusammengestellt wurde und das man dann durchaus auch genauso am Stück hören wollte. Natürlich kann man auch online Alben am Stück anhören, aber da fehlt dann halt irgendwie der Kontext.
Es ist ganz klar Gewöhnung, aber die wird von einem anderen Faktor ergänzt. Hat man eine Zigarette in der Hand, dann hat man eine Beschäftigung. Es ist die "coole" Version vom Fingerknabbern oder Däumchen-drehen. Man sitzt nicht einfach nur da. Man raucht eine. Stell dir vor jemand geht während seiner Arbeitszeit einfach so raus und steht 5-10 Mal am Tag einfach nur so 5 Minuten rum und quatscht mit seinen Kollegen, die ebenfalls nur so rumstehen. Mitten in der Arbeitszeit. Du würdest innerhalb kürzester Zeit rausfliegen (leider). Mach dir dabei ne Kippe an, und schon wirkt das völlig normal. Wer sich eine Zigarette anmachen kann, der hat immer eine Ablenkung parat. Wenn man mit sich mal im Unreinen ist, wenn man nervös ist, wenn man gerade nicht weiß wohin man mit sich soll... Kippe an.Liesel Weppen hat geschrieben: ↑17.07.2019 16:09 Ist durchaus ähnlich, und das müsstest du als Ex-Raucher ja dann eigentlich verstehen: Warum raucht man zum Kaffee eine Zigarette? Weil man es sich halt so angewöhnt hat und bei einem Kaffee ohne Kippe halt einfach irgendwas fehlt. Es gibt keinen absoluten, direkt fassbaren Grund dafür und wer von sowas betroffen ist, braucht so einen Grund auch gar nicht.
Ich auch!Liesel Weppen hat geschrieben: ↑17.07.2019 16:09 Und wo wir schon dabei sind: Ich hol mir jetzt erstmal nen Kaffee![]()
Und genau da steckt der Punkt. Warum reicht dir ein Foto von einem Kerzenglas nicht, aber bei Musik behauptest du, es spielt doch keine Rolle, ob man die CD nun physisch besitzt, oder die Musik nur streamt.Doc Angelo hat geschrieben: ↑17.07.2019 16:36 zum Beispiel Kerzengläser. Ein Foto davon würde nicht das Gleiche sein.
Aber wenn man ein Lied hört, dann ist es für das Ohr und die Melodie irrelevant
Eben und genau das kannst du 1:1 auch auf das Besitzen von Musik-CDs, statt nur online anhören anwenden. Warum tust du das nicht?Doc Angelo hat geschrieben: ↑17.07.2019 16:36 Den Aspekt mit der Haptik kann ich allerdings gut nachvollziehen. Auch, wenn ich selber so nicht bin, kann ich verstehen, das das Knistern der Aluhülle zum Genuss der Schokolade gehören kann. Gerade Schallplatten zeigen ja, das
Richtig, und dem Musik-Junkie fehlt das "vorm CD-Regal stehen, seine CDs angucken, eine rausnehmen, Cover angucken, zurückstellen, nächste raus... jaa, die will ich jetzt hören, Disc rein in den CD-Player, Kopfhöhrer aufgedreht, Booklet rausgezogen und dazu die Bandgeschichte nochmal nachgelesen"...Liesel Weppen hat geschrieben: ↑17.07.2019 16:09 Es ist ganz klar Gewöhnung, aber die wird von einem anderen Faktor ergänzt. Hat man eine Zigarette in der Hand, dann hat man eine Beschäftigung. Es ist die "coole" Version vom Fingerknabbern oder Däumchen-drehen.
Manche Leute können das aber einfach nicht verstehen, die können auch keine Parlellen ziehen, wenn sie das in anderen Bereichen ggf. sogar selbst so machen. Deswegen bin ich bei so Diskussionen immer vorsichtig und bringe dann gleich "Ein Nichtraucher kann nicht verstehen, warum ein Raucher raucht" oder "Erklär mal einem Blinden, wie die Farbe Rot aussieht".Doc Angelo hat geschrieben: ↑17.07.2019 16:58 Was man aber auch nicht muss ist sich einen logischen Grund herbei zu fantasieren. Da hat keiner was von.
Ein PDF ist aber auch nicht das gleiche wie ein echtes Booklet zu einer echten CD.Doc Angelo hat geschrieben: ↑17.07.2019 16:58 Nur, weil Du es erwähnt hast - bitte nicht als Argument oder so verstehen: Die Bandgeschichte ist bei so gut wie jedem Künstler auf Spotify hinterlegt.Die Booklets, die könnten sie eigentlich als PDF anbieten. Das wäre noch ein Potential zur Verbesserung.
Als ich vor der Streaming-Zeit ein paar Alben digital gekauft habe, waren bei den Alben von Loreena McKennit recht aufwändige und vielseitige Booklet-PDFs dabei. Die gehörten praktisch dazu, weil sie in diesen beschreibt, wie sie dazu gekommen ist dieses Material musikalisch zu bearbeiten. Aber ansonsten... glaube ich nicht, das es heute noch groß gemacht wird. Mir persönlich waren die Booklets meistens aber auch ziemlich egal, weil in den meisten Fällen nichts wertvolles darin zu lesen oder sehen war.Liesel Weppen hat geschrieben: ↑17.07.2019 17:07 Werden heutzutage überhaupt noch Booklets erstellt?
Die Physikalität der CD hat als Konsequenz, das man nicht durch dutzende Alben durchzappen kann. Es ist einfach nicht möglich. Ich kann nachvollziehen das man diese Begrenzung willkommen heißt. Ein Vergleich zur Wikipedia: Man kann, und ich denke jeder kennt das so ein bisschen, sich von Link zu Link hangeln und am Ende weiß man gar nicht mehr, was man eigentlich nachgucken wollte. Aber man kann auch einen Artikel von vorne bis hinten durchlesen, und einen Link nur für den aktuellen Kontext gebrauchen, und auch nur dann wenn man ihn für das Verständnis des Artikels braucht. Das liegt in der Hand des Konsumenten der Informationen und Medien.Liesel Weppen hat geschrieben: ↑17.07.2019 17:07 Da hat halt auch drfontaine92 recht: Genau das sind die Symptome des beschleunigten Alltags und Wegwerfnutzung, auch bei mir selbst.
Volle Zustimmung, handhabe ich genauso.Liesel Weppen hat geschrieben: ↑17.07.2019 13:50Allerdings habe ich trotzdem bervorzugt alles möglichst weit unter meiner Kontrolle, also bei mir lokal gespeichert, nicht in der Cloud, mit eigenen Backups, nicht in der Cloud, usw. Wobei Spiele da z.B. auf Steam auch schon einiges an Kontrolle gekostet haben, Backup bei nicht DRM-freien Spielen eh nicht geht, dann ists auch schon egal, ob ich die jetzt lokal oder auf sowas wie Shadow spiele.
Sowas wie Stadia gefällt mir aber entsprechend überhaupt nicht.
Dieses permanente Durchzappen wollen und sich eben nicht einfach mehr mal was am Stück anhören können/wollen wurde ja gerade kritisiert.Doc Angelo hat geschrieben: ↑17.07.2019 17:39 Die Physikalität der CD hat als Konsequenz, das man nicht durch dutzende Alben durchzappen kann. Es ist einfach nicht möglich.
Ich weiß. Ich habe zugestimmt.Liesel Weppen hat geschrieben: ↑18.07.2019 11:25 Dieses permanente Durchzappen wollen und sich eben nicht einfach mehr mal was am Stück anhören können/wollen wurde ja gerade kritisiert.