Gewerkschaftsstreik der Synchronsprecher und Darsteller: Gegendarstellung der Publisher und Stellungnahme von Nolan North (Uncharted)

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eigentlichegal
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Re: Gewerkschaftsstreik der Synchronsprecher und Darsteller: Gegendarstellung der Publisher und Stellungnahme von Nolan

Beitrag von eigentlichegal »

ronny_83 hat geschrieben:Und dann guck dir mal Gute Zeiten Schlechte Zeiten an. Läuft schon fast 30 Jahre und die ganze Riege wird ständig ausgetauscht und es wird trotzdem weiter angesehen. Blöd für die Schauspieler. :lol:
Das klappt ja aber auch nur deswegen nicht, weil GZSZ ein anderes Konzept verfolgt als TBBT. Bei TBBT konzentriert man sich auf wenige Protagonisten und bei GZSZ ist es doch so, dass es davon lebt, dass es tausende unterschiedliche Leute gibt, die mal verschwinden können nur um in 1000 Folgen später wieder aufzutauchen. Die haben halt weniger Marktmacht. :P

Dasselbe gibt es doch aber bei allen anderen Jobs auch. Wenn du am Fließband stehst und jeder weiß, ob du da stehst oder wer anders, macht keinen großen Unterschied, dann wirst du auch kein astronomisches Gehalt aushandeln können. Wenn du hingegen der einzige bist, der irgendein Produkt planen kann, dass 50% des Umsatzes des Unternehmens ausmacht, dann kannst du eben ein wenig anders auftreten. Irgendwer bei GZSZ = Fließbandarbeiter, Leonard/Penny = Planer. Gerecht ist dieses System nicht, aber gut erklärbar...
eigentlichegal
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Re: Gewerkschaftsstreik der Synchronsprecher und Darsteller: Gegendarstellung der Publisher und Stellungnahme von Nolan

Beitrag von eigentlichegal »

Knarfe1000 hat geschrieben: Naja, Schaupieler und Sprecher mit einem normalen Durchschnittsverdiener zu vergleichen, hinkt doch etwas. Sind ja irgendwo Promis. Und da sind 500 Euro für einen Tag im Studio (geschätzt) aus meiner Sicht zu wenig.
Naja, da kann man ewig drüber streiten und offensichtlich tun das ja auch die Leute in regelmäßigen Abständen. Ich will hier auch gar keine Gesellschaftsdebatte lostreten oder so, aber warum darf ich Schauspieler nicht am Normalo messen? Und wieso regt man sich dann über Dax-Vorstände auf? Die sind ja auch irgendwie bekannt. Ich habe ja auch nicht gesagt, dass die Synchronsprecher nicht mehr verdienen dürfen, im Gegenteil, ich habe bewusst darauf hingewiesen, dass sie auch gern 400.000 pro Folge abgreifen können, wenn sie das heraushandeln können. Nur so zu tun, als wäre jemand, der soviel verdient wie viele andere Menschen auch, nur mit weniger Zeiteinsatz als alle anderen, unterbezahlt, finde ich irgendwie verquer....
billy coen 80
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Re: Gewerkschaftsstreik der Synchronsprecher und Darsteller: Gegendarstellung der Publisher und Stellungnahme von Nolan

Beitrag von billy coen 80 »

ronny_83 hat geschrieben:
eigentlichegal hat geschrieben:Aber wenn sich das Publikum an Leonard und Penny gewöhnt haben, kann man ab Staffel 3 oder 4 nicht anfangen die einfach durch wen anders zu ersetzen.
Und dann guck dir mal Gute Zeiten Schlechte Zeiten an. Läuft schon fast 30 Jahre und die ganze Riege wird ständig ausgetauscht und es wird trotzdem weiter angesehen. Blöd für die Schauspieler. :lol:
Liegt am anderen Konzept. Serien wie GZSZ bauen auf zig parallel laufende "Handlungs-"Stränge. Das alleine macht es schon sehr leicht, von den dutzenden von Figuren mal die eine oder andere verschwinden und dafür wieder neue auftauchen zu lassen.

Das lässt sich nicht beliebig auf jedes Konzept übertragen. Two and a Half Men wurde nach dem Wegfall von Charlie bei den Fans auch eher mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen.

Serien mit einem sehr festen Kern-Cast sind beinahe festgenagelt auf eben diesen. Nebenfiguren, durchaus auch welche, die über längere Zeit recht präsent waren, können kommen und gehen, aber das Austauschen einer Hauptfigur begründet meist den Anfang vom Ende.
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Jazzdude
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Re: Gewerkschaftsstreik der Synchronsprecher und Darsteller: Gegendarstellung der Publisher und Stellungnahme von Nolan

Beitrag von Jazzdude »

billy coen 80 hat geschrieben:
Jazzdude hat geschrieben:
Todesglubsch hat geschrieben:Können ja mal mit den deutschen Sprechern reden wie viel Beteiligung die hatten. Dürfte so zwischen 0,00 und -0,0001% laufen.
(Ehemaliger) deutscher Synchronsprecher von Homer Simpson: 10.000 € pro Staffel.
Englischer Synchronsprecher von Homer Simpson: $400.000 + pro Folge.

Und dabei war Norbert Gastell noch einer der am besten verdienensten deutschen Synchros. Da kann man sich ausrechnen, was deutsche Sprecher für Videospiele bekommen...
Wobei dieses Argument natürlich verlässlich hinkt. Wenn zur Verteidigung des Status Quo nur der Verweis auf vollkommen andere gesellschaftliche / wirtschaftliche / vertragliche Rahmenbedingungen hilft, ist das ein sicheres Zeichen, dass es keine sachlichen Argumente dafür gibt.

Das hat was von den ständigen Vergleichen des deutschen Sozialstaates mit irgendwelchen Bananenrepubliken. Was stellen sich die Leute denn an, nur weil die Rentenformel darauf hinausläuft, dass Arbeitnehmer, die jetzt in ihren Dreißigern sind, irgendwann ein Rentenniveau von um die 40 % haben werden? Sollen nur mal gucken, wie es den Senioren in Mali geht...
So war das gar nicht gemeint, bzw. nicht auf einen direkten Ländervergleich bezogen. Aber wie du richtig angedeutet hast: die USA sind was sowas angeht noch mal auf einem völlig anderem Level. Und wenn sich schon die US-Amerikanischen Sprecher über (teils scheinbar berechtigt) zu wenig Bezahlung ärgern, will ich nicht wissen, was die deutschen Sprecher bekommen.