Mr. Hunter hat geschrieben:
Du siehst hoffentlich den Unterschied.
Sehe ich. Mir schwant nur mit Blick auf die zunehmend monopolisierte Marktmacht einiger weniger globaler Unternehmen beim Vertrieb digitaler Güter für die Zukunft einer möglichst pluralistischen Meinungsvielfalt nix Gutes.
Aber ich habe gerade auch alle drei Deus Ex - Teile hintereinander weg gespielt. Muss man erstmal verdauen.
Lass dir nichts einreden, in meinen Augen hast du absolut Recht.
Dass Apples Richtlinien bisweilen ziemlich streng sind und zum Teil durchaus wie Zensur wirken, ist ja nichts Neues.
Und meiner Meinung nach geht aus dem Kommentar des Braid Entwicklers auch (ziemlich offensichtlich) hervor, das Apple durchaus auch Bücher zensieren, bzw. nicht in ihrem Store anbieten würden, wenn sie die gesellschaftliche Gelegenheit dazu hätten. Beinahe wortwörtlich.
Ich muss selber aber auch gestehen: Für mich sind diese Mobile Games nichts weiter als tumpfer Zeitvertreib. Ob da jetzt unbedingt politisches Tagesgeschehen oder Gesellschafts- und Religionskritik untergebracht werden müssen, muss halt jeder für sich selbst entscheiden. In meinen Augen ist das doch eher was für die "großen" Spiele daheim. Die bewegen sich da nämlich seit Jahren auch nur noch schleppend voran, weil sich niemand so richtig traut. Aber ich lass mich da, was Handyspiele anbelangt, gerne eines besseren belehren.
mr archer hat geschrieben:Sehe ich. Mir schwant nur mit Blick auf die zunehmend monopolisierte Marktmacht einiger weniger globaler Unternehmen beim Vertrieb digitaler Güter für die Zukunft einer möglichst pluralistischen Meinungsvielfalt nix Gutes.
Dein Schwan hat diesbezüglich vollkommen Recht. Im Smartphone- und Tabletbereich findet das freie, grenzenlose Internet immer weniger statt, weil die Kunden und Nutzer immer stärker in Infrastrukturen eingebunden werden, die vom Hardware-Hersteller vorgegeben wird. Viele Kunden merken das gar nicht (und es interessiert sie auch nicht), weil sie alles bekommen, was sie wollen, weil sie nur das wollen, was sie im Rahmen dieser Stores und Apps vorgesetzt bekommen. Sie vermissen nichts, weil sie nicht wissen, was es sonst noch so geben könnte.
Dagegen angehen kann man nur, in dem man Schritt für Schritt immer mehr Leute an Inhalte heranführt, die mehr sind als nur harmlose Freizeitunterhaltung. Von daher ist Blows Forderung berechtigt. Wenn Spielentwickler nur Angry Birds veröffentlichen, wollen die Leute nur Angry Birds und niemand stört sich an den Vorgaben des Apple Stores. So eine Veränderung kann nur allmählich aus der Tiefe des Volkes, der Gesellschaft kommen.
Tiefe, Vielfalt und vor allen Dingen auch mal expliziten Sex. Erwachsenenspiele (USK 18) sind heutzutage meist nur Erwachsenenspiele, weil viel Gewalt enthalten ist. Von der geistigen Reife her sind sie lediglich Teenieunterhaltung. Wie schön war The Witcher: Rassismus, Sex, Intrigen, moralische Entscheidungen usw. Spiele könnten soviel intensiver sein, wenn sie nicht immer auf die Generation CoD zugeschnitten sein würden.
JunkieXXL hat geschrieben:Tiefe, Vielfalt und vor allen Dingen auch mal expliziten Sex. Erwachsenenspiele (USK 18) sind heutzutage meist nur Erwachsenenspiele, weil viel Gewalt enthalten ist. Von der geistigen Reife her sind sie lediglich Teenieunterhaltung. Wie schön war The Witcher: Rassismus, Sex, Intrigen, moralische Entscheidungen usw. Spiele könnten soviel intensiver sein, wenn sie nicht immer auf die Generation CoD zugeschnitten sein würden.
Ist glaube ich auf das wirtschaftliche Interesse der Publisher zurückzuführen, in den Staaten eine 18+ anstatt einer 21+ Freigabe zu erreichen.
greenelve hat geschrieben:@Sir Richfield/Kajetan:
Inwieweit? Oberflächlich bietet es Action und Comedy, Hintergründig umfasst es die Psyche des Menschen.
Tatsächlich war es so konfus, dass die sogar für das japanische Publikum einen ME3 gepullt und ein neues "Ende" zusammengebastelt haben.
Kajetan hat aber nicht unrecht, episch war das Ganze dennoch!
Sir Richfield hat geschrieben:Tatsächlich war es so konfus, dass die sogar für das japanische Publikum einen ME3 gepullt und ein neues "Ende" zusammengebastelt haben.
Das Ende war nicht konfus, sondern im Rahmen der Handlung in sich logisch, wenn man davon ausgeht, dass der Third Impact einen evolutionären Quantensprung der Menschheit darstellt und die Menschen ihr Bewusstsein erweitern.
Gut, für den durchschnittlichen Fanservice-Roboter-Otaku mag das vielleicht zu starker Tobak sein. Deswegen gab es ja auch "End of Evangelion", wo Anno nochmal so richtig auf die Kacke gehauen hat, um es diesen Kritikern einzuschenken
Sir Richfield hat geschrieben:Tatsächlich war es so konfus, dass die sogar für das japanische Publikum einen ME3 gepullt und ein neues "Ende" zusammengebastelt haben.
Das Ende war nicht konfus, sondern im Rahmen der Handlung in sich logisch, wenn man davon ausgeht, dass der Third Impact einen evolutionären Quantensprung der Menschheit darstellt und die Menschen ihr Bewusstsein erweitern.
Mr. Hunter hat geschrieben:Nein tun sie nicht und ich kann dir ein Beispiel geben. Stell dir vor Apple ist ein Verlag und da kommt einer und bietet sein Buch bei denen an. Da sagt Apple nein das nehmen wir nicht, da der Inhalt zu heikel ist. Daraufhin wird das Buch bei einen anderen Verlag veröffentlicht (Google Play Store). Jeder kann das Buch nun lesen. Jene Situation wird in dem oben geschriebenen Artikel dargestellt und ist ganz normal.
So nun wird Apple wieder ein Buch angeboten wieder lehnt Apple ab. Diesmal erwirken sie, dass das Buch oder teile davon nicht veröffentlicht werden dürfen. Somit sorgt Apple für die Zensur, weil niemand das Buch lesen darf.
Du siehst hoffentlich den Unterschied.
Im Grunde genommen hast du mit der Unterscheidung völlig recht. Allerdings muß man auch die Wirkung betrachten, die von Apple ausgeht... die Wirkung auf den Markt und die Wirkung auf die Konsumenten. Natürlich ist es an sich keine Zensur, wenn Apple aus welchen Gründen auch immer etwas ablehnt. Aber die Marktwirkung ist eine ähnliche... denn die Marktdurchdringung mit Apple-Produkten ist immens. Da hilft auch Android nicht weiter. Ja, keine Zensur, aber ein ähnlicher Effekt.
Zumal ich hier nicht die Spieleentwickler in der alleinigen Verantwortung sehe, wie es Blow offensichtlich ausdrückt. "We view Apps different than books or songs, which we do not curate. If you want to criticize a religion, write a book. If you want to describe sex, write a book or a song, or create a medical app." Wieso macht Apple diese Unterscheidung? Wo ziehen sie welche Grenze? Ich sehe den eigentlichen Grund nicht... was wäre denn so schlimm, wenn es eine App gäbe, die eine Religion kritisiert oder in der Sex beschrieben wird? Gerne auch in einem separaten Bereich des Stores, den nicht jeder einsehen kann. Letztendlich sind es nicht die Entwickler, die Apple diese Entscheidung aufzwingen.
Mr. Hunter hat geschrieben:
Du siehst hoffentlich den Unterschied.
Sehe ich. Mir schwant nur mit Blick auf die zunehmend monopolisierte Marktmacht einiger weniger globaler Unternehmen beim Vertrieb digitaler Güter für die Zukunft einer möglichst pluralistischen Meinungsvielfalt nix Gutes.
Aber ich habe gerade auch alle drei Deus Ex - Teile hintereinander weg gespielt. Muss man erstmal verdauen.
Deus Ex ist doch das perfekte Beispiel, wenn es um Games mit gesellschaftlicher Kritik und "Tiefgang" geht!
Ich finde an der heutigen Lage angelehnt, ist die Deus-Ex-Zukunft, die plausibelste!
Somit ist es gut, jedes Statement anzuzweifeln und revolutionär Kritik an einfach Allem zu üben xD
Apple versucht schon lange zu monopolisieren, da ist eine Nichtveröffentlichung so einer App, nur Kleinkram.
Wenn man sich einmal andere Aspekte dieser Firmenpolitik ansieht, wird einem schnell übel
Wenn ich so in mein Spieleregal sehe, stechen mir da schon einige Titel ins Auge, die weitaus mehr Tiefgang, Anspruch haben und vielfältiger sind als so mancher Film.
Ich sehe Catherine, welches das Wüst der Beziehung zwische Mann und Frau auf interessante weise in Szene setzt und kommentiert, dazu noch moralische Entscheidungen fordert, über die man vllt. noch nie nachgedacht hat. Ich sehe Enslaved, welches ein postapokalyptisches Dystopia zeichnet und am Ende die Frage stellt, ob die Menschheit in dem Zustand nicht besser dran ist. (Will nicht spoilern, daher nicht näger ausgeführt)
Ich sehe ein Heavy Rain, welches mit Sicherheit seine Plotlöcher hat, aber dennoch fesselnd und gut erzählt ist und viele in der Rezeption auftauchende Konflikte mit sich selbst bietet.
Ich sehe Metal Gear Solid 4, was vertretend für eine der fantastischsten und weitgehensten Spieleserien aller Zeiten steht, die auch massiv viel Tiefgang hat.
Ich sehe Red Dead Redemption, das mit klasse Charakteren und einer stimmungsvollen Welt, den Western neu in Szene gesetzt hat.
Ich sehe Resonance of Fate, was ich nie durchgespielt habe.
Ich sehe Shadow of the Colossus, welches Emotionen weckt und nachdenklich macht.
Ich sehe einfach einen Haufen Spiele, die nahezu jedem Film überlegen sind und bei dem Dreck an Büchern, der in den Bestsellerlisten auftaucht, auch diesen.
Ich sehe es ähnlich. Auch wenn Apple keine Zensur im eigentlichen Sinne betreibt, so hinkt der Vergleich zu analogen Medien wie Büchern. Wenn ein Verlag ein Buch ablehnt, dann bleiben noch ein paar dutzend andere, Verlage die vielleicht sogar extra dafür da sind besonders kritische Themen zu handhaben.
Da gibt es dann eben Erotik Verlage, oder solche sich mit Religion, Esotherik, Weltkritik in welcher Form auch immer beschäftigen.
So eine Infrastruktur gibt es auf dem digitalen Sektor nicht. Man hat Apples Store, Googles Store ... und naja Microsoft is auch noch da, aber dort fehlt eben auch das Publikum, wie die Politik auf dem Marketplace aussieht weiß ich nicht.
Wenn der größte "Publisher" von mobilen Apps einfach sagt, er veröffentlciht pauschal keine Apps die sich in irgendeiner Form kritisch, oder auch nur allgemein zu (in Amerika) wenig angesehen Themen äußert, dann ist das etwas das uns alle stark beeinflusst, auch wenn wir es nicht merken, weil viele eben nicht mehr wissen und auch nicht wissen wollen, was wir verpassen.
Es ist gut, dass Google das ganze etwas anders sieht und bei aller Kritik die man dem Konzern entgegenbringen kann, muss man ihm zumindest lassen, dass er sich für die Meinungsfreiheit im Netz einsetzt.
Außerdem ist ein solches Statement auch ein Schlag ins Gesicht für die Spielebranche als solches. Natürlich hat sie nie wirklich mit Titeln geglänzt die uns tief ergreifein oder intelligente Kritik üben. Man muss aber auch sagen, dass es erstens mitlerweile öfters mal vorkommt und zweitens sieht der mainstream markt der anderen Medien auch nicht anders aus.
Spiele haben eben oft den Malus der höheren Einstiegshürde (man kann heute schwer mal eben allein ein Spiel programmieren, nur weil man eine gute Idee hat, man braucht Geld, die Soft- und Hardware, Programmierkentnisse, Designskills, etc, pp). Durch neue Methoden der Distribution und die Tatsache, dass Spiele auf dem mobilen Markt auch nicht den selben technischen Aufwand bedürfen hat sich in lezter Zeit zumindest der finanzielle Aufwand verringert.
Aber genau diesen mobilen Markt verschließt Apple damit zum großen Teil. Bleibt noch der PC mit Steam als Distributor und Kickstarter zum finanzieren.
Außerdem ist es eine selbsterfüllende Prophezeiung. Wenn ich der Meinung bin, Spiele (Apps) können keinen künstlerischen Wert erbringen, dann verschließe ich ihnen die Möglichkeit genau das zu leisten und alle wundern sich warum Spiele nie einen künsterlische Wert haben.
Im Endeffekt müssen sich alle Parteien ändern. Wir als Konsumenten müssen mehr verlangen. Wir müssen zeigen, dass wir solche Spiele kaufen. Deswegen finde ich es auch gut wenn auf 4Players Indie Titel XY mal wieder mit 90% überhäuft wird, nur weil er anders ist. Ja ich hab nichts dagegen und ich kauf mir sowas und am Ende kann ich vllt sagen, dass ich noch nie so ein virtuellen Erlebnis hatte. Als Beispiel sei mal Dear Esther genannt. Natürlich war ich nicht mega geflasht als ich das Spiel gespielt habe, es war eben auch wenig interaktiv, aber ich bekomme diese Atmosphere nicht mehr aus dem Kopf, ich kann mich fast 1 Jahr danach noch so gut an das Spiel erinnern, besser als an ME3, welches man halt eher so dahindaddelt ohne richtig zu erleben. Und im Endeffekt hoff ich, dass auf den Erfahrungen mit Dear Esther aufgebaut wird und vllt ganz neue Spielerfahrungen entstehen und dafür hab ich dann gerne meinen 10er berappelt.
Leider seh ich dann aber immer noch viele Leute hier, denen schon die berichterstattung über Indie-Spiele im allgemeinen auf den Sack geht und da muss man sich eben auch icht wundern, wenn das Medium auf der Stelle tritt.
Publisher müssen solche momentan eher low Budget Spiele unterstützen und gesonderten Konditionen und Fokus anbieten. Der Xbox Marketplace hatte damit mal angefangen, aber die meisten Indie Spiele sind dann doch wieder nur leichte Kost geworden und jedes ersnthafte Spiel würde im Wust untergehen. Deswegen brauchen solche Spiele mehr mediale Aufmerksamkeit.
Der PC macht es momentan mit Kickstarter und Steam noch am besten.
Und zum Schluss müssen natürlich mehr Entwickler dann auch liefern.
Die Schuld lässt sich eben nie auf einen alleine abwälzen, aber Apple musste wieder über alle Grenzen hinaus schießen. Hauptsache keine Kritik von irgendwelchen fanatischen Gruppen. Sollen doch bitte alle im Friede Freude Land leben in dem es keine Konflikte, oder Gott verbitt, gar Sex gibt.
Hat sich jemand das Spiel mal angesehen? Ich halte das für ein nicht minder simples Pausenfüller-Programm, dessen einziger Aufhänger das aktuelle, politische Setting ist. Und es ist noch nichtmal tiefgründig oder groß provokant.
Wer "Revolution" ruft, sollte ein anderes Ansinnen haben als Ramsch unters Volk zu bringen.
Etwas arg brav die Kritik von dem guten Mann insbesonder gegenüber dem oberfaulen Apfel . Der Punkt ist einfach der das das Medium Game ein geradezu irre vielfältiges Spectrum bieten könnte aber es reduziert sich auf Kiddy Kram ,dem immerselben Fantasy Schlunz, Aktion für Vollidioten auf Speed und diesem superreduzierten interaktiven sich selbst klonenden AAACOD Spiele Inhalt das keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlockt .
Dieses Sozialkritische kommt sowiso erst dann wenn diese oberlahme AAACOD Welle sich selber killt ( passiert ja gott sei dank schon) der Inhalt der Games wieder mehr Kreativität hergibt, mehr kreativität zulässt , mehr spielerische Freiheit zulässt und vor allem wenn die Ideengeber,die Entwickler mehr auf ihre Eigenständigkeit und unabhängigkeit pochen (sie müssen mutiger werden) , nur so können sie ihr Ding durchziehen.. Dieses Lohnsklaven Dasein bei den Multis und ihre supermarktorientierte Baukasten Bastelstube ist der falsche Platz dafür.
Ja Kickstarter wäre eigentlich ein Weg, aber ärgerlicher Weise wird Kickstarter nur von diesen Uralt Oldschool Helden mit ihren immergleichen Gamevorstellungen von vorgestern geradezu geflutet. Das darf ja auch Spass machen, aber eigentlich ist es verlorene Zeit und bringt das Medium Game kein Meter weiter. Es ist eigentlich ein Rückschritt mehr nicht.
Und Sozialkritisch ala Volkshochschule und 100% politisch Korrekt kann der gute sich sonst wohin stecken
Zuletzt geändert von KATTAMAKKA am 16.01.2013 14:46, insgesamt 3-mal geändert.
Ich hab ein großes Problem mit der Aussage "Apple behandelt Spiele als oberflächliche kommerzielle Unterhaltung, weil man von Spieleentwicklern gelernt hat, dass Spiele eben genau das sind."
Nehmen wir doch einfach mal einen Film als Vergleich: Stirb Langsam. Gute Filmreihe, keine Frage. Aber das sieht sich doch niemand an, weil es ihn bewegt oder nachdenklich stimmt. Das Konzept ist doch klar: Blockbuster-Unterhaltung. Machen viele Games ja ähnlich, ist ja auch okay.
Aber was für Unmengen an Games gibt es denn bitte, die das anders machen? Wenn ich mich einfach so erinnere:
Das Ende von Bioshock 2, die Max Payne Spiele mit ihrer zynischen Poesie, Metal Gear Solid mit dem immerwährenden Krieg der zum Business mutiert, Deus Ex mit dem Zwist Menschen/verbesserte Menschen, Shadow of the Colossus mit dieser melancholischen Leere, Journey (was hab ich gefiebert als mein Männchen das erste mal zusammenbrach^^), Lost Odyssey mit der Traurigkeit und der Frage ob Unsterblichkeit ein Segen wäre, Mirrors Edge mit dem Polizeistaat und und und...viele dieser Games sind keine kleinen Indie-Projekte...und wenn ich an ältere Spiele wie FF7 oder Secret of Mana denke, da ist für mich diese Entwicklung, den Gamer zu bewegen, auch nichts neues. Ich weiß nicht, was der gute Mann die letzten Jahre aus dem Gaming-Bereich mitbekommt hat, aber mein Bild ist ein ganz anderes...
Abstreiten kann man nicht, dass der Großteil der Spiele einfach Unterhaltung ist. Ich kann bei einem Mario oder einem FEZ einfach nicht nachdenklich oder emotional berührt sein^^ das geht einfach nicht, das ist einfach Spaß, genauso wie bei einem Forza/GT oder meinetwegem einem Borderlands. Trotzdem gibt es so viele Titel die, wenn auch nicht über die gesamte Spielzeit hinweg, wichtige Fragen stellen, moralisch und emotional aufrütteln können und einem - mehr als jeder Film - den Schlaf rauben können.
GeQo hat geschrieben:Aber was für Unmengen an Games gibt es denn bitte, die das anders machen? Wenn ich mich einfach so erinnere ...
Das bestreitet ja niemand. "Unser" Problem als Gamer besteht nun aber darin, dass Videospiele in der Aussensicht als hirnloses Gedaddel zum Zeitvertreib wahrgenommen werden. Selbst von Gamern selbst, wie man ja immer wieder an diversen Reaktionen hier im Forum sieht, wenn jemand einem Spiel mangelnden Anspruch vorwirft. Spiele sollen nicht anspruchsvoll oder gesellschaftskritisch sein, sondern nur unterhalten. Solche Aussagen hat man zu haufe in der Diskussion um Dear Esther gelesen.
DAS muss vor allem geändert werden. Nenne es Gaming with Pride, nenne es Aufstand der Spiele-Hipster oder wie auch immer. Wir brauchen mehr Spiele mit politischem Anspruch. Wir brauchen mehr Spiele mit gesellschaftskritischen Inhalten. Wir brauchen mehr Spiele, die verunsichern. Wir brauchen mehr Spiele, die schockieren. Allerdings nicht mit Gewaltdarstellungen, sondern mit dem Einreissen etablierter Wahrheiten und Weltbilder. Und dann müssen wir, die Gamer selber, solche Spiele in die Öffentlichkeit tragen. In Diskussionen immer wieder auf sie hinweisen, sie erwähnen, sie präsentieren, sie erklären und erläutern.
Wenn das lange und oft genug getan wird, dann werden Spiele endlich als Kunstform anerkannt, dann gibt es keine Sonderregeln mehr. Doch dafür brauchen wir Geduld und Spucke. Und wir brauchen noch mehr Unabhängigkeit der Kreativen von den rein kommerziellen, finanziellen Interessen großer Publisher, denen diese Diskussionen am Arsch vorbei geht, wenn das sich das für sie nicht in klingende Münze umsetzen lässt. Wenn der Käse erstmal gegessen ist, klar, dann springen auch die Majors auf den Zug auf, aber den Zug in Bewegung setzen, das wird von dieser Seite aus niemals geschehen. Das kann nur aus dem Indie-Bereich kommen.