Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spielekritik

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Nanimonai
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Nanimonai »

Creepwalker hat geschrieben: Also ich persönlich will und brauch keine Spielekritiken oder sonstwelche Berichterstattung, per Feuilleton, Doppelseite mit rundum Berichten, Blog's oder den ganzen Kram.
Aber OK, es gibt viele die mit ihrer Meinungs- und Entscheidungsbildung auf andere angewießen sind.
( Das sind für mich die "Debilos", der Hardcorepickelnerd weiß normalerweise was er will :P )
Aber wenns der Sache dient und die Spielerschaft erweitert, warum nicht.
Ich brauch nur einen Test mit Zahlen, Kameras am Ende und keine 20 Seiten Monolog eines Authors.
Fakten, Fakten, Fakten und so... Wenns dann kein totaler Reinfall ist, kann ich mir meine Meinung, anhand der fertigen Produkts, selber bilden.
Zwei Paar Schuhe.

Es geht nicht darum, dass wir als Spieler so etwas "brauchen". Wir wissen schon, wo und wie wir uns informieren müssen.
Wir brauchen das nicht.
Computer- und Videospiele brauchen das aber.
Sie brauchen die Aufmerksamkeit der breiten Masse. Sie brauchen die vielschichtige Berichterstattung, um überhaupt die Chance auf Anerkennung zu haben.
Und erst wenn sie diese Anerkennung haben, können sie nicht mehr als Sündenböcke für so viele Dinge herhalten, die in unseren Gesellschaften angeblich schief gehen.

Jedes neue Medium war vor seiner Emanzipation eine Gefahr, etwas Abzulehnendes. Kein Medium hat bislang diese Emanzipation aus sich selbst heraus geschafft, es war immer auf die Hilfe der Gesellschaft angewiesen. Und in diesem Punkt spielen meinungsbildende Medien immer noch eine sehr entscheidende Rolle.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von mr archer »

Creepwalker hat geschrieben:
Also ich persönlich will und brauch keine Spielekritiken, oder sonstwelche Berichterstattung, per Feuilleton, Doppelseite mit rundum Berichten, Blog's oder den ganzen Kram.
Aber OK, es gibt viele die mit ihrer Meinungs- und Entscheidungsbildung auf andere angewießen sind.
( Das sind für mich die "Debilos", der Hardcorepickelnerd weiß normalerweise was er will :P )
Aber wenns der Sache dient und die Spielerschaft erweitert, warum nicht.
Ich brauch nur einen Test mit Zahlen, Kameras am Ende und keine 20 Seiten Monolog eines Authors.
Fakten, Fakten, Fakten und so... Wenns dann kein totaler Reinfall ist, kann ich mir meine Meinung, anhand der fertigen Produkts, selber bilden.
Das ist aber ja auch nur ein Feld, das durch einen in den Meinungsmainstream ausstrahlenden (Fach-)Feuilleton beackert wird. Hier wird gerne immer wieder völlig verkannt, wieso ein etabliertes, breitenwirksames Kritikernetz noch wichtig für eine Unterhaltungsform ist: es ist ein Bollwerk. Denn es versorgt ein Medium mit einer unschätzbaren und essentiellen Größe: mit kulturellem Kapital.

Unterdessen werden mit staatlichen Mitteln Filmrettungen an historisch als wichtig geltenden Meilensteinen vorgenommen, deren Rollen zu zerbröseln drohen. Bücher werden aufwändig restauriert und digitalisiert. Es wird ein Erbe gepflegt. So etwas ist nur über freiwillige Mittel aus der Gemeinschaft leistbar. Und für diese Bereitschaft muss argumentativ gekämpft werden. Und dafür braucht es unter anderem ein anerkanntes Feuilleton. Ein Medium kann nur reifen, wenn es eine Geschichte hat, auf die man als Kreativer und als Konsument zurück greifen kann. Diese Arbeit erledigt sich aber nicht von selbst.
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KleinerMrDerb
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von KleinerMrDerb »

Kajetan hat geschrieben:Weil man sich erfolgreich hat einreden lassen, dass diese Inhalte ja gar nicht toll sind, sondern dumme Kinderkacke. Weil man in Erwartung des öffentlichen Aufjaulens schon das Genick einzieht und sich selber ganz klein macht.
So ein blöder Quatsch.

Evtl. sollten mal einige hier etwas selbstreflektierter sein.

Dauernd sprecht ihr von Massenmarkt Videospiele, ignoriert dabei aber immer gekonnt die Aushängeprodukte die es zu einem Massenmarkt machen (CoD, AC, GTA halt diese Spiele die selbst von Spielern immer mehr als substanzloser Scheiss dargestellt werden) und argumentiert dann mit einem Binding of Isaac was nicht mehr als ein absolutes Nischenprodukt ist und zu keiner Zeit den Massenmakrt formt.

Ihr sprecht vom Massenmarkt Videospiele!
Dann sprecht ihr in erster Linie von den Verkaufsschlager die in fast allen Fällen jedes schlechte Klischee von Videospielen bestätigen!

Wer das nicht sieht der muss wohl ein meterdicke Rosarote Fanbrille aufhaben.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Kajetan »

KleinerMrDerb hat geschrieben:Mein anliegen ist es, genau wie deines, dass Videospiele in der Öffentlichkeit ernst genommen werden aber das geht nur mit Spielen die halbwegs ernst zu nehmen sind aber diese Spiele sind Mangelware.
Und genau hier frage ich mich, was Du so rauchst. Solche Spiele sind doch keine Mangelware? Die gibt es. Reichlich. Und nein, der kommerzielle Erfolg hat damit nichts zu tun, ob man über sie berichtet oder nicht. Schau Dir bitte diesen Link von der SZ an.

Da findest Du neben Artikeln, dass man jetzt mit Google Streetview die HarryPotter-Diagon Alley nachlaufen kann auch Artikel zu einer Dokumentation, die mit Sicherheit weniger Leute ansehen werden als Dear Esther Käufer gefunden hat. Du blendest ganz bewusst all diese Spiele aus, nur damit Du Dein Argument aufrechterhalten kannst. Nochmals: So kann man nicht diskutieren. Denn wir beide diskutieren hier nicht, wir drehen uns ständig im Kreis!
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Max Headroom
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Max Headroom »

@Kajetan:
Doch Theater ist kulturell etabliert und anerkannt. Deswegen wird diesem Thema viel Platz eingeräumt. Spiele jedoch? Gelten immer noch nur als Kinderkacke. Und wie kommt man davon weg? In dem man endlich damit anfängt anders darüber zu berichten. Weil, die inhaltliche Bandbreite ist da. Spiele sind schon lange nicht mehr nur Kinderkacke.
Das unterschreibe ich liebend gerne :)
Der Wechsel vom Reflextest Hinundher-Pong hin zur Metaebene-Interpretationsmaschine Retrogame, welches zwar die selben Pixeln teilt, aber ein gänzlichst anderes Spielgefühl vermittelt, ist längst geschehen. Nur hat dies dort draussen "in den Medien" kaum einer mitbekommen. Es wird leidergottes erst dann über ein Spiel berichtet, wenn ein Blockbuster die Bühne betritt. Die vielen Metaebenen-Kritiker, welche z.Bsp. die Melanchonie in den Spielen erkennen und darüber berichten, finden sich dann in den speziellen Spielemagazinen - analog zu den Erkennern der Meditation beim Zusammenbau einer Modellbahnanlage, die nur in ihren Modellbahnfachmagazinen berichten.
Da ist noch viel Arbeit zu erledigen, bevor wirklich eine breite Palette an Spielen in der Kultur-Rubrik etablierter Zeitunten und "Volksmedien" zu finden sein wird. Da gebe ich Warren Spector vollkommen recht.

@Topic:
"Keine Spieler. Keine Professoren. Keine Spielemacher. Normale Leute.", zählt Spector auf, welche Art Journalist er bei der Besprechung der Videospiele vermisst.
Diese Menschen sind in selbst erstellten Blogs zu finden. Der Journalismus erwartet jedoch eine gewisse Herangehensweise, welche diese "normalen Leute" zuerst erlernen sollten, bevor sie gute Arbeit abseits der Geschmackskitzelei liefern können.
Uns fehlt eine Art der Kritik bzw. der historischen Analyse, die dafür sorgen könnte, dass die Gesellschaft Spiele als mehr betrachtet als ein Mittel, einem Über-Zwanzigjährigem oder einer Über-Dreißigjährigen Geld aus der Tasche zu ziehen.
Vorhanden ist sie, diese Form der Spielekritik mit historischer Analyse. Nur eben in den Fachmagazinen, und weniger in den etablierten Medien. Ob diese Medien jedoch ihr Klientel auf diese Form des Spielens aufmerksam machen wollen, und deshalb solch historisch gebildete Journalisten einstellen und arbeiten lassen, kann zumindest ich nicht sagen ;) Wünschenswert wäre es allemal.
Der Designer und Produzent wünscht sich Journalisten ähnlich dem kürzlich verstorbenen Roger Ebert, die den Reiz der Spiele auch fachfremden Personen verständlich machen - nicht nur in regelmäßigen Fachmagazinen, sondern überall dort, wo Menschen lesen, hören und fernsehen.
Solche Talente sind leider Mangelware, leider.
Als Beispiel hebt er zwei Artikel der New York Times hervor, die sich mit Filmen beschäftigen, ohne sie analytisch zu sezieren. Es gehe nicht um Fachbegriffe, sondern um die Inhalte und wie diese vermittelt werden.
In Sachen Computerspiel gibt es jedoch ein Dilemma. Soll der Tester die technische Qualität untersuchen? Dann kann er ein Spiel besser oder schlechter als die Konkurrenz bewerten. Soll er sich auf die erzählte Geschichte und der Vermittlung konzentrieren und die Technik größtenteils ignorieren? Dann kann er Kaufempfehlungen aussprechen, die der technikbegeisterte Grafikkartenaufrüster möglicherweise einen Fehlkauf einbringen. Soll er über das "Gefühl beim Spielen" berichten? Dann werden andere Menschen ebenfalls subjektive Einzelerfahrungen in den Ring werfen, dessen Meinungen allesamt unterschiedlich sind. Und alle sind im Recht.

Ab wann ist ein Bericht ein "guter und journalismusgerechter" Bericht?
Soll der DVD-Kritiker den Film in den Himmel loben, aber dafür den DVD-Transfer und die Ausstattung ignorieren? Oder soll er der DVD-Box auch eine gewisse Aufmerksamkeit schenken und in die Kritik einfließen lassen, ohne dabei den Textrahmen zu sprengen? Da scheiden sich die Geister. Sollten Spieletests eine Punktzahl zur Bewertung der Technik beinhalten? Oder nur "über das Spiel" berichten, abseits einer prozentualen Bewertung der Technikqualität? Also nur in ganzen Sätzen?
Ich vermute, selbst Warren Spector wird sich da schwer tun, das perfekte Maß für die Medienlandschaft zu finden, mit der man auch den Kulturteil einer Zeitung befüllen kann ;)
Das Spiele aber den Reaktionstests herausgewachsen sind und, zwischen meditativer Ruhe und hektischer Flucht, eine breite Palette an Interessen bedient, dem stimme ich vollkommen zu. Das die Nongamer-Medien leider die großen Strohfeuer eines AAA-Titels beobachten und darüber berichten, ist u.a. der Redaktion des Mediums zuzuschreiben. Ich vermute, dass der Journalismus generell dafür unschuldig ist. Eher ist der Chefredakteur verantwortlich zu machen, wenn er "plumpe Ballerorgien" den Vorrang gibt, während künstlerisch anspruchsvollere Spiele weiterhin ein Nischendasein fristen ;)
Der Spielemacher ist sich dabei bewusst, dass es sehr wohl Spielejournalisten gebe, die sich nicht auf die Fachanalyse beschränken - er will vielmehr unterstreichen, dass man diesen Weg weiter gehen müsse.
Wenn die Medien solche Menschen aktiv suchen und einstellen möchten, werden sie journalistisch gebildete Menschen auch finden, die dieses Muster hervorragend entsprechen. Da bin ich guter Hoffnung. Ob die Zeitschrift oder Zeitung auch das Zeug hat, diesen Teil der Kultur in ihrem Blatt (finanziell) zu fördern, bleibt leider offen.
Lasst uns die Bücherregale, Magazintresen und das Netz mit Arbeiten überschwemmen, die nicht über (oder unter) den Köpfen der Leser schweben. Nur dann werden wir den Respekt erhalten, den wir in meinen Augen verdienen.
Gibt es schon ... wenn man den Blick in das Netz der Netze wirft :)
Abseits der digitalen Schreibzunft muss man hier weniger auf "den Journalisten" pochen, als auf den Journalisten bezahlenden Vorgesetzten :P
Ich habe z.Bsp. blöd geguckt als ich entdeckte, dass auf den ÖR-Digitalspartenkanälen Sendungen mit den Namen "Pixelmacher" und "Reload" existieren, die die Spielekultur mit anderen Augen betrachten als ein sezierender Techniktester. Ist Geld vorhanden, und gibt man es einer verantwortungsbewussten Person in die Hände, so wird er (oder sie) es schaffen. Ob Interesse bei den Geldgebern und den Vorgesetzten besteht? Wenn ja, dann steht einer fachgerechten specter'schen Überschwemmung eigentlich nichts mehr im Wege. Das Netz beinhaltet sicherlich genug historisch und journalistisch gebildete Kenner der Materie :P
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mr archer
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von mr archer »

eLZorro hat geschrieben: Das sollte keine herablassende haltung sondern einzig eine BEOBACHTUNG sein. Bei den 140 Menschen in unserem Team ließt tatsächlich außer Bild, Connect/Chip, Autobild, lokaler Tageszeitung niemand die SZ oder die Zeit.
Deswegen sind sie keine Menschen zweiter Klasse, im Gegenteil.
Aber Sie repräsentieren eine Schnitt der Bevölkerung der halt keine überregionale tageszeitung mit Essays ließt. Nicht mehr und nicht weniger habe ich beobachtet.
Nein. Du hast von Deinem Beobachtungssample qualitativ auf den Charakter des sogenannten Massenmarktes geschlossen. Nimmt man alle Tageszeitungen mit Feuilleton in Deutschland nach ihrer Auflagenstärke zusammen, ergibt sich daraus eine Zahl von mehreren Millionen Lesern täglich. Das ist ebenfalls eine Masse. Sie mag nicht die Bevölkerungsmehrheit in absoluten Zahlen vertreten. Vielleicht repräsentiert Dein Sample eher diese Mehrheit. Darum geht es aber nicht. Es geht darum, dass es ein riesenhaftes Publikumspotenzial für regelmäßige Berichterstattung über Videospiele im Kulturteil von Tageszeitungen gibt. Denn auch wenn ich mich nicht für Ballett interessiere - als regelmäßiger Leser registriere ich zumindest die Überschrift und lese womöglich doch einmal ein Stück in den Artikel hinein.

Darum geht es.
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Creepwalker
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Creepwalker »

Nanimonai hat geschrieben: Zwei Paar Schuhe.

Es geht nicht darum, dass wir als Spieler so etwas "brauchen". Wir wissen schon, wo und wie wir uns informieren müssen.
Wir brauchen das nicht.
Computer- und Videospiele brauchen das aber.
Sie brauchen die Aufmerksamkeit der breiten Masse. Sie brauchen die vielschichtige Berichterstattung, um überhaupt die Chance auf Anerkennung zu haben.
Und erst wenn sie diese Anerkennung haben, können sie nicht mehr als Sündenböcke für so viele Dinge herhalten, die in unseren Gesellschaften angeblich schief gehen.

Jedes neue Medium war vor seiner Emanzipation eine Gefahr, etwas Abzulehnendes. Kein Medium hat bislang diese Emanzipation aus sich selbst heraus geschafft, es war immer auf die Hilfe der Gesellschaft angewiesen. Und in diesem Punkt spielen meinungsbildende Medien immer noch eine sehr entscheidende Rolle.
Chance auf Annerkennung? Bei den oberen Zehntausend, den Konserativen oder was?
Jeder Depp spielt Games, die Anerkennung ist längst da..
Machen wir uns mal nicht kleiner als wir sind....
Achja und selbst mit noch breiter gefächerter Akzeptanz, wird beim nächsten Amoklauf, ein Sündenbock gesucht und gefunden.
Dafür gibs es eben auch die breitgefächerte Berichterstattung der Presse...
Nanimonai
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Nanimonai »

humb0rt hat geschrieben: Filme, Bücher, Theater.. sie alle erzählen eine Geschichte.
Und DAS ist die gemeinsamkeit, die sie massentauglich macht. Nicht das Medium oder die historie.
Da möchte ich intervenieren.
Das Medium macht sie einzigartig und sie sind (besonders historisch gesehen) erst dann wirklich erfolgreich und "massentauglich", wenn sie sich auf genau das Alleinstellungsmerkmal berufen, was sie auszeichnet.

Ich muss da gerade an einen Film denken. "Deutschland von oben". Ein Dokumentarfilm, der in der deutschen Presse sehr viel und wohlwollend besprochen worden ist. Ein Film, der sich komplett auf die Wurzeln des Mediums besinnt, so wie es damals 1895 angefangen hat. Er erzählt keine Geschichte, hat keine tiefere Ebene, keine Gesellschaftskritik, er bedient einzig und allein die Schaulust des Zuschauers mit wundervollen Bildern, die man nie zuvor gesehen hat. Er beruft sich auf exakt das Alleinstellungsmerkmal, dass dieses Medium auszeichnet.

Das Medium Film ist überhaupt deswegen erst groß und massentauglich geworden.
Sicherlich kamen dann andere Aspekte hinzu, es wurden Geschichten erzählt und Lieder gesungen, letztendlich geht es aber immer noch um die bewegten Bilder, die jeden von uns ins Kino oder vor den Fernseher locken.

Und genauso wenig wie ein Film eine Geschichte erzählen muss, um ein guter und beachtenswerter Film zu sein, müssen Spiele Geschichten erzählen, um gute und beachtenswerte Spiele zu sein.
Der Umstand, dass genau das aber viele Filme und Spiele versuchen, steht nicht im Widerspruch zu der Aussage, dass sich jedes Medium erst mal auf das besinnen muss und sollte, was es am besten kann, um groß, erfolgreich und anerkannt zu werden.
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Skabus
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Skabus »

Warren Spector hat geschrieben: Abschließend merkt Spector schließlich an: Sollten Spiele diese Art der Betrachtung nicht ermöglichen, wären sie vielleicht tatsächlich nur ein Mittel, mit dem man ein wenig Spannung erzeugen oder den Problemen der realen Welt entfliehen könne - so wie es die Kritiker des Mediums behaupten.
Äh, hab ich was nicht mitbekommen? Das ist doch der Hauptgrund warum man Spiele spielt. Dem Alltag entfliehen, was großartiges Erleben, eben nicht immer mit der Realität konfrontiert zu sein.

Genau deswegen regt mich auch dieser ganze "Social Media"-Dreck und die MMORPGs auf. Ich WILL gar nicht mit der Realität konfrontiert werden. Ich WILL gar nicht mit den selben Idioten in nem MMO rumlaufen, die mir in RL schon auf den Sack gegangen sind.

Ich verstehe hier auch nicht was Warren Spector eigtl. meint. Was sollen "normale Leute" besseres dazu betragen als Spieler, Professoren und Spielemacher?

Ahnungslose Casual-Bleppos, die keinen Plan von Spielen haben und alles was nicht auf ausgetrampelten Pfaden stattfindet nicht mögen, gibt es doch schon zu Hauf. Wozu noch mehr davon? Damit Spiele nochmehr vercausalisiert und in die Belanlosigkeit gedrängt werden?

Sorry Mr. Spector, i dont get the point!


MfG Ulukai
Nanimonai
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Nanimonai »

Creepwalker hat geschrieben: Jeder Depp spielt Games, die Anerkennung ist längst da..
Jeder Depp guckt Pornos, die Anerkennung ist längst da...
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Kajetan »

Nanimonai hat geschrieben:Und genauso wenig wie ein Film eine Geschichte erzählen muss, um ein guter und beachtenswerter Film zu sein, müssen Spiele Geschichten erzählen, um gute und beachtenswerte Spiele zu sein.
Nein. Nope. Nada.

Spiele müssen gute SPIELE sein, um gute und beachtenswerte Spiele sein zu können. Spiele sind keine Bücher und keine Filme. Sie sind etwas Neues. Ein interaktives Medium, bei dem eine gute Geschichte zwar sehr willkommen ist, sie aber keine Grundvorraussetzung ist, um ein gutes Spiel zu sein. Nehmen wir nur mal "The Secret of Monkey Island". Hat keine besonders tolle Geschichte. Das Piraten-Szenario ist nun auch nicht so prickelnd. Aber das SPIEL, das Adventure mit seinen abgefahrenen Rätseln und Gags. Großartig! Oder nehmen wir Doom. Story? Yadda Demons yadda Marine blafasel Gibihnensaures! Vollkommen vernachlässigbar. Pures, reines Gameplay. Eines der einflussreichsten und bedeutensten Spiele der Videospielgeschichte.

Spiele müssen ihre eigene Form noch besser finden und herausbilden. Anregungen und Einflüße aus anderen Bereichen sind natürlich gerne gesehen und sinnvoll, da wir alle nur auf den Schultern von Riesen stehen, aber Spiele brauchen keine Story, um großartige Spiele sein zu können. Und genau das muss dann auch die Berichterstattung wiederspiegeln. Nicht einfach nur das widerkäuen, was andere Kulturbereiche vorgeben, sondern mit dabei helfen die Einzigartigkeit von Spielen besser herauszustellen.
Nanimonai
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von Nanimonai »

Kajetan hat geschrieben:
Nanimonai hat geschrieben:Und genauso wenig wie ein Film eine Geschichte erzählen muss, um ein guter und beachtenswerter Film zu sein, müssen Spiele Geschichten erzählen, um gute und beachtenswerte Spiele zu sein.
Nein. Nope. Nada.

Spiele müssen gute SPIELE sein, um gute und beachtenswerte Spiele sein zu können. Spiele sind keine Bücher und keine Filme. Sie sind etwas Neues. Ein interaktives Medium, bei dem eine gute Geschichte zwar sehr willkommen ist, sie aber keine Grundvorraussetzung ist, um ein gutes Spiel zu sein. Nehmen wir nur mal "The Secret of Monkey Island". Hat keine besonders tolle Geschichte. Das Piraten-Szenario ist nun auch nicht so prickelnd. Aber das SPIEL, das Adventure mit seinen abgefahrenen Rätseln und Gags. Großartig! Oder nehmen wir Doom. Story? Yadda Demons yadda Marine blafasel Gibihnensaures! Vollkommen vernachlässigbar. Pures, reines Gameplay. Eines der einflussreichsten und bedeutensten Spiele der Videospielgeschichte.

Spiele müssen ihre eigene Form noch besser finden und herausbilden. Anregungen und Einflüße aus anderen Bereichen sind natürlich gerne gesehen und sinnvoll, da wir alle nur auf den Schultern von Riesen stehen, aber Spiele brauchen keine Story, um großartige Spiele sein zu können. Und genau das muss dann auch die Berichterstattung wiederspiegeln. Nicht einfach nur das widerkäuen, was andere Kulturbereiche vorgeben, sondern mit dabei helfen die Einzigartigkeit von Spielen besser herauszustellen.
Wieso widersprichst Du mir erst mit "Nein, nope, nada" und pflichtest mir dann bei?
Oder hast Du das "wenig" in meinem Satz nicht gelesen?
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KATTAMAKKA
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von KATTAMAKKA »

Pixelmacher ist nicht mal im Ansatz kritisch, das versucht nur irgendwie krampfhaft irgendwie cool und locker Flockig ihren banalen und komplett belanglosen Inhalt an den Mann äh Jugendlichen ( was der Knackpunkt der Gamemedien an sich ist) zu bringen. Es ist die totale Blend TV Sendung das den schnarchigen Zustand in Sachen Gaming schick verpackt. Und dieses schick verpacken von Oberflächlichkeit und Banalitäten ist der einzige Schwerpunkt vom Möchtegern Hypster Pixelmacher.Mich würde es nicht wundern, wenn es von der Game Industrie gesponcert ist. :wink:

Ne Pixelmacher ist Scheisse :mrgreen:
Zuletzt geändert von KATTAMAKKA am 11.07.2013 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
johndoe1044785
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von johndoe1044785 »

Nanimonai hat geschrieben:...
Und genauso wenig wie ein Film eine Geschichte erzählen muss, um ein guter und beachtenswerter Film zu sein, müssen Spiele Geschichten erzählen, um gute und beachtenswerte Spiele zu sein.
...
bestes beispiel: tetris und mario, popkultur, kennt jeder.
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greenelve
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Re: Spielkultur: Warren Spector hofft auf neue Form der Spie

Beitrag von greenelve »

Und irgendwo gibt es eine Petition von Hardcorespielern gegen noch mehr Mainstream von Spielen. :Blauesauge:

Denn genau so lese ich die Aussage: Spiele sollen wie Filme angegangen werde. Als Gesamtwerk von "Journalisten" geschrieben werden.
In Filmen gibt es kaum Kritiken die sich mit dem Einsatz der Computereffekte auseinandersetzen, Reflexionen von metallischen Oberflächen kritisieren. In Spielen ist sowas leider gang und gäbe. :/

Damit ist nicht gemeint alle paar Monate mal ein Artikel über Spiele. Regelmäßig Neuerscheinungen erwähnen und bewerten, wie bei einem Film. Dann wären Games auch in der Gesellschaft deutlich akzeptierter (und das Unterbringen von Fachwörtern ist auf Dauer einfacher...).

Aber das bedeutet Mainstream und gehört abgelehnt, weil Mainstream ist ja immer so böse. :evil: