gc-Eindruck: Mass Effect 3

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Obelus
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Beitrag von Obelus »

bnaked hat geschrieben:

Mass Effect 3 wird dadurch cinematischer dennje.. Man kann die Action erleben wie in einem Sci-Fi-Blockbuster, ohne nervige Unterbrechungen, die Spannung wird aufrechterhalten, mehr Emotionen können übertragen werden, alles kann stimmungsvoller und packender inszeniert werden.

Ich will ein episches cinematisches Spieleerlebnis! Und deine kack RPG Steuerung passt da einfach nicht rein! Wäre ja genauso, als müsste ich bei Uncharted 3 später auch dauernd die rasanten Szenen unterbrechen..
Seit wann ist ein Spiel überhaupt besser, wenn es mehr zum RPG wird? Es kommt immer darauf an, wie gut die Entwickler alles zusammen mixen und wie qualitativ sie es umsetzen! Bioware haben alles richtig gemacht, nur du und Jörg und all die anderen RPG-Konsorten sollten mal endlich anfangen, Mass Effect als das anzusehen, was es ist!
@bnaked:

Der korrekte Terminus heißt cineastisch. Nicht cinemastisch, cinematisch oder wie auch immer du es zu schreiben pflegst. :!:

Die taktischen Unterbrechungen sind das Salz in der Suppe.

Und die "kack RPG Steuerung" (Du fleischgewordene Wortgewalt :idea: :twisted: ) ist unumgänglich, wenn man die Talente vernünftig nutzen will. Das lässt sich mit "Gun'n'Run" leider nicht realisieren.


Übermäßig viel Action und Geschwindigkeit sind des Rollenspielers Gram und DAS zerstört die Atmosphäre. Ich will auch mal eine Sekunde nachdenken dürfen und hasse das Gefühl gehetzt zu werden. Das bedeutet nämlich den Verlust der Kontrolle, und als eingefleischter RPG(amer) ist das nicht hinnehmbar. Kontrolle bedeutet nämlich, das ich die Lage beherrsche und nicht die Lage mich.


Rollenspieler mögen, meinen Beobachtungen zufolge, einen aktiven Spielverlauf begrüssen, Actionspieler dagegen lieben es i.m.h.o. wohl eher passiv (devot? :wink: ). Beide Fraktionen scheinen da anders gestrickt zu sein... Deshalb diese Diskrepanz.

Letzten Endes wäre das auch egal, wenn das Spiel nicht ständig als RPG bezeichnet werden würde.

Das das trotzdem ein Hammer-Spiel wird, bezweifle ich ohnehin nicht, jedoch sind die Kritikpunkte gerechtfertigt. Und 90+ Wertungen sind nur absoluten Meilensteinen reserviert.
Wo kämen wir denn hin, wenn jede Fortsetzung einer genialen Idee so hohe Wertungen bekäme? :wink:
Zuletzt geändert von Obelus am 23.08.2011 18:11, insgesamt 2-mal geändert.
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Obelus
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Beitrag von Obelus »

@MisterMeister79
MisterMeister79 hat geschrieben:

.....

Dies beides zu erkennen (dass die obigen Qualitäten stiefmütterlich behandelt wurden und dass der Shooterpart nach wie vor mittelmäßig ist) vermögen aber wahrscheinlich nur diejenigen Spieler, die über eine reichhaltige Spielerfahrung verfügen, und zwar möglichst in _beiden_ Genres. Alle anderen, und das dürften vornehmlich Wenig-Spieler oder junge Spieler sein, mögen ME 2 als Offenbarung ansehen und höchst zufrieden sein. Und das kann ich ihnen nicht verdenken, weil ihnen eben die Vergleichsmöglichkeiten fehlen.

Um es nochmal zu betonen, bevor das Geflame wieder losgeht: Ich habe Verständnis für diese Sicht der Dinge und gönne es jedem, mit ME 2 Spaß gehabt zu haben. Auf der anderen Seite solltet Ihr, die Ihr ME 2 für ein geniales Spiel haltet, aber auch Verständnis dafür aufbringen, dass es eine völlig andere, argumentativ aber sehr stichhaltige Sicht der Dinge gibt. Und diese andere Sicht der Dinge lässt sich nicht damit wegdiskutieren, dass RPG-Fans angeblich immer etwas zu jammern oder dass die Kritiker angeblich die Scheuklappen eines unpassenden Genres auf hätten.

Um die Problematik zu verdeutlichen: Wenn jemand sehr viele Bücher liest oder Filme schaut, dann hat er eine ganz andere Erwartungshaltung an das nächste Buch oder den nächsten Film als jemand, der vielleicht erst zehn Bücher gelesen oder 20 Filme gesehen hat. Einheitsbrei ödet ihn an, während der Unerfahrene applaudiert, gerade weil er noch nicht übersättigt ist und alles zum ersten Mal erlebt. Das kann man auch nicht nur auf Geschmack reduzieren, es geht um Erfahrungswerte, Wissen und Bildung - ganz wertfrei festgestellt und ohne jemanden beleidigen zu wollen.

Bedenkt dabei bitte, dass es bereits eine Generation von Hardcorespielern gibt, die über mehr als 20 Jahre Spielerfahrung verfügen, wozu auch ich zähle! Nicht alles, was _Ihr_ für innovativ haltet, ist auch für _uns_ innovativ!

.....

Was ich Bioware vorwerfe, und es ist schön zu sehen, dass andere in diesem Thread ähnlich denken: Sie haben sich mit ME 2 auf ein anderes Zielpublikum konzentriert, betonen aber immer wieder (und das auch für den dritten Teil), dass sie sich auf RPG-Tugenden konzentrieren wollen - und dabei insbesondere auf die Story und die damit verbundenen Entscheidungsmöglichkeiten. Das war bei ME 2 meiner Meinung nach mutwillige Täuschung, und nach diesem Dämpfer darf man wohl zurecht skeptisch sein, ob's der dritte Teil richten wird.

....

PS:
Übrigens peinlich, wie manche mit Metaritic "argumentieren", als hätte die Masse grundsätzlich Recht, oder gleich behaupten, es ginge hierbei nur um "Meinungen", also um Beliebigkeit. Aber das Diskussionsniveau in Internetforen ist ja selten hoch.
Wie recht du hast. Es fanden sich nur sehr wenige Beiträge in diesem Thread, die mir meine direkte Zustimmung abverlangten.
Ich sehe das (beinahe) genau so (ME2 fand ich trotzdem noch ziemlich gut, auch wenn die Kritik berechtigt ist und stimmt).

Dennoch, der Erfahrungshorizont und das Wissen des Alters :Vaterschlumpf: bilden so etwas wie einen, übertragen formuliert "großen Wortschatz" oder anders gesagt, man ist da "bewandert". Da ist die Erwartungshaltung auch dem entsprechend. Ich bin seit über 30 Jahren Spieler und weiß, wovon ich rede/schreibe.

Danke für die Weisen Worte und den entspannten Tonfall, den ich in den meisten Beiträgen schmerzlich vermisse...
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Brakiri
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Beitrag von Brakiri »

Problematisch am Ausdruck "Fan" ist immer die Wortherkunft: "fanatisch".

Ich glaube es ist besser, kein "Fan" zu sein, denn das kann die Sicht auf Punkte trüben, die man oder auch andere zu recht kritisieren können.

Wenn einen die Kritikpunkte nicht stören, bzw. man trotzdem Spass haben kann, ist das völlig legitim. Aber der Unterschied zwischen einem "Fan" und einem Spieler dem das Game trotzdem Spass macht ist, dass der Fan Kritik als unwahr und unangemessen abschmettert, wärend der andere Spieler durchaus die Kritikpunkte als so wahrnehmbar zugibt, aber immernoch Spass dran haben kann.

Für eine fruchtbare Diskussion und regen Meinungsaustausch, ist der zweite Typus eher zu gebrauchen als der "Fan".

Ob, und wie sich da jeder reinsortiert, muss man mit sich selber ausmachen :)
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superboss
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Beitrag von superboss »

Ich glaube auch , dass hier immer so Missverständnisse bezüglich der RPG Elemente vorhanden sind.
Es geht hier nicht nur um irgendwelche teilweise unnötigen Werte, die aber zumindest ein bisschen Taktik und Planungs Feeling gebracht haben, die dann weggelassen wurden, oder darum Mass Effect 1 in den Himmel zu loben..........

Teil 1 hatte auch grausame Schwächen, die man aber hätte verbessern können (wie zb das Fahren auf den Planeten), aber es hatte auch mehr Dungeon Feeling und war weniger schlauchig.
Wie jemand geschrieben hat, musste man sich bei Me 2 wirklich mit den prachtvollen Umgebungen ablenken, um das stupide, hakelige und lineare Geballer ohne irgendwelche Möglichkeiten in vielen Missionen ertragen zu können.

Und das Scannen war todlangweilig und allerhöchstens eine stylische Abwechslung zum dumpfen Geballer. Aber ansonsten ohne Sinn , was das Gameplay oder RPG Feeling angeht. Keine Taktik, keine Wirtschaftselemente, keine Gegenstände,keine wirklich Erkundung....
Einfach nur durchscannen und irgendwelche Verbesserungen anklicken und das wars......

Die Idee in einem Scifi Spiel Planeten mit Info usw einzubauen ist vollkommen in Ordnung aber die Art und Weise hat (genauso wie das Ballern) einen starken faden Beigeschmack hinterlassen.

Und Nun haben wir schon 2 Gameplay Elemente, die einen sehr unzufrieden zurücklassen können.

Dazu kam die schwache Hauptstory und kaum spürbare Bedrohung bei Mass Effect 2. Kein Vergleich zum spannenden Vorgänger.
Und ein großartiges Gefühl der beeinflussung hatte man auch nicht. Da hat Teiil 1 mit den Interviews oder den Gesprächen mit dem Rat zumidest ein stärkeres Mittendrin Gefühl erzeugt.

ach ja und die Musik war im ersten Teil präsenter und besser. Da wirkte teil 2 ziemlich tot.

und die Umgebungen bei mass Effect 2 waren hübsch und haben ein tolles Universum angedeutet, was schon mal mehr ist, als da 2 gemacht hat, aber wirklich viel tun konnte man dort eigentlich auch nicht. Hinreisen und mission sowie Händler abklappern und dass wars.......
Zuletzt geändert von superboss am 23.08.2011 21:48, insgesamt 4-mal geändert.
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Obelus
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Beitrag von Obelus »

Nachdem das Thema "Action und RPG" bereits ausgelutscht ist, bleiben immer noch ein paar Brandherde offen.

Aber zunächst mal die zuversichtlichen Dinge.
Ganz allgemein gesprochen bin ich davon überzeugt, das Bioware mit ME3 in seinen Paradedisziplinen glänzen wird.
Und das ist ganz klar die Atmosphäre und die Glaubwürdigkeit der Dialoge (was nicht direkt bedeutet, daß die Qualität der Inhalte nicht noch zulegen dürfte, denn daran haperte es im 2. Teil).
Stimmig war das Ganze aber dennoch, und die Allermeisten zweifeln wohhl auch nicht an diesen Tugenden.

Das bereitet den Wenigsten die gleichen schlaflosen Nächte, wie die Ankündigung von "Jump'n'Gun".

Was mir mehr Angst bereitet sind die Modulbausteine und der ewig wiederkehrende Deja-Vu Effekt in beinahe allen Schlauch-Leveln des Spiels.
Bei einem Spiel, das von der Atmosphäre lebt, muss auch Wert auf eine individuell gestaltete Umgebung gelegt werden.
Das Eine will nicht so recht zum Anderen passen. Und gerade da wird Bioware mit Sicherheit kaum Verbesserungen einführen.
Gott weiß, wie mich das Gegenteil beglücken würde...

Damit wären dann schonmal keine 90+ mehr drin, ganz egal wie gut der Rest ist.

Der nächste Punkt wäre wohl die komplette Überarbeitung des fummeligen Menüs.
Das taugte im 1. Teil überhaupt nichts (Waffen verkaufen, Werte Vergleichen, Überblick behalten)
und wurde auch im Zweiten nur minimal verbessert
(Statt besseren Verkaufsoptionen einfach weniger Möglichkeiten, weil man redundante Waffen nicht mehr Sammeln kann? - welch Verbesserung!).
Da ist noch eine ganze Menge Potenzial zum Aufwerten.

"Peanuts" könnte man denken, jedoch vergisst man dabei gerne, daß die Tragende Säule des Games wie bereits erwähnt, von atmosphärischer Konsistenz ist.
Und da zählen solche "Peanuts" eben mehr als bei einem COD.

Auch das spricht nicht für 90+
Und ich bleibe da auch skeptisch. Was unterm Strich bleibt... man wird sehen...
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Aurellian
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Beitrag von Aurellian »

Worauf ich bei ME3 primär hoffe, das sind wirklich wahrnehmbare Auswirkungen der Entscheidungen, die man in den Vorgängern getroffen hat. Da gibt es jetzt keine Gründe und Entschuldigungen mehr, warum das nicht kommen sollte. Die restlichen Standard-Kritikpunkte (Schlauchlevel, wenig abwechslungsreiche Ballereien etc.) sind mir da erstmal egal - objektiv betrachtet kann ich fast allen zustimmen, aber gestört hats mich bei ME2 nie.