MrPink hat geschrieben:@Onekles
Sicher werden Konsolen zu Anfang subventioniert. Das macht aber keine 100% aus.
Du hättest nach wie vor die einheitliche Hardware (Massenfertigung) und somit die Optimierung, aber ein Wegfallen der Lizenzen und somit im Gesamten eine Ersparnis.
Du hast dir 2007 entweder eine PS3 mit BlueRayPlayer für 600€ kaufen können, oder einen gleichwertigen PC mit Mehrfunktion für ca. 800-1000€.
Rechne mal wie viele Spiele du dir kaufen musst, damit die Mehrkosten wieder drin sind.
Oder was schätzt du, wieviel eine Xbox 360/PS3 ohne Subventionierung im Jahr 2007 gekostet hätte?
Die PS3 hätte ohne Subventionierung und mit Gewinnabsicht mindestens 999 € gekostet. Bei der 360 fehlt Blu-Ray und es gibt keine Cell, die hätten sie wohl für etwa 599 € anbieten können, vielleicht 699 € wegen Gewinnabsicht. Es wäre schon deutlich teurer. Klar, die Spiele wären etwas günstiger, ob das jetzt unter'm Strich ins Gewicht fällt, hängt vom Einzelfall ab. Ich persönlich krieg mit PS+ die Spiele ja weitaus günstiger als auf dem PC...
Naja, die andere Sache ist, welcher Hersteller hätte den Elan, die teure Hardware zu entwickeln, wenn er sich damit nicht einen eigenen Markt schaffen kann? R&D kostet ja auch ein Heidengeld, es ist nicht so, als würde man einfach ein paar Teile zusammenklatschen und fertig ist die Konsole. Geht schon, nur ist der ganze Kram dann in nem Big Tower und verbrät mehr als 500 Watt. Ist für die meisten Kunden nur wenig attraktiv. Da könnte letztlich auch einfach jeder nur noch für den PC entwickeln und wer was unter'm Fernseher haben will, kauft sich halt einen Mini-PC. Es hat aber einen Grund, dass es Konsolen bis heute gibt: Die Leute wollen ist. Die Nachfrage ist da. Ganz simpel.
Ohne Konsolen wären Videospiele auch niemals zu einem so großen Markt geworden, wie sie es heute sind. Sie lassen sich viel besser vermarkten, sie verursachen keine Kopfschmerzen, einfach auspacken und anschmeißen. Und der Kunde weiß im Laden sofort, dass ein Spiel auf der Hardware läuft. Die Vorstellung von einer bestimmten Konfiguration, an die sich alle halten, ist zwar romantisch, aber nicht realistisch. Selbst bei Blu-Ray Playern tut das niemand, der eine kann ins Internet, der andere nicht, der eine braucht ewig um einen Film zu starten, ein andere schafft's schneller usw. usf. Bei solchen Gerätschaften ist das weniger schlimm, sie müssen ja im Prinzip nur die Filme wiedergeben können und alles andere ist Beiwerk. Wenn eine Konsole aber nicht ins Internet kann, funktioniert der MP nicht, hat sie kein Bluetooth, funktionieren die Controller nicht. Es sind einfach viel zu viele Variablen, um ein solches Modell in irgendeiner Weise erstrebenswert zu machen.
Ich halte es auch nicht für schlimm, dass es Exklusivspiele gibt. Muss man denn wirklich jedes einzelne Spiel spielen? Muss man nicht. Kann man gar nicht. So viel Zeit hat kein Mensch. Und genau wie einige filme nur für HD-DVD erschienen sind und niemals als Blu-Ray nachgereicht wurden, genau wie es einige Musik-Alben nur als SACD, DVD Audio oder Blu-Ray Audio gibt, genau so wird es auch immer Exklusivspiele geben. Selbst ohne Hersteller im Rücken werden einige Studios bestimmte Plattformen einfach nicht bedienen, weil es sich für sie nicht lohnt.
Selbst wenn du per Gesetz auf allen Geräten Android laufen lässt, wird nicht jeder Entwickler seine Software für jedes Gerät anpassen. Im Zweifel sitzt du dann also mit einem bestimmten Gerät da und der Play Store sagt dir nur "Sorry, das kann dein Gerät nicht". Und dann kannst du dich erneut in einem Forum über die Spielekultur auslassen. Die Fragmentierung der Hardware liegt in der Natur der Sache und ohne sie würde der Fortschritt ungleich langsamer voranschreiten.