The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Hier könnt ihr über Trailer, Video-Fazit & Co diskutieren.

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4P|BOT2
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The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von 4P|BOT2 » 26.06.2020 18:28

Alice, Ben, Eike und Jörg diskutieren die heikelsten Szenen, die wichtigsten Perspektivwechsel und das Ende des Action-Adventures von Naughty Dog. Welche Wirkung hatten einzelne Situationen? Welchen Eindruck hinterließen Charaktere und Dramaturgie von The Last of Us Part 2? Vier Redakteure, vier Perspektiven.

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Fitzcarraldo82
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von Fitzcarraldo82 » 27.06.2020 00:16

Vielen lieben Dank für diesen anregenden Talk!

DONFRANCIS93
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von DONFRANCIS93 » 27.06.2020 00:40

Fantastischer Talk. Verschiedene Perspektiven und dabei noch ein respektvoller und ruhiger Umgang?! Das man sowas noch heutzutage erleben darf :D

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Danilot
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von Danilot » 27.06.2020 00:49

Cooler Talk, danke.

Bzgl. Abby: Ich hatte nie das Gefühl nur die gute Abby in ihrem Part zu spielen. Als sie im Folterkeller der WLF war hatte ich absolut den Eindruck, dass sie da selbst auch schon gequält hat. Sie kam mir im Spiel wie eine Kampfmaschine vor, allein mit welcher Wucht sie sich bewegte, wie sie Gegner erwürgte, ihnen das Genick brach, wieviele Gegner ich mit ihr ausgeschaltet habe... Ich hatte das Gefühl hier eine Killerin zu spielen, die ihren moralischen Kompass nach Joels Hinrichtung wieder zurecht rücken kann.

Und ihre Brutalität habe ich auch klar wahrgenommen im Kampf gegen Ellie und Dina im Theater wo es kaum noch ein Halten gab. Wo sie den Mord an Owen und der schwangeren Mel auch an der schwangeren Dina vergelten wollte.

Insofern war bei mir der Eindruck nicht so stark, dass mir Naughty Dog Abby in ihrem Part nur als gute Seele verkaufen will.
Zuletzt geändert von Danilot am 27.06.2020 00:53, insgesamt 3-mal geändert.

Ragism
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The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von Ragism » 27.06.2020 01:19

Ich muß Alice sehr zustimmen, was Abby betrifft. Das ist zwar auch ein Problem des restlichen Spiels, aber in diesem Fall wird es besonders klar: Ich fühlte mich offensiv manipuliert, gerade weil dadurch klar wurde, woraus es bei Abby und Ellie hinausläuft. Die Aneinanderreihung von Gameplay- und Emotionsschläuchen wurde in diesem langen Teil überdeutlich.

Überhaupt war es sehr schwer für mich, mich emotional auf die Handlung einzulassen. Anstatt subtiler Szenen, die mir selbst überlassen, wie ich zum Gesagten und den Figuren stehe, wurde ich permanent mit vorgekochten, offensichtlichen Emotionen gefüllt wie eine Stopfgans.
Da außerdem die Struktur der Handlung durch Flashbacks und früh spielbare Charaktere dafür sorgte, daß jede Wendung keine Überraschung mehr war, blieb so letztlich das unschöne Gefühl, daß das Spiel sich für viel packender und raffinierter hält als es eigentlich ist.

Ich finde es sehr schade um all das Potenzial. Das Spiel hätte im Vergleich zum ersten Teil keine so plumpe Dramaturgie und Geschichte verdient.

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Progame
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von Progame » 27.06.2020 07:38

Emotionale Vergewaltigung. Nicht Perspektivwechsel. Ersteres beschreibt das Spiel weit besser. Hab gestern abgebrochen. Wie ich mir den Müll, vor allem 2. Hälfte, nur so lange geben wollte...

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Rooster
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von Rooster » 27.06.2020 08:50

Progame hat geschrieben:
27.06.2020 07:38
Emotionale Vergewaltigung. Nicht Perspektivwechsel. Ersteres beschreibt das Spiel weit besser. Hab gestern abgebrochen. Wie ich mir den Müll, vor allem 2. Hälfte, nur so lange geben wollte...
Auf was genau beziehst du dich? Was war ausschlaggebend, dass du abgebrochen hast?

Paulaner
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von Paulaner » 27.06.2020 08:51

Bin da eher auf Eikes und Bens Seite. Ich finde den Perspektivwechsel insgesamt erfrischend. Natürlich habe ich anfangs gehadert, aber das war für mich Teil des Erlebnisses. Ich glaube, es ist einfach die Frage, wie sehr einen Spiele bzw. Plottwists emotional berühren. Wenn man da empfindlich ist, scheint TLOU2 nichts für einen zu sein. Wobei ich es doch irgendwie merkwürdig finde, dass man nach Serien wie Game of Thrones, The Walking Dead und Co. hier plötzlich so in meinen Augen empfindlich reagiert.

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just_Edu
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von just_Edu » 27.06.2020 09:16

Paulaner hat geschrieben:
27.06.2020 08:51
Wobei ich es doch irgendwie merkwürdig finde, dass man nach Serien wie Game of Thrones, The Walking Dead und Co. hier plötzlich so in meinen Augen empfindlich reagiert.
Guter Einwand und genau hier stellt sich die Frage, wie hoch ist die Überschneidung der Zielgruppen? Ich z. B. bin absolut kein Fan von eben genannten Beispielen aus genau den Gründen. Ich mag Spannung und Dramaturgie, aber am Ende will ich das mein Held überlebt. Krassestes Beispiel Herr Schultz in Django unchained. Hat mir den ganzen Film versaut und er [der Film] ist bis auf diesen einen Aspekt göttlich.
Zuletzt geändert von just_Edu am 27.06.2020 09:18, insgesamt 3-mal geändert.
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Progame
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von Progame » 27.06.2020 09:28

Rooster hat geschrieben:
27.06.2020 08:50
Progame hat geschrieben:
27.06.2020 07:38
Emotionale Vergewaltigung. Nicht Perspektivwechsel. Ersteres beschreibt das Spiel weit besser. Hab gestern abgebrochen. Wie ich mir den Müll, vor allem 2. Hälfte, nur so lange geben wollte...
Auf was genau beziehst du dich? Was war ausschlaggebend, dass du abgebrochen hast?
Ich finde, Alice beschreibt das in dem Video sehr gut. Möchte aber noch was aus meiner eigenen Erfahrung anführen. Ein Punkt ist, dass ich mich überhaupt nicht mit den Charakteren identifizieren kann, was für mich in einem Videospiel sehr wichtig ist. Das sind so beiläufige Punkte, wie z.B. die Höhenangst von Abby. Die kann da kaum über so nen Steg laufen, schwitzt und keucht da rum - ich selbst habe überhaupt keine Höhenangst, aber in diesem Spiel *muss* ich das haben. Anderes Beispiel: Ellie schlägt Nora brutal mit ner Rohrstange halb tot. Was kann ich als Spieler machen? 3 mal Quadrat drücken. Keine Alternative. Sowas würde ich niemals tun und hab mir auch da schon überlegt, abzubrechen. Das bin nicht ich. Weiterhin ständig diese Storyteile, die einem iwas reindrücken wollen. Z.B. das Kid mit dem kahlrasierten Kopf. Warum ist das so? Interessiert mich nen Scheiß.

Schön und gut, zuletzt diese elendig lange Nebenquest, wo man die Medis mit Abby holen soll. Dauernd dunkel, Monster, alles viel zu lang gezogen ohne Pause (das wurde in der 1. Hälfte des Spiels viel besser gemacht). Ich schlachte also ab ohne Ende und irgendwann wurde mit einfach schlecht. Ich musste wirklich fast kotzen (bei dem Boss dann). Da war dann klar: was machst du hier eigentlich? Kein Bock mehr drauf. Nicht auf das Setting, nicht auf die Charaktere, nicht auf das Spiel.

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LootZiffer
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von LootZiffer » 27.06.2020 09:40

Ich stimme da Eike zu, das Ende wäre im Theater oder auf der Farm, besser aufgehoben gewesen. Zumal ich diesen ganzen Plot um Santa Barbara nicht kapiert habe. Was waren das für Typen? Waren das Fireflys oder einfach nur Kalifornier welche sich einen Spaß aus der Apokalypse machen? Das wirkte alles sehr aufgesetzt, zu einem um natürlich Gegner zu haben um weiteres Gameplay zu erzeugen und natürlich Abby für den Spieler in eine emotionale Situation zu drängen. Alles im allen wollte man wohl auch kar machen, alles was ihr in Seattle erlebt habt war Kindergeburtstag zu dem was hier abgeht.

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Der Chris
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von Der Chris » 27.06.2020 09:49

Paulaner hat geschrieben:
27.06.2020 08:51
Ich glaube, es ist einfach die Frage, wie sehr einen Spiele bzw. Plottwists emotional berühren.
Ich denke auch, dass das hier die Kernfrage ist. Ich glaub die Story steht und fällt damit wie - mehr oder weniger leicht - der Spieler emotional auf Dinge anspricht. Die Story ist für mich reine Emotion und die steht und fällt mit der Persönlichkeitsstruktur des Rezipienten. Es gab viele Momente in denen ich genau das gefühlt habe, was Alice beschrieben hat. Es wird einem teilweise schon mit der Brechstange beigebracht wen man jetzt zu mögen hat und immer wenn ich diese Zahnräder im Hintergrund sehe, dann steht es der Emotion für mich völlig im Wege...was wahrscheinlich besonders bei diesem Spiel schwer wiegt, weil es sich fast komplett auf Emotionalität stützt.

Eikes letzten Satz im Hinblick darauf, was das für Filme jetzt bedeuten würde, kann ich allerdings nicht völlig nachvollziehen. TLoU2 mag die Messlatte für Spiele neu setzen...aber halt für Spiele. Für den Film hat das alles wenig zu bedeuten. Ich glaub nicht, dass sich ein Filmemacher jetzt TLoU2 angeschaut hat und Angst bekommt, weil Gaming jetzt wahnsinnig Druck machen würde. In der Vergangenheit war es ja meist so, dass diese Entwicklung in Gaming immer einem Trend unterworfen war...und Dinge die "modern" sind, altern für gewöhnlich unfassbar schlecht. Man hat zwar die Messlatte immer weiter verschoben, aber man ist halt doch nie ernsthaft in die Nähe des Films gekommen. Wir haben schon oft gesagt, dass Gaming jetzt zum Film aufschließen würde, aber am Ende hat die Zeit dann doch meist gezeigt wie schlecht diese Spiele über die Zeit gealtert sind und dass man in Wirklichkeit nicht annähernd zum Film aufgeschlossen hat.

Gut, die andere philosophische Frage wäre mal, warum Gaming überhaupt dem Film "Druck" machen muss. Musik misst sich auch nicht an Literatur und Fotografie konkurriert auch nicht mit dem Theater. Dieses mangelnde Selbstbewusstsein des Mediums beklage ich schon lange...es gibt keine andere Kunstform die das so macht und die einfach so tief verunsichert ist und mit ihrer Identität hadert. Für mich als Gamer ist das ehrlich gesagt immer wieder traurig mit anzusehen. Und die Hälfte von mir die Film-Fan ist findet das eher bemitleidenswert.

Aber als bekennender ND-Verächter muss ich aber tatsächlich eins sagen: ich hätte die Geschichte (ggf. auch die vom 1er) gern als Film genommen. Ich glaub das könnte echt ganz gut klappen, wenn man da einmal schlanke, schön strukturierte 2h draus schneidet.
Zuletzt geändert von Der Chris am 27.06.2020 09:52, insgesamt 1-mal geändert.

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432Hz
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von 432Hz » 27.06.2020 09:56

Ich hab das Spiel nicht gespielt, von daher ist mein Einwand möglicherweise nix wert...

Aber wäre die fehlende Entscheidungsmöglichkeit nicht ein formidabler Bezugspunkt auf die Frage nach dem freien Willen? Schließlich scheint man in diesem Spiel sehr viel wert darauf zu legen die emotionalen Befindlichkeiten in den Vordergrund zu stellen. Und Diese kann man schwerlich mit Logik erklären, allenfalls mit Psychologie... und den Erkenntnissen aus der "Schleimpilz"-Forschung :lol:
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von schnitzelmitsenf » 27.06.2020 09:59


Eikes letzten Satz im Hinblick darauf, was das für Filme jetzt bedeuten würde, kann ich allerdings nicht völlig nachvollziehen. TLoU2 mag die Messlatte für Spiele neu setzen...aber halt für Spiele. Für den Film hat das alles wenig zu bedeuten. Ich glaub nicht, dass sich ein Filmemacher jetzt TLoU2 angeschaut hat und Angst bekommt, weil Gaming jetzt wahnsinnig Druck machen würde. In der Vergangenheit war es ja meist so, dass diese Entwicklung in Gaming immer einem Trend unterworfen war...und Dinge die "modern" sind, altern für gewöhnlich unfassbar schlecht. Man hat zwar die Messlatte immer weiter verschoben, aber man ist halt doch nie ernsthaft in die Nähe des Films gekommen. Wir haben schon oft gesagt, dass Gaming jetzt zum Film aufschließen würde, aber am Ende hat die Zeit dann doch meist gezeigt wie schlecht diese Spiele über die Zeit gealtert sind und dass man in Wirklichkeit nicht annähernd zum Film aufgeschlossen hat.

Wäre ich mir nicht so sicher.
Wenn man mal sieht welche Schauspieler, Regisseure oder Drehbuchautoren auf Last of Us 2 reagiert haben, scheinen viele das Potential von einem Spiel zu erkennen.
Allein was die Möglichkeit bietet Charaktere, Welt etc zu zeigen/erklären. Wirst du ein einem Film oder einer Serie aufgrund der kurzen Spielzeit und den großen Produktionskosten niemals hinbekommen.

Ryan2k6
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Re: The Last of Us Part 2: Talk (Spoiler): 4 Redakteure, 4 Vier Perspektiven

Beitrag von Ryan2k6 » 27.06.2020 10:00

Progame hat geschrieben:
27.06.2020 09:28
Anderes Beispiel: Ellie schlägt Nora brutal mit ner Rohrstange halb tot. Was kann ich als Spieler machen? 3 mal Quadrat drücken. Keine Alternative. Sowas würde ich niemals tun und hab mir auch da schon überlegt, abzubrechen. Das bin nicht ich.
Mal ne Frage, hast du gta5 gespielt? Die Folter Szene? Da hab ich abgebrochen.

Ich will sowas nicht spielen, egal was der Grund des Entwicklers für die Szene ist. In einem Film sehe ich zu und kann die Figur dann kacke finden, aber in einem Spiel muss ich das selber machen. Will ich nicht.
Zuletzt geändert von Ryan2k6 am 27.06.2020 10:03, insgesamt 1-mal geändert.
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