Usul hat geschrieben: ↑28.09.2018 14:26
Cheraa hat geschrieben: ↑28.09.2018 14:14Wobei das nun wirklich nicht die Schuld des FC Bayern ist. Die Bundesliga ist nicht langweilig, weil die Bayern existieren, sondern weil es die anderen ehemals großen Vereine wie BvB, Schalke, Bayer04 wirtschaftlich total verkackt haben. Hier muss man einfach den Hut vor einem Rummenigge und Höneß ziehen die eine nahezu perfekte Arbeit in den vergangenen 15 Jahren abgeliefert haben.
Da alle Argumente, die auf solch eine Tatsache geantwortet werden, bekannt sind (und sicher noch kommen werden), möchte ich am Beispiel von Dortmund erläutern, was schief läuft:
Unentschieden gegen: Augsburg, Freiburg, Wolfsburg, Hertha, Bremen, Freiburg
Verloren gegen: Bremen, Mainz, Hannover, Stuttgart
Da sind die die Spiele gegen Bayern, Schalke, Leipzig, Leverkusen usw. nicht drin. Also nur gegen vermeintlich schwächere Gegner, gegen die Punkteverluste einfach nicht drin sind für eine Spitzenmannschaft. Kann natürlich dennoch hier und da passieren - aber was genau hat die finanzielle Übermacht der Bayern - ganz zu schweigen davon, daß Dortmund auch nicht gerade arm ist - damit zu tun, daß der BVB in der letzten Saison z.B. das vorhandene Potenzial nicht auf den Platz gebracht hat? Ist es die Schuld der Bayern, daß der BVB Tuchel gefeuert hat? Ist es die Schuld, daß der BVB gegen deutlich schwächere Gegner verliert? Auch ohne Hummels und Lewandowski sollte Dortmund gegen Hannover z.B. nicht verlieren oder gegen Bremen auch mal gewinnen.
Mit anderen Worten: Die Konkurrenz läßt einfach zu viele Punkte liegen - und am Ende stehen die seit mehreren Jahren erschreckend konstanten Bayern mit einem riesigen Punktabstand vorne. Da will mir doch bitte niemand ernsthaft weismachen, daß hier das Geld das Problem ist - von dem wie gesagt Dortmund etwa oder Leipzig auch nicht gerade wenig haben.
( Achtung ich stehe ganz offen dazu dass ich Dortmund Fan bin, das sollte jeder bei den folgenden Zeilen wissen )
Ja und Nein.
Natürlich macht den FC Bayern aus dass sie die Spiele gegen sogenannte " kleine " Mannschaften fast immer gewinnen, und sei es nur mit einem dreckigen 1:0. Hier fehlt es Dortmund bisweilen richtigerweise an Konstanz.
Diese bayerische Konstanz ergibt sich allerdings auch aus dem überragenden Personal dass selbst in seinem lustlosesten Zustand dem Rest der Bundesligaspieler überlegen ist. Und so auch in der berühmt berüchtigten 89. Minute immer wieder Aktionen herausspielen kann zu denen Leverkusen, Hoffenheim, Frankfurt und Co. nicht mehr in der Lage sind.
Denn wenn z.B Bayern auswechselt kommt da so gut wie immer gleichwertiger frischer Ersatz ins Spiel.
Und der Grund liegt natürlich in den Finanzen,
Bayern hatte in der Folgezeit der erfolgreichen 70er Jahre einen gewaltigen Standortvorteil. Zum einen dass an sich erfolgreiche Bundesland Bayern und zum anderen - weitaus wichtiger - das neue Olympiastadion in Kombination mit fast keiner gleichwertigen Konkurrenz im Umland. Man vergleiche im Gegenzug nur einmal das Ruhrgebiet und anliegende Rheinland, die Auflistung aller entsprechenden Vereine würde zu lange dauern. Dazu kommen finanzstarke Sponsoren wie Allianz, Audi und C die sich eben auf den einen Bundesligaverein konzentrieren können und nicht auf zehn.
Hoeness und Co haben auch aber auch - das erkenne ich bewundernd an - klug und umsichtig gearbeitet und den FC Bayern in eine Spitzenposition geschoben. Man vergleiche als Negativbeispiel nur einmal den HSV. Auch hier hätte in den 80er Jahren eine absolute Topmannschaft entstehen können bzw war bereits da. Und die Stadt Hamburg an sich hatte mehr als genug Potenzial für Investoren etc. Nur war das Personal in den Geschäftsstellen eben nicht auf dem selben Niveau wie die Spieler.
Die heutige Champions League zementiert natürlich die aktuelle Situation und die Fernsehgelder die in der Premier League ausgeschüttet werden, überhitzen den Markt zusätzlich.
Wenn ich dem FC Bayern etwas vorwerfe dann höchstens dass ich bei ihnen schon immer das Gefühl hatte dass sie Spieler der Konkurrenz kaufen um jene " Emporkömmlinge " zu schwächen aber nicht weil Spieler XY von Bremen ( in den frühen 90ern ) oder Dortmund wirklich in ihr Konzept passt. Aber da spricht eventuell auch nur der Dortmund Fan aus mir.
Fakt ist dass wir in der Bundesliga in den nächsten zehn Jahren sicherlich keinen anderen Meister als den FC Bayern sehen werden, deren Auswärtsspiele aber trotzdem immer ausverkauft sein werden, allerdings aus anderen Gründen. Jeder Fan hofft einfach dass er das Glück hat diesmal bei einem " Wunder " dabei zu sein, wenn sein Verein die übermächtigen Bayern besiegt oder - wie letzte Woche Augsburg - ihnen ein Unentschieden abringt.
Ich habe mich mit dieser bayerischen Dominanz leider abgefunden, freue mich immer noch für meinen Verein aber wenn es um Meisterschaftskämpfe geht wende ich mich eher der englischen Liga zu bei der ich drei bis vier Vereine sehe die um den Titel mitspielen können.