Shadow of the Colossus: Epilog

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Skabus
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Skabus »

Billie? hat geschrieben: 03.02.2018 11:02 Die gleiche Erfahrung hab ich mit System Shock 2 gemacht, welches ich in einem ähnlichen Zeitraum zum ersten Mal gespielt hatte.
Klar ist das hässlich und wirkt altbacken, daher auch nicht gruselig, aber was das gesamte Game-Design angeht, unterscheidet es sich nicht grundsätzlich von heutigen Spielen, die es richtig machen. Fand es schon erstaunlich, dass man da eben nicht sagen kann:"Ahh hier sieht man, dass System Shock 2 15 Jahre Gameplay Weiterentwicklung nicht mitgemacht hat." - Diese Aussagen könnte ich so nicht treffen.
Da kann ich dir nur 100%tig zustimmen. Genau das ist, was ich an Jörgs Aussagen im Video schwer bis gar nicht nachvollziehen kann. Gerade weil er "Outcast" anspricht.

Lieber Jörg: Bitte nenne mir doch mal ein modernes Spiel, dass inhaltlich mit "Outcast" mithalten kann. Klar: Kampfsysteme haben sich weiterentwickelt. Grafik hat sich weiterentwickelt. Aber was "Immersion" angeht, ist Outcast ebenso wie Gothic bis heute unerreicht. Weil Outcast und Gothic haben verstanden, dass Immersion nicht dadurch ensteht, dass man alles mit Buttons und Menüs vollknallt, sondern dass die alte goldene Storyteller-Regel "Show, dont tell!" Auch hier noch Gütligkeit hat. In Outcast gibt es z.B. eine Mechanik, die ist eigentlich komplett unwichtig, aber zeigt halt den Grund warum Outcast, aus meiner Sicht, heute noch unerreicht ist. Wenn man einem Talaner fragt, wo sich jemand anderes befindet, dann ploppt kein Icon auf, es wird auch keine Markierung auf der Minimap gemacht, sondern der Talaner ZEIGT ingame auf den entsprechenden Talaner oder er beschreibt den ungefähren weg. Klar ist ein Quest-Pfeil oder ein Icon "komfortabler", aber es ist NICHT immersiv. Es reißt mich als Spieler aus der Immersion und somit wird das Spiel für mich mechanisiert und unglaubwürdig. Und so kann man, zumindest in dieser Hinsicht, nicht davon sprechen, dass eine Entwicklung stattgefunden hat, die die alten Titel obsolet machen.

Darum finde ich nicht, dass Outcast in jeder Hinsicht von anderen Spielern überholt wurde. Ebenso wenig Gothic. Ebenso wenig DeusEx1, ebensowenig "System Shock 2".

Nur weil sich Grafik und Komfort weiterentwickelt hat, heißt das imo noch lange nicht, dass man deswegen andere spielerische Aspekte unter den Tisch fallen lassen kann, wenn man darüber spricht, welche Spiele aus heutiger Sicht ihre Faszination verloren haben.


MfG Ska
Zuletzt geändert von Skabus am 03.02.2018 11:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Usul
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Usul »

Skabus hat geschrieben: 03.02.2018 10:52Und das ist die große Gefahr mit reduziertem Gameplay: Wenn das zugrundeliegende Gameplay motiviert, ist das alles perfekt. Wenn es aber eben nicht ausreicht um über längere Zeit zu motivieren, dann ist "reduziertes Gameplay" keine Stärke sondern eine Schwäche.
Mal abgesehen davon, daß man darüber streiten kann, inwieweit bei SotC das Gameplay reduziert ist: Ja, du hast recht.

Nur: Offensichtlich gibt es ja genügend Leute, die auch vom deiner Meinung nach stark reduzierten SotC-Gameplay motiviert werden. Von daher ist es mindestens schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, hier irgendeine einigermaßen allgemeine Aussage zu machen. Dich mag das Spiel nicht fesseln, bei anderen klappt es. Und nicht bei wenigen.

So einfach kann man das alles zusammenfassen.
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Krulemuk
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Krulemuk »

In anderen Berichten lese ich davon, dass es "spielerisch schlecht gealtert", aber durch die Atmosphäre immer noch ein Meisterwerk sei. Ich habe es mir vorbestellt und bin mal gespannt, wie ich es ohne PS2-Vergangenheit bewerten werde. Für Jörg ist es wohl eines seiner Alltime-Favorites, daher empfinde ich seinen subjektiven Erfahrungsbericht mit all den Superlativen am Ende trotzdem als authentisch.
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Skabus
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Skabus »

Usul hat geschrieben: 03.02.2018 11:34
Skabus hat geschrieben: 03.02.2018 10:52Und das ist die große Gefahr mit reduziertem Gameplay: Wenn das zugrundeliegende Gameplay motiviert, ist das alles perfekt. Wenn es aber eben nicht ausreicht um über längere Zeit zu motivieren, dann ist "reduziertes Gameplay" keine Stärke sondern eine Schwäche.
Mal abgesehen davon, daß man darüber streiten kann, inwieweit bei SotC das Gameplay reduziert ist: Ja, du hast recht.

Nur: Offensichtlich gibt es ja genügend Leute, die auch vom deiner Meinung nach stark reduzierten SotC-Gameplay motiviert werden. Von daher ist es mindestens schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, hier irgendeine einigermaßen allgemeine Aussage zu machen. Dich mag das Spiel nicht fesseln, bei anderen klappt es. Und nicht bei wenigen.

So einfach kann man das alles zusammenfassen.
Jup, da sind wir uns ausnahmsweise mal einig. Ich würde es halt nur gerne verstehen, was die Leute daran so fasziniert. Dafür hat Jörg in dem Video ja leider auch nicht wirklich Argumente geliefert.

Vielleicht ist es einfach auch so eine "emotionale" Geschichte. Und wen es emotional nicht packt, der kann sich halt nur wundern. Vielleicht ist das ja schon das ganze Geheimnis dahinter...

MfG Ska
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Billie?
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Billie? »

Skabus hat geschrieben: 03.02.2018 11:33 Da kann ich dir nur 100%tig zustimmen. Genau das ist, was ich an Jörgs Aussagen im Video schwer bis gar nicht nachvollziehen kann. Gerade weil er "Outcast" anspricht.

Lieber Jörg: Bitte nenne mir doch mal ein modernes Spiel, dass inhaltlich mit "Outcast" mithalten kann. Klar: Kampfsysteme haben sich weiterentwickelt. Grafik hat sich weiterentwickelt. Aber was "Immersion" angeht, ist Outcast ebenso wie Gothic bis heute unerreicht. [...]
Darum finde ich nicht, dass Outcast in jeder Hinsicht von anderen Spielern überholt wurde. Ebenso wenig Gothic. Ebenso wenig DeusEx1, ebensowenig "System Shock 2".
Nur weil sich Grafik und Komfort weiterentwickelt hat, heißt das imo noch lange nicht, dass man deswegen andere spielerische Aspekte unter den Tisch fallen lassen kann, wenn man darüber spricht, welche Spiele aus heutiger Sicht ihre Faszination verloren haben.
MfG Ska
Nur mach auch nicht den Fehler des heutigen Überschriften Lesers, der sich nur noch Aussagen aus Überschriften anguckt und dann empörte Kommentare schreibt a la :"Was, Jörg sagt alte Spiele sind schlecht, dann ist Call of Duty wohl besser als Baldurs Gate!!1"
Du bist ja auch schon länger hier und weißt, dass hier auf 4players Spiel-Design geschätzt wird, in dem man nicht alles vorgekaut bekommt und in dem man selber entdeckt und herausfindet und durch die Spielwelt gezeigt bekommt - so wie du es dir auch wünschst - was zu tun ist und es nicht explizit gesagt wird.
Bei den alten Spielen, die ihren Glanz verlieren, geht es eben um Vorreiter, die Nachfolger und Nachahmer nach sich gezogen haben, die auf das Gameplay aufgebaut haben, es aber nicht bloß adaptiert, sondern an allen Stellen verbessert haben. So ist Uncharted 1 aus heutiger Sicht einfach ein schlechtes Spiel, das müsste man knallhart abstrafen.
Gibt allerdings auch Spiele aus damaliger Zeit, die haufenweise Nachfolger und Nachahmer haben - anders als SotC - von denen allerdings keine etwas grundlegend besser machen oder die Faszination der ersten Spieler dieser Art erreicht.
Ich denke, es geht Jörg bei den Spielen, die er heute schlechter bewerten würde, um Spiele die ohne Nostalgiebrille nicht funktionieren, und da ist Uncharted 1 sicherlich eines dieser Art und Shenmue wahrscheinlich auch.
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Kudo »

Billie? hat geschrieben: 03.02.2018 11:56 So ist Uncharted 1 aus heutiger Sicht einfach ein schlechtes Spiel, das müsste man knallhart abstrafen.
Uncharted 1 war zu seiner Zeit ein grundsolides Spiel, mehr aber auch nicht. Gelobt wurde es vor allem für die Grafik. Ich möchte nicht sagen, dass es ein Grafikblender war. Aber - so sehr ich die Uncharted-Reihe auch mag - die Faszination eines Uncharteds ist untrennbar mit der Grafik und der Inszenierung verbunden. Gameplaytechnisch bietet es absolut nichts eigenständig Neues oder Hervorragendes, storytechnisch reißt es auch keine Bäume aus. Es ist klar, dass ein Spiel, dessen Faszination vordergründig von der Grafik ausgeht schlecht altert.
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Raskir
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Raskir »

Billie? hat geschrieben: 03.02.2018 11:02 Ich verstehe ja grundsätzlich was Jörg meint, also gerade wenn man in die 80er geht oder die frühen 90er, diese Spiele haben es sicherlich schwer mit heutigen (guten) Spielen mitzuhalten. Auf der anderen Seite habe ich das erste Deus Ex vor gut drei Jahren zum ersten mal gespielt und habe da eigentlich festgestellt; Im Game-Design und gameplay Bereich hat sich gar nicht so viel getan.
Das erste Deus Ex hat alles, was auch heutige Spiele haben wollen und sich auf die Fahnen schreiben. Offene Level, verschiedene Lösungswege, Entscheidungen, Skill trees, ballern oder schleichen und so weiter. Das grottenhässliche Deus Ex 1 dessen Sound katastrophal schlecht abgemixt ist, kann man auch heute noch sehr gut spielen und das sagt jemand, dem Grafik alles andere als unwichtig ist.
Die gleiche Erfahrung hab ich mit System Shock 2 gemacht, welches ich in einem ähnlichen Zeitraum zum ersten Mal gespielt hatte.
Klar ist das hässlich und wirkt altbacken, daher auch nicht gruselig, aber was das gesamte Game-Design angeht, unterscheidet es sich nicht grundsätzlich von heutigen Spielen, die es richtig machen. Fand es schon erstaunlich, dass man da eben nicht sagen kann:"Ahh hier sieht man, dass System Shock 2 15 Jahre Gameplay Weiterentwicklung nicht mitgemacht hat." - Diese Aussagen könnte ich so nicht treffen.
So ging es mir bei Jak 2 und 3 sowie vagrant story. Beide habe ich zum Mitte/Ende Ps3 Ära gespielt ich war hellauf begeistert. Jak 3 und Vagrant Story gehören beide zu meinen Top 10 Lieblingsspielen aller zeiten, Vagrant Story sogar zu meinen Top 5. AAAAABEEEER. Ich kann mir vorstellen, dass hätte ich sie damals gespielt, wären sie vielleicht noch ein wenig besser gewesen, also zu einem Zeitpunkt wo sie auch noch technisch beeindruckend waren :)
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Billie?
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Billie? »

Kudo hat geschrieben: 03.02.2018 12:09
Billie? hat geschrieben: 03.02.2018 11:56 So ist Uncharted 1 aus heutiger Sicht einfach ein schlechtes Spiel, das müsste man knallhart abstrafen.
Uncharted 1 war zu seiner Zeit ein grundsolides Spiel, mehr aber auch nicht. Gelobt wurde es vor allem für die Grafik. Ich möchte nicht sagen, dass es ein Grafikblender war. Aber - so sehr ich die Uncharted-Reihe auch mag - die Faszination eines Uncharteds ist untrennbar mit der Grafik und der Inszenierung verbunden. Gameplaytechnisch bietet es absolut nichts eigenständig Neues oder Hervorragendes, storytechnisch reißt es auch keine Bäume aus. Es ist klar, dass ein Spiel, dessen Faszination vordergründig von der Grafik ausgeht schlecht altert.
Ja das ist natürlich wahr. Noch dazu war Uncharted 1 ja nicht mal das erste seiner Art, die frühen Tomb Raiders waren ja auch wesentlich komplexer. Uncharted 1 hat allerdings diese Art von Action-Adventures wiederbelebt, es mit Cover-System und sympathischen Charakteren versehen und darauf wurde dann von Nachfolgern und Kontrahenten aufgebaut und verbessert.
Ein Uncharted 1 mit heutiger Grafik würde auf Metacritic keine 88 bekommen, no way! Im Jahre 2007 hat einem ja auch das Gameplay Spaß gemacht, die Schießereien mit Deckungssystem und dann klettert man auch ab und zu mal und löst ein Rätsel - im Jahr 2007 war das ein spaßiger, lockerer Mix. Heute ist Uncharted 1 todlangweilig. Das sind glaube ich so Gameplay Weiterentwicklungen, die alte Spiele ... nun ja ... alt aussehen lassen, manche jedenfalls.
Allerdings habe ich ja gar nicht behauptet, dass alte Spiele ein Halbwertszeit haben, bis man sie nicht mehr genießen kann, weil neue Spiele alles so viel besser machen - und das ist garantiert nicht das, was Jörg meint. Das weiß jeder, der schon etwas länger hier ist.
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Alter Sack
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Alter Sack »

Kudo hat geschrieben: 03.02.2018 11:28 Ja, der Zahn der Zeit ist ein objektiver Tester. Aber nicht hinsichtlich dessen, wie gut oder schlecht ein Spiel gealtert ist. Diese Bewertung ist letztlich auch subjektiv. Wirkliche Meilensteine der Videospielgeschichte prägen ganze Generationen und ganze Genres. Gerade dass es kein Spiel gibt, das von Shadow of the Colossus inspiriert ist, ist ein schlechtes Zeugnis für Shadow of the Colossus. Ocarina of Time war z.B. ein solcher Meilenstein. Auch wenn es schlecht gealtert sein sollte. Selbiges gilt für Resident Evil 4. Entscheidend ist nicht wie man heute diese Spiele bewerten würde. Viel wichtiger ist, welche Spiele es ohne diese Meilensteine nicht gäbe. Wie hätte sich die Spielewelt entwickelt, hätte es diese Meilensteine niemals gegeben? Wenn man sich diese Frage im Zusammenhang mit einem einzigen Spiel stellen kann, dann erst weiß man, dass es ein wirklicher Meilenstein der Videospielgeschichte war. Jede andere Bewertung ist subjektiv.
Erstmal schön das es hier in diesem Thread etwas sachlicher zugeht als in eigentlichem Testthread wo sich Fanboys und Hater die Schädel einschlagen.

Ob Objektiv oder Subjektiv ist doch immer eine schwere Frage. Am Ende des Tages sind doch alle Tests subjektiv und die Masse der Wertungen entscheidet dann am Ende des Tages darüber was Objektiv ist.

Aber das Argument das es nicht kopiert wurde bis jetzt und es daher eher ein schlechtes Spiel ist ist doch ein sehr schwaches Argument. Da müsste man doch erstmal ergründen warum es nicht kopiert wurde. Konnte man nicht oder wollte man nicht? Beides vermutlich, ich persönlich denke das sich keiner traut auch nur den Versuch zu starten es zu kopieren. Wirtschaftlich sind diese Art Spiele Nische und trotzdem "relativ" aufwendig und teuer. Dann kommt hinzu das du Menschen brauchst die sowas auch können und da wirds wohl nicht so viele geben. Also landest du am Ende des Tages sehr wahrscheinlich wirtschaftlich und künstlerisch auf der Nase wenn du einem Vergleich standhalten willst. Also lässt man wohl eher die Finger davon. Und mehr Lob gibt es meines Erachtens nach nicht für Shadow of the Colossus.

Was technisches zu kopieren ist einfach, was künstlerisches so gut wie unmöglich. Da bleibst du am Ende des Tages immer nur die Kopie.
Zuletzt geändert von Alter Sack am 03.02.2018 14:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Chibiterasu
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Chibiterasu »

Schönes Video. Es erklärt wirklich gut, warum eben Videospiele leider wesentlich empfindlicher gegenüber dem Zahn der Zeit sind als zb Musik, Bücher oder teilweise auch Filme.

Man ist aber eben auch noch wesentlich früher in der Entwicklung dieses Mediums unterwegs.
Es erfolgen teilweise immer noch Pionierleistungen, die logischerweise irgendwann überholt sein werden.

Ich denke aber, dass die Meisterwerke, die noch kommen zunehmend zeitloser werden. Einige Bereiche - vor allem natürlich grafisch - erreichen einfach schon ein so hohes Niveau, dass ich mir da nicht so viel Sorgen mache, dass sie irgendwann komplett altbacken wirken könnten (speziell 2D aber teilweise auch 3D Grafik).

Ansonsten sieht man ja auch an der Indie-Szene, die sich Richtung Retro Erlebnis orientiert, dass es Konzepte gibt, die einfach immer ihre Wirkung haben werden (siehe zb. Cuphead usw.).
Ich spiele gerade wieder Super Metroid und dieses Spiel funktioniert einfach noch tadellos. Ja, Detailverbesserungen sind sicher möglich aber es ist einfach eine komplett runde Sache und kommt sehr fokussiert daher.
Eben ähnlich wie Shadow of the Colossus.

Es ist schon schade, dass im AAA Bereich derzeit so viel in jedes Spiel gesteckt wird um auch ja jeden Geschmack zu bedienen.
Ich denke, es wäre relativ "leicht" für sich allein stehende Klassiker zu erschaffen, wenn man mehr Spieleproduzenten einfach mal freie Hand bei der kreativen Selbstverwirklichung ließe und da nicht immer zu versuchen so einen Brei aus allen Genres marktoptimiert drüberzustülpen.
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The_Outlaw
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von The_Outlaw »

Alter Sack hat geschrieben: 03.02.2018 12:37
Kudo hat geschrieben: 03.02.2018 11:28 Gerade dass es kein Spiel gibt, das von Shadow of the Colossus inspiriert ist, ist ein schlechtes Zeugnis für Shadow of the Colossus.
Wirtschaftlich sind diese Art Spiele Nische und trotzdem "relativ" aufwendig und teuer. Dann kommt hinzu das du Menschen brauchst die sowas auch können und da wirds wohl nicht so viele geben. Also landest du am Ende des Tages sehr wahrscheinlich wirtschaftlich und künstlerisch auf der Nase wenn du einem Vergleich standhalten willst. Also lässt man wohl eher die Finger davon. Und mehr Lob gibt es meines Erachtens nach nicht für Shadow of the Colossus.
Sehe ich genauso. In der Geschichte der Videospiele gab es viele gute, teils grandiose Ideen, die aber entweder nur in einem sehr speziellen Kontext oder nur für eine sehr eingeschränkte Zielgruppe funktionieren.

Jüngere Vergangenheit, nehmen wir mal die Souls-Spiele. Demon's Souls alleine hätte wohl nicht dafür gesorgt, dass es inzwischen auf allen Ebenen - 2D und 3D, Indie- und Massenmarkt - Spiele gibt, die Elemente davon für sich entdeckt haben. Je mehr From Software ihre Spiele etablieren konnten, desto mehr andere Vertreter gab es, weil sich die Ansätze vielfältig nutzen lassen.

Aber wie oft kann man eine Aneinanderreihung von Bosskämpfen auf einem derartigen Niveau, die auf das Wesentliche reduziert ist, so inszenieren, dass es noch mal begeistert? Offensichtlich nicht so oft. Ein Titan Souls zB war ein cooles Spiel, aber nicht so monumental oder emotional wie SotC.

Manche Ideen zünden einfach nicht allzu oft oder sind schlicht nicht für den Massenmarkt geeignet.
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Kudo »

Billie? hat geschrieben: 03.02.2018 12:22 Uncharted 1 hat allerdings diese Art von Action-Adventures wiederbelebt, es mit Cover-System und sympathischen Charakteren versehen und darauf wurde dann von Nachfolgern und Kontrahenten aufgebaut und verbessert.
Das Cover-System wurde von Gears of War eingeführt, was in dieser Hinsicht revolutionär und daher zugleich ein Meilenstein der Videospielgeschichte war. Es war nicht Uncharted, das diese Spielmechanik eingeführt hat. Ich kenne kein Spiel, das wirklich auf ein Uncharted-Spiel aufbaut. Höchstens die neuen Tomb Raider, allerdings hat sich Uncharted dafür wiederum bei Tomb Raider bedient.
Alter Sack hat geschrieben: 03.02.2018 12:37Aber das Argument das es nicht kopiert wurde bis jetzt und es daher eher ein schlechtes Spiel ist ist doch ein sehr schwaches Argument.
Da hast du mich falsch verstanden. Ich möchte keinesfalls sagen, dass Shadow of the Colossus ein schlechtes Spiel ist, sondern dass es eben kein "Meilenstein" war, in dem Sinne, dass es andere inspiriert und Generationen geprägt hat. Deine Erklärungen sind schön und gut, aber letztlich nur Spekulationen. Ich glaube aber, dass herausragende Spielelemente immer Nachahmer finden werden. So geht in gewisser Weise die Evolution in der Spielewelt vonstatten: herausragende Spielelemente werden von Spielen der nächsten Generation übernommen, durchschnittliche oder weniger gute verschwinden hingegen allmählich. Selbst im zeitlichen Kontext wurde Shadow of the Colossus nicht als Meilenstein betrachtet, sondern "nur" als ein sehr gutes Spiel, das kaum GotY-Awards gewonnen hat. Was ich damit sagen will: es ist sicher, auch heute noch, ein gutes Spiel, genau so sicher ist es aber nicht das "Überspiel", wie es hier dargestellt wird. Da gab es schon ganz andere Kaliber.
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Billie?
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Billie? »

Kudo hat geschrieben: 03.02.2018 15:00 Das Cover-System wurde von Gears of War eingeführt, was ist dieser Hinsicht revolutionär und daher zugleich ein Meilenstein der Videospielgeschichte war. Es war nicht Uncharted, das diese Spielmechanik eingeführt hat. Ich kenne kein Spiel, das wirklich auf ein Uncharted-Spiel aufbaut. Höchstens die neuen Tomb Raider, allerdings hat sich Uncharted dafür wiederum bei Tomb Raider bedient.
Man möge mich bitte zitieren, wo und an welcher Stelle ich vom Erfinder der Cover-Mechanik sprach. Manchmal lesen Leute echt, was sie lesen wollen. Es ging gar nicht darum, wer das Cover System erfunden hat. Ich schrieb, dass Uncharted das Action-Adventure mit einer Cover-Mechanik versehen hat, etwas das Tomb Raider meines Wissens nach nicht hatte. Gears Of War ist nicht mal ein Action-Adventure, es ist ein Shooter, der dieses Feature populär gemacht hat, ist aber für diese Diskussion nicht von Bedeutung.
Also weniger flüchtiges Überfliegen, wo dann rauskommt:"Dieser Typ sagt, Naughty Dog hat das Cover System erfunden omq!"
Es ging darum ob und wie Uncharted den Spielemarkt und sein Genre Action-Adventure beeinflusst hat. Hat Uncharted 1 eine neue Mischung präsentiert, die damals frisch war, aber aus heutiger Sicht veraltet und an anderer, späterer Stelle viel besser gemacht - und da würde ich sagen, Ja hat es. Action-Adventure mit Cover Schießereien und sympathischen, witzigen Charakteren im Vordergrund + plus das Klettern und die Rätsel. In dieser Mischung war das durchaus frisch und nen Gold-Award wert, wäre es aber heute auf gar keinen Fall mehr, weil sich hier Spiele weiterentwickelt haben. 88 (metacritic) ist ja aus heutiger Sicht ein extrem hoher, schwierig zu erreichender Wert, den Uncharted 1 nicht nur wegen der Grafik damals bekommen hat, sondern auch weil 2007 so ein Gameplay durchging.
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von Alter Sack »

Kudo hat geschrieben: 03.02.2018 15:00
Billie? hat geschrieben: 03.02.2018 12:22 Uncharted 1 hat allerdings diese Art von Action-Adventures wiederbelebt, es mit Cover-System und sympathischen Charakteren versehen und darauf wurde dann von Nachfolgern und Kontrahenten aufgebaut und verbessert.
Das Cover-System wurde von Gears of War eingeführt, was in dieser Hinsicht revolutionär und daher zugleich ein Meilenstein der Videospielgeschichte war. Es war nicht Uncharted, das diese Spielmechanik eingeführt hat. Ich kenne kein Spiel, das wirklich auf ein Uncharted-Spiel aufbaut. Höchstens die neuen Tomb Raider, allerdings hat sich Uncharted dafür wiederum bei Tomb Raider bedient.
Alter Sack hat geschrieben: 03.02.2018 12:37Aber das Argument das es nicht kopiert wurde bis jetzt und es daher eher ein schlechtes Spiel ist ist doch ein sehr schwaches Argument.
Da hast du mich falsch verstanden. Ich möchte keinesfalls sagen, dass Shadow of the Colossus ein schlechtes Spiel ist, sondern dass es eben kein "Meilenstein" war, in dem Sinne, dass es andere inspiriert und Generationen geprägt hat. Deine Erklärungen sind schön und gut, aber letztlich nur Spekulationen. Ich glaube aber, dass herausragende Spielelemente immer Nachahmer finden werden. So geht in gewisser Weise die Evolution in der Spielewelt vonstatten: herausragende Spielelemente werden von Spielen der nächsten Generation übernommen, durchschnittliche oder weniger gute verschwinden hingegen allmählich. Selbst im zeitlichen Kontext wurde Shadow of the Colossus nicht als Meilenstein betrachtet, sondern "nur" als ein sehr gutes Spiel, das kaum GotY-Awards gewonnen hat. Was ich damit sagen will: es ist sicher, auch heute noch, ein gutes Spiel, genau so sicher ist es aber nicht das "Überspiel", wie es hier dargestellt wird. Da gab es schon ganz andere Kaliber.
Ich zitiere hier nochmal meinen letzten Satz.

"Was technisches zu kopieren ist einfach, was künstlerisches so gut wie unmöglich. Da bleibst du am Ende des Tages immer nur die Kopie."

Das ist das was ich meine. Technisch gesehen gibts nicht viel was man aus SotC kopieren kann. Wie im Epilog beschrieben gabs ja ein oder zwei Versuche dazu. Das Problem dabei war aber das man es inhaltlich nicht rübergebracht hat. Und das zu kopieren oder weiterzuentwickeln wäre die eigentliche Kunst wo sich meiner Meinung nach keiner herantraut.
TlG und SotC sind zwei Spiele von ganz, ganz wenigen im "AAA"-Bereich wo man merkt das es hier nicht um Verkaufszahlen oder Marktforschungsanalysen geht sondern ausschließlich um den Inhalt den man kommunizieren will. Das gibts sonst höchstens im kleineren Indiebereich. Davon kann sich weder ein Zelda, Witcher, Uncharted, Mario, ... freisprechen. Und das bringt eine zusätzliche Tiefe ins Spiel die man so nicht kopieren kann. Hier wird eine Idee oder ein Gedanke oder ein Ideal vermittelt unabhängig vom Kommerz. Und damit kommt man dann ins künstlerische (egal ob einem das Spiel gefällt oder nicht) was man so nicht kopieren kann.
Man kann sich dann darüber streiten ob sie es geschafft haben oder nicht aber das steht dann auf einem anderen Blatt. Auf Grund der Jahrzehnte langen Resonanz würde ich aber sagen sie haben es geschafft.
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ICHI-
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Re: Shadow of the Colossus: Epilog

Beitrag von ICHI- »

Hab das Original gespielt , die Remaster Version und es hat sich in meiner Wahrnehmung nie etwas geändert.

Gehört zu den ganz wenigen Titeln die ich immer und überall spielen könnte und nie langweilig werden.
Andere Beispiele sind Final Fantasy 7 , Resident Evil 1 + Remake , Jagged Alliance 2 , Secret of Mana ,
Chrono Trigger , Gothic 2 oder Dark Souls.

Selbst Half-Life 2 oder BioShock haben für mich schon deutlich an Strahlkraft verloren auch wenn es immer
noch gute Spiele sind.
Zuletzt geändert von ICHI- am 03.02.2018 15:47, insgesamt 1-mal geändert.
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