Re: 4Players-Talk: Die Kontroverse um Kingdom Come: Deliverance
Verfasst: 16.01.2018 22:02
Ich halte es für einen großen Trugschluss, dass es eine linke Kulturhegemonie gäbe. In den USA konnte - flankiert von FOX und Breitbart - ein sogar in konservativen/rechten Kreisen kontrovers rezipierter Donald Trump die Wahl gewinnen. In Deutschland regiert schon seit 12 Jahren eine zwar leicht nach links gewanderte aber immer noch eindeutig rechts in der Mitte stehende Union und die am meisten gelesenen politischen Print- und Onlinemedien hierzulande sind u.a. BILD, Focus und Welt (die man wohl kaum als links bezeichnen kann). Außerdem gibt es - auch hier im Forum - weitaus mehr Stimmen, die sich darüber echauffieren, man dürfe - wegen einer linken Diskursdominanz keine "rechten" Themen mehr ansprechen, als dass es tatsächlich Stimmen gibt, die links dominant agitieren würden. Das - primär von bürgerlich gemäßigt bis extreme rechter Seite kolportierte - Narrativ einer linken Kulturhegemonie existiert schon seit über 50 Jahren und ist wahrscheinlich eine der hartnäckigsten Legenden im politisch kulturellen Diskurs überhaupt.JunkieXXL hat geschrieben: ↑16.01.2018 20:48 Ich finde auch nicht, dass man Spielekritiken politisieren sollte. Schon gar nicht in der heutigen Zeit, wo viele Leute aufgrund der linken Kulturhegemonie überhaupt nicht mehr in der Lage oder willens sind, zwischen EU-skeptisch und europafeindlich, islamkritisch und islamfeindlich, einwanderungskritisch und ausländerfeindlich zu differenzieren. Man sollte als Spieletester bei diesem ideologischen Kampf gegen Rechts nicht mitmachen, denn das würde eine Vereinnahmung bedeuten. Es reicht, wenn die "bösen" Rechten in den politischen Medien an den Pranger gestellt werden. Videospielen widme ich mich zum Abschalten und Relaxen und habe daher keine Lust , in politische Grabenkämpfe verwickelt zu werden. Ich will der Realität entfliehen, nicht mit ihr konfrontiert werden.