4P|T@xtchef hat geschrieben:@Mr Archer: Die Wolfsmetapher trifft es sehr gut.
Und wir machen uns ja weiter Gedanken. Ich will gar nicht ausschließen, dass wir auch unser "System" nochmal anpassen. In kleinen Schritten könnte man die Zahl optional machen oder weglassen, so dass nur noch die Schulnote da ist etc. Aber wir bräuchten neben zwei Arten der Empfehlung auch mindestens zwei der Warnung. :wink:
Das finde ich auch einfach vernünftiger. Natürlich wäre mir persönlich lieber, dass wir irgendwann zu einem Spielejournalismus kommen würden, bei dem es eben um Inhalte, um GameDesign und um Argumente geht und nicht um eine Zahl X am Ende.
Aber ich geb dir da 100%tig recht wenn du sagst, dass sich Eurogamer irgendwie entwaffnet. Denn das Problem ist eben, wenn man der "Außenseiter" ist, wärend alle "mitmachen", dann ist die Relevanz bzw. auch der Einfluss irgendwo gefährdet.
Auch aus Publisher-Sicht. Solange 4Players eine Zahl X am Ende des Textes hat, kann es sein, dass Publisher(in der Hoffnung auf gute Wertungen) dem Magazin Vorteile verschaffen. Ich weiß ja nicht, welche Vorteile ihr so genießt, aber ich denke mal Test-Muster und Einladungen zu Studios o.Ä. vergeben Publisher und Entwickler ja nicht aus Nächstenliebe
Ich denke einfach, dass ein langsamer Ansatz hier eher zum Erfolg führen wird. Solange ihr bei 4P zumindest gewillt seit das System zu ändern, sofern es denn eine sinnvolle Alternative gibt, bin ich da ganz bei euch
Eine wichtige Sache möchte ich zum Thema auch noch sagen:
Wir als Leser und Spieler sollten eine wichtige Sache nicht vergessen: Der Spielejournalist hat nicht die Aufgabe, eure Verantwortung zu übernehmen. IHR bzw. WIR sind jeder individuell für sich dafür verantwortlich sich über Spiele zu informieren, Testberichte zu lesen, Freunde zu fragen, Videos zu schauen, etc.
Darum hört bitte einfach mal auf, vor allem hier auf 4P, die Redakteure permanent damit zu nerven, dass sie ja nicht objektiv bewerten und das hier Spiel X zu wenig bekommen hat und Spiel Y zuviel etc. Es geht hier nicht darum, dass die Zahl am Ende ein in Stein gemeiseltes Urteil ist, das niemand so hinterfragen braucht. Die Zahl schreibt ein Mensch, jemand mit subjektiven Empfindungen, Prägungen, etc. Es kann nicht objektiv sein, denn Spiele sind ein Unterhaltungsprodukt. Ein Produkt das und emotional berührt(oder auch nicht).
Hier zu erwarten, dass Spiel A und Spiel B vergleichbar sind, ist irgendwo nicht nachvollziehbar.
Ich zitiere hier gerne mal Kant, einfach weil es passt:
„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Jeder hat seine eigenen Vorlieben, Anforderungen, Ansichten und Dinge die im wichtig sind. Deshalb geht es aus meiner Sicht beim Spielejournalismus nicht darum, eine objektive Analyse eines Spiels vorzunehmen, sondern darum die Sichtweise einer Person, die sich mit der Materie auskennt, darzustellen. Dieser stellt im Idealfall seine Argumente gut dar, erklärt was ihm gefallen hat und was nicht und am Ende gibt er ein (persönliches!) Fazit.
Was IHR bzw. WIR daraus machen, das muss nunmal jeder selbst entscheiden. Ich hab einfach oft das Gefühl, dass viele Spieler(wie so oft) zu faul sind selbst zu denken und glauben dann, sie könnten diese Aufgabe auf Spielejournalisten abwälzen. Das kann aber auf Dauer nicht die Lösung sein! Spiele sind zu komplex um sie in ein Wertungssystem zu pressen. Zumindest sind sie zu komplex, als das eine Bewertung egal ob sie 5-Sterne, 10 Punkte oder 100% beinhaltet, für jeden Menschen das gleiche bedeutet.
Ich z.B. bin ein riesiger Harvest Moon Fan. Ich hab fast alle Spiele gespielt, die so rauskamen in der Richtung und jedes Mal hab ich Wertung gesehen, welche die 60-70iger Marke nicht übersprungen haben. Na und? Das Spiel macht mir Spaß, ich finde dort Dinge, die mir bei anderen Spielen fehlen(z.B. eine Lebenssimulation) und darum scheiß ich drauf, welche Wertung das Spiel hat. Mir macht es Spaß und nur darauf kommt es eben leztlich an....
MfG Ska