Ich habe mit meinem Kumpel das Spiel grade durch, wir haben uns 4 Tage/Nächte am Stück damit herrlich unterhalten. Die Bewertung finde ich arg niedriggegriffen, kann die Kritikpunkte jedoch soweit nachvollziehen wenn man das Spiel alleine spielt. Dann ist es nämlich wirklich nur nervig, also genauso wie die beiden L4Ds. Im Coop ist es hingegen äußerst spaßig, in manchen Momenten auch fordernd (Ram + Suicider, dazu noch 5-6 Infected = böse aua; Oder versucht mal im Quarantänegebiet der Slums länger durchzuhalten ohne zu krepieren

). Allgemein ist der Anspruch im Vgl. zu L4D jedoch äußerst niedrig, spielt sich mehr wie ein Urlaub in Papua Neuguinea.
Es ist unglaublich befriedigend einmal kulturelle Bereicherung aus anderer Perspektive zu erleben und den Einheimischen auf dem Kopf herumzuspringen bis der Boden einen neuen Anstrich hat.
Die Schusswaffen sind auch gut eingebunden da sie weniger dazu dienen die Infizierten aufzuhalten, als in den Shooterparts gegen Punks und Polizei zu bestehen. Die Shootermechanik geht wunderbar von der Hand, der einzige Negativaspekt ist die geringe Munitionstragefähigkeit (20 Schuss Pumpgun -.-)
Die spielbaren Charaktere haben alle unterschiedliche Fähigkeiten. Während Sam B. mit vielen HP und einer Ramm-Fähigkeit wie eine Walze durch die Gegner pflügt, kann der IrokesenAlki mit Elementarflächenschaden ganze Zombiehorden zeitgleich grillen. Mrs. Dreadlock ist mit ihrer Schusswaffenspezialisierung erst im Mid-/Engame zu etwas nutze und die Asiatin hat einen hässligen roten Rock, deren Tritte kann man nicht mitansehen...
Das Leveldesign hat uns gut gefallen, die Gebiete sind abwechslungsreich und meist sehr schön anzusehen. Leider sind die Strecken in den Gebieten oft relativ begrenzt, so dass Abkürzungen über Felsen o.ä. nicht möglich sind (Außer den Slums die sind noch am offensten gehalten).
Sound fand ich zufriedenstellend, man weiß immer welcher Gegner grade in der Nähe ist, de Waffen hören sich durchschlagend and und abgerissene Körperteile sind eine wahre Musik. Englische Lokalisation ist ganz ordentlich, auch wenn häufiger Phrasen der NPCs einfach nach einem Wort aufhören und man nicht weiß was die eigentlich jetzt sagen wollten.
Störy ist Voraussehbar, bei gerade mal einer interessanten Wendung der Ereignisse. Für ein Spiel bei der es um das töten von möglichst vielen Zombies geht jedoch völlig ausreichend und "überzeugend".
Was Quests angeht, da hatte ich mich gefreut als ich den Gamestar Test gelesen habe und die dort erzählt hat wie abwechslungsreich und sinnvoll diese wären und es nie darum gehen würde einfach 10 Zombies hier zu tötet, sowie 10 Blumen da zu pflücken. Genauso sehen jedoch beinahe ausschließlich alle Quests aus, was jedoch auch wurscht ist da sich das Spiel auch sonst wie ein MMO verhält.
Bugs gibts reichlich. Reichlich für alle. Aber (Wir haben mit dem ersten Patch gespielt) nie solche die uns beim Vorankommen Probleme bereitet hätten und wenn etwas kritisches passierte, konnte man nach einem kurzen neuladen an der gleichen Stelle alles beheben. Im Level steckengeblieben sind wir nie, außer mit dem Auto, diese bleiben gerne auf Geländern stehen oder hängen auf einem Kieselstein... Aber Autos gibts respawnend und im Überfluss, ergo auch kein Prob.
Wer also mit seinen Kumpels einen herlich sinnfreien und kulturell wertvollen Abenteuerurlaub erleben will, darf ruhigen Gewissens zugreifen.
Wer eine Mischung aus Call of Duty, Demon´s Souls, Witcher und Heavy Rain mit Feuerwirkung auf Holz erwartet, muss sich noch etwas gedulden.